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| Juventus Turin | |||
| Voller Name | Juventus Football Club S.p.A. | ||
| Ort | Turin | ||
| GegrĂŒndet | 1. November 1897 | ||
| Vereinsfarben | WeiĂ-Schwarz | ||
| Stadion | Juventus Stadium | ||
| PlÀtze | 41.000 | ||
| PrÀsident | |||
| Trainer | | ||
| Homepage | www.juventus.com | ||
| Liga | Serie A | ||
| 2010/11 | 7. Platz | ||
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Juventus Turin (offiziell Juventus Football Club S.p.A., oder kurz âJuveâ) ist ein italienischer FuĂballverein aus der piemontesischen Hauptstadt Turin.
Der Klub gilt als einer der traditionsreichsten und erfolgreichsten FuĂballvereine der Welt und ist mit 27 gewonnenen Scudetti Rekordmeister Italiens. Der Begriff Juventus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Jugend.
Seine Heimspiele trÀgt Juventus seit der Saison 2011/12 in dem neu erbauten Juventus Stadium aus.
Inhaltsverzeichnis |
Juventus Turin gehört zu den erfolgreichsten FuĂballvereinen der Welt; die offiziell 27 italienischen Meistertitel sind nationaler Rekord. AuĂerdem war Juventus der erste FuĂballverein, dem es mit dem Sieg im Europapokal der Landesmeister 1985 gelang, im Laufe seiner Vereinsgeschichte alle drei Europapokale â UEFA-Pokal, Europapokal der Pokalsieger sowie den Europapokal der Landesmeister â fĂŒr sich zu entscheiden. Dies gelang seither nur noch Ajax Amsterdam, dem FC Bayern MĂŒnchen sowie dem FC Barcelona.
Erzrivalen von Juventus sind traditionell Inter, Milan und der Stadtrivale FC Turin. Die Spiele zwischen Inter und Juve heiĂen traditionell Derby d'Italia. Eine weitere RivalitĂ€t, insbesondere unter den AnhĂ€ngern der jeweiligen Vereine, besteht seit den 1960er-Jahren zur Fiorentina, seit sich Juventus zumindest fragwĂŒrdig im Kampf um die Meisterschaft gegen die Fiorentina durchsetzte. VerstĂ€rkt wurde diese RivalitĂ€t 1990 durch den Wechsel von Roberto Baggio von Florenz nach Turin.
Juventus wurde bis zum 18. Mai 2009 von Claudio Ranieri trainiert. Ihm folgte als Interimscoach fĂŒr die letzten zwei Saisonspiele der ehemalige Juve-Spieler Ciro Ferrara. PrĂ€sident des Vereins ist Andrea Agnelli. Der Agnelli-Clan unterhĂ€lt seit 1923 enge Verbindungen zum Verein und ist auch dessen MehrheitseigentĂŒmer. Sowohl Giovanni Agnelli als auch Umberto Agnelli waren zeit ihres Lebens eng mit dem FuĂballklub verbunden und standen dem Verein bis zum Tod als EhrenprĂ€sidenten vor. Finanziell hĂ€ngt Juventus jedoch nicht von der Familie beziehungsweise Fiat ab.
GemÀà den jĂ€hrlich von Deloitte & Touche LLP. veröffentlichten Kalkulationen ist der Verein nach Real Madrid, Manchester United und dem AC Mailand der viertreichste FuĂballklub der Welt. Im Steuerjahr 2004/05 belief sich das geschĂ€tzte Vermögen auf 229,4 Millionen Euro (Real Madrid: 275,7).
