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Sir Joshua Reynolds (* 16. Juli 1723 in Plympton bei Plymouth; † 23. Februar 1792 in London) war der einflussreichste englische Maler des 18. Jahrhunderts und der erste Vorsitzende der Royal Academy of Arts.
Inhaltsverzeichnis |
Reynolds begann mit siebzehn Jahren eine Lehre bei dem Porträtmaler Thomas Hudson in London. Es waren vier Lehrjahre ausgemacht, doch schon nach zweieinhalb Jahren verließ Reynolds die Werkstatt Hudsons wieder, da er alles gelernt hatte, was Hudson ihm beibringen konnte. In den folgenden Jahren versuchte er sich in der Porträtmalerei. Als er 1750 bis 1752 in Italien war, vervollständigte er seine künstlerische Ausbildung. Er war begeistert von der Kunst der Antike und der Hochrenaissance, vor allem von den Werken Raffaels und Michelangelos. Aber auch die Venezianer hinterließen ihren Einfluss in den Werken Reynolds. Zurück in London ist der Einfluss Italiens in seinen Werken unverkennbar. Mit seiner Methode des "borrowing" übernahm er Handlungen, Haltungen oder Gesten anderer Meister in sein Werk. Dies war kein einfaches Kopieren der alten Meister, sondern ein Wetteifern mit diesen.
Im 18. Jahrhundert war in England hauptsächlich die Porträtmalerei nachgefragt.Als 1768 die Royal Academy of Arts gegründet wurde, blieb König Georg III., der nicht unbedingt ein Anhänger Reynolds war, auf Grund von dessen Beliebtheit in der Öffentlichkeit nichts anderes übrig, als ihn zum Präsidenten zu ernennen.
In der Position des Präsidenten war es einfach für ihn, sein Ziel, die Nobilitierung der englischen Malerei, zu erreichen. 1773 wagte er es erstmals, ein Historiengemälde, Ugolino und seine Söhne im Hungerturm, in der Royal Academy auszustellen, um die Öffentlichkeit auch an andere Gattungen neben der Porträtmalerei heranzuführen. Auch seine jährlich gehaltenen Diskurse bei der Preisverleihung der Royal Academy dienten der Erhöhung der englischen Kunst. Zum einen versuchte er der englischen Malerei mit Hilfe der Doktrin „ut pictura poesis“, die die Malerei mit der Dichtkunst vergleicht, eine Tradition zu verschaffen, zum anderen propagierte er die Historienmalerei und den "grand style", der seiner Meinung nach der einzig angemessene Stil für diese Bildgattung darstellte. Somit beeinflusste er durch seine ausgestellten Werke und seine Diskurse den Geschmack der Sammler und die Kunstproduktion.
1781 unternahm er eine Reise nach Flandern. Hier wurde er von der Kunst Rubens’ stark beeinflusst. Er war begeistert von dessen Farbauftrag und der formlosen Darstellung seiner Themen. In Reynolds Werken ist nun ein stärker malerischer Stil zu bemerken, und die Darstellung in seinen Gemälden wird lebendiger und dramatischer.
1789 erblindete er und musste die Malerei aufgeben.
Reynolds ist es gelungen, der englischen Malerei eine Tradition zu verschaffen und die Historienmalerei einzuführen. Mit seinen Diskursen bildet er die alleinige Autorität innerhalb der englischen Kunsttheorie.
Reynolds hat sich besonders als Bildnismaler ausgezeichnet. In dem feinen Gefühl für Formen und in dem kräftigen Vortrag übertraf er alle früheren englischen Maler, und auch in der Färbung erreichte er eine seltene Frische. Doch fehlte ihm Originalität. Als Eklektiker suchte er die Vorzüge von Tizian, Rubens, Rembrandt und Correggio zu vereinigen, geriet dabei aber in koloristische Experimente, die viele seiner Bilder verdorben haben. Besonders gut gelang ihm die Darstellung der Jugendfrische und des naiven Wesens der Kinder. Weniger bedeutend war Reynolds dagegen in der Ausführung historischen Malereien, die Leichtigkeit der Komposition und Wahrheit der Darstellung vermissen lassen. Eines seiner besten Gemälde ist der Tod des Kardinals Beaufort und von größter Anmut der Liebesgott, der Schönheit den Gürtel lösend. Seine von ihm als Präsident der Malerakademie gehaltenen "Discourses" (London 1778; hrsg. von Gosse, 1884; deutsch, Dresd. 1781) zeichnen sich durch Eleganz des Stils und Reichhaltigkeit der philosophischen und ästhetischen Entwicklung aus.
Charles Burney, 1781
William Fawcett, 1785
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reynolds, Joshua |
| ALTERNATIVNAMEN | Reynolds, Sir Joshua (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Maler |
| GEBURTSDATUM | 16. Juli 1723 |
| GEBURTSORT | Plympton (Devon) |
| STERBEDATUM | 23. Februar 1792 |
| STERBEORT | London |