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| Kongeriget Danmark Königreich DÀnemark | |||||
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| Wahlspruch: Keiner
Wahlspruch der Königin: Guds hjÊlp, Folkets kÊrlighed, Danmarks styrke | |||||
| Amtssprache | DÀnisch regional: FÀröisch auf den FÀröern, Kalaallisut auf Grönland (neben DÀnisch) Deutsch (regionale Verkehrs- und Verwaltungssprache der deutschen Minderheit in Nordschleswig) | ||||
| Hauptstadt | Kopenhagen | ||||
| Staatsform | Königreich | ||||
| Regierungsform | Konstitutionelle Monarchie (de jure) | ||||
| Staatsoberhaupt | Königin Margrethe II. | ||||
| Regierungschef | MinisterprÀsidentin Helle Thorning-Schmidt | ||||
| FlĂ€che | Kernland 43.094 kmÂČ
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| Einwohnerzahl | Kernland 5.475.791
| ||||
| Bevölkerungsdichte | 129 Einwohner pro kmÂČ | ||||
| Bruttoinlandsprodukt | 309,866 Mrd. US-Dollar (2010)[1] | ||||
| Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner | 55.985 US-$ (2010)[2] | ||||
| Human Development Index | (16.) 0,955[3] | ||||
| WĂ€hrung | 1 DĂ€nische Krone = 100 Ăre | ||||
| GrĂŒndung | 980 n. Chr. | ||||
| Nationalhymne | Der er et yndigt land (national) Kong Christian stod ved hÞjen mast (königlich) | ||||
| Nationalfeiertag | keiner (de jure), 5. Juni (Grundlovsdag, de facto) | ||||
| Zeitzone | UTC+1 MEZ UTC+2 MESZ (MĂ€rz bis Oktober) | ||||
| Kfz-Kennzeichen | DK | ||||
| Internet-TLD | .dk | ||||
| Telefonvorwahl | +45 | ||||
| Staatsgebiet des Königreichs DÀnemark | |||||
| Kernstaatsgebiet (ohne Grönland und die FÀröer) in der EU | |||||
Das Königreich DĂ€nemark (dĂ€nisch Kongeriget Danmark [ËkÉĆÉÊiËÉð ËdanmÉÊg]) ist eine konstitutionelle Monarchie und ein souverĂ€ner Staat. Zum Staatsgebiet gehören DĂ€nemark und die FĂ€röer, die sich beide in Nordeuropa befinden sowie Grönland, das zu Nordamerika zĂ€hlt. Das Königreich DĂ€nemark ist daher ein interkontinentaler Staat.
Das seit seit 1949 zur NATO und seit 1973 zur EuropĂ€ischen Union gehörende DĂ€nemark umfasst zwischen der Skandinavischen Halbinsel und Mitteleuropa etwa 43.000 Quadratkilometer FlĂ€che, von der ungefĂ€hr ein Drittel auf die insgesamt 443 namentlich genannten Inseln (davon: 72 bewohnte)[4] entfĂ€llt (insgesamt: 1419 Inseln ĂŒber 100 Meter FlĂ€che).[5]
Die autonomen Gebiete Grönland und die FĂ€röer fĂŒhren eigene Flaggen, haben eigene Amtssprachen und gehören zur NATO, jedoch nicht zur EU.
Die einzige Landgrenze hat DĂ€nemark zu Deutschland. Im dortigen, ehemals dĂ€nischen SĂŒdschleswig lebt eine relativ starke dĂ€nische Minderheit. In DĂ€nemark gibt es dagegen im ehemals deutschen Nordschleswig eine deutsche Minderheit.
Inhaltsverzeichnis |
Das Staatsgebiet des Königreichs DĂ€nemark umfasst (ohne FĂ€röer und ohne Grönland) eine FlĂ€che von 43.094 Quadratkilometer, es ist damit gröĂer als die Schweiz oder die Niederlande, aber kleiner als Estland. DĂ€nemark misst von Nord nach SĂŒd 368 km und von Ost nach West 452 km. Nördlichster Punkt des Landes ist Grenen, der sĂŒdlichste Punkt liegt bei Gedser im SĂŒden der Insel Falster. Westlichster Punkt ist BlĂ„vandshuk in JĂŒtland, gelegen im ehemaligen Ribe Amt, östlichster Punkt liegt bei den Erbseninseln (dĂ€nisch Ertholmene), 18 Kilometer nordöstlich von Bornholm.
Wegen seiner Inseln und der zerklĂŒfteten Buchten verfĂŒgt das flĂ€chenmĂ€Ăig kleine Land ĂŒber eine enorme KĂŒstenlĂ€nge von 7314 km. DĂ€nemarks einzige Landgrenze besteht im SĂŒden zu Deutschland (GrenzlĂ€nge: 67 km), des Weiteren wird das Land durch die Nordsee, das Skagerrak, das Kattegat und die Ostsee begrenzt.
Mit dem nördlichen Teil der Halbinsel JĂŒtlands und seinen Inseln bildet DĂ€nemark den Ăbergang von Mitteleuropa nach Skandinavien. Obwohl der Festlandsanteil fast 30.000 Quadratkilometer betrĂ€gt, sehen die Einwohner ihr Land als Inselreich. Die gröĂte Insel des Landes ist Seeland mit 7.031 Quadratkilometer, gefolgt von Vendsyssel-Thy (NordjĂŒtland) mit 4685 Quadratkilometer (das aber nicht als Insel wahrgenommen wird) und FĂŒnen mit einer GröĂe von 2985 Quadratkilometer. Seeland, in dessen östlichem Teil die Hauptstadt Kopenhagen liegt, wird durch den GroĂen Belt von der Insel FĂŒnen getrennt, die wiederum durch den Kleinen Belt von JĂŒtland getrennt ist. Die dritte MeeresstraĂe in der Region ist der Ăresund zwischen Seeland und der SĂŒdspitze Schwedens.
Die Eiszeiten des PleistozĂ€ns prĂ€gten die Landschaften DĂ€nemarks maĂgeblich. Ăberfuhren Elster- und Saale-Kaltzeit die dĂ€nische Halbinsel noch komplett unter Ablagerung von GrundmorĂ€nenmaterial, so reichte die Weichsel-Kaltzeit vor rund 20.000 Jahren nur bis etwa zur Mitte DĂ€nemarks. Heute lĂ€sst sich diese teilweise Vergletscherung noch anhand der Hauptstillstandslinie der verschiedenen Stadiale der Weichsel-Eiszeit nachvollziehen. Sie teilt DĂ€nemark in das charakteristische Ost- und WestjĂŒtland. In WestjĂŒtland dominieren ertragsarme SanderflĂ€chen, in OstjĂŒtland finden sich vorwiegend GrundmorĂ€nen- und Geschiebemergel. Die Stillstandslinie verlĂ€uft etwa vom SĂŒdrand des Limfjords zur Mitte JĂŒtlands und von dort nach SĂŒden bis Schleswig-Holstein. Das Land bildet eine Fortsetzung der Norddeutschen Tiefebene, die ebenfalls aus Ablagerungen aus der Eiszeit besteht. Insbesondere der Westteil JĂŒtlands ist sehr flach, nach Osten wird es hĂŒgeliger, MorĂ€nen aus der Eiszeit gestalten die Landschaft. Hier liegt auch die höchste natĂŒrliche Erhebung DĂ€nemarks, der MĂžllehĂžj mit 170,86 Meter ĂŒber NN.[6][7] Auch die Inseln sind durch ein Wechselspiel von HĂŒgel- und Flachland geprĂ€gt. Einzige Ausnahme ist die weit im Osten liegende Insel Bornholm, die nicht aus Ablagerungen besteht, sondern aus Granit, Schiefer und Sandstein aufgebaut ist.
Der Verlauf der NordseekĂŒste JĂŒtlands ist relativ ausgeglichen, die KĂŒstenlinie der vorgelagerten Inseln ist sehr viel kĂŒrzer als die in der Ostsee. Der Mangel an Buchten und groĂen DĂŒnenfeldern steht einem Hafenbau entgegen und so wurde erst im 19. Jahrhundert mit Esbjerg der einzige bedeutende Hafen an der WestkĂŒste DĂ€nemarks gebaut. Der Limfjord im Norden des Landes ist nicht, wie der Name vermuten lieĂe, ein Fjord, sondern ein etwa 180 km langer Meeresarm, der JĂŒtland fast komplett von Westen nach Osten durchschneidet.
Die OstseekĂŒste JĂŒtlands ist hingegen formenreich. Meeresbuchten, die Förden, reichen weit ins Land hinein; an ihnen liegen einige HafenstĂ€dte, die zu den Ă€ltesten SiedlungsplĂ€tzen DĂ€nemarks gehören.
Trotz der Lage DĂ€nemarks an zwei Meeren, Nord- und Ostsee, ist die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge mit 700 bis 800 Millimeter im Westen moderat und im Osten mit 500 bis 600 Millimeter fĂŒr mitteleuropĂ€ische VerhĂ€ltnisse sogar niedrig. Auch die Temperaturen sind ausgeglichen: An der Nordsee werden im Juli durchschnittlich 16 °C gemessen, im Osten von Seeland sind es sogar 18 °C. Am Tage liegen die Temperaturen in der Regel ĂŒber 20 °C, nachts sind es um 13 °C. Im Winter macht sich der mildernde Einfluss des Golfstroms bzw. seines Ablegers, des Nordatlantikstroms, bemerkbar: Landesweit herrschen dann Temperaturen um den Gefrierpunkt (tagsĂŒber um 2 °C, nachts um â3 °C). Die Wassertemperaturen an den KĂŒsten schwanken zwischen 3 °C im Winter und 17 °C im Sommer.
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Die dĂ€nische Gesellschaft ist stark urbanisiert, ĂŒber 86 Prozent der Bevölkerung leben in StĂ€dten.[8] In der Stadt (Gemeinde) Kopenhagen leben 509.861 Einwohner (Stand: 1. Januar 2008), im GroĂraum 1.401.883 Menschen. Damit ist Seeland das dichteste Besiedlungszentrum DĂ€nemarks; rund 40 Prozent der Bevölkerung leben auf der Insel. Weitere wichtige StĂ€dte sind der Seehafen Aarhus mit 228.123 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2007) im Osten JĂŒtlands, Odense mit 158.453 Einwohner (Stand: 1. Januar 2007), bis 2007 der Verwaltungssitz des Amtes Fyn (Provinz FĂŒnen), Aalborg mit 121.610 Einwohner (Stand: 1. Januar 2007) im Norden des Landes und Hauptstadt der Region Nordjylland. Esbjerg im Westen JĂŒtlands ist der wichtigste Nordseehafen des Landes und mit 71.129 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2007) fĂŒnftgröĂte Stadt in DĂ€nemark. Zu beachten ist, dass die StĂ€dte (dĂ€n: byer; sing.: by) seit der Gemeindereform vom 1. April 1970 und der Reduzierung der Anzahl der Gemeinden von 1098 auf 277 und ab 1974 auf 275 Gemeinden keine Verwaltungseinheiten sind, sondern lediglich statistische oder geographische Einheiten. Seit der Kommunalreform 2007 gibt es nun 98 Gemeinden in DĂ€nemark.
