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KZ Neuengamme

Lage des KZ in Hamburg
Luftaufnahme der britischen Armee vom 16. April 1945

Das Konzentrationslager (KZ) Neuengamme, in Hamburg-Neuengamme am östlichen Rand der Stadt bei Bergedorf an der heutigen BAB-25-Ausfahrt Curslack gelegen, wurde 1938 zunĂ€chst als Außenlager des KZ Sachsenhausen errichtet und seit 1940 als selbstĂ€ndiges Konzentrationslager mit mindestens 86 Außenlagern, bis an die dĂ€nische Grenze, gefĂŒhrt. Die HĂ€ftlinge mussten Zwangsarbeit fĂŒr die auf dem GelĂ€nde befindliche der NSDAP gehörenden Ziegelei, in der RĂŒstungsindustrie und beim Bau militĂ€rischer Anlagen (Friesenwall) leisten.

Von den bis 1945 dort gefangen gehaltenen ca. 100.000 Menschen aus Deutschland (9 %) und den besetzten LĂ€ndern (91 %) verloren mindestens 50.000 Menschen in der Folge der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen (die „Vernichtung durch Arbeit“), durch direkte Morde (so wurden etwa 1942 bei zwei Tötungsaktionen sowjetische Kriegsgefangene mit dem Gas Zyklon B ermordet) und als Opfer der LagerrĂ€umungen ihr Leben.

Die SS begann ab dem 20. April 1945, das KZ Neuengamme aufzulösen. Bei diesen TodesmÀrschen unmittelbar vor Kriegsende starben viele der völlig entkrÀfteten HÀftlinge. Am 3. Mai 1945 verloren annÀhernd 7.000 HÀftlinge durch die Bombardierung der Cap Arcona und der Thielbek ihr Leben. Am 4. Mai 1945 fanden britische Truppen das Konzentrationslager gerÀumt vor.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Konzentrationslagers Neuengamme

Entstehung des KZ

Mahnmal am ehemaligen KZ
Neugestaltung des ehemaligen Stammlagers

Das SS-Unternehmen Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH nahm 1938 Kaufverhandlungen mit der Stadt Hamburg ĂŒber ein 50 Hektar großes GelĂ€nde in Neuengamme auf. Dort befanden sich eine seit Jahren stillgelegte Ziegelei und FlĂ€chen, die sich zum Abbau von Ton eigneten. Die Vertragspartner erzielten eine Übereinkunft, die die Errichtung eines Konzentrationslagers, finanziert durch die Stadt, und die Lieferung von jĂ€hrlich 20 Millionen Ziegeln fĂŒr die Neugestaltung des Elbufers umfasste. Ab dem 12. Dezember 1938 wurde der Betrieb der Ziegelei mit 100 HĂ€ftlingen des Konzentrationslagers Sachsenhausen aufgenommen, die von 40 SS-MĂ€nnern aus dem KZ Buchenwald bewacht wurden.

Einige Monate nach Kriegsbeginn begann der Ausbau des KZ Neuengamme zu einem eigenstÀndigen Konzentrationslager.

Nach der Besichtigung durch Heinrich Himmler im Januar 1940 wurde die Produktion von Ziegeln fĂŒr die FĂŒhrerbauten am Elbufer als die wichtigste Aufgabe des Lagers festgelegt. DafĂŒr sollte eine grĂ¶ĂŸere Ziegelei auf dem GelĂ€nde, ein Bahnanschluss, ein Stichkanal zur Doven Elbe, die Dove Elbe flussabwĂ€rts verbreitet und ein neues Hafenbecken gebaut werden.

Ab dem FrĂŒhjahr 1940 war das KZ Neuengamme ein selbstĂ€ndiges Konzentrationslager. Die HĂ€ftlinge mussten, von der SS angetrieben, ein neues Lager bauen. Ende des Jahres arbeiteten bereits 2.900 HĂ€ftlinge im Stammlager. Neben dem Lagerbau wurden die HĂ€ftlinge in die Arbeitskommandos „Dove Elbe“ und „Klinkerwerk“ eingeteilt und es wurde begonnen, die ersten Tongruben aufzudecken.[1][2] Bis Ende des Jahres wurden bereits 430 tote HĂ€ftlinge verzeichnet.[3]

1941

Die Arbeits- und Lebensbedingungen und der scheinbar unaufhaltsame Vormarsch der Wehrmacht an allen Fronten zermĂŒrbte die HĂ€ftlinge, die sich durch neu eingewiesene HĂ€ftlinge einen guten Überblick ĂŒber die aktuellen Kriegsgeschehnisse verschaffen konnten, zunehmend. 1941 mussten die Insassen in allen Kommandos zwölf Stunden arbeiten, das Strafmaß wurde heraufgesetzt. Die ersten polnischen HĂ€ftlinge wurden zur Arbeit im LagerbĂŒro eingeteilt. Im Sommer 1941 wurde ein HĂ€ftlingsorchester eingerichtet, das aus 20 Personen bestand.

Im April 1941 wurden 1002 HĂ€ftlinge aus dem KZ Auschwitz nach Neuengamme ĂŒberstellt.[3] Am 24. September 1941 kamen die ersten Belgier (280 Mann aus dem Fort Huy) und am 19. Dezember die ersten HollĂ€nder (270 Mann aus dem KZ Amersfoort), Kommunisten, sowie Mitglieder anderer linksgerichteter Parteien in Neuengamme an. Die Neuankömmlinge konnten den Lebensbedingungen im KZ kaum körperlichen Widerstand entgegensetzen, so dass viele von ihnen bereits nach wenigen Monaten an EntkrĂ€ftung starben. Wenige wurden zu leichteren Arbeiten herangezogen und konnten im BaubĂŒro oder im HĂ€ftlingsrevier als SanitĂ€ter[4] ihr Leben fristen.

Entgegen den Bestimmungen der Haager Konvention wurden im Oktober 1941 fast 1.000 sowjetische Kriegsgefangene in das KZ Neuengamme gebracht. Sie wurden in einer separaten und ĂŒberfĂŒllten Baracke isoliert. Diese Kriegsgefangenen wurden hauptsĂ€chlich durch Verhungern ermordet. Zuvor waren 43 sowjetische Offiziere, die aus einem Kriegsgefangenenlager in der LĂŒneburger Heide nach Neuengamme ĂŒberstellt wurden, in der Nacht ihrer Ankunft im August 1941 an der KlĂ€ranlage erschossen worden.[3]

Im November und Dezember kamen erneut Transporte belgischer und hollĂ€ndischer HĂ€ftlinge in das KZ. Das Krankenrevier war wie das ganze Lager ĂŒberlastet, in der Folge breitete sich eine Fleckfieberepidemie aus.[5] Im Verlauf des Jahres 1941 wurden 434 tote HĂ€ftlinge verzeichnet.[3]

1942

In der Folge der 1941 ausgebrochenen Epidemie wurde das gesamte Lager unter QuarantĂ€ne gestellt. In den ersten sechs Wochen wurden durch die Lagerverwaltung keine nennenswerten Schritte zur Überwindung der Epidemie unternommen. SpĂ€ter wurden der Duschraum und die Entlausungsanstalt fertig gestellt. Nachdem die HĂ€ftlinge die Baracken mit Papier abgedichtet hatten, wurden die RĂ€ume mit Zyklon B begast. Erst mit der Inbetriebnahme der Dusch- und Entlausungsanlagen Ende MĂ€rz 1942 konnte die Epidemie, an der etwa 1.000 HĂ€ftlinge starben, eingedĂ€mmt werden. [6]

Zwischen 1941 und Anfang 1942 begannen erste Tötungen nicht arbeitsfĂ€higer HĂ€ftlinge durch Phenolspritzen. Diese Methode wurde zuerst durch RottenfĂŒhrer Bahr und SS-UnterscharfĂŒhrer Breuning im sowjetischen Kriegsgefangenenlager angewandt. Der SS-Arzt Dr. Nommensen selektierte alle nicht mehr fĂŒr das KZ Dachau benötigten HĂ€ftlinge aus. Unter dem Vorwand, eine Röntgenuntersuchung durchzufĂŒhren, wurden die HĂ€ftlinge ins Krankenrevier bestellt und getötet.

