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| Kanton Schaffhausen | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Amtssprache: | Deutsch |
| Hauptort: | Schaffhausen |
| Beitritt zum Bund: | 1501 |
| KĂĽrzel/Kontrollschild: | SH |
| ISO 3166-2: | CH-SH |
| Fläche: | 298 km² |
| Einwohner: | 75'677[1] (2009) |
| Bevölkerungsdichte: | 254 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: | 23,2 %[2] (April 2011) |
| Arbeitslosenquote: | 2,2 %[3] (Juli 2011) |
| Website: | www.sh.ch |
| Lage des Kantons in der Schweiz | |
| Karte des Kantons | |
| Gemeinden des Kantons | |
Schaffhausen (französisch Schaffhouse, italienisch Sciaffusa, rätoromanisch Schaffusa) ist ein deutschsprachiger Kanton im Nordosten der Schweiz. Der Hauptort ist Schaffhausen.
Inhaltsverzeichnis |
Der Kanton Schaffhausen ist der nördlichste Kanton der Schweiz. Mit Ausnahme eines kleinen Teils von Stein am Rhein (Burg) und einem Fussweg von der Rheinbrücke von Schaffhausen nach Feuerthalen bis zum Wehr des Kraftwerkes Schaffhausen liegt der Kanton nördlich des Rheins, er ist fast nur von der Bundesrepublik Deutschland umgeben. Der Kanton Schaffhausen grenzt zudem an die deutsche Exklave Büsingen am Hochrhein. Südlich grenzt der Kanton, hauptsächlich im Rhein, an die Kantone Zürich und Thurgau.
Der Kanton ist in drei Teilgebiete aufgeteilt. Das Kantonsgebiet bei Stein am Rhein wird als Oberer Kantonsteil bezeichnet, jenes bei RĂĽdlingen/Buchberg als Unterer Kantonsteil.
Der Randen, ein Ausläufer des Jura, verleiht dem Kanton Schaffhausen einen hügeligen Charakter (ab 344 m ü. M., im Hagen 912 m ü. M.). Die Randenhöhen sind weitgehend mit Wald bedeckt. Deshalb ist der Kanton Schaffhausen neben dem Kanton Jura der waldreichste Kanton.
Ă–stlich des Randen folgt der ebenfalls hĂĽgelige Reiat.
SĂĽdlich des Randen liegt ein fruchtbares, flaches Tal, der Klettgau, welches vor ĂĽber 50'000 Jahren durch den Urrhein geformt wurde. Im Klettgau wird vorwiegend Reb- und Ackerbau betrieben.
Ausser einigen kleineren Weihern gibt es im Kanton Schaffhausen keine Seen. Der Kanton wird durch den Rhein geprägt. Dieser durchfliesst die drei Teilgebiete des Kantons.
Der Reiat sowie der obere Kantonsteil werden durch die Biber durchflossen. Der Klettgau wird durch den Mühlibach und den Seltenbach entwässert. Auf deutschem Gebiet heisst der Fluss dann Klingengraben. Bei Schleitheim bildet die Wutach auf einigen Kilometern die Grenze zu Deutschland. Die Durach entwässert einen Teil des Randens und fliesst durch Bargen und Merishausen. Nach Durchfluss des teilweise schluchtartigen Mühlentals mündet sie bei Schaffhausen in den Rhein.
Am Fusse des Reiat bei Thayngen wohnten vor über 10'000 Jahren in der prähistorischen Wohnhöhle Kesslerloch die ersten Menschen im Kanton Schaffhausen.
Um ca. 3900 bis 3500 v. wurden im Gebiet Weier südlich von Thayngen Pfahlbauten errichtet. 2011 nahm die UNESCO die ehemalige Pfahlbausiedlung Weier mit 110 weiteren Fundstellen in 6 Alpenländern in das Inventar des UNESCO-Weltkulturerbes auf.
Zur Zeit der Römer führte eine Heeresstrasse durch das Gebiet des heutigen Kantons Schaffhausen. Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde die römische Siedlung Iuliomagus (auch Juliomagus oder Iuliomago) gegründet, nahe der heutigen Ortschaft Schleitheim. Heute ist nur noch die Ausgrabung des öffentlichen Bades (Thermen) zugänglich.
Die Stadt Schaffhausen entstand etwa um 1000 aufgrund ihrer speziellen geografischen Lage oberhalb des Rheinfalles. Schaffhausen wurde dadurch zu einem wichtigen Umschlagplatz in der Region. 1045 verlieh König Heinrich III. in Köln Graf Eberhard VI. von Nellenburg das Münzrecht für Schaffhausen.
