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Karl Belding

Karl Belding (* 12. April 1897 in Fahrbach; † 1. Juli 1934 in Breslau) war ein deutscher Polizeibeamter.

Leben und Wirken

Karl Belding schloss sich spätestens 1927 der NS-Bewegung an. Außerdem wurde er Mitglied der Sturmabteilung (SA), in der er es bis 1933 zum SA-Standartenführer in Berlin brachte. Anfang 1933 war er zur besonderen Verfügung der SA-Motorbrigade Berlin-Brandenburg gestellt. Im April oder Juni 1933 wurde Belding, der als übler Schlägertyp und Mörder galt[1], vom Gruppenführer der SA Berlin-Brandenburg Karl Ernst dem SS-Führer von Berlin Kurt Daluege zur Verfügung gestellt.

1933/1934 wurde Belding beschuldigt, einen aus der SA wegen des Verdachts der Spionage für gegnerische Parteien beziehungsweise für die ehemalige republikanische Polizei ausgestoßenen SA-Stabsführer, ermordet zu haben, der in der Literatur als Heinz Unger[2] beziehungsweise als Helmuth U.[3] identifiziert wird. Zur selben Zeit erhielt Belding auch eine Anstellung bei der Gestapo in Berlin.

Infolge des sogenannten „Schorfheide-Attentates“ auf Heinrich Himmler am 19. Juni 1934, für das Himmler Belding und seinen Kollegen Heinrich Nixdorf verantwortlich machte, wurden die beiden nach Breslau versetzt.[4] Dort wurde Belding am 30. Juni 1934 im Rahmen der unter der Propagandabezeichnung Röhm-Putsch bekannt gewordenen Säuberungswelle der Nationalsozialisten vom 30. Juni 1934 verhaftet und in der Nacht zum 1. Juli 1934, wahrscheinlich außerhalb von Breslau, erschossen. Seine Witwe Gertrud Belding und die Kinder bekamen von der Gestapo einige Schlüssel und eine leere Briefbörse zugeschickt.[5]

Noch nach seinem Tod wurde bis 1935 gegen Belding und seinen Kollegen Othmar Toifl wegen des tätlichen Angriffs auf einen ausländischen Konsul ermittelt.[6]

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Caterina Abbati: Ich, Carmen Mory. Das Leben einer Berner Arzttochter und Gestapo-Agentin. 1999, S. 65.
  2. ↑ Heinz Höhne: Mordsache Röhm. 1984, S. 287.
  3. ↑ Christian Goeschel: Suicide in Nazi Germany. S. 83.
  4. ↑ Karl Martin Grass: Edgar Jung, Papenkreis und Röhm-Krise. Band 2. 1966, S. 83. Wie sich später herausstellte, irrte Himmler mit der Annahme, dass der Vorfall in der Schorfheide, bei dem sein Auto einen plötzlichen knallartigen Einschlag von Außen, wie durch einen Schuss, zu verzeichnen hatte, ein Attentat war: Kriminalistische Untersuchungen zeigten, dass der Einschlag an der Karosserie eine Folge eines durch das Fahren mit hoher Geschwindigkeit aufgewirbelten Kieselsteines waren.
  5. ↑ David Irving: Hess. The missing Years 1941–1945. 1987, S. 23.
  6. ↑ Kurt Schilde: Columbia-Haus. Berliner Konzentrationslager 1933–1936. 1990, S. 30.
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