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Die Königsstadt (auch Königsviertel, Königsvorstadt, Georgenvorstadt), seit 1873 offiziell Königstadt, war ein historischer Stadtteil von Berlin, der in den heutigen Ortsteilen Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain aufgegangen ist.
Aufgrund der schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg, des anschließend teils neuen Zuschnitts der Straßen und der starken Bebauung mit moderner Architektur, die nicht den traditionellen Berliner Blockstrukturen folgt, ist die einstige städtebauliche Einheit des historischen Kerns der Königsstadt nordöstlich des Alexanderplatzes heute nicht mehr zu erkennen. Die Bezeichnung Königsstadt bzw. Königsviertel war lange Jahre aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verschwunden, einige historische Bauten behielten es jedoch in ihrem Namen. Mit der Fertigstellung eines neuen Hochhaus-Komplexes an der Mollstraße Ecke Otto-Braun-Straße Ende 2010 wurde der historische Name auf diese Ecke übertragen, die nun Königstadt-Carrée heißt.
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Die Königsstadt entstand vor dem alten Königstor (bis 1701 Georgentor, noch früher Oderberger Tor) der mittelalterlichen Berliner Stadtmauer bzw. der memhardt'schen Festungsanlage aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Sie war ursprünglich als Georgenvorstadt bekannt und hatte sich um das dort gelegene, 1272 erstmals urkundlich erwähnte Georgenhospital gebildet. Als mittlere und kleinste der drei Vorstädte des mittelalterlichen Berlins lag sie südöstlich der Spandauer Vorstadt und nordwestlich der Stralauer Vorstadt.
Die Bezeichnungen Königsstadt bzw. Königstor wurden gebräuchlich, nachdem der erste preußische König Friedrich I. nach seiner Krönung in Königsberg 1701 durch Vorstadt und dieses Tor in seine Residenz eingezogen war.
Die Grenze zur Stralauer Vorstadt verlief um 1800 entlang der Contrescarpe (heute Alexanderstraße), Sandgasse (heute Jacobystraße), Kurzen Straße (existiert nicht mehr), Baumgasse (später Elisabethstraße, existiert nicht mehr) bis zum früheren Standort der Palisadenbewehrung (heute Palisadenstraße). Die Grenze zur Spandauer Vorstadt zog sich entlang der Prenzlauer Straße (heute Karl-Liebknecht-Straße) bis zum Prenzlauer Tor der Berliner Zollmauer (heute in Höhe der Tor- bzw. Mollstraße). Im Nordosten reichte die Königsstadt anfänglich bis zum Bernauer Tor (später: Neues Königstor, am heutigen Platz am Königstor) der Zollmauer.
Das fächerförmige Straßenmuster der Königsstadt wurde bestimmt von den Fernhandelsstraßen, die nach Prenzlau (Prenzlauer Straße, heute Karl-Liebknecht-Straße und Prenzlauer Allee) sowie Altlandsberg (Landsberger Straße, heute nicht mehr existente westliche Verlängerung der Landsberger Allee) führten. Zwischen beiden lag die Straße nach Greifswald (Bernauer Straße bzw. Neue Königsstraße, heute Otto-Braun-Straße sowie Greifswalder Straße). Alle drei Ausfallstraßen begannen auf dem Platz vor dem Königstor, dem heutigen Alexanderplatz.
1831 wurden große vorgelagerte Flächen jenseits der Zollmauer nach Berlin eingemeindet. Die Königsstadt erstreckte sich seitdem bis zur neuen Berliner Stadtgrenze zu Weißensee und Wilhelmsberg bei Hohenschönhausen. Auf dieser Gebietserweiterung entstanden unter anderem der Volkspark Friedrichshain, das Bötzowviertel und das Winsviertel. Die Einwohnerzahl des Stadtteils Königsviertel (so der amtliche Name der Königsstadt im 19. Jahrhundert) stieg von 41.713 im Jahre 1867 bis auf 197.518 im Jahre 1910.[1]
Bei der Bildung von Groß-Berlin im Jahre 1920 kam der größte Teil der Königsstadt zum Bezirk Prenzlauer Berg. Das Gebiet zwischen dem Alexanderplatz und der heutigen Mollstraße kam zum Bezirk Mitte, während der Volkspark Friedrichshain und das Viertel um die Petersburger Straße dem Bezirk Friedrichshain zugeordnet wurden.
52.524369444413.4237472222Koordinaten: 52° 31′ N, 13° 25′ O