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José Mourinho

José Mourinho

José Mourinho (2010)

Spielerinformationen
Voller Name José Mårio dos Santos Félix Mourinho
Geburtstag 26. Januar 1963
Geburtsort SetĂșbalPortugal
GrĂ¶ĂŸe 175 cm
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1980–1982
1982–1983
1983–1985
1985–1987
Rio Ave FC
Belenenses Lissabon
Sesimbra
ComĂ©rcio e IndĂșstria
16 (2)
16 (2)
35 (1)
27 (8)
Stationen als Trainer
1990–1991
1991–1993
1993–1994
1994–1996
1996–2000
2000–2001
2001–2002
2002–2004
2004–2007
2008–2010
2010–
CF Estrela Amadora (Co-Trainer)
AD Ovarense (Co-Trainer)
Sporting Lissabon (Co-Trainer)
FC Porto (Co-Trainer)
FC Barcelona (Co-Trainer)
Benfica Lissabon
UniĂŁo Leiria
FC Porto
FC Chelsea
Inter Mailand
Real Madrid
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

JosĂ© MĂĄrio dos Santos FĂ©lix Mourinho (* 26. Januar 1963 in SetĂșbal, Portugal) ist ein portugiesischer Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler. Seit der Saison 2010/11 trainiert er Real Madrid. Er wird von mehreren Spielern, Trainern und Journalisten fĂŒr den besten Fußballtrainer der Welt gehalten.[1][2][3][4] Sein selbst verwendeter und durch die Medien aufgegriffener Spitzname lautet „The Special One“ (dt.: Der Besondere).

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Kindheit und aktive Zeit

JosĂ© Mourinho wurde als Sohn von FĂ©lix Mourinho und Maria JĂșlia Carrajola dos Santos in SetĂșbal geboren.[5] Sein Vater FĂ©lix war Profifußballer, sodass Mourinho bereits seit seiner Kindheit von diesem Sport geprĂ€gt wurde. Seinen Vater, der spĂ€ter als Trainer arbeitete, unterstĂŒtzte er schon in jungen Jahren, indem er Spiele von kommenden Gegnern verfolgte.[6] Ferner widmete sich Mourinho dem aktiven Spiel und war eine Zeit lang in der Jugendmannschaft von Belenenses Lissabon aktiv, ehe er in die zweite portugiesische Liga zum FC Rio Ave wechselte. Im Jahr 1982 kehrte er in die Profimannschaft von Belenenses zurĂŒck, erkannte jedoch mit der Zeit selbst, dass ihm, um höherklassig zu spielen, insbesondere die physische Komponente fehlte.[7] Daraufhin entschied er, Fußballtrainer zu werden. Zuvor absolvierte Mourinho jedoch ein Studium der Sportwissenschaften an der Technischen UniversitĂ€t Lissabon, das er mit Auszeichnung abschloss.[8] Im Anschluss an das Studium besuchte Mourinho TrainerlehrgĂ€nge in Großbritannien, um seinen Berufswunsch weiter zu verfolgen.[9]

als Assistenztrainer

Portugal

Nachdem er kurzzeitig die Jugendmannschaft von VitĂłria SetĂșbal in seinem Heimatort trainiert hatte, nahm er 1990 den Posten als Co-Trainer von CF Estrela Amadora an, wo er unter Jesualdo Ferreira arbeitete. Nach zwei weiteren Jahren als Assistenztrainer bei AD Ovarense traf er im Jahre 1993 erstmalig auf einen internationalen Toptrainer. Sir Bobby Robson, der gerade einem Engagement bei Sporting Lissabon zugesagt hatte, benötigte dort einen Übersetzer, der sowohl englisch als auch portugiesisch sprach und fand ihn in Mourinho.[7] Zwischen den beiden entwickelte sich ein freundschaftliches VerhĂ€ltnis,[7] sodass Robson nach einem Jahr beim portugiesischen Hauptstadtklub auch bei seinem neuen Verein, dem FC Porto, auf Mourinho als Co-Trainer setzte. Dort konnte Mourinho in Form von drei Meisterschaften, zwei Pokaltiteln und dem Gewinn des Portugiesischen Supercups seine ersten großen Erfolge als Assistent feiern.

