|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Kammfinger | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Eigentlicher Gundi (Ctenodactylus gundi) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Ctenodactylidae | ||||||||||||
| Gervais 1853 |
Die Kammfinger oder Gundis (Ctenodactylidae) sind eine wenig bekannte Familie afrikanischer Nagetiere, zu der nur fünf Arten in vier Gattungen gezählt werden.
Inhaltsverzeichnis |
Gestaltlich haben Kammfinger eine entfernte Ähnlichkeit mit den südamerikanischen Meerschweinchen. Wie bei diesen ist der Körper kompakt und walzenförmig. Die Beine sind kurz und enden in jeweils vier Zehen. An den Hinterfüßen haben die beiden mittleren Zehen einen Borstenkamm, der den Tieren zu ihrem Namen „Kammfinger“ verholfen hat.
Kammfinger sind am Nord- und Südrand der Sahara verbreitet. Hier leben sie in wüsten- und halbwüstenartigen Habitaten. Sie graben keine Baue und bauen keine Nester, sondern suchen Schutz in natürlichen Felsspalten. Kammfinger sind im Allgemeinen tagaktiv, ruhen aber während der Mittagshitze. Die Nahrung ist rein pflanzlich.
Die Verwandtschaftsbeziehungen der Kammfinger sind weitgehend unbekannt. Sicher ist, dass es sich bei den Kammfingern um eine ehemals weit verbreitete und artenreiche Nagetiergruppe handelt; vom Oligozän bis zum Pleistozän finden sich fossile Überreste von zahlreichen heute ausgestorbenen Gattungen und Arten in ganz Eurasien und Afrika. McKenna & Bell gruppieren die Kammfinger zusammen mit den fossilen Familien Sciuravidae (Eozän, Nordamerika und Asien), Ivanantoniidae (Eozän, Asien), Chapattimyidae (Eozän bis Miozän, Eurasien und Afrika) und Cylindrodontidae (Eozän bis Miozän, Nordamerika und Asien) in ein großes Taxon Ctenodactylomorphi oder Sciuravida, deren einzige Überlebende die Kammfinger demnach wären. Eine Vermutung ist, dass die Sciuravida zu den Stachelschweinverwandten (Hystricomorpha) gehören, wo sie die Schwestergruppe aller anderen Vertreter dieser Gruppe sind; beide seien sehr frühe Linien der Nagetiere und hätten sich bereits im Eozän oder davor voneinander getrennt.
Die neuentdeckte Laotische Felsenratte (Laonastes aenigmamus), die nach jüngsten Erkenntnissen in die ansonsten ausgestorbene Familie der Diatomyidae eingeordnet wird, könnte ebenfalls zu den Sciuravida gehören.
Folgende heute lebenden Arten werden unterschieden: