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Kai Ehlers (* 19. April 1944 in Brüx bei Prag) ist ein deutscher Journalist, Publizist, Schriftsteller, Forscher und Organisator, der sich vor allem mit der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des post-sowjetischen Raumes beschäftigt. In Druck- und online-Medien veröffentlicht er regelmäßig Reportagen und politische Kommentare, so in Russland.ru und Eurasisches Magazin. Seine Bücher haben überwiegend publizistischen, teils wissenschaftlichen, vereinzelt auch lyrischen Charakter. Er lebt und arbeitet seit 1969 in Hamburg.
Inhaltsverzeichnis |
Ehlers wurde 1944 in Brüx (bei Prag) geboren, verlebte eine unruhige Nachkriegsjugend in wechselnden familiären Verhältnissen und in verschiedenen Orten Westdeutschlands. 1964 legte er am neusprachlich-humanistischen Gymnasium in Melle bei Osnabrück die Abiturprüfung ab, studierte anschließend Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft in Göttingen, ab 1967 in Berlin.
Dort war er aktiv in der Außerparlamentarischen Bewegung und hatte engen Kontakt mit der Kommunebewegung. 1969 zog er nach Hamburg und war dort Mitbegründer der Künstler- und Politkommune "Ablassgesellschaft", 1971 des Kommunistischen Bundes Hamburg und Redakteur und presserechtlich Verantwortlicher von deren Zeitung „Arbeiterkampf“ (AK, später analyse & kritik). Als Autor schrieb er vor allem zu den Themen Demokratie und Recht, Polizei und Verfassungsschutz, Faschismus und Anti-Faschismus und zu allgemeinen Fragen der Staatsentwicklung, anfangs unter dem Pseudonym "F.", ab 1978 unter vollem Namen.
Weiterhin arbeitete er zwischen 1972 und 1989 als Initiator und Leiter der "Antifaschismus-Kommission", der "Anti-Repressions-Kommission" und des "Initiativ-Komitees Arbeiterhilfe" des Kommunistischen Bundes.
Als im Oktober 1977 in der Zeitung „AK“ die Selbstmord-These der Staatsanwaltschaft zu den Todesfällen der RAF-Gefangenen kritisiert wurde, wurde Ehlers als presserechtlich Verantwortlicher der Zeitung formell angeklagt, die Anklage später aber fallen gelassen.
Seit Anfang der 1980er beschäftigte sich Ehlers zunehmend mit den sich ankündigenden Veränderungen im Ostblock. Von 1983 an unternahm er eine Vielzahl von Reisen in die Sowjetunion und später nach Russland, beginnend mit Moskau und den westrussischen Metropolen und weiter nach Sibirien und Fernost, sowie in die Mongolei und nach China.
Ab 1989 und nach der Wende in Russland war er dort hauptberuflich recherchierend tätig. In zahlreichen Gesprächen und Interviews mit Funktionären, Politikern, Unternehmern, Wissenschaftlern, Künstlern, Arbeitern und Bauern verfolgte er den Transformationsprozess im nachsowjetischen Raum und beschrieb diesen in einer Reihe von Zeitungs- und Radio-Reportagen sowie Buchveröffentlichungen.
Seit Mitte der 1990er initiierte er eine Reihe von wissenschaftlichen Kongressen zur Transformation in Russland, teils in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er hält weiterhin Vorträge, Seminare und Workshops bei Bildungsakademien, freien Trägern und politischen Organisationen in Deutschland und Russland.
Ab 1997 erweiterte er seine Forschungen auf Zentral- und Mittelasien, Sibirien, Fernost, die Mongolei und den Altai, seit dem Sommer 2002 auch auf Chinas Rolle für die Neuordnung Eurasiens und den Prozess der Globalisierung.
Daneben arbeitet er unter der Formel "Integrierte Gesellschaft" an Fragen der Globalisierung auch auf Deutschland bezogen, und thematisiert dabei etwa das Konzept des Grundeinkommens in Veröffentlichungen und Gesprächskreisen.
In Deutsch, Russisch und Englisch veröffentlichte die Rosa-Luxemburg-Stiftung Moskau:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ehlers, Kai |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Publizist, Schriftsteller, Forscher und Organisator |
| GEBURTSDATUM | 19. April 1944 |
| GEBURTSORT | Brüx bei Prag |