RegelmĂ€Ăige Umfragen ergeben, dass ĂŒber 20% der Italiener Juventus-Fans sind. In Turin selbst galt hingegen lange Zeit der FC Turin als populĂ€rere Mannschaft. In den letzten Jahren ist allerdings eine Kehrtwende zu beobachten, so dass mittlerweile Juventus populĂ€rer sein dĂŒrfte â SchĂ€tzungen gehen von einer 60:40-Mehrheit aus. Dies ist vermutlich auf die seit den 60er-Jahren anhaltende Zuwanderungswelle sĂŒditalienischer Immigranten nach Turin zurĂŒckzufĂŒhren. Nicht unwesentlich leidet die PopularitĂ€t des FC Turin auch an anhaltenden sportlichen Misserfolgen. In Mailand hingegen, der SpielstĂ€tte des Erzrivalen Inter, genieĂt Juve ein unerwartet hohes Ansehen. International, so ergab eine Erhebung des Statistikinstitutes Nielsen im Juni 2005, seien ĂŒber 150 Millionen Menschen AnhĂ€nger des Turiner Vereins. Damit hat der Verein in der weltweiten Beliebtheitsskala zu Manchester United aufgeschlossen und strebt nun die FĂŒhrungsposition von Real Madrid an.
Seit der Saison 2004/2005 hat der Verein ein neues Wappen. Die Umgestaltung beinhaltete eine Vereinfachung, sowie die Schaffung plastischer Tiefe. Der AusrĂŒster ist Nike, Hauptsponsor mit dem italienweit am höchsten dotierten Vertrag ist das italienische Unternehmen Fiat mit seiner Marke New Holland (Landwirtschaftsmaschinen). Stadionkommentator des Vereins war auch schon des Ăfteren KardinalstaatssekretĂ€r Tarcisio Bertone SDB.[1]
Von den FuĂballfans wird der Verein auch oft als âvecchia signoraâ (âAlte Dameâ) bezeichnet. Gesicherte Informationen zum Ursprung dieses Ăbernamens gibt es nicht.
Die Geschichte des Vereins ist untrennbar mit der Geschichte des Agnelli-Clans verbunden. GegrĂŒndet wurde der Verein 1897 von 13 Studenten des Turiner Massimo-dâAzeglio-Gymnasiums, als Augusta Tourinorum. Die GrĂŒnder des Vereins waren namentlich die BrĂŒder Enrico und Eugenio Canfari, Gioacchino und Alfredo Armano, Francesco DaprĂ , Domenico Donna, Carlo Ferrero, Luigi Forlano, Luigi Gibezzi, Umberto Malvano, Enrico Piero Molinatti, Umberto Savoia, Vittorio Varetti. [2] Eugenio Canfari fungierte als erster PrĂ€sident. ZunĂ€chst spielte man in rosafarbenen Trikots. Bald folgte jedoch die Umbenennung in Juventus (âJugendâ).
Aufgrund eines Zufalls werden seit 1903 die bis heute charakteristischen weiĂ-schwarzen Dresse verwendet. Ein englischer Emigrant wollte in jenem Jahr der Mannschaft eine neue AusrĂŒstung schenken und orderte diese daraufhin in Nottingham. Dabei kam es allerdings zu einer Verwechslung: Bestellt wurden rosa-schwarz gestreifte Trikots â der örtliche Textilhersteller war jedoch offenbar der Meinung, es sollten Trikots fĂŒr den regional ansĂ€ssigen FuĂballklub Notts County hergestellt werden und produzierte sie in weiĂ-schwarz. In Turin war man ĂŒber diese Lieferung allerdings wenig glĂŒcklich, mangels Alternativen sah man sich jedoch schon bald dazu gezwungen, die neuen Trikots zu verwenden.
Seit 1900 spielt Juventus in der italienischen Meisterschaft, die 1905 mit einem unerwarteten Erfolg ĂŒber den seinerzeit gröĂten Rivalen CFC Genua erstmals gewonnen wurde. Danach wurde es allerdings zunĂ€chst ruhig um den Verein, der Erste Weltkrieg und sportliche Misserfolge waren die Ursache dafĂŒr.
