|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| |
| |
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Bautzen | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Kamenz-Schönteichen | |
| Höhe: | 173 m ü. NN | |
| Fläche: | 53,15 km² | |
| Einwohner: |
16.990 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 320 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01917 | |
| Vorwahl: | 03578 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 25 250 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 1 01917 Kamenz | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Roland Dantz (parteilos) | |
| Lage der Stadt Kamenz im Landkreis Bautzen | ||
Die Lessingstadt Kamenz, obersorbisch Kamjenc (wörtlich „Kleiner Ort am Stein“), ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Bautzen in Sachsen. Sie liegt etwa 40 km nordöstlich von Dresden und etwa 30 km nordwestlich von Bautzen.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt in der westlichen Oberlausitz am Fuße des Hutberges im Naturraum Westlausitzer Hügel- und Bergland. Die Gegend bildet die Nahtstelle zwischen der flachen Teichlandschaft im Norden, eine der größten Wasserflächen – der Deutschbaselitzer Großteich – befindet sich auf Kamenzer Gebiet, und dem Lausitzer Bergland im Süden. Dem entsprechend ist die Landschaft im Norden von flachwelliger Heide geprägt, die nach Süden hin relativ rasch ansteigt und im Ortsteil Hennersdorf bereits Mittelgebirgscharakter zeigt. Von Süden kommend und sich im Stadtgebiet mit einigen weiteren kleinen Bächen, wie dem „Langen Wasser“, vereinigend durchfließt die Schwarze Elster Kamenz in Richtung Norden.
Kamenz umfasst neben der eigentlichen Stadt folgende Ortschaften[2]:
| Ortschaft | Eingemeindungs- datum |
Anmerkung |
|---|---|---|
| Bernbruch | 1. Januar 1999 | |
| Deutschbaselitz (Němske Pazlicy) |
1. Januar 1999 | |
| Jesau (Jěžow) | 1935 | |
| Lückersdorf-Gelenau | 1. Januar 1999 | Bildung der Gemeinde am 1. Januar 1957 durch den Zusammenschluss von Gelenau und Lückersdorf, Eingemeindung von Hennersdorf am 1. Januar 1979 |
| Thonberg (Hlinowc) | – | (war keine Gemeinde) |
| Wiesa (Brěznja) | 1. Januar 1974 | |
| Zschornau-Schiedel (Čornow-Křidoł) |
1. Januar 1999 | Bildung der Gemeinde am 1. Juli 1965 durch den Zusammenschluss von Schiedel und Zschornau |
Rund um die katholische Kirche St. Maria Magdalena, heute im Zentrum der Stadt, liegt außerdem das Gebiet der ehemals eigenständigen Gemeinde Spittel, die 1903 eingemeindet wurde.
Angrenzende Gemeinden sind im Norden und Nordosten Oßling, im Osten Nebelschütz, im Südosten die Stadt Elstra, im Südwesten Haselbachtal sowie im Westen und Nordwesten die Gemeinde Schönteichen.
Unmittelbar unter den Straßen der Stadt, unter einer nur mäßig starken Lössschicht, befinden sich massive Grauwackefelsen, die an einigen Stellen von Granitaustritten unterbrochen werden und zum Teil direkt aus dem Boden ragen. Beide Gesteine wurden früher intensiv abgebaut, wovon noch heute mehrere zugelaufene Steinbrüche im Stadtgebiet (zum Teil unmittelbar neben Wohnvierteln) zeugen. Bedeutendster Steinbruch dürfte der achtzig Meter tiefe Steinbruch Sparmann sein, der heute ein beliebtes Tauchrevier ist. Im Norden und Nordosten findet man Kies und Kaolinvorkommen, die durch das Elbe-Urstromtal entstanden.
Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde an der Stelle der heutigen Altstadt eine Burg zur Sicherung des Überganges der Via Regia über die Schwarze Elster erbaut. Die Via Regia war damals ein überregional bedeutender Handelsweg von Belgien bis hinein nach Schlesien. 1225 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt, seit 1319 war Kamenz freie Stadt. 1346 wurde der Oberlausitzer Sechsstädtebund gegründet, dessen westlichste Mitgliedsstadt Kamenz wurde. 1547 war Kamenz somit auch vom Oberlausitzer Pönfall betroffen. Im Jahre 1707 vernichtete ein großer Stadtbrand viele Häuser in der Altstadt. 1729 wurde der Dichter und Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing in Kamenz geboren.