| Stadt | Region | Einwohner 1. Januar 2000 |
Einwohner 1. Januar 2007 |
|---|---|---|---|
| HovedstadsomrÄdet | Hovedstaden | 1.075.851 | 1.145.804 |
| Aarhus | Midtjylland | 217.260 | 228.123 |
| Odense | Syddanmark | 145.062 | 158.453 |
| Aalborg | Nordjylland | 119.617 | 121.610 |
| Esbjerg | Syddanmark | 73.341 | 71.129 |
| Randers | Midtjylland | 55.761 | 59.391 |
| Kolding | Syddanmark | 53.447 | 55.407 |
| Horsens | Midtjylland | 48.730 | 51.112 |
| Vejle | Syddanmark | 47.930 | 49.943 |
| Roskilde | SjĂŠlland | 43.100 | 46.071 |
| Herning | Midtjylland | 29.216 | 44.481 |
| Silkeborg | Midtjylland | 37.088 | 41.619 |
| NĂŠstved | SjĂŠlland | 39.408 | 41.510 |
| Fredericia | Syddanmark | 36.573 | 39.356 |
| KĂžge | SjĂŠlland | 32.996 | 34.735 |
| Viborg | Midtjylland | 32.258 | 34.522 |
| HelsingĂžr | Hovedstaden | 34.494 | 34.339 |
| Holstebro | Midtjylland | 31.200 | 33.548 |
| HĂžrsholm | Hovedstaden | 35.261 | 33.528 |
| Slagelse | SjĂŠlland | 31.259 | 31.914 |
| Taastrup | Hovedstaden | 30.934 | 31.461 |
| HillerĂžd | Hovedstaden | 27.675 | 29.382 |
| SĂžnderborg | Syddanmark | 26.757 | 27.371 |
| Svendborg | Syddanmark | 27.499 | 27.263 |
| HolbĂŠk | SjĂŠlland | 23.426 | 25.987 |
| HjĂžrring | Nordjylland | 24.829 | 24.729 |
| Frederikshavn | Nordjylland | 24.680 | 23.499 |
| Haderslev | Syddanmark | 21.114 | 21.182 |
| Skive | Midtjylland | 20.639 | 20.556 |
Aufgrund von umfassenden Begradigungen folgt kaum einer von DĂ€nemarks FlĂŒssen und BĂ€chen noch seinem natĂŒrlichen Lauf. LĂ€ngster Fluss des Landes ist die GudenĂ„ mit 160 Kilometern, welche wĂ€hrend der letzten Eiszeit durch die Glazialströme entstand. Die KongeĂ„ (deutsch: Königsau) war zwischen 1864 und 1920 Grenzfluss zwischen dem Deutschen Reich und DĂ€nemark. Weitere FlĂŒsse in DĂ€nemark sind die Odense Ă , die VidĂ„ und die Skjern Ă .
Das Land umfasst zahlreiche kleinere und gröĂere Seen. Der gröĂte See ist der ArresĂž mit einer FlĂ€che von etwa 40 Quadratkilometer â er liegt östlich von FrederiksvĂŠrk. ZweitgröĂter See des Landes ist Stadil Fjord (19 Quadratkilometer) auf JĂŒtland und drittgröĂte der Esromsee mit einer FlĂ€che von 17,36 Quadratkilometer â er liegt, wie auch ArresĂž, teilweise in der Gemeinde HillerĂžd in der Region Hovedstaden auf der Insel Seeland.
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Die Umwelt des Landes hat nach Jahrhunderten der Abholzung und Zerstörung von WeideflĂ€chen schwere SchĂ€den erlitten.[9] Insgesamt befinden sich rund 20 Prozent des Ackerlandes auf Meereshöhe oder knapp darĂŒber und ein GroĂteil davon in ökologisch anfĂ€lligen Feuchtgebieten, die durch Abpumpen von Wasser anbaufĂ€hig gemacht wurden. Zum Schutz der ökologischen Vielfalt wurden insgesamt sechs Nationalparks eingerichtet.
Etwa 12 Prozent DĂ€nemarks sind von BĂ€umen bedeckt, doch alte WaldbestĂ€nde sind eher selten. Es handelt sich gröĂtenteils um Laubwald, in dem Buche und Eiche vorherrschen. AuĂerdem findet man Ulmen, HaselstrĂ€ucher, AhornbĂ€ume, Kiefern, Birken, Espen, Linden und Kastanien. DĂ€nemarks gröĂte zusammenhĂ€ngende Waldgebiete liegen im SĂŒden von Silkeborg und mit dem Rold Skov in Himmerland.[10] In den Niederungen des westlichen JĂŒtland sind vereinzelt Hochmoore erhalten geblieben. Daneben gibt es die fĂŒr Mitteleuropa typische Vegetation der DĂŒnen und Heiden.
Das gröĂte wildlebende Tier DĂ€nemarks ist der Rothirsch, der ĂŒber 200 kg schwer werden kann. Man trifft auch auf Reh, Damhirsche, Hasen, Eichhörnchen und Igel. Zu den landbewohnenden Raubtieren gehören FĂŒchse, Dachse, Marder, WaschbĂ€ren und Marderhund. An den KĂŒsten von Nord- und Ostsee leben Seehunde. In DĂ€nemark gibt es fast 400 Vogelarten, von denen Elstern, Tauben, BlĂ€sshĂŒhner, GĂ€nse und Enten am weitesten verbreitet sind. Durch die lange KĂŒstenlinie ist auch die wasserbewohnende Vogelwelt mit Möwen, Seetauchern und Seeschwalben Ă€uĂerst vielfĂ€ltig. In den Meeren rund um DĂ€nemark leben zahlreiche Meeresfische, vor allem Dorsche, Lachse, Heringe und Schollen bilden die Grundlage der Fischerei.
Die Bevölkerung DĂ€nemarks ist sehr homogen, ĂŒber 90 Prozent der Bevölkerung sind DĂ€nen. GröĂere Minderheiten sind Angehörige anderer skandinavischer Völker sowie TĂŒrken und die deutsche Minderheit. Letztere hat genau wie die dĂ€nische Minderheit im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein eine Sonderstellung. Die meisten der etwa 15.000â25.000 sich selbst als Deutsche Volksgruppe Bezeichnenden leben dicht an der Grenze zu Deutschland, ihr Bevölkerungsanteil betrĂ€gt im Gebiet Nordschleswig (entsprach bis zur Gebietsreform 2007 dem Amt SĂžnderjylland) ca. 6â10 %. 1955 regelten Deutschland und DĂ€nemark die Rechtsfragen in zwei GrundsatzerklĂ€rungen, den Bonn-Kopenhagener ErklĂ€rungen: Die jeweilige Minderheit erhielt u. a. Förderungen fĂŒr ihre Schulen, BĂŒchereien, PfarrĂ€mter etc. sowie die Anerkennung der eigenen SchulabschlĂŒsse und auch politische Privilegien.
Die Amtssprache DĂ€nemarks ist DĂ€nisch. Als Minderheitensprache ist in Nordschleswig (im dĂ€nischen Teil Schleswigs bzw. SĂŒdjĂŒtlands) auch Deutsch anerkannt. Daneben haben in einigen Landesteilen auch Dialekte wie SĂžnderjysk und Bornholmsk eine relativ starke Verankerung. Auf den FĂ€röern und in Grönland sind neben dem DĂ€nischen FĂ€röisch bzw. GrönlĂ€ndisch offizielle Amtssprachen.
Die dĂ€nische Sprache gehört zusammen mit IslĂ€ndisch, FĂ€röisch, Norwegisch und Schwedisch zum nordgermanischen Zweig der Indogermanischen Sprachen. Bis zum Ende der Wikingerzeit unterschieden sich die skandinavischen Mundarten nur unwesentlich voneinander. Ălteste gemeinsame Zeugnisse sind die Runeninschriften aus dem 3. Jahrhundert, die von JĂŒtland bis SĂŒdschweden gefunden wurden. Erst ab dem 12. Jahrhundert wird die Abspaltung des DĂ€nischen deutlich. Als auffĂ€lligstes lautliches Merkmal entwickelte sich der StoĂlaut bei betonten Silben: durch kurzzeitigen Stimmlippenverschluss wird der Luftstrom und somit der Laut fĂŒr einen Augenblick unterbrochen. Geschrieben wird mit dem um drei Buchstaben erweiterten Alphabet. Den deutschen Umlauten Ă€ und ö entsprechen im DĂ€nischen ĂŠ bzw. Ăž; dazu kommt der Buchstabe Ă„, der bis 1948 aa geschrieben wurde.
Der dĂ€nische Wortschatz enthĂ€lt viele mittelniederdeutsche Lehnwörter. Mittelniederdeutsch war die traditionelle lingua franca des Nordens und der Hanse, zeitweise auch die Sprache der dĂ€nischen Könige und des Hofes, sowie die Kommandosprache der Armee. Heute ist Englisch die wichtigste Fremdsprache in DĂ€nemark, aber auch das Deutsche und Französische haben noch immer einen nicht unerheblichen Einfluss. Ca. 90 % der SchĂŒler lernen zumindest zeitweise Deutsch als zweite Fremdsprache.
| Folkekirken | |||
| Jahr | Bevölkerung | Mitglieder | Prozent |
|---|---|---|---|
| 1984 | 5.113.500 | 4.684.060 | 91,6% |
| 1990 | 5.135.409 | 4.584.450 | 89,3% |
| 2000 | 5.330.500 | 4.536.422 | 85,1% |
| 2005 | 5.413.600 | 4.498.703 | 83,3% |
| 2007 | 5.447.100 | 4.499.343 | 82,6% |
| 2008 | 5.475.791 | 4.494.589 | 82,1% |
| 2009 | 5.511.451 | 4.492.121 | 81,5% |
| 2010 | 5.534.738 | 4.479.214 | 80,9% |
Die Religionsfreiheit wird durch das Grundgesetz DĂ€nemarks garantiert.
Wie in den anderen skandinavischen LĂ€ndern ist auch hier Protestantismus bestimmend: Die groĂe Mehrheit (80,9 %; Stand 1. Januar 2010)[14] der DĂ€nen gehört zur staatlich verankerten evangelisch-lutherischen Volkskirche (Folkekirken) 0,6 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr und 4 Prozentpunkte weniger als 2000, die in der Reformationszeit (siehe Reformation in DĂ€nemark) bruchlos und unter Beibehaltung vieler Traditionen und Zeremonien aus den katholischen BistĂŒmern des Landes entstand. Die dĂ€nische Volkskirche ist die einzige Glaubensgemeinschaft, die vom Staat unterstĂŒtzt wird. Die Leitung liegt in den HĂ€nden des Folketings als der gesetzgebenden Instanz. Oberhaupt der Kirche ist die dĂ€nische Königin, höchste administrative Instanz ist der Kirchenminister.
Katholiken (Bistum Kopenhagen) (0,6 %) und Muslime (3 %) sowie Angehörige anderer religiöser Minderheiten stammen gröĂtenteils aus Einwandererfamilien. Genauso wie in Norwegen, Island und Liechtenstein findet sich in DĂ€nemark keine institutionelle Trennung zwischen Kirche und Staat.
Das Volk der DĂ€nen soll im 6. Jahrhundert aus Schonen nach JĂŒtland und auf die westlichen Ostseeinseln, wo es andere germanische StĂ€mme verdrĂ€ngte, gekommen sein. Im 10. Jahrhundert vereinigte Gorm der Alte (â 950) die einzelnen Kleinkönigreiche unter seiner Herrschaft. Sein Sohn Harald Blauzahn nahm um 960 den christlichen Glauben an. Bis 1035, als Knut der GroĂe starb, gelang den dĂ€nischen Königen die Eroberung weiter Teile der britischen Inseln, Norwegens und der von 975 bis 1026 frĂ€nkischen Mark Schleswig (zwischen Eider und Schlei). Bis weit in das 11. Jahrhundert wurden u. a. die DĂ€nen, Schweden und Norweger als Wikinger bezeichnet, welche in ganz Europa Kolonien grĂŒndeten und Handel trieben, aber auch ganze LĂ€nder und Landstriche plĂŒnderten und Kriege fĂŒhrten. Nach einer kurzen Phase der SchwĂ€che begann mit Waldemar I. ein erneuter Aufstieg. GroĂe Teile der sĂŒdlichen KĂŒstenregionen der Ostsee fielen an DĂ€nemark, 1219 sogar der Norden Estlands. Der Besitz dieser Gebiete war allerdings nicht von langer Dauer, da die Deutschen DĂ€nemark 1227 bei Bornhöved schlugen, Estland 1346 an den Deutschen Orden verkauft wurde und DĂ€nemark 1370 die Vorherrschaft der Hanse in der Ostsee anerkennen musste. Die dĂ€nischen Herrscher richteten ihren Blick nun nach Norden: 1397 wurden DĂ€nemark, Norwegen, Island, Schweden und Finnland in der Kalmarer Union vereint, die unter dĂ€nischer Vorherrschaft stand. Der Verbund existierte, bis 1523 Schweden seine UnabhĂ€ngigkeit zurĂŒck erlangte.
