Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Joseph Deiss

Joseph Deiss am Jahrestreffen des World Economic Forums in Davos 2004.

Joseph Deiss (* 18. Januar 1946 in Freiburg, heimatberechtigt in BarberĂȘche (dt. BĂ€rfischen) und Zeihen) ist ein Schweizer Politiker (CVP).

Inhaltsverzeichnis

Beruf und Familie

Nach dem Schulbesuch in Freiburg studierte Joseph Deiss Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und wurde 1973 promoviert. Von 1973 an dozierte er Volkswirtschaftslehre an der UniversitĂ€t Freiburg. Er verbrachte einige Zeit mit Forschungsarbeiten am King’s College der UniversitĂ€t Cambridge.

1983 wurde Deiss ausserordentlicher Professor, 1984 erhielt er einen Ruf als ordentlicher Professor fĂŒr Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik an der UniversitĂ€t Freiburg. In den Jahren 1996 bis 1998 war er Dekan der dortigen FakultĂ€t fĂŒr Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. WĂ€hrend seiner Zeit an der UniversitĂ€t war er zudem VerwaltungsratsprĂ€sident der Schumacher AG in Schmitten und Vorsitzender der Raiffeisenbank in Courtepin.

Joseph Deiss ist verheiratet und hat drei Kinder. Er lebte bis Mai 2011 in BarberĂȘche im Kanton Freiburg, seither in Freiburg.[1]

Politik

Seine politische Karriere begann Joseph Deiss 1981 als Abgeordneter im Grossen Rat des Kantons Freiburg, den er 1991 schliesslich prĂ€sidierte. Von 1982 bis 1996 war er zudem GemeindeprĂ€sident von BarberĂȘche.

1991 wurde Deiss in den Nationalrat gewĂ€hlt. Von 1995 bis 1996 war er VizeprĂ€sident der aussenpolitischen Kommission. Von 1993 bis 1996 amtete Joseph Deiss zudem als PreisĂŒberwacher der Schweiz. Anschliessend war er bis 1998 PrĂ€sident der Kommission fĂŒr die Totalrevision der Bundesverfassung.

Bei den Ersatzwahlen vom 11. MĂ€rz 1999 wurde Deiss als Nachfolger von Flavio Cotti in den Bundesrat gewĂ€hlt. Er war einer der drei offiziellen Kandidaten der CVP, neben Adalbert Durrer und Remigio Ratti. Im sechsten Wahlgang setzte er sich schliesslich gegen den inoffiziellen Kandidaten Peter Hess durch. Von 1999 bis 2002 stand er dem Eidgenössischen Departement fĂŒr auswĂ€rtige Angelegenheiten vor. 2003 wechselte er ins Volkswirtschaftsdepartement. Nachdem seine Parteikollegin Ruth Metzler-Arnold bei den Bundesratswahlen 2003 nicht wiedergewĂ€hlt worden war, wurde Deiss an ihrer Stelle zum BundesprĂ€sidenten fĂŒr das Jahr 2004 gewĂ€hlt – ein Jahr frĂŒher als vorgesehen. Am 27. April 2006 gab Joseph Deiss seinen RĂŒcktritt auf den 31. Juli 2006 bekannt. Bei der Ersatzwahl vom 14. Juni 2006 hat die Bundesversammlung Doris Leuthard zur Nachfolgerin von Bundesrat Joseph Deiss gewĂ€hlt. Deiss galt als sachkundiger und ausgleichender Bundesrat. Sein grösster Erfolg als Aussenminister war der Beitritt der Schweiz zur UNO. Zuletzt setzte er sich fĂŒr ein Freihandelsabkommen mit den USA und eine Übernahme des Cassis-de-Dijon-Prinzips von der EU ein.

Am 11. Juni 2010 wurde Joseph Deiss zum PrĂ€sidenten der UNO-Generalversammlung gewĂ€hlt.[2] Er trat das Amt mit Beginn der 65. Sitzungsperiode am 14. September 2010 fĂŒr eine Dauer von einem Jahr an.[3] Am 12. September 2011 ĂŒbergab er das Amt seinem Nachfolger Nassir Abdulaziz al-Nasser aus Katar.[4][5]

Trivia

Joseph Deiss kam in der US-amerikanischen Zeichentrickserie South Park vor. In der Folge «Kanada im Streik» (4. Folge, 12. Staffel) fĂŒhrt er die Verhandlungen mit den Kanadiern. Zum ersten Mal zu sehen ist er bei ca. 2 min und 52 Sekunden. Er ist damit der erste Schweizer, der es in die Serie geschafft hat.

Wissenschaftliche Arbeiten

  • Manuel d’économie politique, mit Danielle Meuwly, 1994
  • Initiation Ă  l’économie politique : analyse Ă©conomique de la Suisse, 1982
  • Economie politique et politique Ă©conomique de la Suisse, 1979
  • The regional adjustment process and regional monetary policy, 1978
  • La thĂ©orie pure des termes de l’échange international, 1971 (Doktorarbeit)

Weblinks

 Commons: Joseph Deiss â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bieler Tagblatt Online: «Deiss verlĂ€sst BĂ€rfischen» vom 1. Mai 2011. Abgerufen am 3. Juli 2011.
  2. ↑ NZZ Online: Per Akklamation ins höchste Uno-Amt gewĂ€hlt vom 12. Juni 2010. Abgerufen am 13. September 2011.
  3. ↑ NZZ Online: «Deiss prĂ€sidiert 65. Uno-Generalversammlung» vom 15. September 2010. Abgerufen am 3. Juli 2011.
  4. ↑ Ban Ki Moon: «Deiss hat einen super Job gemacht», in: Schweizer Fernsehen vom 12. September 2011
  5. ↑ PrĂ€sident der UNO-Generalversammlung: Joseph Deiss zieht Bilanz, in: Schweizer Fernsehen vom 8. September 2011


VorgÀnger Amt Nachfolgerin
Flavio Cotti Mitglied im Schweizer Bundesrat
1999–2006
Doris Leuthard
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.