Ab April 1942 wurden 500 Neuengammer HĂ€ftlinge zum Aufbau des KZ Arbeitsdorf ĂŒberstellt, der Lagerkommandant Martin Gottfried Weiß fĂŒhrte die Konzentrationslager Neuengamme und Arbeitsdorf zunĂ€chst in Personalunion.[7]

Ab dem 3. Juni 1942 mussten die HÀftlinge auf Anweisung von Gerhard Maurer auch Sonntagvormittag arbeiten, so dass nur der Sonntagnachmittag arbeitsfrei war. Um die ArbeitsproduktivitÀt zu erhöhen, ordnete das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (SS-WVHA) an, die Sterblichkeit in den Lagern deutlich zu senken. ZunÀchst erhielten alle HÀftlinge mehr Nahrung. Ab September entstand neben dem Lager ein ganzer Industriekomplex folgender Firmen:

  • Jastram, KriegsmarineausrĂŒstung, vor allem Motoren und Torpedos
  • Messap, Produktion von ZeitzĂŒndern
  • Walther-Werke, Herstellung automatischer Gewehre

Ende Juni 1942 wurden die 348 ĂŒberlebenden der 1000 sowjetischen Kriegsgefangenen in das KZ Sachsenhausen ĂŒberstellt. Von Juni bis September 1942 wurden 700 arbeitsunfĂ€hige HĂ€ftlinge in das KZ Dachau ĂŒberstellt. In der zweiten JahreshĂ€lfte wurden 6.800 HĂ€ftlinge aus Konzentrationslagern und der Gestapo nach Neuengamme eingeliefert. Im September wurden im Bunker 197 und im November 251 sowjetische HĂ€ftlinge mit Gas umgebracht. Im Herbst 1942 wurden die jĂŒdischen HĂ€ftlinge in das KZ Auschwitz ĂŒberstellt.[8]

Am 1. September löste Max Pauly, ein Kaufmann, den Lagerkommandanten Martin Gottfried Weiß, der ins KZ Dachau abkommandiert wurde, ab. Mit diesem Wechsel war ein Funktionswechsel des KZ Neuengamme verbunden. In dem neben den Lager entstehenden Industriekomplex wurde die Produktion des Schnellladegewehrs G 43, die allerdings erst 1944 in vollem Umfang begonnen werden konnte, vorbereitet. Dies umfasste auch die Produktionsvorbereitung zum Bau der Pistole P 38 mit der bereits im FrĂŒhjahr 1943 begonnen werden konnte. In dem Barackenkomplex erfolgte durch die SS-eigenen „Deutschen AusrĂŒstungswerke“ die Herstellung von AusrĂŒstungsgegenstĂ€nden wie beispielsweise Tarnnetze und PatronenkĂ€sten. Im Bestreben RĂŒstungsgĂŒter mit HĂ€ftlingen herzustellen, kam es zu gewissen Lockerungen der VerhĂ€ltnisse, die allerdings durch die verschlechterten ErnĂ€hrungsverhĂ€ltnisse konterkariert wurden.[9].

Im Oktober 1942 wurde der Arrestbunker zu einer provisorischen Gaskammer umgerĂŒstet; dafĂŒr wurden die Fenster mit Stahlblenden versehen, im Dach sechs Einwurf-Rohre eingelassen und ein Ventilator installiert. Kurz darauf wurden 197 sowjetische Kriegsgefangene - teils schwer Versehrte - durch Zyklon B ermordet. Vier Wochen spĂ€ter wurden weitere 251 versehrte Kriegsgefangene vergast.[10]

Mit weiteren HĂ€ftlingstransporten wurde die Zahl der Insassen gegen Ende 1942 auf 10.000 gesteigert. Im Verlauf des Jahres 1942 wurden 3.140 tote HĂ€ftlinge bei etwa 13.400 Einweisungsnummern verzeichnet.[3]

1943

Anfang 1943 wurden die Walther-Werke bezugsfertig, damit begann die Fertigung von Pistolen und Gewehrteilen. Mit der Fertigstellung des Stichkanals zur Versorgung des Klinkerwerks und der Schaffung eines Verladebahnhofs mit Eisenbahnanschluss im Lager wurde die fĂŒr den Betrieb erforderliche Verkehrsanbindung verbessert. Immer mehr KZ-HĂ€ftlinge wurden fĂŒr Zwangsarbeit auch außerhalb des Lagers eingesetzt. Untergebracht wurden sie hierbei zunehmend in extra dafĂŒr eingerichteten Außenlagern, so etwa bei den Bauarbeiten am U-Boot-Bunker Valentin. Im Juli 1943 wurden HĂ€ftlinge erstmals zur TrĂŒmmerbeseitigung eingesetzt.

Im Verlauf des Jahres 1943 wurden etwa 11.300 HĂ€ftlinge aus Konzentrationslagern und der Gestapo nach Neuengamme eingeliefert. Es waren etwa 25.700 Einweisungsnummern verzeichnet.[11] Im August 1943 unterlagen etwa 9.500 HĂ€ftlinge der Lagerverwaltung, davon etwa 2.700 in Außenlagern. Gegen Ende des Jahres 1943 stellte der Lagerarzt 3.991 Tote fest.[12]

1944

Die militĂ€rischen Niederlagen der deutschen Wehrmacht und die damit verbundene Verschlechterung der Versorgungslage der deutschen Bevölkerung, fĂŒhrte auch zu einer wesentlichen Verschlimmerung der Lebensbedingungen im Stammlager und den ĂŒberfĂŒllten Außenlagern. Im Laufe des Jahres 1944 wurden rund 25.000 HĂ€ftlinge aus 28 Nationen in das KZ Neuengamme oder in die Außenlager deportiert. Dazu zĂ€hlten auch 589 MĂ€nner aus dem niederlĂ€ndischen Putten, die fast alle in Neuengamme zu Tode kamen.

