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| Kętrzyn | ||||
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| Basisdaten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Staat: | Polen | |||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |||
| Landkreis: | Kętrzyn | |||
| Fläche: | 10,3 km² | |||
| Geographische Lage: | 54° 5′ N, 21° 23′ O54.083333333321.3833333333Koordinaten: 54° 5′ 0″ N, 21° 23′ 0″ O | |||
| Höhe: | 105 m n.p.m | |||
| Einwohner: |
27.515 | |||
| Postleitzahl: | 11-400 bis 11-409 | |||
| Telefonvorwahl: | (+48) 89 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | NKE | |||
| Wirtschaft und Verkehr | ||||
| Straße: | DW591 Michałkowo-Mrągowo | |||
| DW592 Bartoszyce-Giżycko | ||||
| DW594 Bisztynek-Kętrzyn | ||||
| Schienenweg: | Ełk–Olsztyn | |||
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |||
| Kaliningrad | ||||
| Gemeinde | ||||
| Gemeindeart: | Stadtgemeinde | |||
| Fläche: | 10,3 km² | |||
| Einwohner: |
27.515 | |||
| Bevölkerungsdichte: | 2661 Einw./km² | |||
| Gemeindenummer (GUS): | 2808011 | |||
| Verwaltung (Stand: 2011) | ||||
| Bürgermeister: | Krzysztof Hećman | |||
| Adresse: | ul. Wojska Polskiego 11 11-400 Kętrzyn | |||
| Webpräsenz: | www.ketrzyn.com.pl | |||
Kętrzyn
[ˈkɛnʧɨn](bis 1950 polnisch Rastembork, deutsch Rastenburg), ist eine Kreisstadt in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Inhaltsverzeichnis |
Kętrzyn liegt in der Region der historischen Provinz Ostpreußen, rund 90 km südöstlich der Stadt Kaliningrad (Königsberg) der russischen Exklave Oblast Kaliningrad und 200 km nördlich der polnischen Landeshauptstadt Warschau.
| Monat | Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Durchschnittstemperatur[3] [°C] | -6 | -5 | 1 | 8 | 13 | 16 | 17 | 17 | 13 | 8 | 1 | -3 |
1329 wurde hier von der Komturei Balga des Deutschen Ordens eine hölzerne Prußen-Festung zum Rasten übernommen und über der Guber ein Ordenshaus angelegt. 1399 wird der Ort als Rastekaym erwähnt. Der Name leitet sich von prußisch „raistan“ (Moosbruch)/ „rast“ (Pfahl) und „caymis, keims“ (Dorf) ab und bedeutet frei übersetzt Pfahlbau-Dorf im Moosbruch.[4] Diese Rastenburg, die als Grenzposten Schutz vor den Angriffen der Litauer gewähren sollte, war nur Teil einer Kette von Burgen, die von Ragnit über Insterburg bis nach Allenstein und Osterode führte.
1345 und 1347 griffen die Litauer unter Algirdas und Kęstutis die neue Burg an, plünderten sie und brannten sie nieder. Die Reimchronik des Wigand von Marburg beinhaltet Klagelieder zu den damaligen Ereignissen.
Auf Grund der überaus günstigen Lage für den Orden baute man die Burg jedes Mal neu auf. Das neue Ordenshaus erhielt ein besonders schönes Tor, der Remter wurde nach dem Vorbild der Marienburg ausgemalt. 1350 wurde eine Wehrmauer errichtet. 1357 wurden der Ortschaft die Stadtrechte von dem Komtur von Balga, Henning Schindekopf, zuerkannt. 1370 war die Ortschaft aber schon zu klein und man errichtete eine Neustadt. Die Burg war in der Folgezeit Sitz eines Pflegers der Komturei Balga. Ab 1410 unterstand der Pfleger direkt dem Hochmeister mit der Zuständigkeit für die Verwaltung der Gebiete Rastenburg, Rhein und Leunenburg, mit der kurzen Ausnahme der Jahre 1418–1422, wo die Burg zur Komturei Rhein gehörte. Michael Küchmeister von Sternberg (Hochmeister ab 1414) und Paul von Rußdorf (Hochmeister ab 1422) waren Pfleger in der Rastenburg. Letzterer erbat sich sogar 1440 vom Ordenskonvent die Rastenburg mit den damals vorhandenen Weinbergen zum Leibgedinge, denn damals wurde hier wie in den Gegenden vor Leunenburg, Rhein, Hohenrade im Kreis Königsberg, in Tapiau und auch bei Thorn Wein angebaut. 1440 trat Rastenburg dem „preußischen Bund“ bei.