FC Barcelona

Aufgrund seiner Erfolge beim FC Porto wechselte Robson im Sommer 1996 zum FC Barcelona. Den Wechsel vollzog Mourinho ebenso und arbeitete weiter unter dem Briten. In dieser Zeit lernte Mourinho zudem katalanisch.[10] Nachdem das Duo mit Barça im Jahre 1997 sowohl den spanischen Pokal als auch den Europapokal der Pokalsieger gewinnen konnte, verließ Robson den Verein. Der Klub zeigte jedoch großes Interesse daran, Mourinho als Assistenztrainer zu halten.

Somit wurde Mourinho ebenso Co-Trainer von Robsons Nachfolger, Louis van Gaal. Dieser erkannte das Talent des Portugiesen und begann, ihn zu fördern. Er sorgte dafĂŒr, dass Mourinho Trainer der zweiten Mannschaft wurde, sodass er seinen eigenen Stil finden konnte.[10] Auch ĂŒberließ van Gaal ihm zeitweise die Kontrolle ĂŒber die erste Mannschaft, beispielsweise bei der Copa Catalunya im Jahre 2000, die Mourinho als inoffizieller Chefcoach gewinnen konnte.[11] Das Duo war ĂŒberdies sehr erfolgreich, so gewann man in den vier gemeinsamen Jahren jeweils zweimal die Meisterschaft und den Pokal.

als Cheftrainer

AnfÀnge in Portugal

Im Sommer 2000 trat er seine erste Stelle als Cheftrainer an, als er zu Beginn der Spielzeit nach nur vier Wochen Nachfolger von Jupp Heynckes bei Benfica Lissabon wurde.[10] Nach kurzer Zeit wurde in Person von Manuel Vilarinho ein neuer PrĂ€sident gewĂ€hlt, der jedoch von Mourinho als Trainer nicht ĂŒberzeugt war. Im Dezember 2000 stellte Mourinho in einem gĂŒnstigen Moment, nach einem 3:0-Erfolg im Nachbarschaftsderby gegen Sporting, die LoyalitĂ€tsfrage. Er bat nur zwei Monate nach seiner Verpflichtung als Cheftrainer um eine VertragsverlĂ€ngerung, der neue PrĂ€sident lehnte jedoch ab, sodass Mourinho bereits am 5. Dezember 2000 nach lediglich neun Ligaspielen zurĂŒcktrat.[12] SpĂ€ter bereute Vilarinho zutiefst, dass er Mourinho hatte gehen lassen, indem er erklĂ€rte:

“[Put me] back then [and] I would do exactly the opposite: I would extend his contract.[12]”

„Könnte ich die Uhr zurĂŒckstellen, wĂŒrde ich genau das Gegenteil tun: Ich wĂŒrde seinen Vertrag verlĂ€ngern.“

Kurze Zeit spĂ€ter, im April 2001, wurde UniĂŁo Leiria seine zweite Station als Cheftrainer. Er fĂŒhrte den kleinen Verein bis zum Saisonende auf Platz 5 der SuperLiga, was die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte darstellte. Seine Erfolge blieben indessen in Portugal nicht unbeachtet.[10]

Im Januar 2002 wechselte er als Cheftrainer zum FC Porto, wo kurz zuvor OctĂĄvio Machado freigestellt worden war. Zwar hatte er bis dahin keinen Titel gewonnen, doch fiel auf, dass er noch kein Ligaheimspiel verloren hatte. Die erste Heimniederlage folgte jedoch umgehend im Februar 2002. Danach begann eine außergewöhnliche Rekordserie: Mourinho verlor neun Jahre lang kein einziges Ligaheimspiel mehr, ganz gleich, mit welchem Verein. Nachdem er die Saison 2001/02 mit Porto auf Rang 3 beendet hatte, versprach Mourinho fĂŒr das kommende Jahr die Meisterschaft und hielt dieses Versprechen mit der Rekordpunktzahl von 86 Punkten auch ein.[10] DarĂŒber hinaus fĂŒhrte er seine Mannschaft im Jahr 2003 zum Gewinn des portugiesischen Pokals sowie zum Sieg im Finale des UEFA-Cups, wodurch er sich das kleine europĂ€ische Triple sicherte und erstmals international Aufmerksamkeit erregte. Die Krönung seiner noch jungen Trainerlaufbahn folgte in der Saison 2003/04, als er neben der Meisterschaft nach Siegen ĂŒber namhafte Mannschaften wie Manchester United und Olympique Lyon durch einen Finalsieg gegen den AS Monaco die Champions League gewann. Durch diesen Erfolg galt der Wechsel zu einem europĂ€ischen Spitzenklub als sicher. Mourinho selbst liebĂ€ugelte mit einem Wechsel zum FC Liverpool.[13]