1896 wurde in Kamenz auf Grund eines königlichen Beschlusses eine ständige Garnison eingerichtet. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde hier und in den anderen beiden Garnisonen der sächsischen Oberlausitz (Zittau und Bautzen) das Königlich Sächsische Reserve-Infanterie-Regiment 242 aufgestellt.
Während des Zweiten Weltkrieges vom Oktober 1944 bis April 1945 wurde im Gebäude der stillgelegten Tuchfabrik Gebr. Noßke & Co. Herrental Nr. 9 (Tarnname „Elster GmbH") ein Außenlager des KZ Groß-Rosen betrieben, in dem nahezu 1.000 Häftlinge, unter ihnen 150 Juden, die für die Daimler-Benz AG Flugzeugmotorenteile herstellen mussten. Bis 1990 befand sich in Kamenz die Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung Franz Mehring der NVA mit zeitweise 1.500 Studierenden. Die blau-grauen Uniformen bestimmten das Bild der Kleinstadt. Bis Juli 2008 bestand der Landkreis Kamenz.
|
|
|
|
Bei den Werten von 1834 bis 1950 handelt es sich um Volkszählungsergebnisse, danach überwiegend um Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Sie entsprechen bis 1989 dem jeweiligen Gebietsstand, ab 1990 dem heutigen. Konnte ein anderer Stichtag als der 31. Dezember ermittelt werden, ist dieser angegeben.
Die letzten Angaben zur konfessionellen Zugehörigkeit der Bevölkerung stammen von 1925. Damals waren von 11.165 Einwohnern 9.566 evangelisch-lutherisch (85,7 %)[3].
Der Stadtrat von Kamenz zählt 22 Stadtverordnete und setzt sich seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 wie folgt zusammen (verzeichnet sind alle Wahlvorschläge mit Ergebnissen):
| Parteien und Wählergemeinschaften | 2009 | 2004 | ||
|---|---|---|---|---|
| % | Sitze | % | Sitze | |
| Die Linke (2004: PDS) | 27,5 | 7 | 33,2 | 8 |
| Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) | 20,6 | 5 | 35,3 | 8 |
| Wählervereinigung Kamenz und Ortsteile | 12,9 | 3 | 11,3 | 2 |
| Freie Demokratische Partei (FDP) | 10,6 | 3 | 9,3 | 2 |
| Wählervereinigung Wir für Kamenz | 10,3 | 2 | - | 0 |
| Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) | 9,2 | 2 | - | 0 |
| Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE) | 3,3 | 0 | 4,3 | 1 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 2,9 | 0 | 6,6 | 1 |
| Bündnis Arbeit, Familie, Vaterland - Liste Henry Nitzsche e.V. | 2,7 | 0 | - | 0 |
| gesamt | 100,0 | 22 | 100,0 | 22 |
| Wahlbeteiligung | 48,5 % | 43,7 % | ||
Beschreibung: In Blau eine goldene Zinnenmauer mit geöffnetem Tor und silbernen Flügeln, auf der Mauer zwei sechseckige goldene gezinnte Türme und je drei unbelichtete Fenster. Zwischen den Türmen auf der Mauer gestellt ein goldener Dreiecksgiebel, der in einer gekürzten goldenen Lilie ausläuft. Auf den Türmen wachsend je ein rotgekleideter goldenes Hifthorn blasender Turmwärter ein rotes Wappenschild mit einem silbernen aufgerichteten goldgekrönten doppelschwänzigen Löwen haltend.
Auf dem Vollwappen ein goldener gekrönter Bügelhelm mit rot-silberner zur rechten und blau-goldener Helmdecke zur linken Seite. Die Helmzier zwischen dem schwarzen Flug ist ein wachsender silberner goldgekrönter doppelschwänziger Löwe.
Im Jahr 1319 nahm die Stadt Kamenz nach ihrem Lossagen von der Grafenherrschaft ein neues Stadtwappen an. Die goldenen Zinnenmauer steht im Wappen für die Wehrhaftigkeit der Stadt und der doppelschwänzige Löwe bekundet die böhmische Oberhoheit.[4]
Kamenz unterhält ein Theater, das 1999 wiedereröffnet wurde und seitdem, außer für Schauspiel, auch für Kabarett, Konzerte und ähnliches genutzt wird.
