|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Die Religionsgemeinschaft der MandÀer sieht in Johannes ihren wichtigsten Reformator. Lange Zeit wurden sie daher als Johannes-Christen bezeichnet.
Der Einfluss Johannes' erstreckte sich ĂŒber das frĂŒhe Christentum hinaus. Er hatte jĂŒdische AnhĂ€nger, in Israel sowie in der jĂŒdischen Diaspora. Auch im Koran wird er erwĂ€hnt, und Flavius Josephus berichtet von ihm.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Als Quellen, die Aufschluss ĂŒber die historische Gestalt Johannes des TĂ€ufers geben können, stehen neben den neutestamentlichen Evangelien und der Apostelgeschichte noch ein Absatz des jĂŒdisch-römischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus zur VerfĂŒgung (Ant XVIII 5, 2).
Bei dem Versuch einer Rekonstruktion der geschichtlichen Person und Ereignisse muss beachtet werden, dass diese Quellen jeweils eigenen Tendenzen folgen:
Von geringem historischen Gewicht dĂŒrften die ErzĂ€hlungen ĂŒber die Geburt und Kindheit des TĂ€ufers in (Lk 1â2 EU) sein. Hier vermuten manche Theologen Personallegenden aus dem Kreis der TĂ€uferverehrer, die die spĂ€tere Bedeutung des TĂ€ufers schon auf die Ereignisse um die Geburt und Kindheit des Johannes ĂŒbertragen und mithilfe alttestamentlicher Motive ausmalend veranschaulichen wollen.[4] Doch sind auch diese Texte fĂŒr eine historische Rekonstruktion keineswegs unergiebig. Wahrscheinlich stammt Johannes aus priesterlichem Geschlecht: Nach Darstellung des Lukasevangeliums war Johannes der Sohn des Priesters Zacharias aus der Priesterklasse Abija und der Elisabet aus dem Geschlecht Aarons (Lk 1,5 EU). Da die Priesterklasse Abija nicht gerade die bedeutendste der 24 Priesterklassen war, könnte es sich durchaus um eine zuverlĂ€ssige Angabe handeln. Geboren wurde Johannes nach (Lk 1,5 EU) âzur Zeit des Herodes, des Königs von JudĂ€aâ; dieser regierte von 38 v. Chr. bis 5 v. Chr. In (Lk 1,39 EU) erfĂ€hrt der Leser als Wohnort der Elisabet: âeine Stadt im Bergland von JudĂ€aâ. Schon diese unprĂ€zise gehaltenen Angaben weisen auf das geringe historische Interesse des Verfassers hin, dem wesentlich an einer Aussage auf der theologischen Bedeutungsebene gelegen ist.[5] Von Lk 1,80 ausgehende Spekulationen ĂŒber einen Qumran-Aufenthalt des jungen Johannes lassen sich historisch nicht verifizieren; auch bei dieser Angabe[6] dĂŒrften den TĂ€ufer kennzeichnende Motive wie das VerkĂŒndigungsgebiet des TĂ€ufers in der WĂŒste auf seine Kindheit zurĂŒckdatiert worden sein.[7]
Nach Angaben in Lk beginnt das Auftreten des Johannes âim fĂŒnfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberiusâ (Lk 3,1 EU), was auf die Jahre 27â29 n. Chr. verweist. Die UnschĂ€rfe der Datierung ergibt sich aus der Unsicherheit, ob der Autor das Jahr nach der im Orient gebrĂ€uchliche seleukidischen oder der römischen Zeitrechnung beginnen lieĂ.[8]