In Schaffhausen fand im Jahr 1402 einer der ersten bekannten Hexenprozesse statt.
Der Kanton geht auf das Herrschaftsgebiet der Stadt Schaffhausen zurĂĽck, die zur Zeit der Staufer Reichsstadt wurde. Der sich entwickelnde Stadtstaat wurde 1454/1501 Mitglied der Schweizerischen Eidgenossenschaft. 1529 wurde die Reformation eingefĂĽhrt. Die aktuell gĂĽltige Verfassung wurde 2002 erlassen und hat diejenige von 1876 ersetzt.
Die offizielle Blasonierung lautet: «In Gold ein springender schwarzer Widder mit roter Zunge, goldener Krone und Mannheit, goldenen Hörnern und Hufen.»[4]
Um 1835 war der Schild noch grĂĽn.[5]
Der Kanton Schaffhausen gehört zu den deutschsprachigen sowie den traditionell reformierten Kantonen. Allerdings existiert eine herkömmlich katholische Gemeinde, nämlich Ramsen.
Der in mehrere Untermundarten zerfallende Schaffhauser Dialekt gehören dem Hochalemannischen und innerhalb dessen dem Nordostschweizerdeutschen an. Ein typisches Merkmal dieser Dialektgruppe ist die Entwicklung von mittelhochdeutsch ei zu langem a, zum Beispiel meinen → maane. «Was meinst Du?» wird somit «Wa maansch?» ausgesprochen. Das Schaffhauserdeutsche ist phonologisch, grammatikalisch und lexikologisch aufgearbeitet in:
Der bekannteste Mundartschriftsteller des Kantons ist der Wilchinger Albert Bächtold (1891–1981), der eine ganze Reihe von Romanen verfasst hat.
Ein weitherum bekannter Satz im Schaffhauser Dialekt (Schleitheim) lautet: «E Zaane voll Saapfe d’Laatere durab schlaapfe …» was soviel heisst wie: «Ein Korb voller Seife eine Leiter hinunter ziehen.»
In den Städten Schaffhausen und Neuhausen am Rheinfall wird ein Dialekt gesprochen, der näher dem ostschweizer Dialekt steht.
Der Kanton Schaffhausen gehört zum Wirtschaftsraum Zürich (Greater Zurich Area) und ist wirtschaftlich eng mit dem Nachbarkanton Zürich verbunden.
Der traditionelle, wirtschaftliche Schwerpunkt war von Mitte des 19. Jahrhunderts bis circa 1970 die Schwerindustrie, vertreten durch die Schweizerische Industrie-Gesellschaft (SIG) und Georg Fischer (GF).
Der Kanton Schaffhausen ist das grösste Weinbaugebiet in der Deutschschweiz.
Der Kanton Schaffhausen erhielt 1857 seinen ersten Eisenbahnanschluss, mit der Rheinfallbahn der damaligen NOB zwischen Winterthur und Schaffhausen (heute SBB). In Ost–West-Richtung wird der Kanton seit 1863 von der Hochrheinbahnstrecke (Basel-Schaffhausen-Singen am Hohentwiel-Konstanz) der ehemaligen Eisenbahn des Grossherzogtums Baden (heute Deutsche Bahn) erschlossen. Weitere NOB-Strecken folgten 1895 mit der Seelinie nach Feuerthalen–Etzwilen und 1897 mit der direkten Linie über deutsches Gebiet via Eglisau und Bülach nach Zürich. Diese fünf vom Bahnhof Schaffhausen ausgehenden Eisenbahnstrecken bilden auch heute noch das Rückgrat des Eisenbahnverkehrs im Kanton.
Bedient werden die Strecken von der S-Bahn Zürich (S16, S22, S33), der S-Bahn St. Gallen (S3), den SBB-Regionalzügen Schaffhausen–Stein am Rhein, den DB-Regionalzügen Erzingen–Singen sowie dem IRE Basel–Singen(–Ulm). Direkte internationale Anschlüsse bietet die ICE-Verbindung Stuttgart–Zürich.
2011 stimmte die Bevölkerung dem Projekt S-Bahn Schaffhausen zur Angebotserweiterung des Öffentlichen Verkehrs in der Region Schaffhausen zu. Die S-Bahn soll auf dem bestehenden Streckennetz der Schweizerischen Bundesbahnen und der Deutschen Bahn entstehen, wobei einzelne Linien noch elektrifiziert und zusätzliche Haltestellen geschaffen werden müssen.