Zwischen Januar und MĂ€rz 1944 wurden etwa 1000 entkrĂ€ftete HĂ€ftlinge in das KZ Majdanek ĂŒberstellt. Danach wurden etwa 500 entkrĂ€ftete HĂ€ftlinge in das KZ Bergen-Belsen ĂŒberstellt im Austausch gegen arbeitsfĂ€hige HĂ€ftlinge.[13]

WÀhrend der Invasion in der Normandie kamen Tausende französischer HÀftlinge aus dem KZ Compiegne in das KZ Neuengamme. Ende Juni 1944 kamen 1.030 Letten in das Lager.[14]

Um der deutschen RĂŒstungsproduktion und damit den deutschen Truppen zu schaden, kam es vermehrt zu Sabotageakten. Zunehmend mehr HĂ€ftlinge sahen eine Überlebenschance in der Flucht. Die eingefangenen HĂ€ftlinge wurden in das KZ Neuengamme gebracht und am Abend auf dem Appellplatz erhĂ€ngt. Die SS erhĂ€ngte gegen Ende des Jahres 360 Gefangene im Bunker, die durch Gerichte verurteilt worden waren.[14]

Nachdem bereits im April 1944 die Lagerverwaltung ein Lagerbordell eingerichtet hatte, folgte Weihnachten 1944 eine Bibliothek mit etwa 800 BĂŒchern fĂŒr die HĂ€ftlinge. Über 650 HĂ€ftlinge wurden im August 1944 im Rahmen der Aktion Gitter nach Neuengamme verbracht, von denen etliche hingerichtet wurden.[13]

Im Verlauf des Jahres 1944 wurden etwa 44.000 HĂ€ftlinge aus Konzentrationslagern und der Gestapo nach Neuengamme und von dort in die Außenlager eingeliefert. Weiterhin wurden 1944, eingeschlossen die Außenlager, etwa 8.000 tote HĂ€ftlinge bei einem HĂ€ftlingsbestand von etwa 48.800 verzeichnet.[15]

1945

Kranker polnischer HĂ€ftling bekommt Medizin von deutscher Angehörigen des Roten Kreuzes im Außenlager Hannover-Ahlem

Anfang des Jahres 1945 waren fĂŒr das Gesamtlager etwa 49.000 HĂ€ftlinge registriert, der Anteil an Frauen betrug dabei etwa 10.000. Alleine das Stammlager war mit 12.000 HĂ€ftlingen rund dreifach ĂŒberbelegt. Betrieben wurde das Gesamtlager Neuengamme von 2.211 SS-Angehörigen. Einschließlich der Außenlager werden von Januar 1945 bis zur RĂ€umung des Lagers mindestens 9000 Tote registriert.[16]

Graf Folke Bernadotte ließ alle skandinavischen Gefangenen in Neuengamme sammeln und mit der RĂŒckfĂŒhrung in die Heimat ab dem 15. MĂ€rz 1945 beginnen. Am 24. MĂ€rz 1945 begann die SS mit der RĂ€umung der Außenlager. SchĂ€tzungsweise 20.000 HĂ€ftlinge wurden in Auffanglagern, wie Bergen-Belsen, Sandbostel und Wöbbelin gebracht. Dabei verhungerten viele Tausend HĂ€ftlinge. Am 8. April 1945 bombardierte das britische MilitĂ€r einen HĂ€ftlingszug, wobei rund 2.000 Gefangene ums Leben kamen. Angehörige der 9. US-Armee befreiten am 14. April 1945 3.000 Frauen aus dem Lager Salzwedel. Am 19. April 1945 erließ die Hauptverwaltung die Anordnung zur RĂ€umung des Hauptlagers. Es folgte der Abtransport von 20 jĂŒdischen Kindern zur Ermordung in der Schule Bullenhuser Damm in Hamburg-Rothenburgsort.

Im Zeitraum zwischen dem 20. und 26. April 1945 wurden rund 9.000 HĂ€ftlinge nach LĂŒbeck und auf die Schiffe Cap Arcona und Thielbek verladen.[17]

Gegen Ende April 1945 verließen die letzten 600 bis 700 HĂ€ftlinge das Konzentrationslager Neuengamme, alle Akten wurden vernichtet und das Lager teilweise demontiert und auch aufgerĂ€umt. Letzte HĂ€ftlinge wurden der SS-Sonderformation Dirlewanger ĂŒberstellt. Am 2. Mai 1945 fanden britische Truppen das Konzentrationslager Neuengamme leer vor. Am 3. Mai 1945 wurde die Cap Arcona vor Neustadt mit etwa 7.100 Opfern, darunter sind 6.600 HĂ€ftlinge, versenkt.

Die letzten HĂ€ftlinge konnten am 10. Mai 1945 in Flensburg befreit werden.[18]

Unterbringung

Die HĂ€ftlinge mussten in einfachen Holzkonstruktionen schlafen, oftmals zwei Gefangene in einem Bett. Das Bild zeigt eine derartige Unterkunft im Außenlager Wöbbelin

Als HĂ€ftlingsblocks dienten Standard-SS-Holzbaracken. Sie hatten eine GrĂ¶ĂŸe von 50 m auf 8 m. Ab 1941 wurden sie mit dreistöckigen Bettkonstruktionen, Spinden, Tischen und BĂ€nken ausgerĂŒstet. Ein Block war fĂŒr rund 300 HĂ€ftlinge vorgesehen. In den spĂ€teren Kriegsjahren waren jedoch oft bis zu 600 HĂ€ftlinge in ihnen untergebracht.

Die Holzbaracken stellten ein Provisorium dar und sollten durch Steinbauten ersetzt werden. Bei den beiden Ă€ußeren HĂ€ftlingsblöcken wurde dieser Plan 1943/1944 verwirklicht. In ihnen wurden rund 700 HĂ€ftlinge gefangen gehalten.

In den ersten beiden Jahren waren die GebĂ€ude nur mit Handpumpen ausgestattet. Die sanitĂ€re Situation blieb trotz der Einrichtung einer Kanalisation völlig unzureichend. FĂŒr Hunderte HĂ€ftlinge existierten nur 20 Waschmöglichkeiten.[19]

Arbeitsbedingungen im Stammlager

Lebensbedingungen

Die Kleidung bestand aus gestreiften Hosen, Jacken und MĂŒtzen, die ganzjĂ€hrig, bei allen Witterungsbedingungen getragen werden mussten. Es gab keine Schutzkleidung. Die ErnĂ€hrung bestand aus Wasser, Malzkaffee, Brot, Brei und Suppe. Die Gefangenen mussten die Aufseher grĂŒĂŸen: stramm stehen, MĂŒtze abnehmen. Das Leben war bedroht durch PrĂŒgel, harte Arbeit, Hunger, Krankheit, schlechte hygienische Bedingungen und Hinrichtungen. [20]

ArbeitseinsÀtze

Neben dem Ausbau des Lagers wurden die HĂ€ftlinge großen Arbeitskommandos, ab 1942 zumeist fĂŒr das Klinkerwerk oder fĂŒr die Firmen Jastram-Werke, Messap und Walther zugeteilt. Durch Kapos wurden sie bei jedem Wetter zur Arbeit gezwungen, vielfach unter Anwendung von PrĂŒgel.

Das Baukommando musste fĂŒr die Instandhaltung und den weiteren Ausbau des Lagers sorgen.

Das „Kommando Elbe“, mit mehreren Tausend HĂ€ftlingen, grub einen Stichkanal in die Dove Elbe. Die HĂ€ftlinge mussten den Fluss außerdem verbreitern, um ihn bis zum KZ schiffbar zu machen. Auf dem aufgeschĂŒtteten Aushub befinden sich heute GartengrundstĂŒcke. In den Tongruben im Lagerkomplex und in der Umgebung hatten die HĂ€ftlinge, neben dem Kommando Elbe, die geringste Lebenserwartung.

Das Kommando Klinkerwerk bestand in der Anfangszeit des KZ Neuengamme aus Bautrupps, die die Hallen und Produktionsanlagen errichten mussten. FĂŒr den spĂ€teren Betrieb der Anlagen wurden etwa 50 HĂ€ftlinge eingesetzt.

Mit der Ansiedlung der Firmen Messap, Walther und Jastram 1942, kamen auch HĂ€ftlinge in RĂŒstungsbetrieben zum Einsatz.

