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Jean-Hilaire Aubame

Jean-Hilaire Aubame mit BundesprÀsident Walter Scheel in Bonn, 1962

Jean-Hilaire Aubame (* 10. November 1912; † 16. August 1989 in Libreville) war ein Politiker des zentralafrikanischen Staates Gabun.

Inhaltsverzeichnis

FrĂŒhe Jahre

Aubame gehörte zu den Fang, die vor allem im Norden Gabuns und im Nachbarstaat Äquatorialguinea leben. Er wurde in der NĂ€he der Hauptstadt Libreville geboren und frĂŒh ein Waisenkind. Der Geistliche Jean Obame kĂŒmmerte sich um ihn und sorgte fĂŒr seine Schulausbildung. Mit Hilfe von Obames Bruder, dem spĂ€teren PrĂ€sidenten LĂ©on M’ba, erhielt er eine Anstellung beim Zoll. 1936 wurde er nach Brazzaville versetzt.

Zweiter Weltkrieg

WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs war er weiterhin fĂŒr die französischen Behörden tĂ€tig. Nach der Kapitulation Frankreichs im Juni 1940 schloss er sich de Gaulles Freiem Frankreich an und wurde nach Libreville, das loyal zur Vichy-Regierung stand, geschickt, um die UnterstĂŒtzung der Fang zu gewinnen. Vom Februar 1942 an wurde er vom Gouverneur FĂ©lix ÈbouĂ© protegiert und informierte diesen ĂŒber die VorgĂ€nge innerhalb der afrikanischen Bevölkerung. 1944 machte ihn ÈbouĂ© zum Vorsitzenden der Verwaltung von Poto Poto, der Afrikanerstadt von Brazzaville. Nach ÈbouĂ©s Tod im MĂ€rz 1944 arbeitete er als Berater fĂŒr den Generalgouverneur AndrĂ© Bayardelle.

Politiker

Vor der UnabhÀngigkeit

Mit der UnterstĂŒtzung des Gouverneurs kandidierte er fĂŒr die Nationalversammlung in Paris und war seit dem 10. November 1946 Abgeordneter fĂŒr Gabun. Bei den weiteren Wahlen wĂ€hrend der IV. Republik wurde er am 17. Juni 1951 und am 2. Januar 1956 wiedergewĂ€hlt, wobei er 1951 gegen LĂ©on M’ba siegte. In dieser Zeit war er meist in Paris und nur selten in Gabun. wo M’ba inzwischen seine Machtbasis ausbaute. In Gabun grĂŒndete Aubame die Union DĂ©mocratique et Sociale Gabonaise (UDSG) und wurde 1952 fĂŒr sie in die Territorialversammlung Gabuns gewĂ€hlt. 1957 wurde er wiedergewĂ€hlt, stĂ€rkste Partei wurde aber M’bas Bloc DĂ©mocratique Gabonais (BDG). Vier seiner Parteifreunde wurden Minister in der zwölfköpfigen Regierung des Territoriums.

Nach der UnabhÀngigkeit

Am 17. August 1960 wurde Gabun mit M’ba als erstem PrĂ€sidenten unabhĂ€ngig. Aubame arbeitete mit ihm zusammen und wurde Abgeordneter fĂŒr Moyen-OgoouĂ© sowie 1961–1963 Außenminister. Bei den Parlamentswahlen im Februar 1961 traten BDG und UDSG mit einer gemeinsamen Liste an. Im Mai 1962 ĂŒberwarf er sich mit M’ba und schied 1963 aus der Regierung aus. Da Aubame seine Partei nicht mit der M’bas fusionieren wollte, wurde er an das Oberste Gericht berufen, um ihn so aus der Politik fernzuhalten. Aubame trat aber am 10. Januar 1964 von diesem Amt zurĂŒck.

Ein kurzlebiger MilitĂ€rputsch entmachtete M’ba am 17. Februar 1964 fĂŒr wenige Tage. Aubame, der mit dem Staatsstreich wahrscheinlich nichts zu tun hatte wurde Chef einer provisorischen Regierung. M’ba kam Hilfe französischer Truppen, die weiterhin im Land stationiert waren, wieder an die Macht und Aubame wurde inhaftiert. Am 12. April 1964 fanden die bis 1990 letzten Wahlen mit mehreren Parteien statt, bei denen seine UDSG 16 der 47 Sitze gewann.

Letzte Jahre

Er wurde im August 1964 zu zehn Jahren Zwangsarbeit und weiteren zehn Jahren Verbannung verurteilt. 1972 wurde er von Omar Bongo, M’bas seit 1967 amtierenden Nachfolger, amnestiert und ging nach Paris ins Exil. Er kehrte 1981 zu einem Besuch nach Libreville zurĂŒck. Bei der Gelegenheit verlieh ihm PrĂ€sident Bongo den mehr symbolischen Titel eines Sonderberaters. Obwohl er kein UnterstĂŒtzer der illegalen Oppositionsgruppe Mouvement de Redressement National (MORENA) war wurde am 12. Dezember 1984 ein Bombenanschlag auf sein Haus verĂŒbt, dem er und seine Familie nur knapp entkamen.

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