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| Republik und Kanton Genf République et Canton de Genève | |
|---|---|
| Wappen | |
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Amtssprache: | Französisch |
| Hauptort: | Genf |
| Beitritt zum Bund: | 1815 |
| Kürzel/Kontrollschild: | GE |
| ISO 3166-2: | CH-GE |
| Kantonshymne: | Cé qu’è lainô (inoffiziell) |
| Fläche: | 282 km² |
| Einwohner: | 467'080[1] (29. Februar 2012) |
| Bevölkerungsdichte: | 1656 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: | 39,9 %[1] (29. Februar 2012) |
| Arbeitslosenquote: | 5,6 %[2] (Juli 2011) |
| Website: | www.ge.ch |
| Lage des Kantons in der Schweiz | |
| Karte des Kantons | |
| Gemeinden des Kantons | |
Genf (französisch Genève [ʒəˈnɛv], italienisch Ginevra, rätoromanisch Genevra), amtlich Republik und Kanton Genf (französisch République et Canton de Genève), ist ein französischsprachiger Kanton im Südwesten der Schweiz. Der Hauptort ist Genf.
Inhaltsverzeichnis |
Der Kanton Genf bildet den südwestlichen Zipfel der Schweiz. Er ist fast völlig von französischem Gebiet umgeben: Seine Grenze zu Frankreich – und dessen Départements Ain und Haute-Savoie – ist 103, die zum Schweizer Kanton Waadt dagegen nur 4,5 Kilometer lang.
Der Kanton umschliesst das südwestliche Ende des Genfersees, am Ausfluss der Rhone Richtung Mittelmeer. Der zweite wichtige Fluss ist die Arve, die von Chamonix kommend, sich in Genf mit der Rhone vereint. Der Kanton liegt im «Genfer Becken» («cuvette genevoise») zwischen den vier höchsten Gipfeln der Gebirgskette Jura und den französischen Bergen Vuache, Salève und Voirons. Die Landschaft ist hügelig. Den höchsten Punkt (517,7 m ü. M.) bilden die zwei Grenzsteine 132 und 135 beim Weiler La Monniaz in der Gemeinde Jussy, der niedrigste Punkt (360 m ü. M.) ist zugleich der westlichste Punkt der Schweiz und liegt an der Rhone bei Chancy.
Die politische Gemeinde Céligny bildet eine Exklave des Kantons Genf im Kanton Waadt am rechten Ufer des Genfersees.
Der Kanton Genf zählte am 29. Februar 2012 467'080 Einwohner.[1] Mit 186'269 Ausländern per 29. Februar 2012 ist der Kanton durch einen hohen Ausländeranteil von 39,9 Prozent der Bevölkerung gekennzeichnet (Schweizer Durchschnitt: 22,3 Prozent[3]). Circa 180 Nationalitäten sind vertreten; die Mehrheit (circa 75 Prozent) der Ausländer stammt aus Europa, vornehmlich Südeuropa.
Amtssprache ist Französisch.
Die bereits vor 1815 zu Genf gehörenden Gebiete sind traditionell reformiert, die am Wiener Kongress angeschlossenen, vormals französischen und savoyardischen traditionell katholisch. Infolge starker Zuwanderung aus Schweizer Bergregionen und aus Südeuropa ist der Kanton heute mehrheitlich katholisch. Staat und Kirche sind seit 1907 nach französischem Vorbild getrennt.
Die gegenwärtige Kantonsverfassung[4] datiert formal vom Jahre 1847, wurde 1958 aber grundlegend überarbeitet und ist auch seither mehrmals geändert worden.