Die Wende kam im Jahre 1923, als am 24. Juli Edoardo Agnelli, Vater des berĂŒhmten Giovanni Agnelli, eine Partnerschaft mit dem Verein einging und als Sponsor fungierte. Noch im selben Jahr wechselte Virginio Rosetta fĂŒr damals 50.000 Italienische Lire von der US Pro Vercelli zu Juventus Turin â der erste dokumentierte professionelle Spielertransfer. Dies stellte zugleich den Beginn des (italienischen) ProfifuĂballs dar. Die Mannschaft wurde schon bald weiter verstĂ€rkt und so feierte sie 1926 den zweiten Meistertitel. Schnell avancierte Juventus schlieĂlich zum Seriensieger. Zwischen 1931 und 1935 folgten fĂŒnf Titel in Folge, diese Zeit ging als Quinquennio d'Oro in die Klubgeschichte ein. Im Jahr 1933 spielte Juventus erstmals im Stadio Comunale, welches bis 1990 benutzt werden sollte.
Schwere RĂŒckschlĂ€ge folgten jedoch schon bald. Im Jahr 1935 kam Edoardo Agnelli durch einen Flugzeugabsturz ums Leben und der Zweite Weltkrieg zog wenige Jahre spĂ€ter seine VerwĂŒstungsspuren ĂŒber Europa. Sportlich war in dieser Zeit der Lokalrivale AC Turin die dominierende Mannschaft der Stadt. 1947 ĂŒbernahm Giovanni Agnelli die PrĂ€sidentschaft ĂŒber den Verein. Dessen Arbeit wurde weniger mit den zwei folgenden Meistertiteln, als vielmehr mit der Verpflichtung Giampiero Bonipertis (459 Spiele, 179 Tore; heute EhrenprĂ€sident von Juventus) assoziiert.
Giovanni Agnelli zog sich schon bald als kommissarischer KlubprĂ€sident zurĂŒck und ĂŒberlieĂ seinem Bruder Umberto den Posten. Unter dessen FĂŒhrung folgte der zehnte Titel und damit der erste Meisterstern im Wappen.
Am 1. Oktober 1958 musste der Verein eine der höchsten Niederlagen in der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister hinnehmen. Gegen den österreichischen Verein Wiener Sport-Club schied Juventus Turin als Favorit trotz 3:1 Heimsieges mit einer 0:7 AuswÀrtsniederlage aus.
1971 wechselte Giampiero Boniperti vom aktiven Spieler in das Management des Klubs und stieg sofort zum PrĂ€sidenten auf. Bis in die 70er-Jahre hinein war Juventus zwar national sehr erfolgreich, international hingegen kaum. In die PrĂ€sidentschaft Bonipertis fielen die ersten Erfolge im UEFA-Pokal und Pokal der Landesmeister (1985), womit Juventus endgĂŒltig in die Riege der europĂ€ischen GroĂvereine aufstieg. Boniperti verpflichtete eine ganze Reihe von erfolgreichen Trainern und Spielern, die Juventus international erfolgreich machten, unter ihnen sind etwa Trainer Giovanni Trapattoni sowie einige der bedeutendsten Spieler der damaligen Zeit. Michel Platini, Dino Zoff, Paolo Rossi, Roberto Bettega, Gaetano Scirea und Fabio Capello sind nur einige der Namen. Letzterer kehrte 2004 als Trainer zu Juventus zurĂŒck.
Grund zum Feiern gab es im Jahr des groĂen Erfolges 1985 jedoch kaum, nachdem es im Finalspiel zu einer Tragödie kam.