FC Chelsea

Mourinho als Trainer von Chelsea
Jedoch kam es im Sommer 2004 anders, Mourinho nahm das Angebot von Roman Abramowitsch an und wurde Trainer des FC Chelsea. AnlÀsslich seiner Vorstellung erklÀrte er wÀhrend seiner ersten Pressekonferenz in London:

“Please don't call me arrogant, but I'm European champion and I think I'm a special one.[14]”

„Bitte nennen Sie mich nicht arrogant, aber ich bin Champions League-Sieger und etwas ganz Besonderes.“

Diese Äußerung erlangte Kultstatus und verhalf dem Portugiesen zu seinem, von den britischen Boulevardmedien gerne verwendeten Spitznamen, The Special One. Ungeachtet dessen fĂŒhrte Mourinho die Blues in der Saison 2004/05 nach 50 Jahren erstmals wieder zur Meisterschaft und wiederholte diesen Erfolg in der folgenden Spielzeit. DarĂŒber hinaus gewann er 2005 und 2007 den englischen Ligapokal sowie 2007 den FA Cup. Sein Vertrag wurde nach hĂ€ufigen Meinungsverschiedenheiten mit Abramowitsch im September 2007 aufgelöst. Mit sechs Titeln in drei Jahren ging Mourinho als erfolgreichster Trainer in die Klubgeschichte ein. Sein Nachfolger wurde Avram Grant.

Inter Mailand

Mit Beginn der Saison 2008/09 wurde Mourinho als Nachfolger von Roberto Mancini bei Inter Mailand vorgestellt, wo er einen Dreijahresvertrag unterschrieb.[15] Nach eigenen Angaben kam er in dieser Zeit auf 14 Millionen Euro Jahresverdienst.[16] Außerdem sorgte er fĂŒr Aufsehen, indem er in seiner ersten Pressekonferenz ausschließlich italienisch sprach, mit der Angabe, er hĂ€tte es in drei Wochen gelernt.[17]

Mourinho in seiner Zeit bei Inter Mailand

Am vierten Spieltag der Serie A 2008/09 gewann José Mourinho mit Inter Mailand gegen US Lecce. Dies war sein 100. Ligaheimspiel in Folge ohne Niederlage.[18]

In der Champions League-Saison 2008/09 scheiterte Inter Mailand – wie schon im Vorjahr – bereits im Achtelfinale. DafĂŒr gewann Mourinho mit Inter die Meisterschaft. Auch in der Saison 2009/10 war Mourinhos Team in der Liga das Maß aller Dinge und gewann darĂŒber hinaus die Coppa Italia. In der Champions League drang man nach Siegen gegen den FC Chelsea, ZSKA Moskau und einem Sensationserfolg gegen den klar favorisierten FC Barcelona bis ins Finale gegen den FC Bayern MĂŒnchen vor. Die MĂŒnchner – von Mourinhos ehemaligem Vorgesetzten und Förderer, Louis van Gaal, trainiert – unterlagen im Endspiel mit 0:2. Damit gewann Mourinho zum zweiten Mal die Champions League und erstmals das große europĂ€ische Triple.