Bis ins 17. Jahrhundert hinein blieben die Auseinandersetzungen mit Schweden bestimmend, da beide Königreiche um die Oberherrschaft in Skandinavien und im baltischen Raum kĂ€mpften. Schonen, Blekinge und Halland (Teile des heutigen Schwedens) waren das eigentliche Herkunftsgebiet der DĂ€nen und fielen erst 1658 an Schweden. Das Geistesleben jener Zeit war von der Reformation bestimmt, die 1536 von Christian III. eingefĂŒhrt wurde. Frederick III. ersetzte 1660/61 das bestehende Wahlkönigtum zugunsten einer Erbmonarchie. Die Reformminister Johann Hartwig Ernst von Bernstorff, Johann Friedrich Struensee und Andreas Peter von Bernstorff modernisierten das Land zwischen 1751 und 1797 im Sinne der AufklĂ€rung, wobei vor allen Dingen die Bauernbefreiung von 1788 bedeutsam war. WĂ€hrend der napoleonischen Zeit blieb DĂ€nemark bis zur zweiten Seeschlacht von Kopenhagen neutral, kooperierte danach mit Frankreich und musste nach dessen Niedergang bereits im Frieden von Kiel 1814 Helgoland an GroĂbritannien und Norwegen an Schweden abtreten. Island, die FĂ€röer, Grönland und DĂ€nisch-Westindien (bis 1917) verblieben jedoch bei DĂ€nemark.
Die DĂ€nische Nationalbewegung und die Liberalen begannen in den 1830er Jahren an Macht zu gewinnen, und nach den europĂ€ischen Revolutionen um 1848 etablierte sich in DĂ€nemark 1849 eine konstitutionelle Monarchie unter der Linie GlĂŒcksburg des Hauses Oldenburg: Es erhielt seine erste Verfassung. Eine wichtige Rolle spielte in dieser Zeit der bedeutende dĂ€nische Theologe, PĂ€dagoge, Dichter und Politiker N.F.S. Grundtvig.
Die Ideen der Französischen Revolution hatten auch in DĂ€nemark den Nationalgedanken gestĂ€rkt, und damit den Gegensatz zwischen DĂ€nen und Deutschen, die um den SĂŒden von JĂŒtland in Form des Herzogtums Schleswig (auch SĂŒdjĂŒtland) konkurrierten. DĂ€nemark unterlag schlieĂlich im Krieg gegen den Deutschen Bund 1864, Schleswig und Holstein wurden 1871 Teil des deutschen Reiches. Diese Niederlage bewirkte tiefe Einschnitte in die Entwicklung der nationalen IdentitĂ€t DĂ€nemarks. Hieran erinnert heute noch die nationale GedenkstĂ€tte bei den DĂŒppeler Schanzen, wo jedes Jahr am 18. April der Jahrestag der verlorenen Entscheidungsschlacht begangen wird. Die AuĂenpolitik der Nation nahm einen strikten NeutralitĂ€tskurs an, wobei der groĂe deutsche Nachbar nicht provoziert werden sollte. Diese Politik wurde im Prinzip bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs beibehalten. Das ging sehr weit: Bei einer wichtigen Abstimmung des Völkerbundsrates am 17. April 1935 gegen die deutsche Wiederbewaffnung enthielt DĂ€nemark sich als einziger von 17 Staaten der Stimme.[15]
Im Ersten Weltkrieg blieb das Land neutral. 1920 fiel nach einer Volksabstimmung im nördlichen und mittleren Schleswig (dĂ€n. auch SĂžnderjylland/SĂŒdjĂŒtland) dessen nördlicher Teil â Nordschleswig â an DĂ€nemark. Der mittlere und sĂŒdliche Teil â SĂŒdschleswig â blieb bei Deutschland. Die so gezogene Grenze bildet noch heute den Grenzverlauf. Obwohl sich DĂ€nemark auch im Zweiten Weltkrieg neutral verhielt, wurde das Land am 9. April 1940 von Deutschland im Rahmen des Unternehmen WeserĂŒbung nahezu kampflos besetzt und blieb bis Ende des Zweiten Weltkriegs unter deutscher Kontrolle. Der Widerstand vieler DĂ€nen gegen den Holocaust war vorbildlich. Im Oktober 1943 kam es zu einer beispiellosen Tat, der Rettung der dĂ€nischen Juden. Allerdings sympathisierten auch viele DĂ€nen mit den Nationalsozialisten, etwa 6000 von ihnen traten der Waffen-SS bei und kĂ€mpften bis Kriegsende auf deutscher Seite. Etwa 25 % der dĂ€nischen Freiwilligen kamen aus den Reihen der deutschen Minderheit in Nordschleswig.
Nach der Befreiung 1945 war DĂ€nemark MitbegrĂŒnder der UNO, der NATO, des Europarats 1949 sowie des Nordischen Rates 1952. 1960 trat es der EFTA bei, wechselte 1973 aber zur EG. Die Volksabstimmung ĂŒber den Vertrag von Maastricht, der die EG zur EU umwandelte, brachte erst im zweiten Anlauf 1993 ein positives Votum, der Beitritt zur Eurozone scheiterte nach einer Abstimmung 2000.
Am 30. September 2005 veröffentlichte die dĂ€nische Tageszeitung Jyllands-Posten eine Serie von zwölf Karikaturen, die den islamischen Propheten und Religionsstifter Mohammed zum Thema haben. Die bildliche Darstellung des Gesichts Mohammeds ist im Islam nach verbreiteter Ansicht verboten und stellt in den Augen vieler Muslime eine HerabwĂŒrdigung des Propheten dar. Anfang 2006 erstellten die dĂ€nischen Imame Ahmad Abu Laban und Ahmed Akkari ein Dossier, in dem neben den originalen zwölf Karikaturen auch solche abgebildet waren, die nicht aus der Jyllands-Posten stammten und beleidigend-obszönen Inhalts waren, und die angeblich Abu Laban zugeschickt wurden. Unter anderem wurde ein betender Muslim dargestellt, der wĂ€hrend des Gebetes von einem Hund bestiegen wurde. Daraufhin kam es zu weltweiten Protesten muslimischer Organisationen, die vom Boykott dĂ€nischer Produkte bis hin zu gewalttĂ€tigen Auseinandersetzungen, die mehr als 140 Menschenleben kosteten, reichten. Der Vorfall fĂŒhrte weltweit zu einer Diskussion ĂŒber die Religions-, Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit. Der Begriff âKarikaturenstreitâ erreichte bei der Wahl zum Wort des Jahres 2006 den dritten Rang.
In der Zeit des Absolutismus in DĂ€nemark von 1661 bis 1849 hatte der König formal den Vorsitz am höchsten Gericht des Landes, dem Obersten Gerichtshof, der 1661 eingerichtet worden war. 1849 schlieĂlich wurden dann unabhĂ€ngige Gerichte eingerichtet. Die Gerichte wurden in ihren Funktionen unabhĂ€ngig, aber die Richter wurden weiterhin vom König (bis heute) berufen. Die Verfassung stellte die EinfĂŒhrung von Geschworenen in gröĂeren Strafverfahren und politischen Strafverfahren in Aussicht, ein Versprechen, das erst mit dem Rechtspflegegesetz von 1916 eingelöst wurde.
Nach der Verfassung von 1953 ist die UnabhĂ€ngigkeit der Richter in ihrem Amt durch § 64 gewĂ€hrleistet, wonach die Richter sich in ihrem Amt ausschlieĂlich nach dem Gesetz zu richten haben. Im Gegensatz zu anderem staatlichen Personal sind Richter gegen administrative Entlassung geschĂŒtzt und können nur per Gerichtsurteil entlassen werden.
FĂ€lle werden im Allgemeinen in erster Instanz von einem Amtsgericht behandelt, und gegen das Urteil des Amtsgerichts kann bei einem der zwei Landgerichte Berufung eingelegt werden. Einzelne gröĂere Verfahren sowie FĂ€lle, die Fragen der Verwaltung betreffen, werden von einem der beiden Landgerichte in erster Instanz abgewickelt. Die höchste Instanz ist das HĂžjesteret, es behandelt ausschlieĂlich FĂ€lle, die zuvor von einem Landesgericht entschieden wurden.
Nach 1848 hat sich DĂ€nemark zu einer konstitutionellen Monarchie entwickelt. Die jĂŒngste Verfassungsreform 1953 verankerte das parlamentarische Prinzip im Grundgesetz und ermöglichte auch eine weibliche Thronfolge. Der König bzw. die Regierende Königin bildet das Staatsoberhaupt, das fast ausschlieĂlich reprĂ€sentative Funktionen wahrnimmt. Derzeitiges Staatsoberhaupt ist Königin Margrethe II. Das dĂ€nische Parlament Folketing verabschiedet die Gesetze, es wĂ€hlt und kontrolliert die Regierung.
Formell liegt die ausfĂŒhrende Gewalt bei der dĂ€nischen Königin, in der Praxis wird sie jedoch vom Kabinett ausgeĂŒbt, das vom MinisterprĂ€sidenten (dĂ€nisch statsminister) geleitet wird. Dieser wird nach Konsultationen der politischen Parteien vom König ernannt. Voraussetzung dafĂŒr ist, dass der Regierungschef keine offensichtliche Mehrheit im Parlament gegen sich hat. Dieser Negative Parlamentarismus bestimmt das dĂ€nische Verfassungsleben seit 1901.
Von 2001 bis 2011 wurde DĂ€nemark von einer Minderheitsregierung aus rechtsliberaler Venstre und Konservativer Volkspartei unter Duldung der DĂ€nischen Volkspartei gefĂŒhrt. Bei der Parlamentswahl am 15. September 2011 konnten die Mitte-links-Parteien eine Mehrheit erobern. MinisterprĂ€sidentin Helle Thorning-Schmidt (Sozialdemokraten) bildete eine Minderheitsregierung aus Sozialdemokraten, Volkssozialisten und Sozialliberalen. Sie setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit der linken Einheitsliste, um ihre parlamentarische Mehrheit zu sichern.
Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Parlament, das ĂŒber nur eine Kammer verfĂŒgt. Parlamentsgesetze bedĂŒrfen zu ihrer Wirksamkeit der formalen Zustimmung des Königs. Die Regierung muss KriegserklĂ€rungen und Friedensabkommen immer vom Parlament bestĂ€tigen lassen. Ein Drittel der Abgeordneten kann verabschiedete Gesetze einer Volksabstimmung unterwerfen. Um das Gesetz zu Fall zu bringen, mĂŒssen dabei die Nein-Stimmen eine absolute Mehrheit erreichen und mindestens 30 Prozent aller stimmberechtigten WĂ€hler ausmachen (Grundgesetz § 42).
Die Legislaturperiode ist auf vier Jahre beschrĂ€nkt. Die 179 Abgeordneten werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl bestimmt. Das Wahlsystem basiert auf der VerhĂ€ltniswahl. Aktives und passives Wahlrecht besitzt jeder BĂŒrger, der das 18. Lebensjahr vollendet hat sowie im Besitz der bĂŒrgerlichen Ehrenrechte ist. Das Frauenwahlrecht wurde 1915 ins Grundgesetz aufgenommen und kam 1918 erstmals zur Anwendung. Die autonomen AuĂengebiete FĂ€röer und Grönland entsenden je zwei Abgeordnete. Seit der Wahl vom 15. September 2011 setzt sich das Parlament aus acht Fraktionen zusammen (in Klammern VerĂ€nderung zur Folketingswahl 2007):[16]
Abgeordnete der FÀröer
Abgeordnete aus Grönland
Das HĂžjesteret (dt. Oberstes Gericht) ist DĂ€nemarks oberste Appellinstanz in Zivil- und Strafsachen. Es verhandelt Urteile und Verfahren der beiden Landesgerichte sowie des See- und Handelsgerichts. Die Verfassung garantiert eine direkte ĂberprĂŒfung durch das Oberste Gericht, wenn ein Verein durch Parlamentsgesetz zwangsaufgelöst wird.