Zu Beginn des Ständekrieges (1454–1466) standen die Bürger auf der Seite des Preußischen Bundes und gegen den Orden, der sich in der Rastenburg verschanzt hatte. 1461 schloss man einen Waffenstillstand, und im Frieden von Thorn 1466 kam Rastenburg an den Orden zurück.
In Rastenburg stand das älteste preußische Regiment in Garnison, das 1626 gegründete Grenadier-Regiment „König Friedrich der Große“ (3. Ostpreußisches) Nr. 4.
Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts galt Rastenburg als drittreichste Stadt in (Ost-) Preußen nach Königsberg und Memel mit einem zu versteuernden Vermögen, das auch 1.067 Hufen (à ca. 16,5 ha) umfasste. Durch Naturkatastrophen, Stadtbrände und Plünderungen in den Kriegen der Nachordenszeit sowie die Pest ging der Reichtum allerdings verloren. Auf der Vermögensliste des Herzogtums rangierte Rastenburg 1698 nur an sechster Stelle. Allerdings hatte die Stadt das Glück, dass die Befestigungsanlagen dem Ansturm der Tataren 1656 standhielten und dass die große Pest 1709–1711 die Einwohner verschonte.
Seit Anfang des 18. Jahrhunderts existierte der durch Veränderung der Verwaltungsstruktur entstandene Landkreis Rastenburg mit einem Landrat an der Spitze. Er umfasste die Hauptämter Bartenstein, Rastenburg, Barten sowie das Erbamt Gerdauen. Die bis 1945 geltende Landkreiseinteilung beruhte im Wesentlichen noch auf der großen preußischen Verwaltungsreform von 1818.
In den Jahren 1867/68 wurde Rastenburg durch die Bahnstrecke Königsberg–Lyck an das Netz der Ostpreußischen Südbahn angeschlossen. Zur weiteren Erschließung des Umlandes entstanden ab 1898 die Rastenburg–Sensburg–Lötzener Kleinbahnen. In den Jahren 1907/08 baute die Preußische Staatsbahn die Strecken nach Angerburg und nach Heilsberg.
Die Rastenburger Häuser waren mit roten Ziegeln gedeckt, worauf die Redensart „Er glüht wie ein Rastenburger“ zurückgeht. Über die St. Georgenkirche seiner Heimatstadt schrieb Arno Holz im „Kinderparadies“ seines Phantasus:
<poem> landfernhin schauenden, landfernhin lugenden, landfernhin sichtbaren Burgbelfriedtürme der massig, der mächtig, der wuchtig der strumtrotzig, ehrwürdig, bollwerkkühn, letztzufluchtstark stolzen, felsteinuntermauerten, ziegelstumpfbraunrötlichen berghügelkrönenden, strebepfeilerigen, sternkreuzgewölbigen, buntfensterigen Sankt Georgenkirche. </poem>
Im Ersten Weltkrieg war Rastenburg knapp zwei Wochen lang von russischen Streitkräften besetzt. Dabei gab es aber nur geringe Schäden, lediglich das Offizierskasino brannte ab.
Ab September 1940 wurde unweit von Rastenburg im Mauerwald (Mamerki) nahe dem kleinen Ort Görlitz (Gierłoż) unter höchster Geheimhaltung das Hauptquartier „Wolfsschanze“ in Vorbereitung des Krieges im Osten angelegt, wobei man vorgab, Anlagen für die Chemischen Werke Askania zu bauen. Hitler hielt sich vom 24. Juni 1941 bis zum 30. November 1944 an rund 800 Tagen in der Wolfsschanze auf. Am 24. Januar 1945 wurde die gesamte Anlage von deutschen Pioniertruppen gesprengt. Die Reste der Wolfsschanze sind heute ein Freilichtmuseum.
Der Zweite Weltkrieg brachte erhebliche Zerstörungen, die jedoch vornehmlich nach der Besetzung eintraten. Die gesamte deutschsprachige Bevölkerung der Stadt wurde im Rahmen der Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkrieges und danach durch sowjetische Soldaten vertrieben oder ermordet.
