Kanton Freiburg
Freiburg (französisch Fribourg, italienisch Friburgo, rätoromanisch Friburg), amtlich Staat Freiburg[4] und État de Fribourg[5] [eˈta də fʀiˈbuʀ], ist ein französisch- und deutschsprachiger Kanton im Westen der Schweiz. Der Hauptort ist Freiburg.
GeographieFreiburger Voralpen: Dent de Brenleire (2358 Meter, rechts vorne) und Vanil Noir (2389 Meter, hinten) Der Kanton Freiburg befindet sich in der französischen Schweiz (Romandie) und ist mit 1671 Quadratkilometern der achtgrösste Kanton der Schweiz. Topografisch lässt sich Freiburg in zwei grössere Bereiche unterteilen: Der nördliche und westliche Teil gehört zum Schweizer Mittelland, der Süden zu den Schweizer Voralpen. Siehe dazu den Hauptartikel Freiburger Voralpen. Die höchste Erhebung bildet der Vanil Noir mit 2389 Metern. Er befindet sich im Süden des Kantons im Greyerzbezirk, an der Grenze zum Kanton Waadt. Der tiefste Punkt liegt auf 430 Metern, am Neuenburgersee (Lac de Neuchâtel). Die Nachbarkantone sind der Kanton Waadt im Westen und Süden, der Kanton Bern im Osten, und im Norden grenzt Freiburg durch den Neuenburgersee an den Kanton Neuenburg.
WappenAls Kantonswappen wurde der schwarz-weisse Schild erst spät genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts entstand das Wappen mit heutiger Form (zuvor getragen von einem oder zwei Löwen). Schwarz und Weiss als Wappen wurde erstmals mit einem weissen Kreuz im schwarzen Feld verwendet. Die dadurch entstandenen vier Abtrennungen im schwarzen Feld symbolisierten die vier Stadtpanner (Au, Burg, Neustadt, Spital), welche die regierenden Häuser des Staates waren. Das Kreuz wurde im Laufe der Zeit aus dem Wappen entfernt, was zum heutigen Schwarz-Weiss führte. Bis zum Zusammenbruch der Stadtpanner wurde das Stadtwappen in Zusammenhang mit dem Kantonalwappen verwendet, was zu den alten Kantonsfarben Schwarz und Blau führte. BevölkerungDer Kanton Freiburg hat 278'493 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2010). Damit gehört er zu den mittelgrossen Kantonen der Schweiz. Die Bevölkerungsdichte ist mit 158 Bewohnern pro Quadratkilometer leicht unter dem Schweizer Durchschnitt. 85,4 Prozent der Freiburger Bevölkerung sind Schweizer Bürger, der Ausländeranteil beträgt somit 14,6 Prozent. Von der Gesamtbevölkerung sind 26 Prozent unter 20-jährig, 61 Prozent 21- bis 64-jährig und 13 Prozent sind älter als 64. In den letzten zehn Jahren hat die Kantonsbevölkerung um 13,1 Prozent zugenommen. Damit gehört Freiburg zu den am schnellsten wachsenden Kantonen der Schweiz. Laut Bundesamt für Statistik kann damit gerechnet werden, dass die Bevölkerungszahl im Jahre 2025 auf über 300'000 angewachsen sein wird. Auch im Jahre 2007 war Freiburg mit einem Plus von 1,9 Prozent der am stärksten wachsende Kanton der Schweiz.[6]
SprachenDer Kanton Freiburg ist ein offiziell zweisprachiger Kanton, Amtssprachen sind Französisch und Deutsch. Die Mehrheit der Bevölkerung ist französischsprachig, deutsch wird vor allem im Norden und Nordosten des Kantons gesprochen. In diesen deutschsprachigen Gebieten, es sind dies vor allem der Sense- und der Seebezirk, ist die Umgangssprache das Senslerdeutsch, im Seebezirk – entsprechend der Geschichte des Murtenbiets als Gemeine Herrschaft von Bern und Freiburg – das Berndeutsch.
