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Karl Alfred von Zittel (* 25. September 1839 in Bahlingen; † 5. Januar 1904 in München) war ein deutscher Geologe und Paläontologe.
Inhaltsverzeichnis |
Der Sohn des evangelischen Pfarrers Carl Zittel studierte an der Universität Heidelberg Geologie und Medizin unter anderem bei Heinrich Georg Bronn. Zittel wurde 1860 an der Universität Heidelberg promoviert. Im selben Jahr unternahm er eine Forschungsreise nach Skandinavien und studierte ab 1861 in Paris, wo er sich vor allem mit den Forschungsergebnissen von Georges Cuvier und Jean-Baptiste Lamarck beschäftigte. 1862 ging Zittel an die Geologische Reichsanstalt Wien, wo er sich an der geologischen Kartierung von Dalmatien beteiligte und Assistent beim Hofmineralienkabinett in Wien wurde. 1863 habilitierte er sich in Wien für Geologie und Paläontologie, im gleichen Jahr wurde er Privatdozent an der Universität Wien.
1863 wurde er Professor für Mineralogie und Geognosie am Polytechnikum Karlsruhe, der Vorgängerinstitution der Universität Karlsruhe. 1866 übernahm er den damals einzigen Lehrstuhl für Paläontologie in Deutschland an der Universität München als Nachfolger von Albert Oppel. Mit seinem Wirken in München trug Zittel entscheidend zur Entwicklung der Paläontologie zur selbständigen Hochschuldisziplin bei.
Von 1873 bis 1874 begleitete er die Expedition von Gerhard Rohlfs in die Libysche Wüste, deren wissenschaftliche Ergebnisse er in seiner Arbeit Über den geologischen Bau der libyschen Wüste (1880) sowie Palaeontographica (1883) veröffentlichte.
1880 wurde er zudem ordentlicher Professor der Geologie an der Universität München und Direktor der Naturhistorischen Museums der bayerischen Hauptstadt.
Von 1869 bis zu seinem Tod gab er die Zeitschrift Palaeontographica heraus, die 1846 von Wilhelm Dunker und Hermann von Meyer begründet worden war.
Die Paläontologische Gesellschaft verleiht die Karl-Alfred-von-Zittel-Medaille, mit der hervorragende Sammler und Paläontologen geehrt werden, die sich besonders um erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Fachwissenschaftlern bemüht haben.
„Zittel war eine ernster und würdig aussehender Mann mit kurzem schwarzen Bart ... Wir saßen alle um einen langen Tisch herum, mit dem Professor in der Mitte. Zu jeder dieser Vorlesungen brachte er Hunderte von Fossilien mit, die er der wundervollen Bayerischen Staatssammlung ... entnahm. Die Vorlesung war schrecklich langweilig, weil er eine Unmenge von Namen uns unbekannter Arten zu bringen pflegte.“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zittel, Karl Alfred von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Geologe und Paläontologe |
| GEBURTSDATUM | 25. September 1839 |
| GEBURTSORT | Bahlingen |
| STERBEDATUM | 5. Januar 1904 |
| STERBEORT | München |