Nach der Befreiung von der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg im Mai 1945 musste die dĂ€nische Verteidigung mit dem Wiederaufbau der StreitkrĂ€fte nahezu von Grund auf neu beginnen. 1950 starteten die USA ihr Waffenhilfsprogramm, u. a. fĂŒr DĂ€nemark, und im selben Jahr kam es zu einer Reorganisation der militĂ€rischen und politischen FĂŒhrung der Verteidigung. Erst hiernach erreichten die StreitkrĂ€fte schrittweise die TruppenstĂ€rke und das Bereitschaftsniveau, die sich der regelmĂ€Ăig festgelegten SollstĂ€rke der NATO annĂ€herten. Die TruppenstĂ€rke DĂ€nemarks lag in der Zeit des Kalten Krieges jedoch stets an der unteren Grenze der Anforderungen der Allianz. Die Verteidigungsvereinbarungen zwischen Regierung und Opposition, die die finanzielle und politische Grundlage fĂŒr die Aufgaben der Verteidigung bilden, sind von einer breiten Mehrheit im Folketing traditionell unterstĂŒtzt worden. Zurzeit sind 750 dĂ€nische Soldaten in Afghanistan stationiert. DĂ€nemark stellt auch 35 Soldaten fĂŒr die KFOR.[17]
Das Heer (dĂ€n.: HĂŠren) hat eine StĂ€rke von etwa 15.000 Mann. Die FĂŒhrung von Heeresoperationen liegt beim HeeresfĂŒhrungskommando in Karup sowie im logistischen Bereich beim HeeresunterstĂŒtzungskommando in HjĂžrring. Das Heer besteht aus 17 Regimentern der verschiedenen Waffengattungen, die die Soldaten bis zur Einheitsebene (Kompanie u. a.) ausbilden. Die Ausbildung zum Gefecht der verbundenen Waffen erfolgt in dem jeweils ĂŒbergeordneten GroĂverband der Brigade oder militĂ€rischen Region, in die sie eingegliedert sind. Dies sind u. a. drei Panzergrenadierbrigaden der DĂ€nischen Division. Eine vierte Panzerinfanteriebrigade wurde als DĂ€nische Internationale Brigade (DIB) aufgestellt. Der Brigade gehören 4.500 Mann als aktive Soldaten und Reservisten an. Etwa ein Drittel davon kann im Rahmen der UN oder OSZE auĂer Landes eingesetzt werden. Die Zahl entspricht in etwa der, die DĂ€nemark Mitte 1995 primĂ€r in den Dienst der UN stellte. Die DIB ist Teil der schnellen Eingreiftruppe der NATO.
Die Marine (dĂ€n.: Kongelige Danske Marine) hat eine MannstĂ€rke von etwa 4.500 Mann. Die Leitung ihrer Operationen liegt beim Flottenkommando in Aarhus, beim Grönland-Kommando und beim FĂ€röer-Kommando sowie im ĂŒbergeordneten logistischen Bereich beim MarineunterstĂŒtzungskommando in Kopenhagen. Die Hauptbasen sind die MarinestĂŒtzpunkte in KorsĂžr und Frederikshavn. Die Hauptfarbe der Marine ist grau (Tarnung).
Die tĂ€glichen Operationen finden in den Geschwadern statt, die sich im Prinzip aus Schiffen zusammensetzen, die ein und denselben Auftrag haben. Zu den Geschwadern gehören Patrouillenfregatten, Korvetten, Flugkörperschnellboote, Minenleger sowie verschiedene kleinere Schiffe. DarĂŒber hinaus verfĂŒgt die Marine ĂŒber mobile landgestĂŒtzte Seezielflugkörper-Batterien. Die meisten der kleineren Schiffe gehören zur STANDARD FLEX 300-Klasse, einem auf Modulbauweise basierenden Schiffstyp. Er kann je nach AusrĂŒstung und Ausbildung der Besatzung als Ăberwachungsboot, U-Jagdboot und Minenleger/MinenrĂ€umboot eingesetzt werden. Ăber ihre UnterstĂŒtzungsfunktionen hinaus gehört zu den Aufgaben der MarinestĂŒtzpunkte die Ăberwachung der dĂ€nischen GewĂ€sser, verteilt auf drei Marineabschnittskommandos sowie Ausbildungseinrichtungen an Land. Die Marine hat fest stationierte Einheiten zur FischereiĂŒberwachung und zur Wahrung der SouverĂ€nitĂ€tsrechte vor Grönland und den FĂ€röern. Zur Teilnahme an friedensfördernden Operationen hat die Marine regelmĂ€Ăig eine Korvette an die NATO delegiert. Nach Abzug der US-Truppen vom Inselstaat Island ĂŒbernimmt die dĂ€nische Marine die islĂ€ndische KĂŒstenverteidigung gemeinsam mit der islĂ€ndischen KĂŒstenwache.
Die Luftwaffe (dĂ€n.: FlyvevĂ„bnet) hat eine MannstĂ€rke von etwa 6.000 Mann. Die Leitung ihrer Operationen liegt beim LuftwaffenfĂŒhrungskommando in Karup bzw. im ĂŒbergeordneten logistischen Bereich beim LuftwaffenunterstĂŒtzungskommando in Brabrand, westlichen Aarhus und Karup. Die FliegerverbĂ€nde verteilen sich auf die Jagd- und Jagdbombergeschwader mit F-16-Jagdflugzeugen auf den LuftwaffenstĂŒtzpunkten Skrydstrup und Ă lborg sowie auf die Transport- und Rettungsgeschwader mit Maschinen vom Typ C-130 Hercules und Gulfstream III auf Aalborg und S-61 Sea King-Helikoptern auf dem LuftwaffenstĂŒtzpunkt Karup. Die Radarstationen der Kontroll- und FrĂŒhwarngruppe ĂŒberwachen stĂ€ndig den Luftraum ĂŒber DĂ€nemark und können zur unmittelbaren Abwehr und Luftverteidigung Jagdflugzeuge einsetzen, im Kriegsfall, auf Befehl des LuftwaffenfĂŒhrungskommandos, zusĂ€tzlich Luftabwehrraketen.
Die Heimwehr (dĂ€n.: HjemmevĂŠrnet) besteht aus rund 56.000 Freiwilligen[18] , deren Leitung in Friedenszeiten in den HĂ€nden des Heimwehr-Kommandos liegt. Zu der Truppe gehört die Heeresheimwehr, die in territorial abgegrenzten Heimwehrkompanien organisiert ist, welche das gesamte Land stĂ€ndig ĂŒberwachen und im Kriegsfall den Truppen der MilitĂ€rregionen des Heeres zugeordnet sind, die Marineheimwehr, die die Marine unterstĂŒtzt, und schlieĂlich die Luftwaffenheimwehr, die die Kontroll- und FrĂŒhwarngruppe der Luftwaffe durch Ăberwachung des Luftraums in niedrigen Höhen, bei Bewachungsaufgaben unterstĂŒtzt.
DĂ€nemark trat 1973 der EuropĂ€ischen Gemeinschaft bei. GemÀà der dĂ€nischen Verfassung muss jede Ăbertragung von SouverĂ€nitĂ€tsrechten durch eine Volksabstimmung entschieden werden. Demnach stimmte das dĂ€nische Volk bereits fĂŒnfmal in EU-Fragen ab. 1992 wurde der EU-Vertrag von Maastricht im Rahmen eines Referendums abgelehnt. Ein zweiter Anlauf 1993 brachte dann die Zustimmung aufgrund von mehreren âOpt-outsâ in der Wirtschafts- und WĂ€hrungsunion, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Justiz- und Innenpolitik und der EU-BĂŒrgerschaft. Die âOpt-outsâ werden seitdem immer wieder in Frage gestellt, weil sie einer weiteren Integration in die EU entgegen stehen. Mit dem Inkrafttreten des EU-Reformvertrages werden sie sogar noch vergröĂert. Es ist vorgesehen in den nĂ€chsten Jahren erneut Referenden zu den einzelnen Politikbereichen durchzufĂŒhren.
Das dĂ€nische Parlament hat im April 2008 fĂŒr den EU-Reformvertrag von Lissabon gestimmt.
Seit dem 1. Januar 2007 ist DĂ€nemark in die folgenden fĂŒnf Regionen mit insgesamt 98 Kommunen aufgeteilt:
| Lage | Region | Verwaltungssitz | Bevölkerung | FlĂ€che in kmÂČ | Einwohner pro kmÂČ |
| |
Region Nordjylland | Aalborg | 578.839 | 7.927 | 73 |
| |
Region Midtjylland | Viborg | 1.237.041 | 13.142 | 94 |
| |
Region Syddanmark | Vejle | 1.194.659 | 12.191 | 98 |
| |
Region Hovedstaden | HillerĂžd | 1.645.825 | 2561 | 643 |
| |
Region SjĂŠlland | SorĂž | 819.427 | 7.273 | 113 |
Die FĂ€röer und Grönland sind seit 1948 bzw. 1979 weitgehend autonome AuĂengebiete innerhalb der Reichsgemeinschaft des Königreichs DĂ€nemark. Beide Territorien gehören nicht zur EU.
In DĂ€nemark betrĂ€gt der Anteil der Tageszeitungsleser 347,1 Leser pro 1000 Einwohner.[19] 81 % der Bevölkerung verfĂŒgte 2007 ĂŒber einen Internetanschluss; die Breitbandverbreitungsquote lag bei 36 %.[20]
Die gröĂten Fernsehsender sind bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Danmarks Radio und TV 2; zu den auflagenstĂ€rksten Zeitungen gehören neben Gratiszeitungen die Jyllands-Posten, Berlingske und Politiken. GroĂe Verlage wie Gyldendal und Berlingske Media haben ihren Sitz in Kopenhagen.
DĂ€nemark verfĂŒgt ĂŒber ein StraĂennetz von 71.347 km inklusive 1010 km SchnellstraĂen. 1998 wurde die StorebĂŠlt-BrĂŒcke eingeweiht, im Sommer 1998 wurde die BrĂŒcke fĂŒr den StraĂenverkehr als gebĂŒhrenpflichtige Autobahn (die Mautstelle befindet sich auf der seelĂ€ndischen Seite) freigegeben. Der Preis fĂŒr eine Ăberfahrt mit einem PKW betrĂ€gt 220 DKK (Stand September 2010, ca. 30 EUR). Zwei Jahre spĂ€ter wurde mit der Ăresundverbindung die skandinavische Halbinsel angeschlossen, die EuropastraĂe E 20 fĂŒhrt ĂŒber die BrĂŒcke.
Das dĂ€nische Schienennetz war im Jahr 2000 etwa 2875 Kilometer (wovon 508 km Strecke von Privatbahnen betrieben werden) lang. Neben dem staatlichen Eisenbahnunternehmen Danske Statsbaner werden speziell die Nebenstrecken hĂ€ufig von Privatbahnen befahren. 2000 wurde die ĂresundbrĂŒcke eröffnet, sie verbindet Kopenhagen mit der sĂŒdschwedischen Stadt Malmö. Es gibt eine Bahnverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen ĂŒber die LillebĂŠltsbro (ĂŒber den Kleinen Belt) und ĂŒber die StorebĂŠlt-BrĂŒcke (ĂŒber den GroĂen Belt), die vom Nachtzug genutzt wird, wĂ€hrend am Tag die EisenbahnfĂ€hre von Puttgarden nach RĂždby genutzt wird.
Das Land verfĂŒgt mit dem Kastrup Airport in Kopenhagen, sowie weiteren FlughĂ€fen in Billund, Aalborg, Esbjerg und Aarhus ĂŒber fĂŒnf internationale FlughĂ€fen.
