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| KPMG International Cooperative | |
|---|---|
| Rechtsform | Genossenschaft[1] schweizerischen Rechts |
| Gründung | 1986 (einzelne Gesellschaften ab 1870) |
| Sitz | Zug, Schweiz[1] (Hauptverwaltung: Toronto, Kanada)[2] |
| Leitung | Michael J. Andrew (Chairman) |
| Mitarbeiter | 145.000 (GJ 2011) |
| Umsatz | 20,63 Mrd. USD (GJ 2009/2010) |
| Website | www.kpmg.com |
Die KPMG International Cooperative (auch KPMG International) ist ein globales Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- bzw. Managementberatung.
Der Name des Unternehmens geht zurück auf seine Gründer Klynveld Peat Marwick Goerdeler. Mit rund 145.000 Mitarbeitern an Standorten in 152 Ländern und insgesamt 20,63 Milliarden USD Umsatz (2010) gehört KPMG zu den sogenannten Big Four unter den internationalen Prüfungsgesellschaften. Die europäische Konzernobergesellschaft KPMG Europe LLP ist mit 32.800 Mitarbeitern an mehr als 120 Standorten und 4,065 Milliarden EUR Umsatz (2010) die größte europäische Prüfungsgesellschaft. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 8.400 Mitarbeiter an 24 Standorten; im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 betrug der Umsatz 1,201 Milliarden EUR.[3]
Inhaltsverzeichnis |
KPMG entstand durch Fusion rechtlich selbstständiger und unabhängiger Prüfungs- und Beratungsgesellschaften aus den Niederlanden, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Deutschland. Die Buchstaben geben jeweils einen Hinweis auf die Gründer und Vorsitzenden dieser Gesellschaften:
Die Geschichte des Unternehmens geht bis auf das Jahr 1870 zurück, als William Barclay Peat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „William Barclay Peat & Co.“ in London ins Leben rief.[4] 1890 wurde die erste deutsche Prüfungsgesellschaft, die „Deutsch-Amerikanische Treuhand-Gesellschaft“ gegründet. Ab 1892 firmierte diese als „Deutsche Treuhand-Gesellschaft“ (DTG). Im Jahr 1911 schlossen sich William Barclay Peat & Co. und Marwick Mitchell & Co. zusammen. Das neue Unternehmen wurde später als Peat Marwick International (PMI) bekannt.
1979 schlossen sich Klynveld mit der Deutschen Treuhand-Gesellschaft (DTG) und McLintock Main Lafrentz zur Prüfungsgesellschaft Klynveld Main Goerdeler (KMG) zusammen.
1986 fusionierten PMI und KMG in der ersten Mega-Fusion der großen Prüfungsgesellschaften. Das neue Unternehmen erhielt 1987 den Namen „KPMG“. Zehn Jahre danach, 1997, verhandelten KPMG und Ernst & Young über einen Zusammenschluss. Dies wurde allgemein als Reaktion auf den kurz zuvor erfolgten Merger von Price Waterhouse und Coopers & Lybrand zu PricewaterhouseCoopers angesehen. Während der PricewaterhouseCoopers-Merger von den Regulierungsbehörden genehmigt wurde, beendeten KPMG und Ernst & Young ihre Fusionsgespräche im Oktober 1997, ohne dass es zu einem Zusammenschluss kam.
Um die sich auch auf Deutschland auswirkenden Unabhängigkeitsforderungen des Sarbanes Oxley Acts in den USA zu erfüllen, trennte sich KPMG Deutschland 2002 vollständig von der Beteiligung an der KPMG Consulting AG und verkaufte die Aktienanteile an die KPMG Consulting, Inc. USA, die seitdem als BearingPoint agiert. Im selben Jahr verkaufte KPMG den Bereich Actuarial Services an die Mercer Human Resource Consulting GmbH. Zudem wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2003 die Trennung von der Rechtsanwaltsgesellschaft Beiten Burkhardt vollzogen.
2002 nahm KPMG Deutschland mit der deutschen Landesgesellschaft von Arthur Andersen Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss auf. In anderen Ländern fusionierten die jeweiligen KPMG-Landesgesellschaften zum Teil mit der dortigen Arthur-Andersen-Landesgesellschaft. Arthur Andersen Deutschland hingegen schloss sich im September 2002 mit Ernst & Young zusammen.
2003 gab KPMG in Deutschland fünf Niederlassungen auf (Chemnitz, Erfurt, Magdeburg, Rostock, Schwerin). 2004 wurde der Standort Jena eröffnet, 2008 kamen Halle und Dortmund dazu. Heute (Stand November 2011) ist KPMG in Deutschland an 24 Standorten vertreten.
Seit dem 1. Oktober 2008 firmiert KPMG in Deutschland unter dem Namen KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
KPMG International Cooperative („KPMG International“) ist die koordinierende Obergesellschaft des weltweiten KPMG-Netzwerks.