Zur Saison 1985 erreichte Juventus wie erwĂ€hnt das Finale im Pokal der Landesmeister, Gegner sollte am 29. Mai 1985 der englische Meister FC Liverpool sein. Das Finale fand im Heysel-Stadion in BrĂŒssel statt. Lange vor Spielbeginn sahen sich italienische und englische Fans mit gegenseitigen Provokationen konfrontiert. Eine gröĂere Anzahl englischer Hooligans stĂŒrmte schlieĂlich etwa eine Stunde vor Spielbeginn den âSektor Zâ des Heysel-Stadions, in dem eigentlich neutrale Fans hĂ€tten sitzen sollen, tatsĂ€chlich aber hauptsĂ€chlich italienische Fans waren. Diese verlieĂen daraufhin in Panik fluchtartig den Block, wobei einige Personen zu Tode getrampelt wurden, andere von den ZĂ€unen und Mauern zerquetscht wurden. Dabei stĂŒrzte auch ein Teil der Mauern des baufĂ€lligen Stadions ein und begrub weitere Fans unter sich. Insgesamt starben an jenem Tag 39 Menschen, ĂŒber 400 wurden verletzt. Die Katastrophe, die durch die englischen Fans hervorgerufen wurde, veranlasste die UEFA zu drakonischen Strafen. So durfte fĂŒnf Jahre lang kein englischer Verein an internationalen Wettbewerben teilnehmen, der FC Liverpool gar sieben Jahre nicht. Das Spiel selbst wurde, um weitere Ausschreitungen zu vermeiden, dennoch angepfiffen und durch einen umstrittenen Elfmeter von Michel Platini zugunsten von Juventus entschieden.
siehe auch: Heysel-Stadion, Katastrophe von Heysel
Im April 2005 trafen die beiden Vereine erstmals seit 1985 wieder aufeinander. Am Rande des RĂŒckspiels des Champions-League-Viertelfinales in Turin kam es rund um das Stadion erneut zu schweren Ausschreitungen durch italienische Hooligans, die Rache fĂŒr Heysel geschworen hatten.
1990 folgte der Wechsel in das ungeliebte Stadio delle Alpi und weitere groĂe internationale Erfolge. Kurz vor dem Umzug zog sich Boniperti von der VereinsprĂ€sidentschaft zurĂŒck und ist seitdem EhrenprĂ€sident des Klubs.
Vom extra fĂŒr die FuĂball-Weltmeisterschaft 1990 errichteten Stadion war man in Turin allerdings wenig begeistert, genauso wenig wie der Lokalrivale Torino Calcio. Architektonische MĂ€ngel sind der Hauptgrund dafĂŒr, dass dieses Stadion von den Fans niemals akzeptiert wurde. Das Spielfeld ist aus den hinteren Reihen an manchen Stellen kaum einsehbar und bis zu 162 Meter entfernt. Offiziell hat es eine KapazitĂ€t von ĂŒber 70.000 SitzplĂ€tzen, auf Grund von Restriktionen von den VerbĂ€nden UEFA und FIFA ist die tatsĂ€chliche Auslastung jedoch bei etwa 60.000 PlĂ€tzen erreicht. Im ĂŒbrigen ist es als Multifunktionsstadion gebaut, und etwa auch fĂŒr Leichtathletikwettbewerbe nutzbar. TatsĂ€chlich wurde es bis zum heutigen Tag nur ein einziges Mal dafĂŒr verwendet â im Jahr 1993.
Bereits Mitte der 90er Jahre entstanden daher zunehmend Spannungen zwischen dem Verein und der Stadtverwaltung, was die Konzession des Stadions betraf. 1995 beschloss die VereinsfĂŒhrung, aufgrund einer Uneinigkeit bezĂŒglich des Pachtpreises die anstehenden Heimspiele im Halbfinale und spĂ€ter im Finale des UEFA-Pokals in das MailĂ€nder Giuseppe-Meazza-Stadion zu verlegen, wo die beiden Spiele mit jeweils 85.000 Zuschauern restlos ausverkauft waren. Dies stellte einen Eklat in der italienischen FuĂballgeschichte dar.
