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Jean-Jacques Waltz (* 23. Februar 1873 in Colmar; † 10. Juni 1951 in Colmar) war ein elsässischer Grafiker, Zeichner und Heimatforscher. Er wurde besonders unter seinem Künstlernamen Hansi bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
Jean-Jacques Waltz wurde als jüngstes von vier Kindern des Metzgermeisters Jacques André Waltz und seiner Frau Rosalie Clémence Dunan geboren. Sein Vater wurde im Jahre 1881 städtischer Bibliothekar von Colmar und 1891 Kurator des Museums Unterlinden. Dadurch weckte er schon früh in seinem Sohn eine Begeisterung für Geschichte und Kunst. Schon während seiner Schulzeit auf dem Gymnasium in seiner elsässischen Heimat wurde Waltz wegen seiner anti-deutschen Haltung oft bestraft. Danach ging er nach Lyon, um sich als technischer Zeichner ausbilden zu lassen. Er kehrte wieder ins Elsass zurück und wurde als Zeichner von Postkarten berühmt. Seine Motive verbinden häufig idyllische Dorfszenen mit bissigen deutschfeindlichen Karikaturen. Daher klagten ihn mehrfach die deutschen Sicherheitsbehörden des Reichslandes Elsass-Lothringen an und verurteilten ihn auch.
Waltz gehörte zu den Förderern des Musée d'Unterlinden in Colmar. Mit seiner L'Histoire d'Alsace racontée aux petits enfants par l'oncle Hansi veröffentlichte er 1912 eine illustrierte Geschichte des Elsass für Kinder, die ebenfalls von einer antideutschen Haltung geprägt ist. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Freiwilliger auf französischer Seite. Nach dem Ende des Krieges und der Annexion Elsass-Lothringens durch Frankreich warnte er vor einem seiner Meinung nach rasch wieder erstarkenden kulturellen Einfluss Deutschlands auf das Elsass.[1] Nach der deutschen Invasion im Zweiten Weltkrieg flüchtete er zunächst nach Agen. Dort konnten ihn aber Gestapo-Beamte aufspüren, die ihn zusammenschlugen und schließlich für tot hielten. Daraufhin floh er in die Schweiz.
Im Städtchen Reichenweier wurde ihm zu Ehren ein Museum eingerichtet. An seinem 50. Todestag errichtete seine Heimatstadt Colmar gegenüber seinem letzten Wohnhaus am Boulevard du Champ de Mars ein Denkmal zu Ehren von „Onkel Hansi".
Manche Zeichnungen zeigen nach Ansicht des Pädadogikwissenschaftlers Gerhard Schneider seine „manchmal alle Maße sprengende Feindschaft“ gegenüber Deutschland.[2] Während unbefangene Betrachter Waltz' Postkartenmotive zumeist lediglich als harmlose Szenen aus dem Elsass wahrnähmen, weist Gerhard Schneider in vielen Motiven auf die Spuren einer tiefen Abneigung gegenüber den Deutschen hin, die sich jedoch nur bei näherer Betrachtung und unter Anleitung eines Experten erkennen ließen.
Der Straßburger Historiker Georges Bischoff lobt demgegenüber die Zeichenkunst von Waltz als eine Kunst des Spottes und als Genie der Frechheit. In seinen Zeichnungen käme ein Lachen der Schwachen gegen die illegitimen Mächtigen zur Geltung.[3] Insbesondere beim Bildroman Professor Knatschke wäre Waltz bissig, ohne wirklich böse zu sein („Féroce sans être vraiment méchant“).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Waltz, Jean-Jacques |
| ALTERNATIVNAMEN | Hansi (Künstlername) |
| KURZBESCHREIBUNG | elsässischer Grafiker, Zeichner und Heimatforscher |
| GEBURTSDATUM | 23. Februar 1873 |
| GEBURTSORT | Colmar |
| STERBEDATUM | 10. Juni 1951 |
| STERBEORT | Colmar |