In den Außenkommandos wurden HĂ€ftlinge in kleineren Betrieben, zur UnterstĂŒtzung großer Baumaßnahmen und nach der Bombardierung Hamburgs zur TrĂŒmmerbeseitigung eingesetzt.

Die Außenlager

Gegen Kriegsende im MĂ€rz 1945 waren nach dem letzten Bestandsbericht des Stammlagers in den Außenlagern des KZ Neuengamme dreimal soviele Gefangene inhaftiert wie in dem mit 14.000 HĂ€ftlingen völlig ĂŒberbelegten Hauptlager[21]. Die etwa 90 Außenlager erstreckten sich im Norden bis Ladelund an der Grenze zu DĂ€nemark, im Osten bis Wittenberg, im Westen bis Meppen und im SĂŒden bis Bad Sassendorf[22].

Zum Hauptlager des KZ-Neuengamme gehörten die folgenden Außenlager innerhalb Hamburgs:[23]

MĂ€nnerlager

Altes Torhaus – heute GedenkstĂ€tte KZ FuhlsbĂŒttel (KolaFu)

Hamburg-Finkenwerder: Im Oktober 1944 wurden mehr als 600 HĂ€ftlinge aus der Sowjetunion, aus Polen, Belgien, Frankreich und DĂ€nemark auf dem GelĂ€nde der Deutschen Werft in Hamburg-Finkenwerder untergebracht, wo sie im Schiffbau als Schweißer, Schlosser und Elektriker arbeiteten sowie AufrĂ€umungsarbeiten auf dem GelĂ€nde verrichteten.

Hamburg-FuhlsbĂŒttel: Vom 26. Oktober 1944 bis 15. Februar 1945 war in einem GebĂ€udeteil des Zuchthauses FuhlsbĂŒttel, in dem seit 1933 zehntausende Gegner des Naziregimes eingesperrt waren, das KZ FuhlsbĂŒttel fĂŒr mehr als 1.300 KZ-HĂ€ftlinge eingerichtet.

Hamburg-Hammerbrook (Spaldingstraße): Ab Oktober 1944 waren im Hinterhaus eines BĂŒrokomplexes in Hamburg-Hammerbrook in der Spaldingstraße 156/158 auf sieben Etagen etwa 2.000 KZ-HĂ€ftlinge unterschiedlicher NationalitĂ€ten untergebracht.

Hamburg-Hammerbrook (Bombensuchkommando): In einer Volksschule am Brackdamm in Hamburg-Hammerbrook waren ab Mitte 1944 etwa 35 KZ-HÀftlinge untergebracht, deren Aufgabe es war, ohne jegliche Ausbildung, BombenblindgÀnger zu suchen und zu entschÀrfen.

Hamburg-Hammerbrook (II. SS-Baubrigade): Der Hauptstandort der II. SS-Baubrigade wurde nach den alliierten Bombardements am 7. August von Bremen nach Hamburg verlegt. Dort wurden KZ-HÀftlinge zu AufrÀumarbeiten, zum Bergen von Leichen und Beseitigen von Bomben in SS-Baubrigaden eingesetzt.

Mahnmal in Hamburg-Schnelsen fĂŒr den Mord an 20 Kindern und 28 KZ-HĂ€ftlingen des Bullenhuser Damms

Hamburg-Rothenburgsort: Zwischen November 1944 und dem 11. April 1945 bestand in Hamburg-Rothenburgsort ein Außenlager des KZ Neuengamme am Bullenhuser Damm mit etwa 600 HĂ€ftlingen.

Hamburg-Steinwerder (StĂŒlckenwerft): Im November 1944 wurde auf dem FirmengelĂ€nde der StĂŒlckenwerft in Hamburg-Steinwerder ein KZ fĂŒr 250 ungarische Juden errichtet. Als Kapos wurden Deutsche und NiederlĂ€nder eingesetzt.

Hamburg-Veddel: Am 13. September 1944 wurden 2.000 KZ-Gefangene nach Hamburg-Veddel gebracht. Sie waren zuvor im Stammlager Neuengamme zur Zwangsarbeit ausgewÀhlt worden und mussten im Rahmen des Geilenberg-Programms zur Sicherung der zerstörten Mineralölindustrie Bau- und AufrÀumungsarbeiten bei den Wasserwerken, Brauereien, Mineralölfirmen und bei der Reichsbahn verrichten.

Wittmoor: Von April bis Oktober 1933 befand sich im Wittmoor, in der NĂ€he der damaligen Gemeinde GlashĂŒtte (seit 1970 Norderstedt), mit dem KZ Wittmoor das erste nationalsozialistische Konzentrationslager in Hamburg. Dorthin kamen bereits am 31. MĂ€rz 1933 die ersten 140 HĂ€ftlinge, die in dem mit Stacheldraht umzĂ€unten GebĂ€ude einer Torfverwertungsfabrik untergebracht wurden.

Frauenlager

Hamburg-Eidelstedt: Am 27. September 1944 wurde am Friedrichshulder Weg in einem bestehenden Barackenlager das Frauenaußenlager Eidelstedt eingerichtet. Dort wurden 500 ungarische und tschechische JĂŒdinnen zu AufrĂ€umungs- und Bauarbeiten in Hamburg im Auftrag der Stadt eingesetzt.

Hamburg-Langenhorn: Mitte September 1944 erreichten etwa 500 ĂŒberwiegend litauische, aber auch polnische, tschechische und ungarische JĂŒdinnen das am Ochsenzoll in Hamburg-Langenhorn gelegene KZ. Es waren 250 von der SS als kriminell eingestufte HĂ€ftlinge sowie Sinti und Roma aus dem KZ RavensbrĂŒck.

Hamburg-Neugraben: Am 13. September 1944 wurde am Falkenbergsweg in Hamburg-Neugraben ein Lager mit 500 tschechischen JĂŒdinnen errichtet. Sie kamen aus dem Vernichtungslager KZ Auschwitz-Birkenau.

Hamburg-Sasel: Ab dem 13. September 1944 sind an der Mellingburger Schleuse 500 ĂŒberwiegend polnische JĂŒdinnen inhaftiert gewesen. Sie wurden ĂŒber das KZ Auschwitz-Birkenau nach Hamburg deportiert und dort zunĂ€chst vier Wochen in einem Außenlager am Dessauer Ufer in Hamburg-Sasel untergebracht.

Hamburg-Tiefstack: Am 8. Februar 1945 wurden etwa 500 tschechische JĂŒdinnen aus dem Außenlager Hamburg-Neugraben auf dem FirmengelĂ€nde der Diago Werke, in der Andreas-Meyer-Straße in Hamburg-Tiefstack, in einem Barackenlager untergebracht.

Hamburg-Steinwerder (Blohm & Voss): Am 9. Oktober 1944 wurde ein Außenlager fĂŒr 600 HĂ€ftlinge auf dem WerftgelĂ€nde von Blohm & Voss im Hamburger Hafen errichtet. Sie wurden im U-Boot-Bau eingesetzt.

Hamburg-Veddel: Mitte Juli 1944 wurde das erste Frauenaußenlager des KZ Neuengamme in einem Speicher am Dessauer Ufer im Hamburger Freihafen errichtet. Die ersten 1.000 ungarischen und tschechischen JĂŒdinnen waren Anfang Juli 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau fĂŒr einen Arbeitseinsatz in Hamburg ausgewĂ€hlt worden.