In DĂ€nemark herrscht Anschnallpflicht und auch bei Tag muss mit Abblendlicht gefahren werden. TelefongesprĂ€che sind wĂ€hrend der Fahrt nur mit Freisprechanlage gestattet. Es gilt die Vorfahrtsregel ârechts vor linksâ, jedoch bedeuten kleine weiĂe Dreiecke auf der Fahrbahn an Kreuzungen âVorfahrt gewĂ€hren!â.
Die Höchstgeschwindigkeit betrĂ€gt innerorts 50 km/h, auĂerorts und auf SchnellstraĂen 80 km/h und auf Autobahnen 130 km/h. FĂŒr Gespanne und Wohnmobile ĂŒber 3,5 t gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h, auf Autobahnen 80 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5.
DĂ€nemark wird von Reformern gerne als Beispiel fĂŒr einen deregulierten Arbeitsmarkt angefĂŒhrt, weil das Land ĂŒber keinen mit der deutschen Regelung vergleichbaren KĂŒndigungsschutz verfĂŒgt. Allerdings liegt der Anteil der öffentlich BeschĂ€ftigten mit ca. 28 % (800.000) (2006) aller ErwerbstĂ€tigen (ca. 2.800.000) etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Umgerechnet nach VollzeitbeschĂ€ftigung steigt diese öffentliche Anteil auf ĂŒber 38 % von insgesamt ĂŒber 2,3 Millionen VollzeitbeschĂ€ftigten.[21] Unter dem Motto âFlexicurityâ werden liberale BeschĂ€ftigungsregelungen, hohe soziale Absicherung und eine aktive Arbeitsmarktpolitik miteinander kombiniert. Arbeitslose erhalten eine wesentlich höhere Arbeitslosenhilfe als in Deutschland und werden umfassend fĂŒr neue Stellen qualifiziert.
Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist extrem hoch (ĂŒber 75 %). Tarifverhandlungen finden zentralisiert zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften statt. Zwar besitzt DĂ€nemark keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn, aber Mindestentgelte werden in der Regel durch TarifvertrĂ€ge normiert und von den Betrieben eingehalten. Die Gewerkschaften haben das Recht, zum Boykott gegen Arbeitgeber aufzurufen, die sich nicht an die Tarifregelungen halten. Obwohl das dĂ€nische System den Arbeitgebern hohe ZugestĂ€ndnisse abverlangt, wird es im Allgemeinen von allen Beteiligten akzeptiert, weil es sich in den vergangenen 100 Jahren als sehr erfolgreich erwiesen hat.
In internationalen Vergleichen schneidet DĂ€nemark zumeist sehr gut ab. Die BeschĂ€ftigungsquote â auch bei Ă€lteren Arbeitnehmern â ist die höchste in der EU. Trotz der extrem hohen Steuer- und Abgabenquote (der Mehrwertsteuersatz betrĂ€gt 25 %, dies gilt ebenfalls fĂŒr BĂŒcher und Lebensmittel, der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer liegt bei 59 %) gilt das Land als sehr flexibel und wettbewerbsfĂ€hig. Der Lebensstandard der DĂ€nen ist einer der höchsten in der Welt, die Staatsverschuldung vergleichsweise niedrig. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreicht DĂ€nemark einen Index von 126 (EU-27:100) (2006).[22] Mit HaushaltsĂŒberschĂŒssen von 4,9 % und 4,2 % des Bruttosozialprodukts war DĂ€nemark in den Jahren 2005 und 2006 Spitzenreiter in der EU.
Im Oktober 2008 betrug die Zahl der Arbeitslosen 47.700 (1,7 % saisonkorrigiert; Vollzeitpersonen) was ein Plus von 1800 im Vergleich zum Vormonat bedeutete. Es ist dabei zu beachten, dass die neue Arbeitslosenstatistik â mit den neuen Zahlen ab 2000 â etwa arbeitslose Menschen in den Ferien â insbesondere Neuausgebildete â nicht erfasst.[23] Das sind rund 15.000 Vollzeitarbeitslose.[24] Nach der Statistik von Eurostat ist die Arbeitslosenzahl 3,2 % (Oktober 2008).[25] 2007 lag die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt bei 94.000 Personen (alte Statistikmethode), was ein Minus von 30.400 Personen im Vergleich zum Vorjahr bedeutete.
| 1993 = 12,4 % | 2002 = 5,2 % | |
| 1994 = 12,3 % | 2003 = 6,2 % | |
| 1995 = 10,4 % | 2004 = 6,4 % | |
| 1996 = 8,9 % | 2005 = 5,7 % | |
| 1997 = 7,9 % | 2006 = 4,5 %[26] | |
| 1998 = 6,6 % | 2007 = 3,4 %[27] | |
| 1999 = 5,7 % | ||
| 2000 = 5,4 % | ||
| 2001 = 5,2 % |
DĂ€nemark ist ein hochindustrialisiertes Land, mehr als drei Viertel seiner Exporte sind IndustriegĂŒter oder Maschinen.[28] Die Industrie und auch die meisten Dienstleistungsfirmen konzentrieren sich vor allem im GroĂraum Kopenhagen, wohingegen JĂŒtland relativ wenig industrialisiert ist. Die Industrie des Landes trĂ€gt etwa 24,9 % zum BIP bei und beschĂ€ftigt ungefĂ€hr 24 % aller Arbeitnehmer, wĂ€hrend der Dienstleistungssektor mit 71,5 % den gröĂten Teil zum BIP beitrĂ€gt und mit 73 % die meisten Arbeitnehmer beschĂ€ftigt.[29]
Die gemessen an ihrem Umsatz wichtigsten Zweige des produzierenden Gewerbes in DĂ€nemark sind die Lebensmittel- und die metallverarbeitende Industrie sowie das Druck- und Verlagswesen, der Maschinenbau und die Produktion von Elektronikartikeln und Transportmaschinen (vor allem Dieselmotoren fĂŒr Schiffe und Lokomotiven). Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind dĂ€nische Möbel in der ganzen Welt gefragt. Von Bedeutung sind weiterhin die Stahlindustrie, der Schiffbau, das Brauwesen, die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Produktion von Zement sowie die Herstellung von chemischen Erzeugnissen und Arzneimitteln. DarĂŒber hinaus werden KeramikgegenstĂ€nde, Porzellan, Ăfen, FahrrĂ€der und Papier hergestellt.
Die Landwirtschaft in DÀnemark ist eine hochmechanisierte Branche. Sie trÀgt ungefÀhr 2,3 % zum BIP bei und beschÀftigt ungefÀhr 3 % aller Arbeitnehmer.[29]
Mehr als die HĂ€lfte der LandesflĂ€che â Grönland und FĂ€röer nicht eingeschlossen â werden landwirtschaftlich genutzt. Von Natur aus sind die Böden relativ nĂ€hrstoffarm; ihre QualitĂ€t wurde jedoch durch intensive DĂŒngung verbessert. Die dĂ€nische Regierung fördert kleine landwirtschaftliche Betriebe. Der Zusammenschluss kleiner Betriebe zu groĂen GĂŒtern wird gesetzlich erschwert. Rund 85 Prozent der dĂ€nischen Bauernhöfe sind Familienbetriebe mit weniger als 50 Hektar.
Auf 60 Prozent der AnbauflĂ€che von circa 2,5 Millionen Hektar wird Getreide angebaut; das Spektrum umfasst Gerste, Hafer, Weizen und Roggen. Die restliche FlĂ€che wird mit Futterpflanzen, Flachs, Hanf, Hopfen und Tabak bepflanzt. Ăber 50 Prozent der GesamtflĂ€che werden als Ackerland genutzt. Die ĂŒberwiegend exportorientierte Fleisch- und Milchwirtschaft spielt eine bedeutende Rolle. DĂ€nemark ist weltweit einer der gröĂten Produzenten von Schweinefleischprodukten.[30] Der Viehbestand umfasst vor allem Schweine, Rinder und Pferde.
Eine Besonderheit der dĂ€nischen Landwirtschaft ist der groĂe Einfluss der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Sie dominieren die Produktion von Molkereierzeugnissen und Schinken. Ein hoher Prozentsatz der Agrarerzeugnisse wird ĂŒber die Genossenschaften vermarktet. Die meisten Genossenschaften gehören nationalen VerbĂ€nden an, die wiederum Mitglieder im Agrarausschuss sind. Dieses Zentralorgan der Genossenschaften verhandelt mit der Regierung, der Industrie oder mit auslĂ€ndischen Handelspartnern.
1805 erklĂ€rte die Regierung alle WĂ€lder (welche heute ungefĂ€hr 12 Prozent der GesamtflĂ€che DĂ€nemarks ausmachen) zu Naturschutzgebieten. Die groĂe Fischereiflotte DĂ€nemarks spielt in der Wirtschaft des Landes eine bedeutende Rolle. Es handelt sich bei den gefangenen Fischen gröĂtenteils um Meeresfische, unter denen Heringe, Lachse und Dorsche die kommerziell bedeutendsten Arten sind. Der ĂŒberwiegende Teil der FanggrĂŒnde befindet sich in der Nordsee. Bei Fisch werden hohe AusfuhrĂŒberschĂŒsse erzielt.
Seit 1. August 2000 ist DĂ€nemark von der EU auch als Weinbaugebiet anerkannt. Seither darf dĂ€nischer Wein zu kommerziellen Zwecken angebaut und verkauft werden. (Mehr darĂŒber beim Wiki Zunft[wissen][31])
Durch die Erdöl- und Erdgasförderung in der Nordsee sowie durch EnergiesparmaĂnahmen und den Aufbau groĂer Offshore-Windkraftparks ist DĂ€nemark mittlerweile Energieexporteur.[32] Im Jahre 2008 wurde aus 18 Ăl- und Gasfeldern, allesamt in der Nordsee, zusammen 16,7 Mio. mÂł Ăl und 9,9 Mio. NmÂł Gas gefördert. Seit 2004 ist die Fördermenge rĂŒcklĂ€ufig.[33] DĂ€nemark beteiligt sich neben Kanada, Russland und Norwegen auch sehr engagiert an dem aus Sicht des Umweltschutzes stark umstrittenem Wettlauf um die BodenschĂ€tze in der Tiefsee unter der Arktis.[9] AuĂerdem gehört das Königreich bedauerlicherweise immer noch (2011) zu den Spitzenreitern beim COÂČ-AusstoĂ pro Einwohner in Europa.[32]
Ebenfalls bedeutsam ist die Windenergienutzung, die in DÀnemark als einem der ersten Staaten weltweit bereits seit den 1980er Jahren systematisch vorangetrieben wurde. Im Jahr 2010 war in DÀnemark eine WindenergiekapazitÀt von 3734 MW installiert, wovon 854 MW bzw. 22,9% der GesamtkapazitÀt auf Offshore-Windparks entfielen. Damit erzeugten Windkraftanlagen 21% des dÀnischen Stroms.[34] Die neue dÀnische Regierung strebt bis 2020 einen Anteil der Windenergie von 50% in der Stromerzeugung an. Zugleich soll der Ausstoà von Kohlendioxid um 40% gesenkt werden.[35]
Das Land verfĂŒgt nur ĂŒber wenige BodenschĂ€tze. Im begrenzten Umfang werden mineralische Rohstoffe abgebaut, vor allem Kaolin und Granit. Alle BodenschĂ€tze sind im Besitz der öffentlichen Hand. Auf Bornholm gibt es Kaolinvorkommen, die allerdings von minderer QualitĂ€t sind und hauptsĂ€chlich zur Produktion von Tongeschirr sowie zur Herstellung von Ziegeln verwendet werden. Kommerziell genutzt werden auch die Mineralien Limonit, Kryolith, Kalk, Kreide und Mergel. Auf JĂŒtland wurden groĂe Salzvorkommen entdeckt. Seit den siebziger Jahren werden in der Nordsee Erdöl und Erdgas gefördert.