Sämtliche nationalen KPMG-Gesellschaften sind mit diesem Unternehmen verbunden, das unter anderem für die strategische Ausrichtung und Markenentwicklung verantwortlich ist.
KPMG Europe LLP („KPMG Europe“) ist die koordinierende Obergesellschaft des KPMG-Netzwerks in Europa und Saudi Arabien.
Die Mitgliedsunternehmen aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz schlossen sich am 1. Oktober 2007 zur „KPMG Europe LLP“ zusammen. Die Konzerngesellschaft ist in London registriert, der Hauptsitz ist in Frankfurt am Main. Co-Chairmen sind Rolf Nonnenmacher und John Griffith-Jones.
Zum 1. Oktober 2008 schloss sich KPMG in Spanien der KPMG Europe LLP an, 2009 folgte KPMG in Belgien (Der Geschäftsbereich Audit von KPMG in Belgien ist nicht Teil der KPMG Europe LLP.). Am 1. Oktober 2009 sind zusätzlich die Landesgesellschaften Luxemburgs, der Niederlande, der Türkei und einige der GUS (Russland, Ukraine, Kasachstan, Kirgisistan, Georgien und Armenien) beigetreten.[5] Ende 2010 entschieden sich auch KPMG in Norwegen und in Saudi Arabien dazu, der KPMG Europe LLP beizutreten.[6]
| Landesgesellschaft | Mitarbeiter | Umsatz (Mio. EUR) |
|---|---|---|
| KPMG Deutschland | 8.400 | 1.187 |
| KPMG Schweiz | 1.600 | 352 |
| KPMG Österreich | 1.100 | 153 |
| KPMG Spanien | 2.300 | N.N. |
| KPMG Frankreich | 7.300 | N.N. |
| KPMG Italien | 3.000 | N.N. |
| KPMG Schweden | 1.600 | N.N. |
| KPMG Dänemark | 1.400 | N.N. |
| KPMG Portugal | 700 | N.N. |
| KPMG Polen | 1.200 | N.N. |
| KPMG Irland | 1.750 | N.N. |
| KPMG Israel | 950 | N.N. |
| KPMG Saudi-Arabien | 450 | N.N. |
| KPMG Jordanien | 90 | N.N. |
| KPMG Pakistan | 1.100 | N.N. |
| KPMG Bahrain | 300 | N.N. |
| KPMG Vereinigte Arabische Emirate | 750 | N.N. |
| KPMG Taiwan | 1.800 | N.N. |
| KPMG Neuseeland | 800 | N.N. |
| KPMG Südafrika | 3000 | N.N. |
| KPMG Mexiko | 2.300 | N.N. |
| KPMG Australien | 5.200 | N.N. |
| KPMG Indien | 4.800 | N.N. |
| KPMG Brasilien | 4.000 | N.N. |
| KPMG Türkei | 500 | N.N. |
| KPMG Russland/GUS | 3.000 | N.N. |
| KPMG China | 9.000 | N.N. |
| KPMG Belgien | 800 | N.N. |
| KPMG Niederlande | 3.600 | 635 |
| KPMG Luxemburg | 1.100 | N.N. |
| KPMG UK | 10.000 | N.N. |
| KPMG USA | 23.900 | N.N. |
| KPMG Kanada | 5.000 | N.N. |
| KPMG Norwegen | 900 | N.N. |
Ebenso wie auch andere Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geriet KPMG als Abschlussprüfer wiederholt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, wenn sich bei Unternehmen im Nachhinein Bilanzierungsfehler aufgrund von Manipulationen durch das Top-Management gezeigt haben. Vorwürfe, in Einzelfällen die Abschlussprüfung nicht ordnungsgemäß vorgenommen zu haben oder sogar in Manipulationen eingebunden zu sein, hat KPMG stets zurückgewiesen.[21]
In der BAWAG-Affäre testierte KPMG die Bilanzen des Unternehmens. Der vorher aus dem Unternehmen ausgeschiedene Wirtschaftsprüfer wurde wie die anderen Angeklagten im Juli 2008 schuldig gesprochen und legte gegen das Urteil Rechtsmittel ein.
Anfang 2005 wurde der US-amerikanischen Gesellschaft KPMG LLP und einer Vielzahl hochrangiger Mitarbeiter die Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar vorgeworfen. Die Klage wurde 2007 fallen gelassen, nachdem KPMG die Auflagen in einer Vereinbarung über die Aussetzung der Strafverfolgung erfüllt hatte; im Rahmen dieser Vereinbarung räumte KPMG betrügerisches Verhalten ein, und stimmte einer Zahlung von 456 Millionen US-Dollar zu.[22]
Das Unternehmen erhielt 2005 den Negativpreis Public Eye Award.
Im Skandal um die Bilanzfälschungen bei der Banco Nacional in Brasilien wurde der verantwortliche Prüfer der KPMG, Marco Aurélio Diniz Maciel, 2007 schuldig gesprochen.