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Julius Euting (* 11. Juli 1839 in Stuttgart; † 2. Januar 1913 in Straßburg) war ein deutscher Orientalist und viele Jahre Direktor der Universitätsbibliothek Straßburg, damals Zentrum der Orientforschung.
Inhaltsverzeichnis |
Nach dem Besuch des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums in Stuttgart und des Seminars in Blaubeuren studierte Julius Euting von 1857 bis 1861 Theologie und orientalische Sprachen in Tübingen. Im Jahr 1862 promovierte er mit einer Übersetzung und Erklärung einiger Suren des Koran zum Dr. phil.. Nach Ende des Deutsch-Französischen Krieges 1871 übernahm er eine Stelle als Bibliothekar an der Universitätsbibliothek in Straßburg. 1880 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Honorarprofessor an der Kaiser-Wilhelm-Universität Straßburg. 1900 wurde er zum Direktor der Universitäts- und Landesbibliothek Straßburg ernannt.
Euting unternahm mehrere Forschungsreisen in das gesamte Mittelmeergebiet, nach Syrien und nach Nordwest-Arabien. 1883 bis 1884 durchquerte er zusammen mit Charles Huber die Nefud-Wüste, um sich in den südlich gelegenen Orten der Erforschung und Aufzeichnung vorislamischer Denkmäler und Inschriften zu widmen. Das Tagbuch einer Reise nach Inner-Arabien (Band I 1896, Band II 1914) hat ihn über die Fachkreise hinaus weithin bekannt gemacht.
Er war von 1876 bis 1912 Präsident des Vogesenclubs.
Auf seinen Wunsch hin wurde er am Seekopf im Nordschwarzwald beerdigt, wo sein Grab noch heute besucht werden kann. Jährlich zu seinem Geburtstag wird dort, einer testamentarischen Verfügung Eutings gemäß, arabischer Mokka ausgeschenkt.[1]
Dem wissenschaftlichen Erbe Eutings widmet sich die Julius Euting-Gesellschaft.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Euting, Julius |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Orientalist und Bibliothekar |
| GEBURTSDATUM | 11. Juli 1839 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |
| STERBEDATUM | 2. Januar 1913 |
| STERBEORT | Straßburg |