Die WĂ€hrung des Landes ist die DĂ€nische Krone zu 100 Ăre. DĂ€nemark ist Teil von ERM II, ein seit 1999 zwischen verschiedenen EU-LĂ€ndern im Rahmen des EuropĂ€ischen WĂ€hrungssystem II bestehendes Wechselkurs-Abkommen. Die dĂ€nische Nationalbank (gegrĂŒndet 1818) ist Notenbank und Finanzzentrum des Landes. Ihre Zentrale befindet sich in Kopenhagen. Einige groĂe GeschĂ€ftsbanken haben in ganz DĂ€nemark Zweigstellen. Daneben gibt es noch ĂŒber 90 Sparkassen. Seit den siebziger Jahren ist die Zahl der Banken aufgrund einer ganzen Reihe von Fusionen rĂŒcklĂ€ufig. Vor allem Anfang der neunziger Jahre fanden mehrere ZusammenschlĂŒsse statt.
SpĂ€testens mit Beginn der dritten Stufe der EuropĂ€ischen Wirtschafts- und WĂ€hrungsunion (EWWU) im Januar 1999 gab es in DĂ€nemark eine heftige politische Debatte darum, ob das Land der EWWU beitreten und den Euro als EinheitswĂ€hrung annehmen solle. In einer Volksabstimmung am 28. September 2000 stimmten 53,1 Prozent der dĂ€nischen Bevölkerung gegen den Euro â 46,9 Prozent waren fĂŒr eine Abschaffung der DĂ€nischen Krone. Mit diesem Ergebnis wurde auch der Beitritt zur EWWU abgelehnt. Eine neuerliche Volksabstimmung ĂŒber die Euro-EinfĂŒhrung wurde im November 2007 angekĂŒndigt, fand aber nie statt.[36]
Mitte der 1960er Jahre verdrĂ€ngte die Bundesrepublik Deutschland das Vereinigte Königreich als wichtigsten Handelspartner DĂ€nemarks. Dennoch ist GroĂbritannien immer noch einer der gröĂten Abnehmer dĂ€nischer Produkte. Auch Schweden, Norwegen, Frankreich und die Niederlande sind bedeutende Handelspartner. Der Handel mit den LĂ€ndern in Osteuropa hat in den letzten Jahren stark zugenommen, insbesondere mit Polen. AuĂerhalb Europas sind die USA und Japan die wichtigsten Handelspartner. Die Handelsbilanz ist positiv, d. h. die Ausfuhren ĂŒbersteigen die Importe.
Bis zu Beginn der sechziger Jahre stellten Fleisch- und Milchprodukte den GroĂteil der ExportgĂŒter dar. Seither stiegen die Exporte von IndustriegĂŒtern stetig und haben seit 1961 einen gröĂeren Anteil am Gesamtexportvolumen als die landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Im Vordergrund stehen dabei chemische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Fahrzeuge. Die wichtigsten dĂ€nischen ImportgĂŒter sind Maschinen, Rohmetalle, Metallwaren, TransportausrĂŒstungen, Brenn- und Schmierstoffe sowie verschiedene KonsumgĂŒter.
Der Tourismus boomt in DĂ€nemark seit Jahren: 1999 kamen mehr als zwei Millionen Besucher, die meisten aus skandinavischen LĂ€ndern wie Norwegen und Schweden sowie aus Deutschland. Schwedische und norwegische Touristen besuchen aufgrund der NĂ€he hĂ€ufig die Hauptstadt Kopenhagen. AuĂer bei Touristen aus Skandinavien ist DĂ€nemark auch bei deutschen Touristen sehr beliebt, rund eine Million Deutsche besuchten das Land 1999. Die Einnahmen aus dem Tourismus betrugen in dem Jahr 3,31 Milliarden US-Dollar.
Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von 971 Mrd. DĂ€nischen Kronen (DKK), dem standen Einnahmen von 926 Mrd. DKK gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 45 Mrd. DKK bzw. 2,7 % des BIPs.[37]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 688 Mrd. DKK bzw. 41,4 % des BIP.[37]
| Jahr | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staatsverschuldung | 58,1 % | 52,4 % | 49,6 % | 49,5 % | 47,2 % | 45,1 % | 37,8 % | 32,1 % | 27,4 % | 34,2 % | 41,4 % |
| Haushaltssaldo | 1,3 % | 2,3 % | 1,5 % | 0,4 % | 0,1 % | 2,1 % | 5,2 % | 5,2 % | 4,8 % | 3,4 % | -2,7 % |
| Quelle: Eurostat[38] | |||||||||||
2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:
In DĂ€nemark existieren private und öffentliche Schulen. Private Schulen wurden im Jahr 2006 von 24% der SchĂŒler besucht und haben einen Leistungsvorsprung vor den öffentlichen Schulen. Dieser Leistungsvorsprung ist jedoch durch den familiĂ€ren und sozioökonomischen Hintergrund der SchĂŒlerschaft zu erklĂ€ren und kein wirklicher Effekt der Privatschule.[40]
Die Schulbildung beginnt in DĂ€nemark mit der neunjĂ€hrigen Volksschule (Folkeskole), die mit der AbschlussprĂŒfung FSA (Folkeskolens AfgangsprĂžve) endet. Eine Trennung der SchĂŒler vor der 9. Klasse findet nicht statt, es besteht insofern eine neunjĂ€hrige Gemeinschaftsschule. Nach der AbschlussprĂŒfung, die einem anspruchsvollen Hauptschulabschluss gleichzusetzen ist, bieten sich den SchĂŒlern je nach Eignung mehrere Wege an.
ZunĂ€chst gibt es die Möglichkeit, nach der 9. Klasse noch ein Jahr auf die Folkeskole zu gehen und die Erweiterte AbschlussprĂŒfung zu absolvieren (die sogenannte FS10, vormals FSU). Diese entspricht etwa der Mittleren Reife (Realschulabschluss). Da viele Folkeskolen keine 10. Klasse anbieten, wĂ€hlen viele SchĂŒler ein Jahr auf einer sogenannten Efterskole zu absolvieren. Dies sind Internate, in denen die Jugendlichen neben den FĂ€chern der 10. Klasse vor allem soziale, kĂŒnstlerische, sportliche oder musikalische Kompetenzen weiter entwickeln sollen, wobei der Schwerpunkt bei jeder Efterskole anders gelegt wird. Aufgrund der relativ niedrigen Kosten ist es fĂŒr praktisch alle Eltern möglich, ihre Kinder auf eine Efterskole zu schicken. Oftmals wird dies gemacht, wenn SchĂŒler noch nicht als reif fĂŒr das Gymnasium betrachtet werden.
WeiterfĂŒhrende Schulen nach der Folkeskole sind das Gymnasium (STX), das Handelsgymnasium (HHX) sowie das technische Gymnasium (HTX). Das Gymnasium ist mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar und endet mit dem dĂ€nischen Abitur (Allgemeine Hochschulreife), dem sogenannten Studentereksamen. Vom Niveau und vom Umfang der Hochschulreife her entspricht das Studentereksamen dem deutschen Abitur, das heiĂt es ist mit dem Studentereksamen möglich, alle StudiengĂ€nge in DĂ€nemark zu studieren, wobei es fĂŒr bestimmte StudiengĂ€nge jedoch erforderlich ist, bestimmte Kurse im Abitur belegt zu haben. Es gibt am Gymnasium zwei Linien, die sprachliche âsproglig linjeâ und die mehr mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte âmatematisk linjeâ. Da die mathematische Linie jedoch auch viele sprachliche FĂ€cher enthĂ€lt und neben zwei Jahren Englisch auch eine zweite Fremdsprache ĂŒber zwei Jahre genommen werden muss, bietet die matematisk linje praktisch deutlich mehr Möglichkeiten, so dass sie von mehr SchĂŒlern gewĂ€hlt wird.
Der Besuch des Gymnasiums dauert drei Jahre, entspricht also der gymnasialen Oberstufe. Je nachdem, ob man nach der 9. oder 10. Klasse auf das Gymnasium geht, dauert es also 12 oder 13 Jahre bis zum Abitur. Da ein Leistungsunterschied zwischen den SchĂŒlern, die aus der 9. Klasse kommen im Vergleich zu denen, die nach der 10. Klasse kommen, nicht einwandfrei festgestellt werden kann, ist ein Abitur in DĂ€nemark insofern nach zwölf Jahren problemlos möglich.
Es gibt fĂŒr die belegten Kurse drei Niveau-Arten: das A-, B- und C-Niveau. Das A-Niveau entspricht deutschem Leistungskursniveau, B-Niveau deutschem Grundkursniveau und C-Niveau einer grundlegenden EinfĂŒhrung. Kurse, die nur ein Jahr belegt werden, entsprechen dem C-Niveau (beispielsweise Musik sowie Kunst, Latein, Sport, Religion, klassische Altertumskunde), zweijĂ€hrige Kurse B-Niveau (Beispielsweise Englisch bei der matematisk linie, Deutsch) und dreijĂ€hrige Kurse entsprechen dem A-Niveau (DĂ€nisch, Geschichte, Mathematik, Französisch, Spanisch, Russisch). Jeder SchĂŒler muss drei Jahre Geschichte und DĂ€nisch belegen, so dass diese beiden Kurse automatisch A-Niveau erhalten. Ferner mĂŒssen zusĂ€tzlich mindestens zwei, maximal drei andere A-Niveau-FĂ€cher hinzugewĂ€hlt werden, beispielsweise Physik, Chemie, Mathematik oder mehrere Sprachen.
Die A-Niveau-FĂ€cher werden nach drei Jahren schriftlich geprĂŒft, zusĂ€tzlich noch drei mĂŒndliche FĂ€cher, wobei die FĂ€cher ausgelost werden. Ganz DĂ€nemark hat ein Zentralabitur, die schriftlichen Ăbungsaufgaben sind insofern in ganz DĂ€nemark identisch. Die mĂŒndlichen PrĂŒfungen werden vom jeweiligen Lehrer abgenommen, zusĂ€tzlich sitzt ein neutraler âCensorâ im Raum, der von einer anderen Schule kommt und gleichberechtigt mit dem Lehrer ĂŒber die mĂŒndliche Note entscheidet.
Seit dem Schuljahr 2007/2008 besteht das dĂ€nische Notensystem aus einer 7-stufigen Skala mit Zensurpunkten zwischen â3 und +12 rsp. 12. FĂŒr bestandene Leistungen werden 12, 10, 7, 4 oder 2 Punkte vergeben; nicht bestandene Leistungen erhalten 0 oder â3 Punkte. Die dazwischenliegenden Werte werden fĂŒr die Zensierung einzelner Leistungen nicht vergeben, finden jedoch bei der Berechnung von Durchschnittszensuren aus mehreren Einzelleistungen Anwendung. GrĂŒnde fĂŒr die Reformierung der Notenskala waren unter anderem der Wunsch nach klaren Abgrenzungen zwischen den einzelnen Zensuren und die Ermöglichung einer einfacheren internationalen Vergleichbarkeit.[41] Die folgende Tabelle bietet einen Ăberblick ĂŒber die einzelnen Zensurschritte mit der jeweiligen Definition vom dĂ€nischen Bildungsministerium sowie einen Vergleich mit ECTS-Noten und der sechsstufigen deutschen Schulnotenskala.
| dÀnische Zensur | Definition[42] | entsprechend(e) ECTS-Note | entspr. deutscher Zensur |
|---|---|---|---|
| 12 | âherausragende Leistungâ | A | 1+ (15 Punkte) |
| 10 | âausgezeichnete Leistungâ | B | 1 bis 2 (11â14 Punkte) |
| 7 | âgute Leistungâ | C | 2 bis 3+ (9â11 Punkte) |
| 4 | âmĂ€Ăige Leistungâ | D | 3 bis 3- (7â8 Punkte) |
| 02 | âausreichende Leistungâ | E | 4+ bis 4 (5â6 Punkte) |
| 00 | âunzureichende Leistungâ | Fx | 4- bis 5 ([1/]2â4 Punkte) |
| -3 | âvöllig unakzeptable Leistungâ | F | 6 (0 Punkte) |
Zuvor war das dĂ€nische Notensystem auf einer 13-Punkte-Skala aufgeteilt, wobei 00 bzw. 0 die schlechteste und 13 die beste Zensur darstellte. Verglichen mit dem deutschen System stellte es sich so dar (die Noten 1, 2, 4 sowie 12 gab es nicht): (dĂ€nische Noten = Ă€quivalente deutsche Noten) (00 = 6; 03 = 5â6, 05 = 5, 06 = 4; 07 = 3â4; 08 = 3; 09 = 2â; 10 = 1â2; 11 = 1; 13 = 1+).