Die biblischen Ortsangaben geben einen widersprĂŒchlichen Befund ĂŒber den Ort des Auftretens des TĂ€ufers: in der WĂŒste am Jordan (Mk 1,3â5 EU), in der WĂŒste von JudĂ€a (Mt 3,1 EU), Betanien, jenseits des Jordans (Joh 1,28;10,40 EU) oder in Ănon bei Salim (Joh 3,23 EU). Reisegruppen wird in heutiger Zeit sowohl auf der israelischen als auch auf der jordanischen Seite des Jordans die âauthentischeâ Taufstelle prĂ€sentiert. Die besseren Argumente dĂŒrfte aber die jordanische Ostseite fĂŒr sich beanspruchen. Nur dort, im PerĂ€a der Bibel, hatte Herodes Antipas das Recht, den TĂ€ufer gefangen zu setzen (Mk 6,17â29 EU); Jos Ant XVIII 5,2); auch atl. Traditionen scheinen bei der Ortswahl fĂŒr Johannes eine Rolle gespielt zu haben (Jos 3 und 4 EU); (2 Kön 2,1â18 EU). Erst in spĂ€teren Jahrhunderten wurde die Taufstelle vor allem aus praktischen GrĂŒnden am westlichen Jordanufer lokalisiert; frĂŒhstes Zeugnis fĂŒr diese Tradition ist das berĂŒhmte Mosaik von Madaba (6. Jh.), die Ă€lteste erhaltene Karte PalĂ€stinas.[9]
Etwa um das Jahr 29/30 n. Chr. begann Johannes der TĂ€ufer[10] sein öffentliches Wirken.[11] Sein Hauptwirkungsgebiet war im damaligen PerĂ€a auf der anderen Seite des Jordans gegenĂŒber von Jericho. Er fĂŒhrte ein betont asketisches Leben â laut (Mk 1,6 EU) soll er sich von Heuschrecken und wildem Honig ernĂ€hrt haben, laut (Mt 11,18 EU) aĂ und trank er gar nichts â, predigte im Stil der alten Propheten und taufte. Johannes rief zur Umkehr auf und kĂŒndigte das unmittelbare Kommen Gottes oder des Messias zum endzeitlichen Gericht an (Mt 3,7.10.12 EU); (Lk 3,7. 9. 17 EU). Damit gilt er im Christentum als Wegbereiter der unmittelbar bevorstehenden Ankunft des Messias und wird mit Elija in Verbindung gebracht. Die AnhĂ€ngerschaft von Johannes war zahlreich, darunter zeitweise auch Jesus von Nazareth, der sich durch ihn taufen lieĂ.[12] DarĂŒber hinaus scheinen Jesus selbst oder seine JĂŒnger mit Billigung des Johannes am Jordan getauft zu haben (Joh 3,22 EU);(Joh 4,1â2 EU). Viele Menschen hielten Johannes fĂŒr einen Propheten. In der spĂ€teren Geschichte findet man sie unter dem Namen MandĂ€er wieder, die den Lehren des Johannes treu blieben. Ein anderer Teil der AnhĂ€ngerschaft des Johannes schloss sich nach dessen Tode dem Jesus von Nazareth an z. B. (Apg 19,1â7 EU).
Auf die Frage von im Dienste der Herodesdynastie stehenden jĂŒdischen Soldaten: Was sollen wir tun? antwortete Johannes: Tut niemandem Gewalt an, erpresst niemanden und begnĂŒgt euch mit eurem Solde (Lk 3,14 EU). Viele dieser Soldaten wurden AnhĂ€nger des Johannes.
Herodes Antipas war mit der Tochter Aretas, des Königs der NabatĂ€er, verheiratet. SpĂ€ter vermĂ€hlte er sich noch mit Herodias, der Frau seines Halbbruders Philippus. Dies fĂŒhrte zu Spannungen mit seiner ersten Frau. Diese verlegte daraufhin ihren Wohnsitz nach Machaerus, einer Grenzfestung von Antipas am Toten Meer. Von dort floh sie zu ihrem Vater (35 n. Chr.).[13]
Die Beziehung zwischen Herodes Antipas und Aretas war bereits wegen Landstreitigkeiten belastet, die Heirat mit Herodias krÀnkte Aretas zusÀtzlich. Ein Waffengang schien unausweichlich.
Im FrĂŒhjahr 35 n. Chr.[13] inhaftierte Herodes Antipas Johannes den TĂ€ufer. Er hielt ihn auf der Festung Machaerus am Toten Meer gefangen. Wahrscheinlich war ihm die AnhĂ€ngerschaft des Johannes zu bedrohlich geworden, als es zum Zwist mit König Aretas kam. Nach Flavius Josephus war dies der Hauptgrund fĂŒr die Gefangennahme Johannes des TĂ€ufers. Zudem hatte Johannes Herodes Antipas wegen seiner Heiratspolitik kritisiert (Mt 14,4 EU); (Lk 3,19 EU).
