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Kabinett der Vereinigten Staaten

Sitzung des Kabinetts am 9. Juni 2001 im Weißen Haus

Das Kabinett der Vereinigten Staaten ist ein Teil der Exekutive in der Bundesregierung der USA und setzt sich aus dem PrĂ€sidenten, dem VizeprĂ€sidenten, den 14 Bundesministern, dem Generalbundesanwalt und einigen weiteren ranghohen Bundesbeamten zusammen. Obwohl es sich zu einem der einflussreichsten Organe der Bundesregierung entwickelt hat, ist der Begriff „Kabinett“ selbst nicht in der Verfassung enthalten.

Inhaltsverzeichnis

Verfassungs- und Rechtsbasis

Der Zweite Artikel der Verfassung enthĂ€lt eine Klausel, dass der PrĂ€sident „schriftlich die Meinung der Hauptmitglieder der Bundesregierung zu jedem Thema, das in ihren Amtsbereich fĂ€llt, einholen kann“. Außerdem bestimmt der 25. Zusatzartikel zur Verfassung, dass der VizeprĂ€sident zusammen mit einer Mehrzahl der Hauptmitglieder der Bundesregierung dem Kongress eine Mitteilung ĂŒbermitteln können, dass der PrĂ€sident nicht in der Lage ist, sein Amt auszuĂŒben.

Der Begriff „Kabinett“ selbst, ist allerdings weder im United States Code noch im Code of Federal Regulations enthalten.

Entstehung

Der erste PrĂ€sident der Vereinigten Staaten, George Washington, hatte schnell die Notwendigkeit eines Kabinetts festgestellt. Eine seiner ersten Amtshandlungen war es, im Kongress die Einrichtung der Ministerien fĂŒr Äußere Angelegenheiten (wenig spĂ€ter mit erweiterten Befugnissen in Staatsministerium (Department of State) umbenannt), Finanzen und Krieg zu veranlassen. Diese Ministerien sollten von Beamten mit dem Titel SekretĂ€r gefĂŒhrt werden. Im Unterschied zu deutschen Bundesministern sind amerikanische SekretĂ€re aber direkt dem PrĂ€sidenten untergeordnet und können durch ihn jederzeit des Amtes enthoben werden. Der PrĂ€sident ernennt die SekretĂ€re mit Zustimmung des Senats. Um den deutschen Sprachgewohnheiten zu folgen, werden amerikanische SekretĂ€re, die ein Ministerium fĂŒhren, im Allgemeinen als Minister bezeichnet.

George Washingtons erstes Kabinett bestand aus Staatsminister (Außenminister) Thomas Jefferson, Finanzminister Alexander Hamilton, Kriegsminister Henry Knox, und Generalbundesanwalt Edmund Randolph.

Bedeutung

Obwohl das Kabinett immer noch ein wichtiges Organ der Bundesregierung darstellt, hat sich seine Bedeutung als politisches Gremium in den letzten Jahren verringert. Seit PrĂ€sident Franklin D. Roosevelt besteht der Trend, dass PrĂ€sidenten durch das Executive Office und den Nationalen Sicherheitsrat statt durch das Kabinett agieren. Dies hat zur Folge, dass sich die Macht einiger Beamte außerhalb des Kabinetts wie dem Stabschef des Weißen Hauses, der Direktor des Office of Management and Budget oder der Nationale Sicherheitsberater oft der der Kabinettmitglieder gleicht oder sogar ĂŒbersteigt.

Traditionell waren der Staatsminister, der Finanzminister, der Verteidigungsminister, und der Attorney General die bedeutendsten Kabinettsmitglieder. Seit der Bildung des Ministeriums fĂŒr Innere Sicherheit ist der Minister fĂŒr Innere Sicherheit allerdings rasch in Bedeutung aufgestiegen.

Nachfolge des PrÀsidenten

Das Kabinett ist auch bedeutend, wenn es um die Nachfolge des PrĂ€sidenten geht. Diese bestimmt, in welcher Reihenfolge Kabinettsmitglieder das Amt des PrĂ€sidenten in Folge des Todes oder RĂŒcktritts des VizeprĂ€sidenten, des Sprechers des ReprĂ€sentantenhauses und des PrĂ€sident pro tempore des Senats ĂŒbernehmen. Aufgrund dieser besonderen Rolle ist es ĂŒblich, dass das Kabinett sich nie komplett an einem Ort aufhĂ€lt. Das trifft auch fĂŒr zeremonielle Ereignisse wie die State of the Union Address zu, der gewöhnlich ein Kabinettsmitglied von Amts wegen fern bleibt. Diese Person, als „designierter Überlebender“ bezeichnet, hĂ€lt sich in solchen FĂ€llen an einem sicheren, geheim gehaltenen Ort auf, um das Amt des PrĂ€sidenten zu ĂŒbernehmen, sollten der PrĂ€sident, VizeprĂ€sident und der Rest des Kabinetts getötet werden.

Weblinks

 Commons: Kabinett der Vereinigten Staaten â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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