Hamburg-Wandsbek: Mit einem Transport aus dem KZ RavensbrĂŒck kamen im Juni 1944 knapp 500 Frauen zur Zwangsarbeit in den Hamburger Werken der LĂŒbecker DrĂ€gerwerke nach Hamburg-Wandsbek.[24]

Medizinische Versuche

Im KZ Neuengamme fĂŒhrte SS-Arzt Dr. Kurt Heißmeyer Tuberkulose-Versuche an HĂ€ftlingen durch. In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1945, wenige Tage vor Kriegsende, wurden im Keller der Schule am Bullenhuser Damm in Hamburg-Rothenburgsort, einem seit Oktober 1944 als KZ-Außenlager genutzten GebĂ€ude, 20 jĂŒdische Kinder ermordet. Die Kinder im Alter von fĂŒnf bis zwölf Jahren, je zur HĂ€lfte Jungen und MĂ€dchen, waren im November 1944 aus dem KZ Auschwitz ins KZ Neuengamme gebracht worden, angefordert von dem SS-Arzt Dr. Kurt Heißmeyer. Die Kinder wurden, nachdem Heißmeyer bereits Menschenversuche an sowjetischen Kriegsgefangenen vorgenommen hatte, mit Tuberkulose infiziert. Es wurden ihnen dann Gewebeproben entnommen zur Entwicklung eines Impfstoffes. Um die Zeugen dieses Verbrechens zu beseitigen, wurde von SS-ObergruppenfĂŒhrer Oswald Pohl aus Berlin befohlen, die Abteilung Heißmeyer „aufzulösen“. Im Keller der Schule wurde den Kindern durch den Lagerarzt Alfred Trzebinski Morphium gespritzt. Um mögliche Beweise fĂŒr die Testung von Tuberkulose an den Kindern zu vernichten, wurden die Kinder unter der MittĂ€terschaft von Arnold Strippels und Johann Frahms in einer Schule nahe dem Konzentrationslager Neuengamme erhĂ€ngt und anschließend verbrannt. Mit den Kindern wurden auch ihre vier Betreuer und etwa 24 sowjetische Kriegsgefangene umgebracht. Durch diese Tat sollte jeder Beweis fĂŒr die Menschenversuche vor den bereits anrĂŒckenden britischen Truppen vertuscht werden.[25]

Lagerpersonal

Lagerkommandant Rang Zeitpunkt
Walter Eisfeld SS-SturmbannfĂŒhrer Februar 1940 – MĂ€rz 1940
Martin Gottfried Weiß SS-ObersturmbannfĂŒhrer April 1940 – August 1942
Max Pauly SS-StandartenfĂŒhrer September 1942 – Mai 1945
SchutzhaftlagerfĂŒhrer Rang Zeitpunkt
Wilhelm Schitli SS-HauptsturmfĂŒhrer April 1940 – September 1942
Albert LĂŒtkemeyer SS-HauptsturmfĂŒhrer Oktober 1942 – MĂ€rz 1944
Anton Thumann SS-ObersturmfĂŒhrer April 1944 – Mai 1945

Nach der Errichtung des KZ Neuengamme zu einem eigenstÀndigen Konzentrationslager, unterstand die Verwaltung dem Lagerkommandanten.

Die Verwaltung gliederte sich in die Bereiche:

Die drei Lagerkommandanten, die das Lager bis zum Kriegsende hatte, unterstanden wiederum der Inspektion der Konzentrationslager, die ihren Sitz in Oranienburg hatte. Sie gehörten den TotenkopfverbÀnden an.

Nach den Richtlinien von Theodor Eicke war eine brutale Behandlung der HĂ€ftlinge seitens des Wachpersonals erwĂŒnscht und wurde auch belohnt. Neben einem Stacheldrahtzaun, der nachts unter Strom gesetzt wurde, gab es das SS-Wachpersonal, das Fluchtversuche mit der Schusswaffe verhinderte. Die drei bis vier Wachkompanien wurden spĂ€ter in den Neuengammer Außenlagern auch durch anderes Wachpersonal, wie Angehörige des Zolls und der Wehrmacht ersetzt.[5] Die bekanntesten Angehörigen der Waffen-SS im Lager waren Richard Baer, SS-SturmbannfĂŒhrer und der Arzt Hans Klein, SS-ObersturmfĂŒhrer.

Opfer

Skulptur „Der sterbende HĂ€ftling“ von Françoise Salmon in der KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme
10+5 Pf-Sondermarke der DDR-Post 1962 fĂŒr RenĂ© Blieck. Der belgische Schriftsteller und Rechtsanwalt war HĂ€ftling in Neuengamme und kam beim Bombenangriff auf die Cap Arcona ums Leben

Die GedenkstĂ€tte kann heute 20.400 Menschen mit Namen angeben, die im Stammlager und den Außenlagern vor der RĂ€umung starben. GeschĂ€tzt wird, dass es rund 26.800 Opfer gegeben hat. Bei der RĂ€umung fielen viele HĂ€ftlinge den UmstĂ€nden der Kriegswirren zum Opfer. Man geht in diesem Falle von rund 17.000 Toten aus. Aus diesen gesicherten Zahlen lĂ€sst sich mit Bestimmtheit ableiten, dass 42.900 HĂ€ftlinge Neuengamme nicht ĂŒberlebten.

Damit war das Konzentrationslager Neuengamme das tödlichste Arbeitslager.[26]

Bekannte HĂ€ftlinge

→ siehe Kategorie:HĂ€ftling im KZ Neuengamme

Im KZ Neuengamme hingerichtete WiderstandskÀmpfer

→ Siehe: Verbrechen der Endphase im KZ Neuengamme

Datenbank der HĂ€ftlinge und Bewachungsmannschaften

Der Sozialdemokrat Hans Schwarz (27. MĂ€rz 1904 bis 6. April 1970) war seit 1938 im Konzentrationslager Dachau und von Ende Oktober 1944 bis zur Befreiung am 3. Mai 1945 im Konzentrationslager Neuengamme inhaftiert. Er legte Karteien von ehemaligen HĂ€ftlingen und SS-Mannschaften an (Hans-Schwarz-Archiv). Das Archiv wurde von seiner Partnerin Gertrud Meyer fortgefĂŒhrt und an die Forschungsstelle fĂŒr Zeitgeschichte in Hamburg und von dort an das Dokumentenhaus des Konzentrationslagers Neuengamme mit seinem GedenkstĂ€ttenarchiv weiter gegeben.

Von den etwa 100.000 HĂ€ftlingen sind jetzt 44.000 namentlich bekannt. FĂŒnfzig Prozent der Anfragen von Angehörigen können so geklĂ€rt werden.

Nach der Befreiung wurde im ehemaligen Konzentrationslager Neuengamme durch die britische Besatzung das Internierungslager „Civil Internment Camp No. 6“ eingerichtet. Von den etwa 7.000 Inhaftierten sind 3.800 Personen in der Datenbank dokumentiert.

Von den 2.600 ehemaligen SS-Mannschaften des Konzentrationslagers Neuengamme mit den Außenlagern befinden sich in der Datenbank 1.000 Namen.