In Nord-Süd-Richtung verläuft durch den Kanton die Nationalstrasse N4, die auf Kantonsgebiet weitgehend als Autostrasse A4 ausgebaut ist und vom Grenzübergang Thayngen, durch die Stadt Schaffhausen auf die Rheinbrücke nach Flurlingen (und weiter zur A1 nach Winterthur) im Kanton Zürich führt.
Der Kanton verfügt über ein gut ausgebautes Busnetz. Die Verkehrsbetriebe Schaffhausen bedienen die städtischen Linien 1 (Herbstäcker–Waldfriedhof/Trolleybuslinie), 3 (Krummacker–Sommerwies), 4 (Birch–Emmersberg), 5 (Buchthalen–Herblingen), 6 (Neuhausen SBB–Falkeneck/Ebnat) und 8 (Im Freien–Mühlental) tagsüber im Zehn-Minutentakt, in Randzeiten alle 20 Minuten.
Auch ausserhalb der Stadt gibt es gute Verbindungen: Mit den fünf regionalen Linien 21 bis 25 von SchaffhausenBus werden alle weiteren Gebiete des Kantons mit Bussen bedient. Zusätzlich bedient auch die SüdbadenBus GmbH sowie Die Schweizerische Post mit dem Postauto weitere regionale Stecken.
Alle Anbieter des öffentlichen Verkehrs sind im Tarifverbund Schaffhausen (FlexTax) integriert.
Zwischen 1901 und 1966 besorgte die Strassenbahn Schaffhausen den öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt Schaffhausen. 1905 wurde die Überlandstrassenbahn Schaffhausen-Schleitheim eröffnet. 1964 wurde diese Linie auf Busbetrieb umgestellt.
Zwischen April und Oktober verkehren Motorschiffe der Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) auf dem Hochrhein und Untersee. Das grösste Schiff heisst MS Schaffhausen.
Der Kanton Schaffhausen ist sehr gut an das Netz des nichtmotorisierten Individualverkehrs (Langsamverkehr) von SchweizMobil angebunden. Mehrere Routen fĂĽhren durch den Kanton:
Die nationale Rhein-Route Nr. 2 Andermatt – Oberalppass – Chur – Schaffhausen – Basel (424 km) führt dem Rhein entlang von Stein am Rhein nach Schaffhausen. Diese Route ist grösstenteils deckungsgleich mit dem internationalen Rheinradweg.
Die regionalen Routen:
Ausserdem endet der Ostweg, eine Nord-Süd-Fernwanderstrecke durch den Schwarzwald von Pforzheim in Schaffhausen. Der zirka 240 Kilometer lange Höhenweg wurde im Jahr 1903 angelegt und wird seither vom Schwarzwaldverein gepflegt und betreut. Sein Wegzeichen ist eine schwarz-rote Raute auf weissem Grund.
Nebst den Primar- und Sekundarschulen in den einzelnen Gemeinden befinden sich die weiterfĂĽhrenden Schulen in der Kantonshauptstadt Schaffhausen:
Die Verfassung des Kantons Schaffhausen datiert vom 17. Juni 2002.[6]
Gesetzgebendes Organ ist der Kantonsrat, der 60 Mitglieder (bis Ende 2008: 80 Mitglieder) zählt und nach dem Verhältniswahlrecht System Doppelter Pukelsheim vom Volk auf vier Jahre gewählt wird. Er tagt im 1412 erbauten Rathaus in Schaffhausen.
| Partei | Prozent | Sitze |
|---|---|---|
| Schweizerische Volkspartei (SVP) | 27,00 % | 16 |
| Sozialdemokratische Partei (SP) | 23,01 % | 14 |
| Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) | 19,29 % | 12 |
| Ă–koliberale Bewegung Schaffhausen (Ă–BS) | 8,27 % | 5 |
| Junge SVP (JSVP) | 5,59 % | 3 |
| Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) | 5,12 % | 3 |
| Alternative Liste | 4,12 % | 3 |
| Jungfreisinnige | 2,90 % | 2 |
| Evangelische Volkspartei (EVP) | 2,35 % | 1 |
| Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) | 2,34 % | 1 |
Das Volk ist darüber hinaus direkt an der Gesetzgebung beteiligt, indem Verfassungsänderungen sowie Gesetzesänderungen, denen nicht mindestens vier Fünftel der Kantonsräte zugestimmt haben, und Beschlüsse des Kantonsrates über neue einmalige Ausgaben von mehr als drei Millionen Franken und über neue jährlich wiederkehrende Ausgaben von mehr als 500'000 Franken dem obligatorischen, die übrigen Gesetzesänderungen sowie Beschlüsse des Kantonsrates über neue einmalige Ausgaben von mehr als eine Million Franken und über neue jährlich wiederkehrende Ausgaben von mehr als 100'000 Franken dem fakultativen Referendum unterliegen. Eine Volksabstimmung muss anberaumt werden, wenn dies von wenigstens 1000 Wahl- und Stimmberechtigten innert 90 Tagen verlangt wird.