Sportlich waren die 90er-Jahre die erfolgreichste Zeit in der Vereinsgeschichte, in der alle groĂen Titel gewonnen werden konnten, darunter auch der zweite Sieg in dem nun in die âChampions Leagueâ umgewandelten höchsten europĂ€ischen Vereinswettbewerb, mit einem 6:4 im ElfmeterschieĂen gegen Ajax Amsterdam, UEFA-Pokal (unter anderem im erwĂ€hnten San-Siro Stadion in Mailand) gegen Borussia Dortmund (3:1 und 3:0), gegen die Juventus am 28. Mai 1997 in MĂŒnchen im Endspiel der Champions League mit 1:3 unterlag.
Nach der EM 1996 in England wechselte der damals noch relativ unbekannte ZinĂ©dine Zidane zu Juventus Turin. Der offensive Mittelfeldspieler avancierte in den Jahren bei Juventus zu einem Spieler von Weltformat und erhielt 1998 und 2000 die Auszeichnung zum WeltfuĂballer des Jahres. FĂŒr die in der Geschichte des FuĂballs zu diesem Zeitpunkt höchste Transfersumme von 71,6 Millionen Euro wechselte Zidane schlieĂlich 2001 zu Real Madrid.
Ein weiteres bemerkenswertes Spiel wurde Anfang 1999 gespielt. Als Ende 1998 der umstrittene KurdenfĂŒhrer Abdullah Ăcalan in Rom verhaftet wurde, erreichte das Champions League-Spiel zwischen Juventus Turin und Galatasaray Istanbul in der TĂŒrkei eine besondere politische Brisanz. Trotz Protesten beider Vereine beharrte UEFA-PrĂ€sident Lennart Johansson jedoch auf die Einhaltung von Ort und Zeit der Austragung. Nie zuvor wurde eine Mannschaft und ein Spiel derart von PolizeikrĂ€ften geschĂŒtzt wie Juventus in diesen Tagen. Das Spiel selbst war unspektakulĂ€r, jedoch erzeugte das Drumherum ein gewaltiges Medieninteresse. Ăber eine Milliarde Zuschauer aus 24 LĂ€ndern verfolgten den Rummel um das Spiel aufgrund der prekĂ€ren politischen Situation. Doch innerhalb des von 22.500 Polizisten bewachten Stadions gab es letztendlich weder Ausschreitungen noch Krawalle am Rande des Spiels.
Ende 2001 ging Juventus Turin als dritter italienischer Verein an die Börse. Nach den beiden römischen Vereinen AS und Lazio bot auch Juventus Anteile zum freien Handel an der MailĂ€nder Börse. Etwa 35 Prozent des Gesellschaftskapitals werden seitdem gehandelt. Ăberraschend kaufte noch im selben Jahr der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi Aktien im Wert von 22,9 Millionen Euro (5,31 Prozent). MehrheitseigentĂŒmer ist nach wie vor die Familie Agnelli, deren Finanz-Holding IFIL weiterhin ĂŒber 50% der Anteile hĂ€lt. In der Folge der Beziehungen der Familie Gaddafi mit dem Verein trainierte kurzzeitig sogar Gaddafis Sohn â Al-Saadi Gaddafi â bei Juventus. Die Aktien wurden zu einem Ausgabepreis von 3,70 Euro in Mailand gehandelt, verloren seitdem jedoch kontinuierlich.
Nach dem Börsengang konnte eine Einigung im langjĂ€hrigen Streit mit der Stadtverwaltung erzielt werden. Mit dem gewonnenen Kapital wurde das Stadion fĂŒr 25 Millionen Euro von der Stadt Turin aufgekauft und ging in den Besitz des Vereins ĂŒber. Anstelle des alten Alpenstadions wird Juventus, nach mehrmaligen Terminverschiebungen, ab Juni 2006 ein neues, reines FuĂballstadion nach englischem Vorbild fĂŒr maximal 42.000 Zuschauer errichten. ErklĂ€rtes Ziel ist es, den Stadionbesuch zu einem Event zu machen.