Evakuierung und RĂ€umung des Lagers

Nach Wöbbelin evakuierte HÀftlinge nach ihrer Befreiung durch die US-Army am 5. April 1945

Gegen Ende des Krieges begann die SS die frontnahen Lager zu evakuieren. Ab Mitte 1944 wurden HĂ€ftlinge und Produktionsanlagen ins Reichsinnere verlagert. Die Evakuierung des Lagers Neuengamme begann am 24. MĂ€rz 1945 mit der RĂ€umung der Außenlager im Emsland.[27] Anfang April wurden nacheinander die Außenlager im Weserbergland, in Wilhelmshaven, Hannover, Braunschweig, Salzgitter und am 10. April 1945 schließlich in Bremen aufgelöst. Die Evakuierungstransporte mit der Eisenbahn dauerten wegen Kriegseinwirkungen bis zu einer Woche, teilweise wurden die HĂ€ftlinge auch ohne angemessene Versorgung in tagelangen FußmĂ€rschen weitergetrieben. Diese TodesmĂ€rsche hatten zunĂ€chst das Stammlager zum Ziel. 9.000 transportunfĂ€hige und kranke HĂ€ftlinge aus Neuengamme wurden im Kriegsgefangenenlager Sandbostel mit Flecktyphus und Ruhr zurĂŒckgelassen, 5.000 HĂ€ftlinge wurden nach Wöbbelin abgeschoben und 8.000 meist weibliche Juden HĂ€ftlinge kamen nach Bergen-Belsen. Da alle Auffanglager ĂŒberfĂŒllt waren, befanden sich zuletzt noch rund 14.000 HĂ€ftlinge im Stammlager.

RĂ€umung des Stammlagers

Nachdem die Evakuierung des KZ Neuengamme bereits im Gange war, wurden auf Befehl des Höheren SS- und PolizeifĂŒhrers Georg-Henning Graf von Bassewitz-Behr 58 mĂ€nnliche und 13 weibliche WiderstandskĂ€mpfer aus dem PolizeigefĂ€ngnis FuhlsbĂŒttel zur Exekution in das KZ Neuengamme gebracht. Unter Teilnahme von Thumann wurden diese vom 21. bis zum 23. April 1945 im Arrestbunker erhĂ€ngt. Nachdem sich einige der Todgeweihten zur Wehr setzten, warf Thumann eine Handgranate durch das Zellenfenster.[28]

Die Kinder, mit denen der SS-Arzt Dr. Kurt Heißmeyer Tuberkulose-Versuche durchgefĂŒhrt hatte, wurden zur Ermordung in die Schule am Bullenhuser Damm gebracht.

Die 700 letzten im Lager verbliebenen HĂ€ftlinge mussten die Spuren des Verbrechens im KZ Neuengamme beseitigen und verließen das Lager zwischen dem 30. April und 2. Mai 1945. Dieser „Evakuierungsmarsch“ unter der Leitung des SchutzhaftlagerfĂŒhrers Thumann und RapportfĂŒhrer Wilhelm Dreimann hatte den Zielort Flensburg. Die alliierten Truppen fanden keinerlei Akten oder sonstige Spuren, die auf die Verwendung der Anlagen schließen ließen, vor. Es wurde lediglich ein HĂ€ftling angetroffen, der sich vor der Evakuierung im Dorf versteckt hatte.[26]

Weiße Busse

Der VizeprĂ€sident des Schwedischen Roten Kreuzes, Graf Folke Bernadotte, hatte die Zustimmung des SS-ReichsfĂŒhrers ausgehandelt, alle skandinavischen HĂ€ftlinge aus deutschen Konzentrationslagern evakuieren zu dĂŒrfen. Die SS-FĂŒhrung erhoffte sich durch ihre Zustimmung gĂŒnstigere Ausgangsbedingungen bei Waffenstillstandsverhandlungen mit den West-Alliierten. Als Sammelpunkt fĂŒr die skandinavischen HĂ€ftlinge wurde das Lager Neuengamme festgelegt. Als erstes wurden erkrankte HĂ€ftlinge evakuiert. Am 20. April 1945 konnten ĂŒber 4.000 skandinavische HĂ€ftlinge mit den weißen Bussen das Lager Neuengamme verlassen und aus Deutschland evakuiert werden.[29]

Modell des ehemaligen Luxusliners Cap Arcona

Deportation auf KZ-Schiffe

→ Hauptartikel: Cap Arcona

Rund 10.000 HĂ€ftlinge, die zuletzt im Stammlager verblieben waren, sollten auf Schiffe gebracht werden. Der Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann beschlagnahmte dafĂŒr drei Schiffe, unter anderem den Luxusliner Cap Arcona. Mehr als 10.000 HĂ€ftlinge wurden auf drei Schiffe verladen. An Bord starben bald die ersten HĂ€ftlinge durch die katastrophalen Lebensbedingungen.

Am 3. Mai 1945 wurden zwei dieser Schiffe durch einen britischen Luftangriff versenkt. Rund 6.400 der etwa 7.000 HĂ€ftlinge verloren dabei ihr Leben.

Nach Kriegsende

Die zweite ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) Vierlande
Im Zuge der Bestrebungen zur Schließung der JVA Vierlande wurde an die Mauer der Anstalt dieses Grafito angebracht. Das Foto befindet sich heute in der Dauerausstellung.
Neugestaltung auf dem ehemaligen GelÀnde der JVA Vierlande

Ab dem 11. Juli 1945 ĂŒbernahm das belgische 25. FĂŒsilierbataillon und ab dem 3. November 1945 das britische MilitĂ€r die Bewachung des Lagers. ZunĂ€chst wurde es etwa vier Wochen lang fĂŒr die Unterbringung von Displaced Persons, hauptsĂ€chlich sowjetische Zwangsarbeiter, genutzt und danach einen Monat lang als Kriegsgefangenenlager. Im Anschluss daran wurde es zum Internierungslager, wobei die alte stillgelegte Ziegelei und das ehemalige KZ-GelĂ€nde genutzt wurden. Ein weiteres Camp wurde im Mai 1946 errichtet. In den Holzbaracken fanden jeweils etwa 200 Internierte Platz. Im Oktober 1945 waren etwa 8.000 Personen im Lager interniert. Zu den prominentesten HĂ€ftlingen gehörte Friedrich Flick, der 1947 in NĂŒrnberg zu sieben Jahren GefĂ€ngnis verurteilt wurde. In einem separaten Lager waren mutmaßliche Kriegsverbrecher wie Mitglieder der ehemaligen KZ-Wachmannschaften inhaftiert. Ab dem Sommer 1947 wurden etwa 4.400 der internierten Angehörigen der NS-Organisationen vor der Spruchkammer Hamburg-Bergedorf angeklagt.[30]

Ab Herbst 1946 befand sich neben dem Internierungslager auch ein Transitcamp fĂŒr deutsche Familien, die aus asiatischen, afrikanischen und europĂ€ischen LĂ€ndern ausgewiesen wurden. Zumeist handelte es sich um Missionare und deren Familien. In diesem einzigen Transitcamp der Britischen Besatzungszone wurden die neu angekommenen Insassen vernommen und auf Mitgliedschaft in der NSDAP/AO sowie SpionagetĂ€tigkeit ĂŒberprĂŒft. Der Großteil der Insassen konnte das Lager nach der ÜberprĂŒfung bereits wenige Tage spĂ€ter wieder verlassen. Diejenigen, die der NSDAP/AO angehört hatten oder bei denen Spionageverdacht bestand, wurden in das Internierungslager Neuengamme verlegt.[31] So wurden z.B. zur Jahreswende 1946/47 mit zwei Schiffen aus Indien repatriierte Zivilinternierte, die seit Jahren in tropischen Klima gelebt hatten, unter Bedingungen untergebracht, die sich von denen der VorgĂ€ngerverwaltung wenig unterschieden. Diese Zivilisten, die teilweise siebenjĂ€hrige Haft hinter sich hatten, sollten hier ĂŒberprĂŒft werden.[32]

