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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Saale-Holzland-Kreis | |
| Höhe: | 177 m ü. NN | |
| Fläche: | 7,97 km² | |
| Einwohner: |
7.272 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 912 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 07768 | |
| Vorwahl: | 036424 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SHK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 74 044 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 10 07764 Kahla | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Bernd Leube (FDP) | |
| Lage der Stadt Kahla im Saale-Holzland-Kreis | ||
Kahla ist mit seinem Ortsteil Löbschütz eine Kleinstadt im mittleren Saaletal, südlich von Jena. Kahla ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal, selbst aber kein VG-Mitglied.
Inhaltsverzeichnis |
Kahla erstreckt sich über Höhenlagen zwischen 160 und 180 m ü. NN.
Angrenzende Gemeinden sind Altenberga, Bibra, Großeutersdorf, Großpürschütz, Kleineutersdorf, Lindig, Schöps und Seitenroda.
Unter dem Namen Calo wird der Ort 876 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Burg Kahla befand sich in der heutigem Altstadt von Kahla auf einem nach Norden gerichteten Sporn des Umlaufberges der Saale im Bereich der Mündung des Reinstädter Baches. In Kahla kreuzte damals die „Hohe Straße“ aus Richtung Westen kommend am Beckerskirchhof vorbei über die Wüstung Weißacker, den Hornissenberg und den Kaltenberg streifend, die Saale überquerend, Richtung Süden und Westen weiterführend. 1184 nannte man einen Ritter Gottschalk von Kale. Er war wohl dem Grafen von Weimar-Orlamünde untergeordnet und hatte auf der Burg Kahla seinen Sitz. 1283 saßen die Herren von Lobdeburg-Leuchtenburg in der Veste. Kurz danach wurde die Stadt planmäßig gegründet. Zwischen 1283 und 1333 erhielt Kahla die Stadtrechte. Ab 1333 gehörte Burg, Stadt und Land zu Schwarzburg. Nach dem Grafenkrieg (1346-1349) war das Gebiet dem Thüringer Landgrafen untergeordnet. 1441 wird die Burg letztmalig urkundlich genannt. Bauliche Überreste sind noch nicht gefunden worden. Auf dem Platz der Burg steht die Kirche. [2] und [3].[4]
Ein schwerer Brand im Jahre 1345 vernichtete alle bis dato erhaltenen Urkunden. Nach einem weiteren Brand 1520 wurde die Stadt wieder aufgebaut und blieb in ihrer Baustruktur im großen und ganzen bis heute erhalten.
Während der Reformation und den Bauernkriegen war Kahla im protestantischen Lager zu finden: 1523 fielen die religiösen Kunstwerke der Margarethenkirche einem Bildersturm zum Opfer. 1524 predigte der Reformator Martin Luther auch in Kahla.
1632 wurde Kahla im Dreißigjährigen Krieg geplündert.
1718 war ein Verstoß gegen die Biermeile zwischen den Bürgern von Kahla und Orlamünde Anlass zu einer Bierschlacht mit Verwundungen.[5].
1843 bis 1844 begann in Kahla die Herstellung von Porzellan, ein Wirtschaftszweig, der bis heute existiert. Die KAHLA/Thüringen Porzellan GmbH ist heute noch einer der wichtigsten Arbeitgeber und macht den Namen der Stadt weit über die Grenzen Thüringens bekannt.
Während des Zweiten Weltkrieges mussten mindestens 156 Kriegsgefangene aus Frankreich sowie Frauen und Männer aus der Ukraine in örtlichen Unternehmen und Einrichtungen Zwangsarbeit verrichten: in der Porzellanfabrik, im Sägewerk Otto, in der Eisengießerei Moser, in der Stadtverwaltung, bei der Firma Müller & Guhlmann und bei der Firma Gustav Vogelsang. In den Jahren 1944 und 1945 wurde in der Umgebung von Kahla eines der unterirdischen Rüstungsprojekte der REIMAHG realisiert. Im Walpersberg entstanden 150.000 m² Produktionsfläche. 15.000 Zwangsarbeiter wurden für dieses Projekt aus ihren Heimatländern nach Deutschland verschleppt. Es sollte der Strahljäger ME 262 in Serie gebaut werden. Die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und die Arbeitstreiberei führten zu etwa 650 Opfern der Zwangsarbeit, die auf einem eigenen Friedhof oberhalb des Friedhofs an der Bachstraße begraben wurden, die meisten von ihnen Italiener. Im Leubengrund an der Straße von Kahla-Löbschütz nach Lindig wurde 1974 eine zentrale Gedenkstätte für alle Opfer der REIMAHG-Todesfabrik errichtet, deren genaue Zahl (schwankend zwischen 2.800 und 6.000) wahrscheinlich nicht mehr ermittelt werden kann.[6]
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960: jeweils 31. Dezember):
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Seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 sind die Sitze im Stadtrat von Kahla wie folgt verteilt:[7]
| Partei / Liste | Sitze |
| FDP/FWG | 7 |
| CDU | 6 |
| Die Linke | 4 |
| SPD | 3 |
| BIG* | 2 |
* Bürgerinitiative gegen überhöhte Abgaben Holzland e. V.
Beschreibung: „In Silber die heilige Margarethe in rotem Ober- und weißem Untergewand mit goldener Krone auf dem Haupt, goldenem Heiligenschein, goldenem Gürtel, mit dem rechten Fuß stehend auf einem grünen geflügelten Drachen mit rot ausschlagender Zunge, einen weißen Kreuzstab in der rechten Hand, welchen sie in den Rachen des Drachen stößt, beseitet links von einem sechsstrahligen goldenen Stern und rechts in ungefährer Mitte des Stabes von dem Schwarzburgischen Wappen (in Blau ein goldener, gekrönter, aufspringender, rechtsgewendeter Löwe).“
Sehenswürdigkeiten in und um Kahla sind die nahezu vollständig erhaltenen mittelalterliche Stadtmauer und die aus derselben Zeit stammenden Ackerbürgerhäuser, die aus dem 13. Jahrhundert stammende Leuchtenburg, die Jagdanlage Rieseneck, eine der am besten erhaltenen barocken Jagdanlagen Europas, sowie der Dohlenstein, ein 352 m hoher Kalkfelsen, dessen Felsabbrüche in vergangenen Jahrhunderten immer wieder den Lauf der Saale veränderten und so das Landschaftsbild prägten. Die geologischen Verhältnisse im mittleren Saaletal haben die Stadt vielseitig geprägt.
Eine Todesmarsch-Stele in der Gemarkung Kahla-Löbschütz erinnert seit 1985 an die Opfer des Todesmarsches von Häftlingen des KZ Buchenwald, die im Frühjahr 1945 durch den Ort getrieben wurden.
Kahla war und ist ein bedeutender Industrie- und Wirtschaftsstandort; die berühmtesten Beispiele dafür sind die KAHLA/Thüringen Porzellan GmbH und die ortsansässige Backwarenfabrik von Griesson - de Beukelaer.
Kahla liegt an der Bundesstraße 88 (Eisenach–Naumburg) und verfügt über einen Bahnhof an der 1874 eröffneten Saalbahn von Großheringen nach Saalfeld.
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