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Johann Caspar Bluntschli, auch Johann Kaspar Bluntschli (* 7. März 1808 in Zürich; †21. Oktober 1881 in Karlsruhe) war ein Schweizer Rechtswissenschaftler und Politiker, der auch in Deutschland tätig war.
Inhaltsverzeichnis |
Aus einer alteingesessenen Zürcher Familie stammend – der Vater war Kerzen- und Seifenfabrikant – studierte Bluntschli zunächst in seiner Heimatstadt am Politischen Institut Rechtswissenschaft. Zur Vertiefung der historischen, philosophischen und juristischen Bildung folgten 1827–1829 Studien in Berlin und in Bonn, wo er 1829 mit einer Dissertation über das römische Noterbrecht zum Dr. jur. promoviert wurde. Nach einem Pariser Interludium mit Einblicken in die französische Gerichtspraxis kehrte er im April 1830 nach Zürich zurück, um zunächst Auditor am Amtsgericht und Sekretär der Regierungskommission des Inneren zu werden. In den politischen Wirren der Regenerationszeit bekannte sich Bluntschli zur liberal-konservativen Bewegung, für die er 1832 ein Programm verfasste.
Er lehrte ab 1833 an der Universität Zürich, ab 1848 an der Universität München und ab 1861 an der Universität Heidelberg. 1873 war er einer der Gründer des Institut de Droit international in Gent. Er war Präsident des 2. (1861 in Dresden) und des 8. (1869 in Heidelberg) Deutschen Juristentages. Bluntschli war Präsident des Deutschen Protestantenvereins.
1840 erhielt er den Auftrag, das zürcherische Privatrechtliche Gesetzbuch zu erstellen, das 1856 in Kraft trat und in der ganzen Welt Beachtung fand. Weitere Werke sind Allgemeines Staatsrecht (1852), daneben verfasste er u.a. ein Deutsches Staats-Wörterbuch in 11 Bänden (1857–1870, zusammen mit Karl Brater) sowie Das moderne Kriegsrecht der civilisirten Staaten (1866), das Einfluss auf die Beratungen zur Haager Landkriegsordnung hatte. Bedeutung erlangte auch sein Buch über das "Autorrrecht" (1853), indem er das Recht des Autors, über die Veröffentlichung seines Werkes zu entscheiden, über das Naturrecht begründete.[1] Seine 1884 veröffentlichte Autobiografie trägt den Titel Denkwürdiges aus meinem Leben.
Bluntschlis Erklärung des Rechtscharakters des Völkerrechts unterschied sich von den meisten seiner Zeitgenossen, da er in Abkehr von Friedrich Carl von Savignys Theorien den Gegensatz «Naturrecht – positives Recht» zu überwinden suchte.
Johann Caspar Bluntschli war seit dem 27. Februar 1831 mit Emilie Vogel verheiratet. Ihr Sohn Alfred Friedrich Bluntschli, erfolgreicher Architekt, war zuerst Schüler und später als Professor an der Zürcher Bauschule Nachfolger von Semper.
1864[2] wurde er Freimaurer und Mitglied der Loge Ruprecht zu den fünf Rosen[3] in Heidelberg, wo er durch sein Wirken als Meister vom Stuhl die Loge prägte. 1865 schrieb er im Namen seiner Loge an Papst Pius IX. einen offenen Antwortbrief auf dessen Apostolisches Schreiben Multiplices inter, in der die Freimaurerei erneut verdammt wurde. Dieser offene Brief erregte großes Aufsehen. Von 1872 bis 1878 war er Großmeister der Großloge «Zur Sonne» in Bayreuth und wirkte an ihrer Verfassung und ihren Ritualen mit. Er trat auf den Großlogentagen für die Einheit der deutschen Freimaurer unter einer deutschen Einheitsgroßloge ein. Ein konkreter Entwurf, den er auf dem Großlogentag von 1878 vorlegte, stieß allerdings auf wenig Zustimmung, was ihn schwer traf.[2]
1868 wurde er als Abgeordneter für den badischen Wahlkreis Bretten–Sinsheim ins deutsche Zollparlament gewählt. 1879 gehörte er zusammen mit dem Kommerzienrat Friedrich Engelhorn (BASF), dem Geheimen Kommerzienrat Carl Eckhard, Dr. Gustav Herdt, dem Generalkonsul der Niederlande Simon Hartogensis und Karl Funck zu den Gründern der Mannheimer Versicherung.
Sein Nachfolger als Professor an der Universität Heidelberg wurde 1882 der baltischstämmige Jurist August von Bulmerincq.
Johann Caspar Bluntschli wurde nach seinem Tode am 21. Oktober 1881 in Heidelberg auf dem Bergfriedhof im Familiengrab beigesetzt. Er ruht neben seiner 1876 verstorbenen Frau Emilie. Der Grabstein wird von zwei fein gearbeiteten Bronze-Bildnismedaillons, das Ehepaar darstellend, geschmückt. Die Grabstätte liegt auf dem so genannten "Professorenweg" in der Abteilung: D 27.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bluntschli, Johann Caspar |
| ALTERNATIVNAMEN | Bluntschli, Johann Kaspar |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Rechtswissenschaftler und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 7. März 1808 |
| GEBURTSORT | Zürich |
| STERBEDATUM | 21. Oktober 1881 |
| STERBEORT | Karlsruhe |