Vor britischen MilitĂ€rgerichten mussten sich zwischen 1946 und 1948 ĂŒber 120 Angehörige des Neuengammer Lagerpersonals verantworten. Der Neuengamme-Hauptprozess fand vom 18. MĂ€rz bis zum 13. Mai 1946 vor einem britischen MilitĂ€rgericht im Hamburger Curiohaus, im Rahmen der Curiohaus-Prozesse statt. Dabei standen 14 leitende SS-Offiziere und Aufseher des KZ Neuengamme unter Anklage. Elf Todesurteile wurden ausgesprochen, die am 8. Oktober 1946 im Zuchthaus Hameln durch ErhĂ€ngen vollstreckt wurden. Unter den Hingerichteten befanden sich auch Max Pauly und Anton Thumann. In sieben Folgeprozessen mussten sich an diesem Ort weitere 15 Angeklagte wegen ihrer Verbrechen im Hauptlager Neuengamme verantworten. Es kam zu zwölf Todesurteilen, von denen acht bestĂ€tigt und vollstreckt wurden (darunter Albert LĂŒtkemeyer). Neben Alfred Trzebinski wurden in einem Folgeprozess im Juli 1946 weitere unmittelbar am Kindermord Beteiligte zum Tode verurteilt und im Oktober 1946 hingerichtet: Ewald Jauch und Johann Frahm. BezĂŒglich der Ermordung der 20 Kinder wurden auch SS-Arzt Kurt Heißmeyer und SS-ObersturmfĂŒhrer Arnold Strippel belastet, derer man aber noch nicht habhaft geworden war. Fast alle Prozesse, die wegen eines Verbrechens im KZ FuhlsbĂŒttel oder in einem der Außen- und Nebenlager durchgefĂŒhrt wurden, fanden ebenfalls im Curiohaus statt.[33]

Am 13. August 1948 wurde das „Civil Internment Camp No. 6“, bestehend aus sechs Lagern, aufgelöst.

Am 3. April 1954 entnahmen auf Initiative des Landesverbands Hamburg der VVN ehemalige HĂ€ftlinge bei einer Feierstunde neben dem Mahnmal Erde des ehemaligen KZ, fĂŒllten sie in eine Urne und ĂŒberbrachten sie mit einer kleinen Delegation zur Befreiungsfeier der HĂ€ftlinge des ehemaligen KZ Buchenwald bei Weimar.[34]

1953 wurde dieses Mahnmal als eine erste Gedenktafel von ehemaligen KZ-Insassen und 1965 eine offizielle Gedenktafel installiert. Anstelle der ehemaligen GĂ€rtnerei wurden Äcker angelegt. Das Ziegelwerk wurde abgetragen und an seiner Stelle entstanden Wohnungen. 1970 wurde eine Jugendstrafanstalt auf dem Gebiet des ehemaligen Konzentrationslagers errichtet. Damit war ein Betreten des ehemaligen KZ-Areals nicht mehr möglich. Seit 1981 wird an der Umwidmung des KZs in eine Dokumentations- und GedenkstĂ€tte gearbeitet. Einen Anfang machte der Bau eines Dokumentationshauses, das auf dem GelĂ€nde der LagergĂ€rtnerei entstand. Als Mitte der 1980er Jahre die Stadt Hamburg den Abriss des Klinkerwerkes beschloss, organisierten sich massive Proteste. 1984 wurden die Reste der KZ-GebĂ€ude unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahr 2003 wurde die Justizvollzugsanstalt verlegt. Die sich auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Tongruben befindende weitere Justizvollzugsanstalt Vierlande wurde im Februar 2006 nach Billwerder-Moorfleet verlegt.

Im Zuge der Neugestaltung des GelĂ€ndes im Jahre 2005 wurden die Fundamente des Appellplatzes freigelegt. Es ist der einzige Bestandteil der GedenkstĂ€tte, der rekonstruiert wurde. Die Schuttmassen des abgerissenen GebĂ€udes der Justizvollzugsanstalt wurden in Drahtkörben als Markierung fĂŒr die Lage der KZ-GebĂ€ude in die Gestaltung der GedenkstĂ€tte einbezogen. Die beiden steinernen Unterkunftsblöcke wurden in ein Studienzentrum und ein Hauptmuseum umgebaut.

KZ-GedenkstÀtte Neuengamme

→ Hauptartikel: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme

Seit 2005 besteht auf dem GelĂ€nde des KZs die KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme als Ausstellungs-, Begegnungs- und Studienzentrum. Von 1948 bis 2006 wurden GelĂ€nde und GebĂ€ude durch die Stadt Hamburg fĂŒr den Strafvollzug mit zwei GefĂ€ngnissen genutzt. Am Rande entstand 1965 ein Internationales Mahnmal und 1981 ein AusstellungsgebĂ€ude. Nach der Schließung der GefĂ€ngnisse 2003 und 2006 wurde die KZ-GedenkstĂ€tte als Einrichtung der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg unter der Adresse Jean-Dolidier-Weg 75 in Neuengamme eröffnet, Direktor ist Detlef Garbe. Angegliedert sind ihr drei weitere GedenkstĂ€tten in verschiedenen Hamburger Stadtteilen, an Orten ehemaliger Außenstellen des KZs.

Die GedenkstĂ€tte befindet sich auf dem 55 Hektar großen historischen GelĂ€nde und umfasst unter anderem eine Hauptausstellung in einem ehemaligen HĂ€ftlingsblock sowie ein Studienzentrum in einem weiteren ehemaligen HĂ€ftlingsblock, mehrere GebĂ€ude, GebĂ€udereste, Fundamente und Rekonstruktionen ehemaliger Lagereinrichtungen, ehemalige ProduktionsstĂ€tten, insbesondere das Klinkerwerk und die Walther-Werke, ein Hafenbecken und einen Stichkanal zur Doven Elbe, verschiedene Mahnmale und Denkmalgruppen sowie ein Haus des Gedenkens. Erschlossen wird das gut ein Kilometer lange und etwa 400 Meter tiefe GelĂ€nde durch ein Wegenetz, das in verschiedenen Rundwegen begangen werden kann.

Fotodokumente

Fotos des Konzentrationslagers Neuengamme entstanden hauptsĂ€chlich im Auftrag der Lager-SS. Der Lagerfotograf Josef Schmitt ĂŒbergab 1945 etwa hundert Fotografien an die Briten. Der KZ-HĂ€ftling Heinz Masset rettete weitere Fotografien aus dem KZ Neuengamme. Diese Fotografien befinden sich im Archiv der GedenkstĂ€tte KZ Neuengamme.[35]