1950 wählten die Polen als neue Bezeichnung für die Stadt, die sie bis dahin Rastembork genannt hatten, den Namen eines polnisch-nationalistischen Historikers. Er lebte von 1838 bis 1918, hieß ursprünglich Adalbert von Winkler und war Sohn eines preußischen Gendarmen. Später nahm er den kaschubisch-slawischen Vaternamen seiner Vorfahren an und nannte sich nun Wojciech Kętrzyński. Er wirkte lange Jahre als Wissenschaftler am Ossolinski-Institut in Lemberg und engagierte sich als nationalistischer Propagandist für ein polnisches Masurentum.
Im Bildungswesen stand Rastenburg unter den ostpreußischen Städten mit an erster Stelle. Mit der Herzog-Albrechts-Schule von 1546 hatte die Stadt eines der ältesten Gymnasien in Ostpreußen. Außer diesem Gymnasium mit Realschule bestanden eine städtische Berufsschule, eine staatlich anerkannte städtische Haushaltungsschule, eine städtische Handels- und Höhere Handelsschule, zwei städtische Volksschulen und eine Landwirtschaftsschule. 1908 wurde die Hindenburg-Schule eingerichtet, die aus der 1897 von der Stadtschule abgezweigten Höheren Töchterschule hervorgegangen war. 1909 beschlossen die städtischen Körperschaften ihren Ausbau zum Oberlyzeum. Fremdsprachen waren Englisch und Französisch. Nach Einrichtung der Oberstufe bestanden 1928 die ersten 26 Schülerinnen das Abitur. In jenem Jahr wurde die Schule von 399 Schülerinnen besucht.[5]
Die Einwohnerzahlen[6] von Kętrzyn:
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¹ davon 12.720 Evangelische, 855 Katholiken, 8 sonstige Christen und 109 Juden
Unter Pferdekennern war Rastenburg bekannt für sein Landgestüt, das neben denen in Braunsberg, Marienwerder und Georgenburg und zusammen mit dem Hauptgestüt in Trakehnen maßgeblichen Anteil an dem Erfolg der ostpreußischen Warmblutzucht hatte. Es befand sich östlich des Oberteichs nahe der Kreuzung der Straßen nach Lötzen und nach Barten und wurde 1877 eingerichtet. Das Gestüt unterstand nicht mehr dem Landstallmeister in Trakehnen, auch wenn es seinen Hengstbestand aus Trakehnen bekam, sondern es sollte selbständig den südöstlichen Teil der Provinz mit Landbeschälern versorgen. Im Jahr 1938 standen hier 113 Warmbluthengste und 4 Vollbluthengste, die in jenem Jahr 7.078 Stuten deckten (von 43.856 in ganz Ostpreußen) Nur wenige Tiere konnten vor der Eroberung Ostpreußens durch die Rote Armee in den Westen des Reichs gerettet werden. Die ca. 100 Hengste, die zunächst in den Gestüten bei Dresden und Halle (Saale) untergekommen waren, traten bald nach der sowjetischen Besetzung den Weg nach Russland an. Letzter deutscher Landstallmeister in Rastenburg war (seit 1937) Dr. Wilhelm Uppenborn.
In den Eishockey-Mannschaften des Vereins für Leichtathletik und des Rastenburger Sportvereins waren die Schüler der Herzog-Albrechts-Schule stark vertreten. Der VfL Rastenburg nahm 1930, 1933 und 1934, der SV Rastenburg 1934, 1935, 1937, 1938 und 1939 an den deutschen Meisterschaften teil.[7] Die VfL-Mannschaft wurde 4. der Deutschen Eishockey-Meisterschaft 1933 und gewann 1934 ein Spiel gegen die Kanadische Eishockeynationalmannschaft.
Kętrzyn unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
Die Stadt Kętrzyn ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Landgemeinde (gmina wiejska) Kętrzyn, gehört ihr aber als eigenständige Stadtgemeinde nicht an. Die Landgemeinde zählt 8.148 Einwohner (2007[11]) auf einer Fläche von 285,73 km² und gliedert sich in folgende 23 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[12]:
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Die Landgemeinde umfasst weitere 56 Dörfer, die nicht den Status eines Ortsteils (sołectwo) haben:
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Barciany (Barten) | Kętrzyn (Rastenburg) | Kętrzyn-Land | Korsze (Korschen) | Reszel (Rößel) | Srokowo (Drengfurth)