Real Madrid

Im Anschluss an das Finale nickte Mourinho nach wochenlangen Spekulationen wĂ€hrend eines Interviews in der Sendung ran – Sat.1 Fußball auf die Frage, ob er Inter Mailand verlassen und zur Saison 2010/11 bei Real Madrid arbeiten werde.[19] Am 28. Mai 2010 bestĂ€tigten Real Madrid und Inter Mailand Mourinhos Wechsel zu den Königlichen.[20] Die offizielle PrĂ€sentation als Trainer von Real Madrid erfolgte am 31. Mai.[21] Durch sein Engagement in Madrid ist Mourinho laut der französischen Fachzeitschrift France Football der bestbezahlte Fußballtrainer der Welt.[22]

In seinem ersten Clåsico als Trainer von Real Madrid musste er am 29. November 2010 durch ein 0:5 im Camp Nou die bis dato höchste Niederlage seiner Trainerlaufbahn hinnehmen.[23]

Am 2. April 2011 verlor Real Madrid zuhause mit 0:1 gegen Sporting GijĂłn. Damit endete Mourinhos Serie von 150 Ligaheimspielen ohne Niederlage.[24]

In seinem ersten Jahr in Madrid gelang den Königlichen unter Mourinhos FĂŒhrung nach acht Jahren erstmals wieder der Einzug in das Halbfinale der UEFA Champions League. DarĂŒber hinaus fĂŒhrte der Portugiese den Verein im Pokalfinale gegen den FC Barcelona zum ersten Triumph in der Copa del Rey seit 18 Jahren. In der Meisterschaft belegte das Team den zweiten Rang. Vereinsintern war Mourinhos erste Spielzeit in Spanien durch Meinungsverschiedenheiten mit Generaldirektor Jorge Valdano geprĂ€gt. Am 25. Mai gab Real Madrid die Auflösung von Valdanos Vertrag bekannt. Damit ĂŒbernahm Mourinho die alleinige FĂŒhrung im sportlichen Bereich und vergrĂ¶ĂŸerte seinen Einfluss bei Real Madrid.[25]

Kontroverse

Mourinho gilt als einer der kontroversesten Trainer im aktuellen Fußball. Grund dafĂŒr sind hĂ€ufig massive Kritik an Schiedsrichtern und Offiziellen sowie teilweise grenzwertiges Verhalten gegenĂŒber anderen Spielern und Trainern. Nicht selten wird er dabei von VerbĂ€nden empfindlich bestraft.

Bereits in seiner Zeit beim FC Porto sorgte Mourinho fĂŒr Aufsehen. Nach einem 1:1 gegen seinen frĂŒheren Arbeitgeber Sporting Lissabon tauschten Porto-Torwart VĂ­tor BaĂ­a und Sporting-Spieler Rui Jorge die Trikots. Daraufhin riss Mourinho es seinem TorhĂŒter aus der Hand und zerriss es. Im MĂ€rz desselben Jahres kritisierte er den Trainer von Celtic Glasgow, Martin O'Neill, harsch fĂŒr die unattraktive und destruktive Spielweise seiner Mannschaft.

FĂŒr negative Schlagzeilen sorgte Mourinho 2005, als er öffentlich BestechungsvorwĂŒrfe gegenĂŒber FIFA-Schiedsrichter Anders Frisk Ă€ußerte. So soll Barça-Trainer Frank Rijkaard in der Halbzeitpause des Champions League-Spiels gegen den FC Barcelona mit Frisk gesprochen haben, was einen Verstoß gegen die FIFA-Regularien darstellt.[26] Mourinho fĂŒhrte an, diese Unterredung habe zu der Roten Karte gegen Chelseas Didier Drogba in der zweiten Halbzeit gefĂŒhrt. Frisk gestand den Kontakt zu Rijkaard ein, erklĂ€rte jedoch, diesen umgehend abgewiesen zu haben. Dennoch erreichten den schwedischen Unparteiischen nach der Partie zahlreiche Drohungen, sodass er sich gezwungen sah, sein Karriereende bekanntzugeben.[27] Mourinho wurde eine Spielsperre fĂŒr die nĂ€chsten beiden Champions League-Spiele auferlegt. In Zuge dessen nannte der UEFA-Schiedsrichterbeauftrage Volker Roth Mourinho einen „Feind des Fußballs“.[28]