(Mk 6,17â29 EU) Der biblischen ErzĂ€hlung nach soll Salome, die Tochter von Herodesâ Frau Herodias, den Kopf Johannes des TĂ€ufers als Belohnung fĂŒr einen Tanz gefordert haben, wozu sie von Herodias angestiftet worden sei. Diese Geschichte wird in den Evangelien des Markus und MatthĂ€us geschildert, wobei nur von der Tochter der Herodias die Rede ist, der Name Salome wird nicht genannt.
Historisch gilt die Darstellung des Flavius Josephus als wahrscheinlicher:
Die Tochter Aretasâ war inzwischen zu ihrem Vater geflohen. Dieser drohte Antipas mit Krieg. Um nicht in einen Zweifrontenkrieg verwickelt zu werden, lieĂ Antipas Johannes den TĂ€ufer vor Kriegsbeginn hinrichten. Er befĂŒrchtete einen Aufstand der AnhĂ€nger des Johannes wĂ€hrend seines Feldzugs gegen Aretas.[14]
Die Hinrichtung erfolgte nach urchristlichen Quellen in Tiberias in GalilĂ€a, wahrscheinlich vor dem Jahr 30. Flavius Josephus hingegen berichtet von ihrer Vollstreckung auf der Festung Machaerus am Toten Meer. Machaerus sicherte die Grenze zwischen dem Territorium von Antipas und jenem von Aretas. Die Hinrichtung erfolgte wahrscheinlich im SpĂ€tsommer des Jahres 35 n. Chr.[13] und damit laut Geschichtsschreiber Josephus erst nach dem Tode Jesu, entgegen den biblischen Evangelien. Noch lange Zeit danach wurde der Todestag des Johannes in jener Jahreszeit â Ende August â begangen; so ist auch heute noch der 29. August unter der Bezeichnung âEnthauptung des heiligen Johannes des TĂ€ufersâ ein kirchlicher Gedenktag.[15] Auch die Evangelien berichten ĂŒber diese Hinrichtung, bei der die Obersten des Heeres anwesend waren (Mk 6,17â28 EU). Der Krieg gegen Aretas stand bevor.
Im Winter 35/36 n. Chr.[13] kam es zum Krieg. Die vorangegangene Exekution von Johannes dem TĂ€ufer hatte zur Folge, dass ein Teil der jĂŒdischen Soldaten â nĂ€mlich die AnhĂ€nger von Johannes â Antipas die UnterstĂŒtzung im Krieg gegen Aretas versagte.[1] Herodes Antipas verlor den Krieg. Mit Hilfe der Römer konnte er sich jedoch an der Macht behaupten. Er musste aber als Kompensation die Stadt und Region Damaskus an Aretas abgeben (von 37 bis 39 n. Chr.)[16]
Das jĂŒdische Volk interpretierte die Niederlage von Herodes Antipas gegen Aretas als Strafe Gottes dafĂŒr, dass er zuvor Johannes den TĂ€ufer hatte hinrichten lassen.[1]
Auch der Koran erwĂ€hnt Johannes den TĂ€ufer. Wie die MandĂ€er nennen auch die Muslime Johannes Yahya. Auch der Koran schildert, dass Zacharias Nachricht ĂŒber die Geburt eines Sohnes von Engeln bekam. Er bat Allah um ein Zeichen, woraufhin Zacharias drei Tage lang (anders in der biblischen Version) nicht zu den Menschen (Al-Imran 3:38â41, Maryam 19:10) sprach. Der Koran gibt zwar keine Details zum Leben Johannesâ, sagt aber, dass er âWeisheitâ hatte, âals er noch ein Kind warâ (Maryam 19:13).
Der Koran sagt in der Sure 19 (Maryam), in den Versen 7 und 13-15 folgendes ĂŒber Johannes:[17] <poem>
7 "O ZakariyyĂĄ, Wir verkĂŒnden dir einen Jungen, dessen Name YahyĂĄ ist, wie Wir zuvor noch niemanden Kennzeichen gleich den seinen gegeben haben." 12 "O YahyĂĄ, nimm die Schrift mit (aller) Kraft." Und Wir gaben ihm schon als Kind die Urteilskraft 13 und MitgefĂŒhl von Uns aus und Lauterkeit. Er war gottesfĂŒrchtig 14 und gĂŒtig gegen seine Eltern, und er war weder gewalttĂ€tig noch widerspenstig. 15 Und Friede sei auf ihm am Tag, da er geboren wurde, und am Tag, da er stirbt, und am Tag, da er wieder zum Leben auferweckt wird.