Im Jahr 2004 beschĂ€ftigten die Medien eine DopingaffĂ€re rund um die Mannschaft von Juventus. Der Vereinsarzt Riccardo Agricola stand neben GeschĂ€ftsfĂŒhrer Antonio Giraudo wegen mutmaĂlichem systematischen Dopings vor Gericht. Auslöser waren DopingvorwĂŒrfe von ZdenÄk Zeman, der den Spielern von Juventus, insbesondere Del Piero, 1998 âunnatĂŒrliche MuskelzuwĂ€chseâ unterstellt hatte. Verhandelt wurde der Vorwurf systematischem Blutdopings durch Verabreichen von EPO an zahlreiche Spieler zwischen 1994 und 1998. Die VorwĂŒrfe richteten sich vor allem gegen die ehemaligen Mittelfeldspieler Antonio Conte und Alessio Tacchinardi, jedoch auch gegen viele andere Spieler, darunter auch der spĂ€tere Trainer vom AS Monaco, Didier Deschamps, und den ehemaligen NationalmannschaftstorhĂŒter Angelo Peruzzi.
Das Gericht verurteilte im November 2004 den Mannschaftsarzt Riccardo Agricola schlieĂlich in erster Instanz zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, wĂ€hrend der GeschĂ€ftsfĂŒhrer Antonio Giraudo von den VorwĂŒrfen freigesprochen wurde. In zweiter und aus VerjĂ€hrungsgrĂŒnden entscheidender Instanz wurde Agricola vom Vorwurf des systematischem Blutdopings freigesprochen. Der Freispruch Giraudos wurde indes bestĂ€tigt.
Im FrĂŒhling 2006 wurden Abhörprotokolle bekannt, in denen sich unter anderem der damalige Manager des Vereins, Luciano Moggi, mit verschiedenen offiziellen FunktionĂ€ren des Italienischen FuĂballverbandes unterhielt. FĂŒr die Staatsanwaltschaft war damit klar, dass Luciano Moggi die Saison 2004/05 manipuliert und damit Juve die Meisterschaft gleichsam erkauft haben soll. Nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen hatte, trat im Mai 2006 der gesamte Vorstand des Vereins um Moggi und Antonio Giraudo, der am 14. Dezember 2009 wegen des Skandals zu drei Jahren Haft verurteilt wurde[3], sowie der PrĂ€sident des italienischen FuĂballverbands Franco Carraro zurĂŒck. Trotz dieser Ermittlungen und VorwĂŒrfe gewann Juventus am folgenden Wochenende das Spiel gegen Reggina Calcio und hĂ€tte somit seinen 28. Scudetto errungen.
Am 14. Juli 2006 folgte der erste Urteilsspruch des italienischen FuĂballverbandes, wonach der Verein die Meistertitel der Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 jedoch verlor. Die genaue Bezeichnung des Vergehens lautete "Strukturierter Sportbetrug". AuĂerdem wurde Juve dazu verurteilt, die Saison 2006/07 in der Serie B zu spielen und mit 30 Minuspunkten zu starten. Die VereinsfĂŒhrung legte sofort Berufung ein und der Berufungsausschuss reduzierte spĂ€ter die ursprĂŒngliche Strafe, indem man die vorgesehenen Strafpunkte fĂŒr die kommende Saison von 30 auf 17 herabsetzte. Das Urteil wurde allgemein mit groĂem Unmut aufgenommen, da man im Vergleich zu den anderen verwickelten GroĂklubs AC Mailand, AC Florenz und Lazio Rom, die nur mit Punktabzug belegt wurden, absteigen musste. Die VereinsfĂŒhrung um den neuen PrĂ€sidenten Giovanni Cobolli Gigli hatte sich zum Ziel gesetzt, solange zu kĂ€mpfen, bis der Zwangsabstieg revidiert werde. Man plante deshalb vor dem TAR, dem Tribunale Amministrativo del Lazio, weiter gegen das Urteil vorzugehen. Dies hĂ€tte bedeutet, dass man die Ebene der Sportgerichtsbarkeit verlassen hĂ€tte und vor ein Zivilgericht gezogen wĂ€re. Daraufhin schaltete sich FIFA-PrĂ€sident Sepp Blatter ein und drohte dem italienischen FuĂballverband drakonische Strafen, bis hin zum Startverbot fĂŒr italienische Vereine im Europapokal, fĂŒr diesen Fall an.