Ebenfalls mindestens 1000 Stimmberechtigte können eine Verfassungs- oder eine Gesetzesinitiative einreichen, und überdies können 100 Stimmberechtigte eine Volksmotion einreichen, die vom Kantonsrat wie eine parlamentarische Motion behandelt werden muss. Wenigstens 1000 Stimmberechtigte können sodann die Abberufung des Kantonsrats vor Ablauf der ordentlichen Amtszeit verlangen, worüber dann eine Volksabstimmung anzuordnen ist.
Ausführendes Organ ist der Regierungsrat, der aus fünf Mitgliedern besteht und vom Volk gemäss Mehrheitswahlrecht auf ebenfalls vier Jahre gewählt wird. Der Regierungsrat hat seinen Sitz im Regierungsgebäude in Schaffhausen.
Mindestens 1000 Stimmberechtigten können die vorzeitige Abberufung der Regierungsrates beantragen, über die dann eine Volksabstimmung angeordnet werden muss.
Derzeitige Regierungsmitglieder (Juli 2011) sind:
Höchstes kantonales Gericht ist das Obergericht, das zugleich als Verwaltungsgericht amtet. Diesem ist das erstinstanzliche Kantonsgericht untergeordnet. Als dem eigentlichen Instanzenzug vorgeschaltete Schlichtungsbehörde fungieren die Friedensgerichte, von denen es in jeder Gemeinde eines gibt.
Die Mitglieder des Obergerichts und des Kantonsgerichts werden durch den Kantonsrat gewählt.
Schaffhausen entsendet je zwei Nationalräte und Ständeräte nach Bern.
Aus dem Kanton Schaffhausen wurde noch nie eine Person in den Bundesrat gewählt. 1959 wurde der Schaffhauser Stadtpräsident Walther Bringolf von der SP als Bundesrat nominiert, allerdings war es für die bürgerliche Mehrheit undenkbar, einen früheren Kommunisten in die Landesregierung zu wählen, und sie gab Hans-Peter Tschudi den Vorzug.
Die Bezirks-Verwaltungen wurden 1999 abgeschafft. Die Bezirke selber blieben aber bestehen.
Schaffhausen ist der einzige Kanton, in dem Stimm- und Wahlpflicht besteht. Wer dieser Pflicht nicht entspricht, muss eine symbolische Geldstrafe von drei Schweizer Franken zahlen. Schaffhausen hat dadurch im Vergleich mit anderen Kantonen regelmässig die höchste Beteiligungsrate an Wahlen und Abstimmungen.[7]
Der Kanton besteht aus 27 Einwohnergemeinden. Sie organisieren sich im Rahmen von Verfassung und Gesetz selber, führen die ihnen vom Kanton übertragenen sowie die eigenen Aufgaben selbständig aus und können den kommunalen Steuerfuss autonom festlegen.
Da ausser den Gemeinden Schaffhausen und Neuhausen am Rheinfall viele Gemeinden sehr klein sind, bestehen Bestrebungen, diese zu grösseren Einheiten zusammenzufassen. Solche Bemühungen stossen allerdings besonders im Klettgau auf grossen lokalen Widerstand. Im neuen Jahrtausend sind folgende Gemeindefusionen zustandegekommen: Barzheim nach Thayngen (2004), Osterfingen nach Wilchingen (2005), Hemmental nach Schaffhausen (2009) sowie Altdorf, Bibern, Hofen und Opfertshofen nach Thayngen (2009). 1949 wurde bereits Buchthalen und 1964 Herblingen in die Stadt Schaffhausen eingemeindet.
Nachfolgend aufgelistet sind Gemeinden mit mehr als 1000 Einwohnern per 31. Dezember 2010:
| Ort | Einwohner |
|---|---|
| Schaffhausen | 34'943 |
| Neuhausen am Rheinfall | 10'185 |
| Thayngen | 4906 |
| Beringen | 3485 |
| Stein am Rhein | 3209 |
| Hallau | 2035 |
| Neunkirch | 1943 |
| Wilchingen | 1694 |
| Schleitheim | 1670 |
| Ramsen | 1283 |
| Löhningen | 1320 |
| Stetten | 1151 |
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