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. 9 BĂ€nde (bis 2008 erschienen: 8 BĂ€nde). C. H. Beck, MĂŒnchen 2005–. ISBN 978-3-406-52960-3 (i. Dr.; Inhaltsregister); Bd. 5: Hinzert, Auschwitz, Neuengamme. ISBN 978-3-406-52965-8
  • Marc Buggeln: Arbeit & Gewalt. Das Außenlagersystem des KZ Neuengamme. Wallstein Verlag: Göttingen 2009 (Diss Uni Bremen 2008)
  • Marc Buggeln: Das Außenlagersystem des Konzentrationslagers Neuengamme. In: Sabine Moller/Miriam RĂŒrup/Christel TrouvĂ© (Hg.): Abgeschlossene Kapitel? Zur Geschichte der Konzentrationslager und der NS-Prozesse. TĂŒbingen 2002, S. 15–27.
  • Detlef Garbe, Carmen Lange (Hg): HĂ€ftlinge zwischen Vernichtung und Befreiung. Die Auflösung des KZ Neuengamme und seiner Außenlager durch die SS im FrĂŒhjahr 1945. Bremen 2005
  • HĂ€ftlinge im KZ Neuengamme. Verfolgungserfahrungen, HĂ€ftlingssolidaritĂ€t und nationale Bindung. Eine Tagung der KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, der Amicale Internationale KZ Neuengamme und der Forschungsstelle fĂŒr Zeitgeschichte in Hamburg. 1.–3. September 1998. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Hamburg 1999
  • Werner Johe: „Frierend, hungrig und todmĂŒde 
“. Frauenarbeit im Konzentrationslager Neuengamme. In: Dachauer Hefte, 3 (1987), S. 58–76
  • Hermann Kaienburg (Hg.): Konzentrationslager und deutsche Wirtschaft 1939–1945. Opladen 1996, S. 211–226
  • Hermann Kaienburg: „
 sie nĂ€chtelang nicht ruhig schlafen ließ“. Das KZ Neuengamme und seine Nachbarn. In: Dachauer Hefte, 12 (1996), S. 34–57
  • Hermann Kaienburg: „Vernichtung durch Arbeit“. Der Fall Neuengamme. Die Wirtschaftsbestrebungen der SS und ihre Auswirkungen auf die Existenzbedingungen der KZ-Gefangenen. Bonn 1990
  • Hermann Kaienburg: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Bonn 1997
  • LebenslĂ€ufe. Lebensgeschichtliche Interviews mit Überlebenden des KZ Neuengamme. Ein Archiv-Findbuch. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Hamburg 1994

Weblinks

 Commons: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bringmann, Fritz: KZ Neuengamme. Berichte, Erinnerungen, Dokumente. Nachdruck der 1981 erschienenen Erstauflage, Aukrug 1993.
  2. ↑ Kaienburg, Hermann: KZ-Haft und Rassenideologie. Die Bedeutung der nationalsozialistischen Rassenideologie fĂŒr die HĂ€ftlingsbehandlung im Konzentrationslager Neuengamme. In: BeitrĂ€ge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland, 1/1994, S. 22–34.
  3. ↑ a b c d e Vgl. Kaienburg, Hermann: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Bonn 1997, S.310f.
  4. ↑ Kaienburg: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945 (siehe Literatur)
  5. ↑ a b Ulrich Bauche, Heinz BrĂŒdigam, Ludwig Eiber und Wolfgang Wiedey (Hrsg.): Arbeit und Vernichtung. Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Katalog zur stĂ€ndigen Ausstellung im Dokumentenhaus der KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme. Hamburg 21991.
  6. ↑ Jureit, Ulrike/Karin Orth: Überlebensgeschichten. GesprĂ€che mit Überlebenden des KZ Neuengamme. Mit einem Beitrag von Detlef Garbe, Hamburg 1994.
  7. ↑ Karin Orth: Die Konzentrationslager-SS, MĂŒnchen 2004, S. 181f.
  8. ↑ Vgl. Kaienburg, Hermann: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Bonn 1997, S.312f.
  9. ↑ Detlev Garbe: KZ Neuengamme, in: Benz/Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors (siehe Literatur), S. 328
  10. ↑ Reimer Möller: Die beiden ‚Zyklon B‘-Mordaktionen im Konzentrationslager Neuengamme 1942. In: GĂŒnther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 288–293.
  11. ↑ Vgl. Kaienburg, Hermann: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Bonn 1997, S.315f.
  12. ↑ Bondy, Ruth: Mehr GlĂŒck als Verstand. MĂŒnchen 2000.
  13. ↑ a b Vgl. Kaienburg, Hermann: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Bonn 1997, S.317
  14. ↑ a b LebenslĂ€ufe. Lebensgeschichtliche Interviews mit Überlebenden des KZ Neuengamme. Ein Archiv-Findbuch. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Hamburg 1994.
  15. ↑ Vgl. Kaienburg, Hermann: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Bonn 1997, S.318
  16. ↑ Vgl. Kaienburg, Hermann: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Bonn 1997, S.319
  17. ↑ Schön, Heinz: Die Cap Arcona-Katastrophe. Eine Dokumentation nach Augenzeugenberichten, Stuttgart 1989.
  18. ↑ Giergielewicz, Jerzy: Endstation Neuengamme, Außenlager DrĂŒtte. Der Weg eines 17-jĂ€hrigen aus Warschau durch vier Konzentrationslager, hg. v. d. KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme u. d. Gedenk- und DokumentationsstĂ€tte KZ DrĂŒtte, Bremen 2002.
  19. ↑ Suchowiak, Bogdan: Die Tragödie der HĂ€ftlinge von Neuengamme. S. 24ff.
  20. ↑ Hauptschulklasse 8 der Gemeinschaftsschule Ratzeburg: Neuengamme: Ein Ort gegen das Vergessen. In: LĂŒbecker Nachrichten vom 25. November 2010, Teil Freizeit/Tipps, S. V
  21. ↑ Benz/Diestel: Orte des Terrors, S. 331 (siehe Literatur)
  22. ↑ Lagekarte der Außenlager des KZ Neuengamme: [1]
  23. ↑ Banse, Dietrich: Das Außenlager Uelzen des Konzentrationslagers Neuengamme. Eine Dokumentation. Suhlendorf 1990.
  24. ↑ Angaben zu Hamburg nach der Seite www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de
  25. ↑ Vgl. GĂŒnter Schwarberg: „Zwanzig Kinder erhĂ€ngen dauert lange“ in: „Die Zeit“ vom 6. April 2005, Nr.15.
  26. ↑ a b Schwarberg, GĂŒnther: Angriffsziel „Cap Arcona“. Überarb. Neuauflage, Göttingen 1998.“
  27. ↑ Borgsen, Werner/Volland, Klaus: Stalag X B Sandbostel. Zur Geschichte eines Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers in Norddeutschland 1939–1945. Bremen 32003.
  28. ↑ Vgl. Kaienburg, Hermann: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Bonn 1997, S.278
  29. ↑ Bernadotte, Folke: Das Ende. Meine Verhandlungen in Deutschland im FrĂŒhjahr 1945 und ihre politischen Folgen. ZĂŒrich 1945.
  30. ↑ Wember, Heiner: Umerziehung im Lager. Internierung und Bestrafung von Nationalsozialisten in der britischen Besatzungszone Deutschlands.. In: DĂŒsseldorfer Schriften zur Neueren Landesgeschichte Nordrhein-Westfalens, Bd. 30. Essen 1991, S. 70ff. ISBN 3-88474-152-7
  31. ↑ KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme (Hrsg.): Die Ausstellungen. Bremen 2005, S. 134.
  32. ↑ Tucher, Paul v.; German Missions in British India Nationalism; Grafflham 1980 (Selbstverlag); Kap. 17
  33. ↑ Vgl. Kaienburg, Hermann: Das Konzentrationslager Neuengamme 1938–1945. Hg.: KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme, Bonn 1997, S.284f.
  34. ↑ Heinz Koch und Udo Wohlfeld: Das deutsche Buchenwaldkomitee. Die Periode von 1945 bis 1958, = "gesucht 7", Schriftenreihe der Geschichtswerkstatt Weimar-Apolda, Weimar 2010, S. 72
  35. ↑ Klaus Witzeling: Aus dem Fotoalbum des Unmenschen. In: Hamburger Abendblatt vom 16. November 2010, Sonderbeilage Museumswelt Hamburg, S. 17
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