Des Weiteren wurden Mourinho und der FC Chelsea vom englischen Fußballverband zur Zahlung hoher Geldstrafen verurteilt, weil sie nach den Statuten des Verbandes unerlaubte AbwerbegesprĂ€che mit dem Spieler Ashley Cole vom FC Arsenal gefĂŒhrt hatten. Im Zuge dieser AffĂ€re bezeichnete Mourinho den Cheftrainer des FC Arsenal, ArsĂšne Wenger, als „Voyeur“. SpĂ€ter entschuldigte er sich fĂŒr diesen Kommentar.[29] Nach Berichten des SPIEGEL hat Mourinho zudem im Champions League-Viertelfinale 2005 eine von der UEFA gegen ihn verhĂ€ngte Platzsperre fĂŒr beide Spiele gegen den FC Bayern MĂŒnchen mithilfe illegaler Tricks ausgehebelt, indem er mittels Zetteln auszufĂŒhrende Auswechslungen an den Co-Trainer weitergab.[30]

Im August 2009 stand Mourinho erneut in der Kritik, nachdem er anmerkte, dass Inter-Spieler Sulley Muntari der Fastenmonat Ramadan in Bezug auf seine Physis nicht gut bekomme. Er sagte, der Ramadan lĂ€ge in einer fĂŒr Fußballer ungĂŒnstigen Zeit und riet Muntari vom weiteren Fasten ab.[31] Dies sorgte fĂŒr scharfe Kritik von Seiten der muslimischen Gemeinde.

In Italien fiel der Portugiese hĂ€ufiger durch Streitigkeiten mit der Presse und anderen Trainern auf. So warf er italienischen Medien „intellektuelle Prostitution“ vor, weil diese in seinen Augen nicht objektiv berichteten.[32] Außerdem sagte er Carlo Ancelotti vom AC Mailand und Luciano Spalletti vom AS Rom im MĂ€rz 2009 voraus, sie wĂŒrden in dieser Saison keinen Titel gewinnen. Diese Phrase, „zero titoli“ (dt.: keine Titel), wurde zum geflĂŒgelten Wort in ganz Italien, da Mourinho sie seiner portugiesischen Muttersprache entsprechend zeru tituli aussprach. SpĂ€ter skandierten die AnhĂ€nger von Inter die Parole nach dem Gewinn der Meisterschaft[33] und sogar der AusrĂŒster Nike druckte den Spruch auf die Sieger-Trikots fĂŒr die Feierlichkeiten.[34] Am 22. Februar 2010, nachdem in der Partie zwischen Inter und Sampdoria Genua in der ersten Halbzeit zwei Nerazzurri vom Platz gestellt worden waren, kritisierte Mourinho die Schiedsrichterleistung mit einer Handschellen-Geste. Daraufhin wurde er vom italienischen Verband fĂŒr drei Spiele gesperrt.[35]

Am 21. April 2010, nach dem 3:1-Sieg im Halbfinalhinspiel zwischen Inter Mailand und dem FC Barcelona, kritisierten katalanische Medien den portugiesischen Schiedsrichter OlegĂĄrio Benquerença, weil dieser mit umstrittenen Entscheidungen Inter zum Sieg verholfen hĂ€tte. Mourinho und Benquerença seien Freunde und besĂ€ĂŸen ein gemeinsames Restaurant in Portugal, so die Medien weiter.[36] Mourinho stritt die Verbindung ab und konterte, indem er sagte, vielleicht habe Pep Guardiola ein Restaurant in Norwegen. Damit spielte er auf die stark kritisierte Schiedsrichterleistung von Tom Henning ØvrebĂž an, der im HalbfinalrĂŒckspiel der Saison 2008/09 dem FC Chelsea mindestens drei Elfmeter im Spiel gegen Barça verwehrte.[37] Zu diesem Zeitpunkt war Mourinho jedoch nicht mehr Trainer in London.

