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Karl Gustav Vollmoeller

Karl Gustav Vollmoeller

Karl Vollmoeller (eigentlich Karl Gustav Vollmöller; * 7. Mai 1878 in Stuttgart; † 18. Oktober 1948 in Los Angeles) war ein deutscher ArchĂ€ologe, Philologe, Lyriker, Dramatiker, Schriftsteller, Drehbuchautor, Übersetzer, Pionier des Automobilbaus, Flugzeugkonstrukteur, Pionier des Stumm- und Tonfilms, Unternehmer und Reformer des deutschen, europĂ€ischen und amerikanischen Theaters und zeitweise Politiker wider Willen.

Zu Vollmoellers wichtigsten und berĂŒhmtesten Werken gehören der Gedichtzyklus „Parcival – Die frĂŒhen GĂ€rten“, sein Versdrama „Catherina – GrĂ€fin von Armagnac“ und sein wortloses TheaterstĂŒck „Das Mirakel / The Miracle“, das hĂ€ufig als Pantomime beschrieben wird, jedoch weit darĂŒber hinausgreift. Als einer der Wegbereiter des deutschen Autorenfilms gehört Vollmoellers Verfilmung von „Das Wunder / The Miracle“ zu den ersten Beispielen eines hochwertigen Kunstfilms. Seine hohe Kunstfertigkeit bewies Vollmoeller als Drehbuchautor und Berater des Kultfilms „Der blaue Engel“. Als inoffizieller „Botschafter“ fĂŒr Belange europĂ€ischer Kultur sowie als transatlantischer Mittler zwischen den Filmzentren in Babelsberg und Hollywood setzte er sich zu einer Zeit, in der sich Europa in Nationalstaaten und Nationalismen auflöste, fĂŒr den Dialog aller KĂŒnstler ĂŒber Landes- und Sprachgrenzen hinweg ein.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und Jugend 1878–1896

Er entstammte einer Familie evangelischer Theologen, Wissenschaftler und Unternehmer. Sein Vater, Kommerzienrat Robert Vollmöller, grĂŒndete eines der grĂ¶ĂŸten deutschen und europĂ€ischen Textilunternehmen seiner Zeit und gehörte zu den Pionieren einer sozialen Marktwirtschaft, die die Interessen der Arbeitnehmer gleichberechtigt neben die der Unternehmer stellte. Um die Jahrhundertwende wurde sein soziales Wirken in vielen Zeitschriften und BĂŒchern hervorgehoben. Karls Mutter, Emilie Vollmöller, geborene Behr, war eine Vertreterin der christlichen Sozialethik, und stand fĂŒr Gleichberechtigung und Frauenemanzipation. Gemeinsam mit ihrem Mann Robert grĂŒndete sie einige soziale Einrichtungen im heutigen Stuttgart-Vaihingen, so das Emilienheim und den Filderhof, der noch heute als Altenheim existiert.

Karl Vollmoeller hatte neun Geschwister, darunter die Malerin Mathilde Vollmoeller, die mit dem Maler Hans Purrmann verheiratet war. Martha MĂŒller, geb. Vollmöller (1883–1955) gehörte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den ersten weiblichen Abiturientinnen WĂŒrttembergs und den vier ersten Studentinnen TĂŒbingens. Hans Robert Vollmöller (1889–1917), Karls zweitjĂŒngster Bruder, war Flugzeugpionier und Testpilot, der 1917 bei einem Testflug nahe Berlin ums Leben kam. Kurt Vollmöller (1890–1936), Karls jĂŒngster Bruder, war wie dieser Schriftsteller und publizierte um 1930 mehrere Romane und ErzĂ€hlungen.

Die ersten Jahre wurde Karl Vollmoeller gemeinsam mit seiner Schwester Mathilde privat unterrichtet, bevor er ab 1888 das Gymnasium in Stuttgart besuchte, welches er 1896 mit der ReifeprĂŒfung abschloss. 1894 starb die Mutter plötzlich. Ab diesem Zeitpunkt schrieb und veröffentlichte Karl Vollmoeller Gedichte.