In der Stadt gibt es zwei Museen: Das Lessing-Museum widmet sich dem berühmtesten Sohn der Stadt Gotthold Ephraim Lessing. Das Museum der Westlausitz präsentiert vorwiegend Ausstellungen zur regionalen Natur, Landschaft und Geschichte.
Das Rathaus Kamenz wurde 1847 bis 1848 durch Carl August Schramm im Stil der italienischen Neorenaissance erbaut. Auf dem Markt vor dem Rathaus findet sich der Andreasbrunnen mit Justitia-Statue aus Sandstein.
Im Süden der Altstadt befinden sich Reste der mittelalterlichen Stadt- und Klosterbefestigung, vor allem der Rote Turm, die Stadtschreiberbastei („Pichschuppen“), die Mönchsmauer und das Klostertor. Die evangelische Hauptkirche St. Marien (erbaut 1275 bis 1479, spätgotische Hallenkirche) ist die einzige granitene Hallenkirche nördlich der Alpen. Unmittelbar daneben die Katechismuskirche (Wehrkirche, vor 1358). Ebenfalls im Süden der Stadt liegt der Barmherzigkeitsstift mit Bönisch-Mausoleum, ein 1826 fertiggestelltes Krankenhaus für die Ärmsten der Armen.
Wiederum am Nordrand der Stadt die Klosterkirche St. Annen (ca. 1510) und gegenüber die Lessing-Gedenkstätte am ehemaligen Standort des Geburtshauses Lessings. Das Lessinghaus gehört zu den 20 kulturellen Gedächtnisorten in den neuen Ländern. Weiter westlich eine Kursächsische Postdistanzsäule, errichtet 1725 am ehemaligen Königsbrücker Tor, heute Bönischplatz. Die vierte evangelische Kirche der Stadt ist die Begräbniskirche St. Just, die bereits als Pilger-Kapelle vor 1377 genannt wird.
Am äußersten Westrand der Kernstadt die Hutbergbühne, eine Freilichtbühne für bis zu 10.000 Zuschauer. Am Ortsausgang Richtung Pulsnitz ein Königlich-sächsischer Ganzmeilenstein aus der Zeit von 1859 bis 1860. Eine Gedenktafel am Fabrikgebäude Herrental Nr. 9 erinnert an 125 KZ-Häftlinge, die Opfer von Zwangsarbeit wurden.
In Kamenz ist der SV Einheit Kamenz beheimatet, dessen 1. Fußball-Männermanschaft in der Landesliga Sachsen spielt.
Im alten Stadtbad befindet sich ein Skaterpark, dessen Skater verschiedene Meisterschaften gewonnen haben.
Erstmals fand 2004 durch die VDH e. V. (Vereinigung Deutscher Handywerfer e. V.) die erste deutsche Meisterschaft im Handywerfen in Kamenz statt, wo 2005 auch die ersten Europameisterschaften auf deutschem Boden ausgetragen wurden und 2006 die erste Weltmeisterschaft nach Version der IAMPT.
Eine besondere Spezialität der Stadt sind die Kamenzer Würstchen. Dabei handelt es sich um eine sehr würzige Mischung aus Wiener und Knacker.
Kamenz liegt an den eingleisigen Hauptbahnen Lübbenau–Kamenz und Kamenz–Pirna. Nach Dresden verkehrt eine Regionalbahnlinie im Stundentakt. Zum brandenburgischen Senftenberg verkehren seit Ende der 1990er Jahre keine Reisezüge mehr, nur noch Güterverkehr, die Bahnstrecke nach Bischofswerda wurde komplett stillgelegt. Die nächstgelegene Anschlussstelle Burkau zur A 4 befindet sich etwa 12 km südlich. Am nordöstlichen Stadtrand befindet sich der Flugplatz Kamenz. Die zur Rhenus Veniro-Gruppe gehörende Regionalbus Oberlausitz GmbH betreibt ein Stadtbus-Netz mit drei Linien (Linie 21, 22, 23).