Alle dĂ€nischen StudiengĂ€nge unterliegen einem Numerus clausus, eine Zentralstelle vergibt die StudienplĂ€tze nach dem Notendurchschnitt (sogenanntes Kvote-1-Verfahren). Ferner wird ein gewisser Prozentsatz der StudienplĂ€tze nach Sozialkriterien vergeben, wobei man hier seine Chancen durch soziale Arbeit verbessern kann (so genanntes Kvote-2-Verfahren). Ăhnlich wie in Deutschland sind einige FĂ€cher sehr ĂŒberlaufen, so dass es schwer ist, einen Platz zu bekommen (zum Beispiel Medizin, Medienwissenschaften, Psychologie, Jura), wĂ€hrend andere FĂ€cher einen sehr niedrigen Schnitt verlangen, so dass dort jeder Bewerber aufgenommen wird.
Neben dem oben genannten Studentereksamen (STX) gibt es in DĂ€nemark noch zwei andere Examensarten, das Handelsschulexamen HHX (HĂžjere Handelseksamen) sowie das technische Abitur HTX. WĂ€hrend ersteres vor allem fĂŒr jene interessant ist, die eine TĂ€tigkeit in der Wirtschaft anstreben, ist das HTX vor allem fĂŒr SchĂŒler interessant, die spĂ€ter einen Ingenieurberuf anstreben. Jedoch können diese Berufe auch von Absolventen des Studentereksamens ergriffen werden, manchmal wird dann jedoch ein lĂ€ngeres Berufspraktikum verlangt. Das HHX und HTX sind also fachgebundene Hochschulreifen, die nicht an die FlexibilitĂ€t des Studentereksamens heranreichen, dafĂŒr jedoch in Ihrem Fachbereich zu einer intensiveren Vorbildung fĂŒhren.
Es besteht auch die Möglichkeit, nach der 9. Klasse statt des Besuchs einer weiterfĂŒhrenden Schule eine Lehre zu absolvieren. HierfĂŒr gibt es ebenfalls Berufsschulen, bei denen Theorie und Praxis kombiniert werden. Das dĂ€nische Schulsystem differenziert daher bis zum Ende der Folkeskole ĂŒberhaupt nicht, danach jedoch sehr stark. Oftmals wird der Niveausprung von der Folkeskole zum Gymnasium als sehr drastisch empfunden, was erklĂ€rt, wieso sich viele DĂ€nen fĂŒr die 10. Klasse entscheiden. In der öffentlichen Diskussion wird der Niveauunterschied zwischen der Folkeskole und dem darauffolgenden Gymnasium oftmals diskutiert, jedoch ist grundsĂ€tzlicher Konsens, dass an der Politik der spĂ€ten Differenzierung festgehalten werden soll. Eine frĂŒhe Trennung der SchĂŒler, wie sie in Deutschland nach der Grundschule stattfindet, wird abgelehnt.
Im TertiĂ€ren Bildungsbereich fĂŒhren die University Colleges zu einem Hochschulabschluss.
DĂ€nemark hat versucht, sein Kulturerbe im Kulturkanon 2006 zu definieren.
Das hĂ€ssliche Entlein, Des Kaisers neue Kleider oder Die Prinzessin auf der Erbse, alle diese MĂ€rchen wurden von Hans Christian Andersen geschrieben, der damit einen der bedeutendsten dĂ€nischen BeitrĂ€ge zur Weltliteratur gemacht hat. Im Hafen von Kopenhagen erinnert eine Skulptur an den Schriftsteller, eine Nixe, die Hauptfigur aus seinen MĂ€rchen Die kleine Meerjungfrau. Weltbekannt ist auch der Theologe, Philosoph und Schriftsteller SĂžren Kierkegaard, einer der VorlĂ€ufer des Existentialismus. Zentral fĂŒr sein Werk, das vom philosophischen Roman bis zur theologischen Streitschrift reicht, sind die Begriffe Existenz und Angst sowie die Frage, wie der Mensch damit umzugehen vermag. Ebenfalls weltweit bekannt ist der Dichter Ludvig Holberg (geboren als Norweger), er schrieb vornehmlich Komödien und einen satirischen Roman, zudem trat er als Geschichtsschreiber hervor.
Im 1937 erschienenen autobiographischen Roman Jenseits von Afrika erzĂ€hlt die Schriftstellerin Karen Blixen (in Deutschland unter ihrem Pseudonym Tania Blixen verlegt) ĂŒber ihr Leben als Kaffee-Farmerin in Kenia. 1985 wurde der Roman mit Meryl Streep und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt und gewann bei der Oscar-Verleihung 1985 sieben Academy Awards.
DÀnische LiteraturnobelpreistrÀger sind Karl Gjellerup und Henrik Pontoppidan, die sich 1917 den Preis teilten und Johannes Vilhelm Jensen, dessen Roman Kongens Fald (dt: Des Königs Fall) 1999 von bedeutenden dÀnischen Tageszeitungen zum (dÀnischen) Buch des Jahrhunderts gewÀhlt wurde. Ein weiterer wichtiger dÀnischer Schriftsteller ist Herman Bang, der als Schöpfer des dÀnischen Impressionismus gilt.
Ăber teilweise zerrissene Existenzen schreibt der zeitgenössische Autor Peter HĂžeg in seinen Romanen. Sein internationaler Bestseller FrĂ€ulein Smillas GespĂŒr fĂŒr Schnee wurde 1997 vom dĂ€nischen Regisseur und Oscar-PreistrĂ€ger Bille August mit Julia Ormond in der Hauptrolle verfilmt.
Die dÀnische Baukunst entwickelte sich im Mittelalter nach französischen und deutschen Vorbildern, wie die Dombauten in Ribe, Viborg, à rhus, Ringsted, Roskilde und Kalundborg belegen. Typische Bauten der Backsteingotik sind die im 13. beziehungsweise 14. Jahrhundert entstandene St. Knud-Kirche in Odense, die Peterskirche in NÊstved oder St. Olai-Kirche in HelsingÞr.
Bedeutende Zeugnisse der dÀnischen Baukunst zur Zeit der Renaissance entstanden wÀhrend der Regentschaft von König Friedrich II. und König Christian IV. sind Schloss Kronborg in HelsingÞr, Schloss Frederiksborg in HillerÞd und die Kopenhagener Börse.
Bemerkenswerte Barockbauten sind Schloss Amalienborg (seit 1794 Residenz der dĂ€nischen Könige), Schloss Charlottenborg und Schloss Christiansborg. Einer der bedeutendsten Architekten des Klassizismus ist Christian Frederik Hansen, der in Kopenhagen das GerichtsgebĂ€ude und die Liebfrauenkirche erbaute. Historische Bauten stammen von Theophil Edvard Freiherr von Hansen, Martin Nyrop und Michael Gottlieb BindesbĂžll. Herausragende ReprĂ€sentanten der dĂ€nischen Architektur im 20. Jahrhundert sind Arne Jacobsen, der neben mehreren RathĂ€usern und der Nationalbank auch das SAS Royal Hotel entwarf, Peder Vilhelm Jensen Klint, JĂžrn Utzon, der die berĂŒhmte Oper von Sydney entwarf, sich aber nicht an der Realisation beteiligte, Erik MĂžller und Johan Otto von Spreckelsen.
Georg Arthur Jensen prĂ€gte durch seine Silberschmiedearbeiten im funktionellen Stil das Industriedesign der skandinavischen LĂ€nder. Ebenfalls ein gelernter Silberschmied war Kay Bojesen, berĂŒhmt wurde er aber fĂŒr sein Holzspielzeug, sein Besteck und Geschirr. Ein weiterer bekannter Silberschmied war Svend Weihrauch, der mit seinen klaren, ornamentfreien Silberschmiedearbeiten einer der herausragenden Vertreter des Funktionalismus war. Auch die Lampen von Poul Henningsen und die Möbel von Hans JĂžrgen Wegner, Poul KjĂŠrholm, Kaare Klint und Arne Jacobsen â seine EntwĂŒrfe Ei, Schwan und Serie 7 gelten als Designklassiker â fanden Anerkennung.
| Jahr | Anzahl |
|---|---|
| 1975 | 18 |
| 1985 | 9 |
| 1995 | 13 |
| 2005 | 41 |
In der Epoche des Stummfilms war DĂ€nemark der gröĂte Filmproduzent nach den USA, Deutschland und Frankreich.
Bemerkenswerte BeitrĂ€ge zur Filmkunst boten die dĂ€nische Schauspielerin Asta Nielsen, die Anfang des 20. Jahrhunderts unter der Regie von Urban Gad zu einem der ersten Stars des Stummfilms aufstieg mit Filmen wie Afgrunden (1910; auf dt.: AbgrĂŒnde). Auch der Regisseur Carl Theodor Dreyer, der mit seinen Ă€sthetisch anspruchsvollen Arbeiten wie La passion de Jeanne dâArc (1928; auf dt.: Die Passion der Jungfrau von Orleans) oder Vampyr â Der Traum des Allan Gray (1932), setzte MaĂstĂ€be. International beliebt war auch das Komikerduo Pat & Patachon, das zwischen 1921 und 1940 etwa 50 gemeinsame Filme drehte. Die dĂ€nische Produktionsfirma Nordisk Film gehörte in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zu den gröĂten und produktivsten Filmstudios der Welt. Wenngleich die Position des Landes auf dem internationalen Filmmarkt mit dem Aufkommen des Tonfilms zusammenbrach, fanden anspruchsvolle Produktionen weltweit Beachtung.
In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts sorgte Lars von Trier international fĂŒr Diskussionen durch sein gegen den Kommerzfilm gerichtetes filmĂ€sthetisches Programm Dogma 95, nachdem er sich bereits vorher durch ambitionierte Filme Ansehen verschafft hatte. Im Rahmen dieses umstrittenen Konzepts entstanden von Triers Idioterne (1998; auf dt.: Idioten) und Thomas Vinterbergs Festen (1998; auf dt.: Das Fest) und Lone Scherfigs Italiensk for begyndere (2000; auf dt.: Italienisch fĂŒr AnfĂ€nger). Weitere bekannte dĂ€nische Regisseure sind Erik Balling (Die Olsenbande), Lasse Spang Olsen (In China essen sie Hunde), Anders Thomas Jensen (Adams Ăpfel, DĂ€nische Delikatessen), Susanne Bier (Brothers â Zwischen BrĂŒdern) und Lars Hesselholdt.
AuslÀndische Filme werden in DÀnemark nicht synchronisiert, sondern lediglich mit Untertiteln versehen. Einzige Ausnahme bilden Kinderfilme.
Die Herausbildung dĂ€nischer Musik setzte unter dem Einfluss deutscher, italienischer und englischer Musikkultur wĂ€hrend der Regentschaft von König Christian IV. in der zweiten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts und der ersten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts ein. AuslĂ€ndische Komponisten wie John Dowland, Heinrich SchĂŒtz, der lĂ€ngere Zeit königlicher Oberkapellmeister in Kopenhagen war, oder Dietrich Buxtehude, der mehrere Jahre als Organist in Helsingör verbrachte, wirkten am dĂ€nischen Hof und traten dort in Kontakt mit dĂ€nischen Komponisten.
