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Julius vor der verschlossenen Himmelstür (lateinischer Originaltitel: Dialogus, Iulius exclusus e coelis) ist der Titel einer Satire von Erasmus von Rotterdam, die er im Jahre 1513 schrieb, nachdem Papst Julius II. (Papst von 1503-1513), den Martin Luther wegen seiner Machtpolitik um die Ausweitung des Kirchenstaates einmal "Blutsäufer" genannt hatte, verstorben war.
In einem langen Dialog, in dem Petrus dem soeben dahingeschiedenen „Soldaten-Papst“ den Einlass in den Himmel verwehrt, kritisiert Erasmus mit Süffisanz die Zustände der römisch katholischen Kirche. Auf die Frage des Petrus an Julius, was er denn als Papst für die Christen geleistet hätte, lässt Erasmus wortreich antworten:
Auf die letzte Frage, ob er nun bitte schön die Himmelstür aufschließen wolle, antwortete Petrus, dass er jeden X-Beliebigen hereinlasse, aber nicht einen solchen Unhold wie Julius. Der hätte ja tüchtige Männer und unermessliche Geldmittel und wäre doch auch ein guter Bauherr, also könne er sich ja sein eigenes Paradies errichten.
Erasmus geißelt in dieser Satire die Machtpolitik der Päpste im Allgemeinen, im Besonderen die von Julius II. Auch dieses Dokument ist ein Beleg dafür, dass Erasmus Gewalt und Krieg aufs Schärfste verurteilte und sich nicht scheute, offene Kritik satirisch zu ummanteln, womit er sicherlich seinen guten Ruf aufs Spiel setzte.