</poem> Es wird berichtet, dass Johannes mit wilden Tieren aĂ, da er den Kontakt mit anderen Menschen fĂŒrchtete. Ăberdies weinte Johannes sehr oft. Dies begrĂŒndete er damit, dass die BrĂŒcke zwischen Hölle und Paradies nur mit TrĂ€nen ĂŒberschritten werden könne.
Die AnhĂ€nger Johannes des TĂ€ufers werden im Koran vermutlich als SabĂ€er bezeichnet. Sie genieĂen, da sie AnhĂ€nger einer Buchreligion sind, im islamischen Staat besonderen Schutz, wenn sie die Jizyah (eine Steuer fĂŒr Christen, Juden und SabĂ€er) leisten.
Johannes der TĂ€ufer ist einer der bedeutendsten Heiligen der orthodoxen, der katholischen und auch der evangelischen Kirchen. Er gilt als letzter und gröĂter der Propheten, als adventlicher Wegbereiter Jesu und als Vorbild des Asketen.
Der Gedenktag seiner Geburt ist der 24. Juni, der Johannistag, der in fast allen christlichen Kirchen begangen wird â in der katholischen Kirche als Hochfest â und um den sich zahlreiche BrĂ€uche ranken. Das Datum leitet sich daher ab, dass Johannes nach dem Lukasevangelium sechs Monate Ă€lter als Jesus war; so wurde der Johannistag auf sechs Monate vor Weihnachten gelegt. Auch sein Todestag ist ein Gedenktag (29. August, Enthauptung Johannes des TĂ€ufers), der jedoch wesentlich geringere Bedeutung hat als das Geburtsfest.
Die orthodoxe Kirche, die die liturgischen Feste nach dem Julianischen Kalender zur Zeit 13 Tage spĂ€ter begeht, kennt darĂŒber hinaus noch die Gedenktage 7. Januar (Ă€ltestes Johannesgedenken am Tag nach dem Erscheinungsfest, das auch die Taufe Jesu umfasst); 24. Februar (erste und zweite Auffindung des Hauptes Johannes des TĂ€ufers); 25. Mai (dritte Auffindung des Hauptes Johannes des TĂ€ufers); 23. September (EmpfĂ€ngnis Johannes des TĂ€ufers).
Seine Attribute in der Ikonographie sind das Fellgewand, der Kreuzstab oder ein Lamm sowie der Zeigegestus auf Jesus, oft verbunden mit dem Spruchband âEcce Agnus Deiâ (âSeht das Lamm Gottesâ). Meist wird der Heilige mager, mit langen Haaren und teils mit FlĂŒgeln dargestellt, um seine asketische und engelsgleiche Lebensweise zu betonen. Als Johannesknabe erscheint er hĂ€ufig zusammen mit dem etwa gleichaltrigen Jesusknaben und Maria.
Johannes der TÀufer erscheint auf der Ikonostase in orthodoxen Kirchen in der Regel an zentraler Stelle als Teil der Deësis, oder direkt rechts neben der zentralen Christus-Ikone, die Gottesmutter links von Christus. Einige orthodoxe Kirchen stellen statt Johannes den heiligen Nikolaus an dieser Stelle dar.
Taufkapellen sind hÀufig Johannes dem TÀufer geweiht.
Als JohannisschĂŒssel werden seit dem Mittelalter verbreitete Darstellungen mit dem Haupt des heiligen Johannes des TĂ€ufers auf einer SchĂŒssel bezeichnet. Sie wurden vom Volk verehrt und besonders bei Kopfleiden in HospitĂ€lern zur Schmerzlinderung herumgereicht.