Das politische Leben in Genf ist von für Schweizer Verhältnisse besonders heftigen Auseinandersetzungen geprägt, insbesondere zwischen der mehrheitlich linken Stadtregierung und der mehrheitlich bürgerlichen Kantonsregierung. Für die regelmässigen Konflikte und Skandale wurde der Begriff der Genferei geprägt.[5]
Gesetzgebende Behörde ist der Grosse Rat (Grand Conseil). Er hat 100 Mitglieder (Grossräte), die vom Volk nach Verhältniswahlrecht für eine feste Amtszeit von vier Jahren gewählt werden. Die letzte Wahl fand am 11. Oktober 2009 statt und ergab folgendes Resultat:[6]
| Partei | Prozent | Sitze |
|---|---|---|
| Liberale Partei (LPS) | 16,71 % | 20 |
| Grüne Partei (GPS) | 15,34 % | 17 |
| Mouvement Citoyens Genevois (MCG) | 14,74 % | 17 |
| Sozialdemokratische Partei (SP) | 12,91 % | 15 |
| Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) | 9,91 % | 11 |
| FDP.Die Liberalen (FDP) | 9,59 % | 11 |
| Schweizerische Volkspartei (SVP) | 8,56 % | 9 |
| sonstige Parteien | 12,25 % | – |
7000 Wahlberechtigte können auf dem Weg des fakultativen Referendums verlangen, dass ein vom Grossen Rat erlassenes Gesetz der Volksabstimmung unterworfen wird. 10'000 Wahlberechtigte können selbst ein Gesetz vorschlagen (Volksinitiative).
Ausführende Behörde ist der Staatsrat (Conseil d’Etat). Er besteht aus sieben Mitgliedern (Staatsräte), die vom Volk nach Mehrheitswahlrecht für eine feste Amtszeit von ebenfalls vier Jahren gewählt werden. Seinen Vorsitzenden wählt der Staatsrat alle Jahre aus seiner Mitte.
Die amtierenden Staatsräte sind (Stand: Juli 2011):
Gerichte sind die Cour de justice, die Cour d’assises, die Cour correctionnelle und die Cour de cassation. Verwaltungsrechtliche Streitigkeiten beurteilt das Tribunal administratif. Ferner gibt es mehrere Spezialgerichte.
Genf ist Sitz zahlreicher internationaler Behörden, bedeutende Bank- und Handelsstadt, hat diverse Industrien und ist Kongresszentrum. Auch der Tourismus hat einen wichtigen Stellenwert.
Die wichtigsten Kraftwerke im Kanton sind die Laufwasserkraftwerke Barrage de Verbois (466 Gigawattstunden pro Jahr) und Chancy-Pougny (210 GWh/Jahr), die Müllverbrennungsanlage Les Cheneviers (125 GWh/Jahr) und das Laufwasserkraftwerk Barrage du Seujet (20 GWh/Jahr).
Stadt und Kanton sind national und international erschlossen: zweitgrösster Flughafen der Schweiz (Genève-Cointrin), Anschluss an das französische Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz (TGV), Autobahn Lyon–Bern. Der lange Zeit vernachlässigte regionale öffentliche Verkehr wird derzeit mittels des erneuten Ausbaus des zuvor stark reduzierten Strassenbahnnetzes wieder stark gefördert.
Der Kanton Genf wurde 1815 aus der Stadt Genf, deren Untertanengebieten sowie den ihm vom Wiener Kongress zugesprochenen ehemals französischen und savoyardischen Territorien (zum Beispiel Stadt Carouge) gebildet; zur Geschichte bis dahin siehe den Artikel Genf. Das aristokratische Regime hielt sich bis zur liberalen Revolution vom 7. Oktober 1846. Im folgenden Jahr 1847 gab sich Genf eine neue Kantonsverfassung und stimmte 1848 der neuen schweizerischen Bundesverfassung zu. Seither gehört es zu den liberalen Kantonen der Schweiz.
Nachfolgend aufgelistet sind Gemeinden mit mehr als 10'000 Einwohnern per 29. Februar 2012:[1]
| Ort | Einwohner |
|---|---|
| Genf | 192'118 |
| Vernier | 33'836 |
| Lancy | 28'881 |
| Meyrin | 22'132 |
| Carouge | 20'292 |
| Onex | 17'710 |
| Thônex | 13'608 |
| Versoix | 13'014 |
| Le Grand-Saconnex | 11'851 |
| Chêne-Bougeries | 10'409 |
| Plan-les-Ouates | 10'249 |
| Veyrier | 10'247 |
Das Genfer Kantonsgebiet gliedert sich in 45 Gemeinden, deren Autonomie wie in der französischen Schweiz (Romandie) verbreitet indes nur gering ist.
Der Kanton Genf kennt keine Einteilung in Bezirke. Das Bundesamt für Statistik (BFS) führt den gesamten Kanton jedoch als einen Bezirk unter der BFS-Nr.: 2500.
Portal:Genf – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Genf
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