Die VereinsfĂŒhrung wollte sich zuerst nicht einschĂŒchtern lassen, entschied sich am 31. August 2006 jedoch, unter der Bedingung vom Collegio Arbitrale der Coni, dem Nationalen Olympischen Komitee Italiens (Comitato Olimpico Nazionale Italiano), noch einmal angehört zu werden, keine Berufung einzulegen und das Urteil der Sportsgerichtsbarkeit zu akzeptieren.
Am 11. Oktober 2006 fand die letzte Anhörung statt und am 27. Oktober 2006 erfolgte der Urteilsspruch, wonach Juve noch einmal acht Minuspunkte erlassen wurden.
In Folge des Zwangsabstieges verlieĂen zahlreiche LeistungstrĂ€ger, wie Fabio Cannavaro, Gianluca Zambrotta, Lilian Thuram, Zlatan IbrahimoviÄ oder Patrick Vieira den Verein. Trotzdem gelang es der VereinsfĂŒhrung, Spieler wie die Weltmeister Gianluigi Buffon, Alessandro Del Piero und Mauro Camoranesi, sowie den französischen StĂŒrmerstar David Trezeguet und den Tschechen Pavel NedvÄd dazu zu bewegen, beim Verein zu bleiben. Der neue Trainer Didier Deschamps stellte mit einer Mischung aus erfahrenen Stars und jungen Spielern eine Mannschaft zusammen, die nach einem Unentschieden im Auftaktspiel in Rimini mit acht Siegen in Folge in die Saison startete und als gröĂter Favorit fĂŒr den Aufstieg in die Serie A galten. Dieser Rolle wurde der 27-malige italienische Meister gerecht und konnte das erste Mal in der Vereinsgeschichte auch die Serie-B-Meisterschaft gewinnen. Trotzdem entschieden der Vorstand und Trainer Didier Deschamps, die Weiterarbeit nach der Saison zu beenden und gaben das Ende der gemeinsamen Arbeit bekannt. Zur Saison 2007/08 ĂŒbernahm Claudio Ranieri das Traineramt.
Im November 2008 gab Juventus bekannt im MÀrz 2009 mit dem Bau eines neuen Stadions, der Juventus Arena, beginnen zu wollen. Im Sommer 2011 ist der Bau des 41.000 PlÀtze fassenden Stadions beendet worden. Die Kosten sollen ungefÀhr 105 Millionen Euro betragen haben. Juventus ist der erste italienische Verein, welcher ein eigenes Stadion besitzt.[4]
Das erste Pflichtspiel fand dabei vor ausverkauften RĂ€ngen statt.
Der Turiner Verein gewann insgesamt 27 Mal den italienischen Meistertitel, den Scudetto. Mit dieser Kennzahl ist Juventus nationaler Rekordmeister und darf als einziger italienischer Verein zwei Meistersterne auf dem Trikot tragen.
Hinweis: Die Kernformation der jeweiligen Meistermannschaft findet sich auf einer eigenen Unterseite.
Nach dem Zwangsabstieg 2006 musste Juventus in der Saison 2006/07 in der Serie B, der zweithöchsten Liga Italiens, antreten. Es gelang der sofortige Wiederaufstieg als Serie-B-Meister.
| 2006/07 |
Juventus gewann 9-mal die Coppa Italia, den italienischen Pokalwettbewerb. Auch dies ist der Rekord auf nationaler Ebene, allerdings muss Juve ihn seit dem 24. Mai 2008 mit AS Roma teilen. Die letzten beiden Endspiele, die Juventus erreichte, gingen 2002 gegen Parma und 2004 gegen Lazio verloren. Der letzte Sieg datiert aus dem Jahre 1995 gegen Parma.