Die Stadt beherbergt vorwiegend kleinere und mittlere Betriebe aus den Bereichen Textil, Maschinenbau, Kaolinverarbeitung und Plastikverarbeitung. Größte überregionale bekannte Arbeitgeber sind hierbei ein Abfüllwerk des Spirituosenherstellers Jägermeister und Textilwerbemittelspezialist Sachsenfahnen. Große Hoffnungen liegen zudem auf dem Batteriehersteller Li-Tec Battery, der weltweit als Technologieführer in seiner Branche gilt und in den nächsten Jahren mehrere hundert Arbeitsplätze in Kamenz schaffen will.
Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber in Kamenz sind verschiedene Behörden, wie das Landesamt für Statistik, dessen Sitz sich hier befindet. In Zukunft ist zudem mit einer wachsenden Bedeutung des Tourismus zu rechnen.
Der wohl bekannteste Sohn der Stadt Kamenz ist der Dichter Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781), dessen Vater, Johann Gottfried Lessing, Pastor an der Hauptkirche St. Marien war. Das Geburtshaus Lessings wurde beim letzten großen Stadtbrand 1842 vernichtet, doch erinnert heute ein Museum an den berühmtesten Sohn der Stadt. Bruno Richard Hauptmann (1899–1936), ein deutscher Emigrant, der wegen der Entführung und der Ermordung von Charles Lindberghs Sohn Charles Lindbergh III zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, ist ebenfalls in Kamenz geboren worden. International bekannt ist zudem Georg Baselitz (* 1938 als Hans-Georg Kern in Deutschbaselitz), der einer der bedeutendsten deutschen Maler der Gegenwart ist.
Arnsdorf | Bautzen (Budyšin) | Bernsdorf | Bischofswerda | Bretnig-Hauswalde | Burkau (Porchow) | Crostwitz (Chrósćicy) | Cunewalde | Demitz-Thumitz | Doberschau-Gaußig (Dobruša-Huska) | Elsterheide (Halštrowska hola) | Elstra (Halštrow) | Frankenthal | Göda (Hodźij) | Großdubrau (Wulka Dubrawa) | Großharthau | Großnaundorf | Großpostwitz/O.L. (Budestecy) | Großröhrsdorf | Guttau (Hućina) | Haselbachtal | Hochkirch (Bukecy) | Hoyerswerda (Wojerecy) | Kamenz (Kamjenc) | Königsbrück | Königswartha (Rakecy) | Kubschütz (Kubšicy) | Laußnitz | Lauta | Lichtenberg | Lohsa (Łaz) | Malschwitz (Malešecy) | Nebelschütz (Njebjelčicy) | Neschwitz (Njeswačidło) | Neukirch | Neukirch/Lausitz | Obergurig (Hornja Hórka) | Ohorn | Oßling (Wóslink) | Ottendorf-Okrilla | Panschwitz-Kuckau (Pančicy-Kukow) | Pulsnitz | Puschwitz (Bóšicy) | Räckelwitz (Worklecy) | Radeberg | Radibor (Radwor) | Ralbitz-Rosenthal (Ralbicy-Róžant) | Rammenau | Schirgiswalde-Kirschau | Schmölln-Putzkau | Schönteichen | Schwepnitz | Sohland an der Spree | Spreetal (Sprjewiny Doł) | Steina | Steinigtwolmsdorf | Wachau | Weißenberg (Wóspork) | Wilthen | Wittichenau (Kulow)
Annaberg-Buchholz | Aue | Auerbach/Vogtl. | Bautzen (Budyšin) | Bischofswerda | Borna | Brand-Erbisdorf | Coswig | Crimmitschau | Delitzsch | Dippoldiswalde | Döbeln | Eilenburg | Flöha | Freiberg | Freital | Glauchau | Görlitz | Grimma | Großenhain | Hohenstein-Ernstthal | Hoyerswerda (Wojerecy) | Kamenz (Kamjenc) | Limbach-Oberfrohna | Löbau | Marienberg | Markkleeberg | Meißen | Mittweida | Niesky | Oelsnitz/Vogtl. | Oschatz | Pirna | Plauen | Radeberg | Radebeul | Reichenbach im Vogtland | Riesa | Rochlitz | Schkeuditz | Schwarzenberg/Erzgeb. | Sebnitz | Stollberg/Erzgeb. | Torgau | Weißwasser/Oberlausitz (Běła Woda) | Werdau | Wurzen | Zittau | Zschopau | Zwickau