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John Cheever (* 27. Mai 1912 in Quincy, Massachusetts; †18. Juni 1982 in Ossinning, New York) war ein US-amerikanischer Schriftsteller.
Cheever wurde durch seine zunächst im „New Yorker“ veröffentlichten Kurzgeschichten bekannt, für die er 1979 den Pulitzer-Preis erhielt. Wie in seinen Romanen (für „The Wapshot Chronicle" war er bereits 1958 mit dem National Book Award ausgezeichnet worden) befasste er sich zumeist mit dem doppelbödigen Leben in den amerikanischen Vororten (daher sein Beiname „Tschechow der Vorstädte") sowie mit den Themen Alkohol und Homosexualität. Cheever, von seinem Kollegen John Updike auf eine Stufe mit William Faulkner gestellt und von Gegenwartsautoren wie Jonathan Franzen oder T. C. Boyle als Vorbild genannt, galt in den USA lange als skandalfreier, gesellschaftlich hoch anerkannter Schriftsteller. Erst in seinen letzten Jahren wurden nähere Einzelheiten über seine massiven Alkoholprobleme, seine Bisexualität und seine unglückliche Ehe bekannt.
In prekären Verhältnissen aufgewachsen und zu Beginn seiner Karriere lange von der Hand in den Mund lebend, hat Cheever stets ein Mittelstandsleben angestrebt. Als dieser Wunsch mit zunehmendem Erfolg in Erfüllung ging, sezierte er dieses Leben in den Vororten jedoch mit großem Scharfblick. In satirischer Form warf er einen Blick hinter die Fassade der dort zur Schau gestellten Wohlanständigkeit und zeigte, dass sich hinter den kurzgeschorenen Rasenflächen, den immergleichen Vorgärten und Häusern eine gewaltige Leere auftat, die mit Alkohol, Partnertausch und Intoleranz gegenüber allem Fremden gefüllt wurde. Stets wird auch seine innere Zerrissenheit deutlich zwischen dem Wunsch, dazuzugehören, und der Erkenntnis, wie verlogen dieses Leben war. Doch in seinen Geschichten (auch seine Romane sind oft eher eine Ansammlung brillant erzählter Short Storys) war und blieb Cheever ein witziger, vor Einfällen übersprudelnder, stilistisch hervorragender Erzähler. Dies gilt sowohl für die beiden Wapshot-Romane, eine moderne Schelmengeschichte mit tragisch-elegischem Ausgang, als auch für "Bullet Park", in der das Leben der beiden Hauptfiguren Paul Hammer und Eliot Nailles, wie ihre Namen bereits ahnen lassen, auf fatale Weise miteinander verknüpft ist, und für den späten Gefängnisroman "Falconer". Was all das mit Cheevers eigenem Leben zu tun hat, lässt sich am besten in Cheevers Tagebüchern verfolgen, die "wegen eines Umfangs von über 20000 Manuskriptseiten) nur auszugsweise veröffentlicht bzw. übersetzt wurden, sich aber wie ein spannender Roman lesen.
1982, mehrere Jahre nachdem er dem Alkohol endgültig abgeschworen hatte, erhielt Cheever für sein Gesamtwerk die Nationalmedaille der American Academy of Arts and Letters, und erlag sechs Wochen später einem langjährigen Krebsleiden.
Inhaltsverzeichnis |
Erzählungsbände:
Romane:
Briefe und Tagebücher:
In der US-Sitcom Seinfeld wird in der Folge „Die Liebesbriefe“/„The Letters of John Cheever“ (Staffel 4) auf die Bisexualität von John Cheever Bezug genommen. Es stellt sich heraus, dass der Vater von George Costanzas Freundin Susan Ross eine sexuelle Beziehung mit Cheever hatte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cheever, John |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 27. Mai 1912 |
| GEBURTSORT | Quincy (Massachusetts) |
| STERBEDATUM | 18. Juni 1982 |
| STERBEORT | Ossinning, New York (Bundesstaat) |