| 1937/38 |
| 1941/42 |
| 1958/59 |
| 1959/60 |
| 1964/65 |
| 1978/79 |
| 1982/83 |
| 1989/90 |
| 1994/95 |
Weiterhin gehen vier Siege im italienischen Supercup, der Supercoppa Italiana, auf das Konto der Turiner.
| |
1995 |
| 1997 | |
| 2002 | |
| 2003 |
International stellten sich die Erfolge erst in den spĂ€teren 1970er-Jahren ein. Verantwortlich dafĂŒr ist die erfolgreiche FĂŒhrung von Giampiero Boniperti (siehe Geschichte.)
In den letzten Jahren spielte Juventus mehr oder minder durchgehend in der Champions League, in der allerdings drei der letzten vier Finalspiele verloren gingen, deshalb sind die Erfolge im UEFA-Pokal in den letzten Jahren bescheiden. In der Champions League unterlag die Mannschaft im Mai 2003 im rein italienischen Duell dem AC Mailand im ElfmeterschieĂen.
Wie schon im Namen Juventus (lat. Jugend) angekĂŒndigt, hat der Verein von jeher eine bedeutende Jugendabteilung. Ăhnlich wie Ajax Amsterdam unterhĂ€lt Juventus in ganz Europa FuĂballschulen, insbesondere auch zwei Ausbildungscamps in Italien. Die Jugendabteilungen von Juventus (Primavera, italienisch fĂŒr âFrĂŒhlingâ) gelten seit je als Sprungbrett fĂŒr den internationalen FuĂball. Der Verein fördert dabei vor allem junge italienische Spieler, ohne jedoch deren schulische Karriere und Ausbildung zu vernachlĂ€ssigen. AuslĂ€ndischen Spielern stellt der Verein Sprachlehrer bereit. Die Fortsetzung der Schulausbildung ist Voraussetzung fĂŒr eine Aufnahme in eine FuĂballschule von Juventus. Bezeichnend fĂŒr den Erfolg der Jugendarbeit ist auch das Nationalteam der EM Italiens von 2004, in welchem insgesamt acht aktuelle oder ehemalige Spieler von Juventus in den Kader berufen worden waren. Genauso viele waren es bereits bei den Weltmeisterschaften in Argentinien (1978) und Spanien (1982).
| TorhĂŒter | |
|---|---|
| 1 | |
| 13 | |
| 30 | |
| Verteidiger | |
|---|---|
| 3 | |
| 4 | |
| 6 | |
| 11 | |
| 15 | |
| 19 | |
| 26 | |
| Mittelfeldspieler | |
|---|---|
| 7 | |
| 8 | |
| 17 | |
| 20 | |
| 21 | |
| 22 | |
| 24 | |
| 27 | |
| 28 | |
| 34 | |
| StĂŒrmer | |
|---|---|
| 10 | |
| 14 | |
| 18 | |
| 23 | |
| 32 | |
| Trainer | |
|---|---|
| | |
| Verliehen |
|---|
| |
| |
| |
| |
| |
| |
(Stand: 26. Januar 2012)
|
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Spitzname fĂŒr die AnhĂ€nger des Fussballclubs ist gobbo, italienisch fĂŒr âBuckligerâ. Der Ursprung fĂŒr diese Namensgebung beruht auf der Tatsache, dass die FuĂballtrikots von Juventus Turin in den 1950er Jahren einen Buckel auf dem RĂŒcken der Spieler formten, sobald diese anfingen zu rennen.
Eine Ultra-Fangruppe nennt sich Drughi.
Atalanta Bergamo | FC Bologna | Cagliari Calcio | Catania Calcio | AC Cesena | AC Florenz | CFC Genua | US Lecce | AC Mailand | Inter Mailand | SSC Neapel | Novara Calcio | US Palermo | FC Parma | AS Rom | Lazio Rom | AC Siena | Juventus Turin | Udinese Calcio | AC Chievo Verona