ReligionenFreiburg ist ein römisch-katholisch geprägter Kanton, obwohl er von den mehrheitlich protestantischen Kantonen Waadt und Bern umgeben ist. Nur im Nordwesten des Kantons, im Seebezirk, ist die Mehrheit der Bevölkerung traditionell protestantisch, da das Gebiet bis 1798 eine Gemeine Herrschaft von Bern und Freiburg war. Heute sind rund 70 Prozent der Kantonsbevölkerung römisch-katholisch und 15 Prozent protestantisch. 3 Prozent gehören einer anderen christlichen Religion an, die übrigen sind konfessionslos oder haben beim Zensus keine Angabe gemacht. PolitikVerfassungIm Jahr 2004 wurde eine neue Kantonsverfassung angenommen, die das alte, aus dem Jahr 1856 stammende und seither 40-mal überarbeitete Grundgesetz ersetzte. LegislativeDer Grosse Rat zählt seit Inkrafttreten der neuen Verfassung noch 110 Sitze. Eine Legislaturperiode dauert fünf Jahre. Die Wahlen finden im Proporzwahlverfahren statt. Die letzten Grossratswahlen fanden am 13. November 2011 statt.
ExekutiveDie Kantonsregierung wird durch den siebenköpfigen Staatsrat gebildet. Dieser wird alle fünf Jahre im Majorzwahlverfahren bestellt. Staatsräte des Kantons Freiburg
Isabelle Chassot (CVP) | Anne-Claude Demierre (SP) | Marie Garnier (Grüne) | Georges Godel (CVP) | Erwin Jutzet (SP) | Maurice Ropraz (FDP) | Beat Vonlanthen (CVP) GeschichteDer Pré de Riva ist eine rekonstruierte Pfahlbausiedlung in Gletterens bei Vallon, südlich des Neuenburgersees. Auf der nördlichen Seite nur etwa 26 Kilometer entfernt liegt im Kanton Neuenburg (auf Höhe des A5-Tunnels) ein weiterer archäologischer Park Laténium in Hauterive, östlich von Neuenburg (Neuchâtel), der an die Stelle des «Musée cantonal d’archéologie» getreten ist und latènezeitliche Funde zeigt. Städte und OrteBeachtenswert sind die beiden zweisprachigen Städte Freiburg (frz. Fribourg) und Murten (frz. Morat), daneben die anderen historischen Bezirkshauptorte Tafers (frz. Tavel), Bulle, Romont, Estavayer-le-Lac und Châtel-Saint-Denis. Der Kanton Freiburg ist in einen ländlichen Süden/Südosten und einen urbanisierten, dicht besiedelten Norden/Nordwesten geteilt. Die grössten Städte sind Freiburg und Bulle. Die Agglomeration Freiburg im Norden des Kantons zählt circa 96'000 Einwohner und diejenige von Bulle im Süden circa 24'000 (beide 2004). Zudem gehört die Agglomeration Freiburg der Metropolregion Bern an. Sie ist auch die einzige zweisprachige Agglomeration, die sich ausschliesslich auf Schweizer Boden befindet. Der Westen des Sensebezirks bildet den deutschsprachigen Teil und fast der ganze Saanebezirk den französischsprachigen. Zur Agglomeration Bulle gehören nur Gemeinden des Greyerzerbezirkes. GemeindenSiehe auch: Gemeinden des Kantons Freiburg
Insgesamt umfasst der Kanton 168 Gemeinden. Nachfolgend aufgelistet sind Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern per 31. Dezember 2010:
BezirkeSiehe auch: Bezirke des Kantons Freiburg
Der Kanton gliedert sich in die sieben Bezirke:
¹ (französischsprachig mit der einzigen deutschsprachigen Gemeinde Jaun) Auffallend ist, dass mit Ausnahme des Bezirkes Greyerz jeder Bezirk den Namen eines Gewässers trägt (See steht für den Murtensee). Partnerschaften
Einzelnachweise
Weblinks
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