Nach dem mit 0:2 verlorenen Halbfinalhinspiel der UEFA Champions League 2010/11 gegen den FC Barcelona sorgte Mourinho fĂŒr einen Skandal, indem er von einer Verschwörung sprach, an welcher der Gegner, die UEFA, die Schiedsrichter und das Kinderhilfswerk UNICEF (Trikotsponsor des FC Barcelona) beteiligt seien. Insbesondere Schiedsrichter Wolfgang Stark unterstellte er Parteinahme zu Gunsten des FC Barcelona. Stark war bereits vor der Partie aus Kreisen der spanischen Medienlandschaft als "Messi-Fan" betitelt worden[38] und zog schließlich den Zorn Mourinhos auf sich, indem er gegen Messis Gegenspieler Pepe einen Platzverweis aussprach. Letztlich wurde Mourinho von der UEFA fĂŒr seine Verbalattacke mit einer Sperre ĂŒber fĂŒnf Spiele und einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro belegt.[39] Nach einer weiteren Anhörung wurde die Sperre auf drei Spiele reduziert.[40]

Am 17. August 2011 kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Im Finale des spanischen Supercups gegen den FC Barcelona kam es kurz vor Spielende zu tumultartigen Szenen. Nachdem Marcelo nach einem Foul an Cesc FĂ bregas unmittelbar vor den Coachingzonen des Feldes verwiesen wurde, gingen mehrere Spieler beider Mannschaften aufeinander los. Mourinho griff ebenfalls in den Disput ein, schlich sich an Barcelonas Assistenztrainer Tito Vilanova heran und versuchte diesen am Ohr zu ziehen. Weil Vilanova dabei seinen Kopf abwandte, drĂŒckte ihm Mourinho unabsichtlich einen Finger ins Auge.[41] Daraufhin revanchierte sich Vilanova mit einem Schlag auf Mourinhos Hinterkopf. Nach dem Spiel erklĂ€rte Mourinho, er habe vor Pito Vilanova nichts zu verbergen. Pito ist ein spanischer Slang-Begriff und bedeutet Penis. Vom Verband wurde er fĂŒr zwei Spiele im Supercup gesperrt.

Nach dieser jĂŒngsten Eskapade sollen auch Spieler aus den eigenen Reihen Kritik am Verhalten ihres Trainers geĂ€ußert haben.[42]

Privatleben

Mourinho ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist katholisch geprĂ€gt und spricht fließend portugiesisch, spanisch, englisch, italienisch, französisch sowie katalanisch.[43] Durch die Prominenz, die er durch seine extravaganten Auftritte in Pressekonferenzen erlangt hat, schloss er bereits zahlreiche WerbevertrĂ€ge ab, unter anderem mit Samsung, Adidas, American Express und Braun.

Erfolge als Trainer

International
FC Porto
FC Chelsea
Inter Mailand
Real Madrid

Sonstiges

persönliche Auszeichnungen

sportlich
gesellschaftlich

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ soccerlens.com: „Wesley Sneijder believes Jose Mourinho will coach Manchester United and England in the future“ (englisch, abgerufen am 3. Januar 2012)
  2. ↑ thetelegraph.co.uk: „Barcelona v Inter Milan: Jose Mourinho 'best manager in the world', says Pep Guardiola“ (englisch, abgerufen am 3. Januar 2012)
  3. ↑ goal.com: „Arrigo Sacchi: Real Madrid manager Jose Mourinho is a ‘phenomenon’“ (englisch, abgerufen am 3. Januar 2012)
  4. ↑ sportsillustrated.cnn.com: „What's So Special About Jose Mourinho?“ (englisch, abgerufen am 3. Januar 2012)
  5. ↑ geneall.net: „JosĂ© MĂĄrio dos Santos Mourinho FĂ©lix“ (englisch, abgerufen am 19. November 2011)
  6. ↑ Sunday Mirror: „Football: Destined to be a great from the age of 10“ (englisch, abgerufen am 19. November 2011)
  7. ↑ a b c independent.co.uk: „Jose Mourinho: The Jose way “ (englisch, abgerufen am 19. November 2011)
  8. ↑ observer.guardian.co.uk: „Sitting pretty“ (englisch, abgerufen am 19. November 2011)
  9. ↑ newstatesman.com: „NS Man of the year - Jose Mourinho“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  10. ↑ a b c d e telegraph.co.uk: „Mourinho's Chelsea love affair finally ends“ (englisch, abgerufen am 19. November 2011)
  11. ↑ news.bbc.co.uk: „Battle of the Bernabeu“ (englisch, abgerufen am 19. November 2011)
  12. ↑ a b guardian.co.uk: „If something got in his way – which is winning – he would leave“ (englisch, abgerufen am 19. November 2011)
  13. ↑ telegraph.co.uk: „Mourinho would prefer Liverpool“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  14. ↑ news.bbc.co.uk: „What Mourinho said“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  15. ↑ kicker.de „Mourinho ĂŒbernimmt bei Inter“ (abgerufen am 20. November 2011)
  16. ↑ n-tv.de: „Mourinho verrĂ€t sein Einkommen“ (abgerufen am 20. November 2011)
  17. ↑ gazetta.it:„E' subito Mourinho-show"NĂ© speciale, nĂ© pirla"“ (italienisch, abgerufen am 20. November 2011)
  18. ↑ n-tv.de: „Mourinho schreibt Geschichte“ (abgerufen am 20. November 2011)
  19. ↑ kicker.de: „Mourinho: Noch keine Zusage an Real“ (abgerufen am 20. November 2011)
  20. ↑ spiegel.de: „KurzpĂ€sse: Mourinho wechselt zu Real Madrid ...“ (abgerufen am 20. November 2011)
  21. ↑ derstandard.at: „Mourinho offiziell vorgestellt“ (abgerufen am 20. November 2011)
  22. ↑ fifa.com: „Top pay for Messi and Mourinho“ (englisch, abgerufen am 3. Januar 2012)
  23. ↑ handelsblatt.com: „Real-Coach Mourinho gibt sich nach „Clasico“-Debakel ganz cool“ (abgerufen am 20. November 2011)
  24. ↑ rp-online.de: „Mourinhos Heimserie reißt nach 150 Spielen“ (abgerufen am 20. November 2011)
  25. ↑ welt.de: „Trainer Jose Mourinho gewinnt Machtkampf bei Real“ (abgerufen am 20. November 2011)
  26. ↑ news.bbc.co.uk: „Mourinho accuses Barca's Rijkaard“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  27. ↑ fifa.com: „Anders Frisk hangs up his whistle“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  28. ↑ news.bbc.co.uk: „Mourinho accused as Frisk quits“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  29. ↑ news.bbc.co.uk: „Mourinho regrets 'voyeur' comment“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  30. ↑ spiegel.de: „Mourinho und die mysteriösen Zettel“ (abgerufen am 3. Januar 2012)
  31. ↑ cnn.com: „Mourinho's Ramadan row over Muntari“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  32. ↑ independent.co.uk: „Mourinho rails against 'intellectual prostitution'“ (englisch, abgerufen am 3. Januar 2012)
  33. ↑ guardian.co.uk: „Jose Mourinho makes Ibrahimovic sweat for his goal as Inter celebrate scudetto in style“ (englisch, abgerufen am 2. Januar 2012)
  34. ↑ tuttomercatoweb.com: „Anche la Nike celebra il 17esimo titulo“ (italienisch, abgerufen am 3. Januar 2012)
  35. ↑ news.bbc.co.uk: „Jose Mourinho banned and fined over 'handcuffs' gesture“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  36. ↑ rp-online.de: „Verschwörungstheorien in Spanien“ (abgerufen am 20. November 2011)
  37. ↑ footballpress.net: „Mourinho: "A dream, not an obsession"“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  38. ↑ sueddeutsche.de: Stark gegen Mourinho (abgerufen am 20. November 2011)
  39. ↑ kicker.de: „UEFA sperrt Mourinho fĂŒr vier Spiele“ (abgerufen am 20. November 2011)
  40. ↑ Marca.com: La UEFA perdona un partido a Mou (abgerufen am 20. November 2011)
  41. ↑ Spiegel.de: „Mourinho droht nach Tumulten ein Nachspiel“ (abgerufen am 20. November 2011)
  42. ↑ DER SPIEGEL, Ausgabe 42, 2011: „Der Brandstifter“, Seite 122–128
  43. ↑ news.bbc.co.uk: „What makes Mourinho tick?“ (englisch, abgerufen am 20. November 2011)
  44. ↑ de.uefa.com: „Inter im exklusiven Triple-Klub“ (abgerufen am 20. November 2011)
  45. ↑ rp-online.de: „Mourinho ist jetzt Ehrendoktor“ (abgerufen am 20. November 2011)
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