In Irland wurde er auch unter dem Namen Searbhain (âder BitterzĂŒngigeâ) verehrt, eine Bezeichnung, die eigentlich dem Unruhestifter Bricriu aus der vorchristlichen Mythologie zukam. Cill Searbhain ist eine Kirche auf dem Friedhof von Kilsharvan.
Johannes ist Schutzheiliger des Johanniter- bzw. Malteserritterordens.
Es gibt mehrere Orte, die beanspruchen, das Haupt des Heiligen als Reliquie zu besitzen. Zum einen die Kirche San Silvestro in Capite in Rom, daneben auch die Kathedrale von Amiens. Der dortigen Ăberlieferung zufolge brachte der Domherr von Picquigny Wallon de Sarton 1204 die Kopfreliquie als Kriegsbeute vom Vierten Kreuzzug aus Konstantinopel mit und ĂŒbergab sie seinem Onkel, dem Bischof Richard de Gerberoy in Amiens[18] Aber auch die Omayadden-Moschee (in vorislamischer Zeit die Johanniskathedrale) in Damaskus beansprucht, das Haupt des TĂ€ufers zu verwahren.
2010 wurde bei Ausgrabungen auf der Schwarzmeerinsel Sweti Iwan im Kirchenaltar des ehemaligen kaiserlichen Johannes der TĂ€ufer Klosters ein Reliquiar mit der Inschrift Johannes der TĂ€ufer gefunden. In der Urne wurden Zahn, Hand-, FuĂ- und Kieferknochen entdeckt. Bulgarische ArchĂ€ologen wollen die Reliquien, die im 4. Jahrhundert n. Chr. von Konstantinopel nach Sosopol gelangten, Johannes dem TĂ€ufer zuordnen.[19]
Johannes der TĂ€ufer und die mit ihm in Verbindung stehenden Figuren und Stoffe, namentlich Herodes, Herodias und Salome waren von groĂem Einfluss in der Literatur, Dramatik und Musik, so z. B. fĂŒr das Drama Oscar Wildes âSalomeâ und die darauf aufbauende Oper gleichen Namens von Richard Strauss, sowie die ErzĂ€hlung âHerodiasâ von Gustave Flaubert, auf der das Libretto fĂŒr Jules Massenets âHerodiadeâ beruht.
In Richard Wagners Oper Die Meistersinger von NĂŒrnberg, die am Johannistag (24. Juni) sowie am Vorabend dieses Festtags spielt, wird in zahlreichen allegorischen Anspielungen auf religiöse und biblische Figuren und Ereignisse verwiesen. So erweist sich die Hauptperson der Handlung, der NĂŒrnberger Dichter Hans Sachs, als Personifikation des biblischen Propheten Johannes des TĂ€ufers. Andere Figuren illustrieren Begebenheiten aus dem Alten Testament (Adam und Eva und der SĂŒndenfall), insbesondere auch Hans Sachs' Lehrling David: der biblische König David als Stammvater und â wie Johannes der TĂ€ufer â VorlĂ€ufer Christi und vieles mehr. Sowohl Michelangelo Merisi da Caravaggio (1609) als auch Bartolomeo Veneto (16. Jahrhundert) malten ein GemĂ€lde von Salome mit dem Kopf von Johannes dem TĂ€ufer auf einem Tablett.
Der Gedenktag von Johannes dem TĂ€ufer, der Johannistag, ist zugleich das Bundesfest der weltweiten Johannislogen der Freimaurer, die an seinem Geburtstag in den sogenannten âBlauenâ Logen, Fm-Grad 1â3 (so benannt aufgrund der dort vorherrschenden Gewandfarbgebung; im Gegensatz zu den âRotenâ Logen, die höhere Geheimgrade, bis zum 33. Grad, in den âAndreas-Logenâ den so genannten âSchottischen Ritusâ reprĂ€sentieren), hĂ€ufig auĂerdem ein besonders festliches Ritual durchfĂŒhren. Johannes der TĂ€ufer war und ist heute noch der Schutzpatron der BauhĂŒtten, speziell der Steinmetze.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Johannes der TĂ€ufer |
| ALTERNATIVNAMEN | Ioannes Baptista, Iohannes Baptista |
| KURZBESCHREIBUNG | christlicher Heiliger |
| GEBURTSDATUM | vor 5 v. Chr. |
| STERBEDATUM | vor 30 |