Erste markante BeitrĂ€ge zur dĂ€nischen Musik stammen allesamt von in Deutschland geborenen Komponisten: Friedrich Ludwig Ămilius Kunzen mit seiner Oper Holger Danske (1787), Christoph Ernst Friedrich Weyse mit seiner Oper Ludams Hule (1816) und Friedrich Kuhlau, der zu dem auch heute noch populĂ€ren StĂŒck ElverhĂžy (1828) die Musik schrieb. DĂ€nische Vertreter der Romantik sind Niels Wilhelm Gade, Johann Peter Emilius Hartmann und Peter Arnold Heise.
Im 20. Jahrhundert folgten Carl Nielsen, der als bedeutendster Komponist DÀnemarks gilt und dessen Sinfonien und Opern sich auch im Ausland im Repertoire durchsetzen konnten, Poul Schierbeck, KnudÄge Riisager, JÞrgen Bentzon, Finn HÞffding, Herman David Koppel, Vagn Holmboe und Niels Viggo Bentzon. Weitere wichtige dÀnische Komponisten sind Louis Glass, Paul von Klenau, Ludolf Nielsen, Hakon BÞrresen, Rued Langgaard und Per NÞrgÄrd.
Im Bereich der populĂ€ren Musik ist in Deutschland vor allem Gitte HĂŠnning durch ihre Schlager bekannt und die Olsen Brothers, die Gewinner des Eurovision Song Contest 2000. Ebenfalls bekannt ist die Band Aqua, welche im Bereich Eurodance anzusiedeln war und von 1989 bis 2001 bestand. Lars Ulrich, der Schlagzeuger der Band Metallica, stammt ebenfalls aus DĂ€nemark. Weitere bekannte Musiker und Bands aus DĂ€nemark sind Niels-Henning Ărsted Pedersen, Carpark North, Saybia, Kashmir, Nephew, Outlandish, D-A-D, Pretty Maids, Thulla, Poul Krebs, Kim Larsen, TV-2, Sorten Muld, Volbeat, Jakob Sveistrup, Sort Sol, King Diamond, Red Warszawa, Natasha Thomas, Laid Back, Hanne Boel, Anna David, Junior Senior, Under Byen, Raunchy, The Raveonettes und TrentemĂžller. Bekannte dĂ€nische Plattenfirmen sind Cope Records und Kick Music.
Angeregt durch Vorbilder aus den NachbarlĂ€ndern, erhielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts die dĂ€nische Malerei neue Impulse durch KĂŒnstler wie Nicolai Abildgaard, Jens Juel oder Christoffer Wilhelm Eckersberg, die sich vor allem der Landschaftsmalerei widmeten. Im 19. Jahrhundert folgten Christen KĂžbke, Peder Severin KrĂžyer, Anna Ancher und Viggo Johansen, im 20. Jahrhundert die abstrakten Expressionisten Richard Mortensen, Else Alfelt, Ejler Bille, Asger Jorn, der 1948 die Gruppe CoBrA ins Leben rief, und Per Kirkeby, der auch als Bildhauer arbeitet.
Zwei bekannte, in DĂ€nemark tĂ€tige Bildhauer, waren Bernt Notke, der den Altar des Doms zu Ă rhus schuf und Claus Berg, der den Altar der St. Knud-Kirche in Odense schuf. Einer der bedeutendsten dĂ€nischen Bildhauer war Bertel Thorvaldsen, er gilt neben dem Italiener Antonio Canova als wichtigster Bildhauer des Klassizismus. Zur selben Zeit arbeiteten Hermann Vilhelm Bissen und Jens Adolf Jerichau. BerĂŒhmte Bildhauer im 20. Jahrhundert waren Kai Nielsen, Robert Jacobsen und Gunnar Westmann.
In DÀnemark kann man drei WeltkulturerbestÀtten finden: den Dom zu Roskilde, das Schloss Kronborg in HelsingÞr und die Runensteine von Jelling.
Die beliebteste Sportart in DĂ€nemark ist FuĂball. Insgesamt hat die DĂ€nische FuĂballnationalmannschaft siebenmal an FuĂball-Europameisterschaften teilgenommen: 1964 bei der zweiten FuĂball-Europameisterschaft sowie stets von 1984 bis 2004, wo sie auch ihren gröĂten Erfolg feiern konnte, den Gewinn der FuĂball-Europameisterschaft 1992 in Schweden durch ein 2:0 ĂŒber Deutschland.
FĂŒr eine FuĂball-Weltmeisterschaft konnte sich die Nationalmannschaft viermal qualifizieren, und zwar fĂŒr die 13. FuĂball-Weltmeisterschaft in Mexiko, fĂŒr die 16. FuĂball-Weltmeisterschaft in Frankreich, fĂŒr die 17. FuĂball-Weltmeisterschaft in SĂŒdkorea und Japan und fĂŒr die 19. FuĂball-Weltmeisterschaft in SĂŒdafrika. GröĂter Erfolg war hier das Erreichen des Viertelfinales der FuĂball-Weltmeisterschaft 1998, wo man gegen Brasilien mit 3:2 ausschied. Bei den beiden anderen WM-Teilnahmen erreichte man jeweils das Achtelfinale. Ein weiterer Erfolg der DĂ€nen war der Gewinn des Konföderationen-Pokal 1995. Bei Olympischen Spielen konnte man bislang vier Medaillen erringen, drei Silbermedaillen (1908, 1912 und 1960) und eine Bronzemedaille (1948).
Die DĂ€nische FuĂballnationalmannschaft der Frauen konnte sich bei fĂŒnf FrauenfuĂball-Weltmeisterschaften viermal qualifizieren, wobei das beste Ergebnis die zweimalige Teilnahme am Viertelfinale war (1991 und 1995). Bei neun FrauenfuĂball-Europameisterschaften konnte man sich achtmal qualifizieren und erreichte zweimal den dritten Platz.
Eine weitere beliebte Sportart ist Handball. Die DĂ€nische Frauen-Handballnationalmannschaft gilt momentan als eine der stĂ€rksten Frauennationalmannschaften im Handballsport. Sie konnten bislang eine Weltmeisterschaft (1997), drei olympische Goldmedaillen (1996, 2000 und 2004) und drei Europameisterschaften (1994, 1996, 2002) gewinnen. Die DĂ€nische MĂ€nner-Handballnationalmannschaft kann zwar nicht an die Erfolge der Damen anknĂŒpfen, gehört aber dennoch zur Weltspitze im Handball. Die DĂ€nische Herren-Mannschaft konnte ihren gröĂten Erfolg bei einer Weltmeisterschaft im Jahre 1967 verbuchen, wo der Einzug in das Finale gelang. Jedoch unterlag man mit 11:14 dem Nationalteam der ÄSSR. Bei der Weltmeisterschaft 2009 belegte DĂ€nemark den dritten Rang. 2008 siegte die DĂ€nische Herrenmannschaft bei der Handball-Europameisterschaft und wurde Europameister. Den jĂŒngsten Erfolg verzeichneten die DĂ€nen bei der Weltmeisterschaft 2011 in Schweden, dort wurden sie Vizeweltmeister, das Finalspiel verloren sie gegen Frankreich mit 35:37. Die Handball-Europameisterschaft 2014 der Herren wird in DĂ€nemark ausgetragen.
Auch im Badminton können dĂ€nische Sportler seit langem Erfolge feiern. Einer der bekanntesten Spieler des Landes ist Peter Gade, der von 1998 bis 2001 die Weltrangliste anfĂŒhrte und jedes groĂe internationale Turnier gewann. Weitere bekannte Badminton-Spieler und -Spielerinnen aus DĂ€nemark sind Jens Eriksen, Morten Frost, Pernille Harder, Poul-Erik HĂžyer Larsen, Martin Lundgaard Hansen, Camilla Martin und Mette Schjoldager.
Bei Olympischen Spielen konnte DĂ€nemark 165 Medaillen erringen und liegt damit auf dem 24. Platz des Ewigen Medaillenspiegels. Dabei errang das Land 39 Gold-, 63 Silber- und 63 Bronzemedaillen. Mit einer Ausnahme wurde alle diese Medaillen bei Olympischen Sommerspielen gewonnen. Die einzige Medaille bei Winterspielen war eine Silbermedaille 1998 in Nagano im Curling.
DĂ€nemark wurde 2006 im eigenen Land Tischtenniseuropameister.
Der bekannteste dĂ€nische Beitrag im kulinarischen Bereich ist wahrscheinlich das SmĂžrrebrĂžd. Ăbersetzt bedeutet das Wort einfach Butterbrot. Ein SmĂžrrebrĂžd besteht aus einer Scheibe Brot (Vollkorn, Mischbrot oder Weizen), bestrichen mit einer dĂŒnnen Schicht Butter und den verschiedensten Zutaten. HĂ€ufig wird das Butterbrot reichlich mit Fisch belegt, aber auch alle Arten von KĂ€se, Wurst, Fleisch, Eiern und SoĂen werden gerne reichlich verwendet oder miteinander kombiniert. Ebenfalls bekannt ist der Hot Dog, der in DĂ€nemark mit roten WĂŒrstchen (pĂžlser) â kogt (gekocht) oder ristet (gebraten) â und mit dĂ€nischer Remoulade gegessen wird. AuĂerdem wird der dĂ€nische Hot Dog traditionell mit Röstzwiebeln und sĂŒĂ-sauer eingelegten GewĂŒrzgurken-Scheiben garniert. Ein ebenfalls bekanntes Gericht ist der Skipperlabskovs, eine dĂ€nische Variante des norddeutschen Labskaus. Remoulade wird oft zusammen mit Pommes frites gegessen, und auch mit Fisch, Salami, FrĂŒhlingsrollen u. a.
Als Nationalgericht gilt der klassische, bei niedriger Temperatur stundenlang mit Schwarte im Ofen gegarte Schweinebraten (FlĂŠskesteg).
Zu Weihnachten wird oft zum Dessert ris Ă lâamande (Mandelreis) gegessen. Er besteht aus zusammengerĂŒhrtem, kaltem Milchreis und Schlagsahne mit Vanillegeschmack und nur einer versteckten Mandel, die ein kleines Geschenk (mandelgave) auslöst.[44]
Bei den alkoholischen GetrĂ€nken ist besonders der Aquavit berĂŒhmt (Aalborg JubilĂ€umsakvavit), das dĂ€nische Bier (dĂ€n. Ăl) (bekannteste Marken Carlsberg, Tuborg, Faxe) und GlĂžgg. Eine Besonderheit in DĂ€nemark sind die Weihnachtsbiere, ein essentieller Bestandteil der juletid, der Vorweihnachtszeit. AngestoĂen wird hierbei mit dem Trinkspruch SkĂ„l. Im Unterschied zu den anderen skandinavischen LĂ€ndern ist in DĂ€nemark der Verkauf von Alkohol nicht einem staatlichen Monopol unterstellt, wie etwa im schwedischen Systembolaget. Dennoch sind die Steuern hoch und alkoholische GetrĂ€nke im europĂ€ischen Vergleich entsprechend teuer.
Die gesetzlichen Feiertage des Landes sind Neujahr (1. Januar), Ostern (GrĂŒndonnerstag bis Ostermontag), der Store Bededag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag sowie Weihnachten (25. Dezember). Der Tag der dĂ€nischen Verfassung am 5. Juni ist dagegen kein gesetzlicher Feiertag, jedoch haben GeschĂ€fte und öffentliche GebĂ€ude in der Regel geschlossen.[45]
Eine dĂ€nische Besonderheit ist der Store Bededag. Anstatt im FrĂŒhling mit vielen Feiertagen verschiedener Heiliger zu gedenken, begehen die DĂ€nen am vierten Freitag nach Ostern den Store Bededag, mit dem sie alle Heiligen und Geistlichen ehren. Dieser Feiertag wurde im 18. Jahrhundert von Graf Johann Friedrich von Struensee eingefĂŒhrt.
HomosexualitĂ€t ist in DĂ€nemark gesetzlich und gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. 1989 hat DĂ€nemark als erstes Land der Welt zivilrechtliche Partnerschaften fĂŒr Homosexuelle eingefĂŒhrt.
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