Studienjahre 1896–1901

Vollmoeller studierte zunĂ€chst in Berlin und Paris Altphilologie, Kunst und Malerei. Hiermit folgte er seinem Onkel, dem Romanisten Prof. Dr. Karl Vollmöller, der an den UniversitĂ€ten Straßburg, Erlangen und Göttingen gelehrt hatte und zu diesem Zeitpunkt als Privatgelehrter in Dresden lebte. Karl Gustav Vollmoeller studierte ab 1899 ArchĂ€ologie in Bonn, und schloss dieses Studium 1901 mit der Promotion zum Dr. phil. ab. Der Titel seiner Dissertation lautet: "Griechische KammergrĂ€ber mit Totenbetten". Ab 1897 lebte Vollmoeller jeweils ĂŒber die Sommermonate in SĂŒditalien, bevorzugt in Sorrent nahe Neapel. Er erwarb die Villa Arlotta, ein Anwesen inmitten eines riesigen Orangen- und Zitronenhains direkt an der SteilkĂŒste mit Blick auf Neapel und Ischia. Er veröffentlichte Gedichte in den Zeitschriften Simplicissimus, Pan und in den BlĂ€ttern fĂŒr die Kunst. 1897 erschien in Berlin sein erstes Buch: „Die Sturm und Drang- periode und der moderne deutsche Realismus“. 1898 bereiste er gemeinsam mit Max Dauthendey Griechenland, wohin er 1900 zurĂŒckkehrte, um sieben Monate lang an Ausgrabungen im Umfeld der ArchĂ€ologen Wilhelm Dörpfeld, Alexander Conze, Theodor Wiegand und Paul Wolters teilzunehmen. Außerdem fĂŒhrte Vollmoeller im Rahmen eines Reisestipendiums des Deutschen ArchĂ€ologischen Instituts gemeinsam mit seinem Freund Richard Delbrueck in Megara, Griechenland eigene Grabungen durch, die beide 1900 in den DAI Mitteilungen aus Athen publizierten: „Das Quellhaus des Theagenes in Megara“. Gleichzeitig entstehen zwei Gedichtzyklen, „Die frĂŒhen GĂ€rten“ und „Parcival“. Daneben arbeitete Vollmoeller an seinem ersten Versdrama „Catherina, GrĂ€fin von Armagnac“ und dem Trauerspiel „Assues, Fitne und Sumurud“. Er freundete sich zu dieser Zeit neben Dauthendey mit AndrĂ© Gide, August Strindberg, Stefan George, Rainer Maria Rilke und Gabriele d’Annunzio an.

Zeit der Entfaltung 1902–1914

Automobil- und Flugzeugpionier (1902–1912)

Ab 1902 schloss sich Vollmoeller in Oberitalien, in Mailand, Turin und Brescia den entstehenden Automobilfabrikanten, so Robert ZĂŒst (ital. Roberto Zust) und Alexandre Darracq an. Er nimmt in diesen Jahren an mehreren Gordon-Bennett-Cup Autorennen in Europa und den Vereinigten Staaten teil, bis 1908, als er von Februar bis April 1908 im ZĂŒstteam quer durch die USA am Rennen um die Welt teilnahm, das von New York ĂŒber Sibirien und Russland, Polen, Deutschland und Frankreich bis nach Paris fĂŒhrte. Das ZĂŒstteam belegte den dritten Platz. Ab 1904/05 begann Vollmoeller gemeinsam mit dem Bruder Hans Robert Flugzeuge zu bauen. Es entstanden vier Prototypen, von denen der letzte 1910 nonstop von Cannstatt bis zum Bodensee flog; Pilot war Hans Vollmöller. Dieses Flugzeug befindet sich noch heute in der Flugwerft Schleißheim, einer Luftfahrtausstellung des Deutschen Museums MĂŒnchen.

Übersetzer (1902–1939)

1902 begann Vollmoeller seine ÜbersetzungstĂ€tigkeit. Als erstes Werk ĂŒbertrug er Gabriele D’Annunzios „Francesca da Rimini“ aus dem Italienischen ins Deutsche. Das Buch erschien 1903 im S. Fischer Verlag, Berlin. Ab 1904 wendete er sich den klassischen griechischen Dramen zu und ĂŒbertrug Sophokles „Antigone“ sowie Aischylos „Die Orestie“ aus dem Griechischen ins Deutsche. DarĂŒber hinaus bearbeitete er beide Werke fĂŒr das Theater. Max Reinhardt inszenierte beide Werke mehrfach. Besonders Vollmoellers „Orestie“-Bearbeitung entwickelte sich zum Longseller, sie wird zwischen 1911 und 1942 vielfach inszeniert. 1904 folgte, gemeinsam mit der Schwester Mathilde, die Übersetzung der „Liebesbriefe einer jungen Frau“ aus dem Englischen. Das Buch erschien im Leipziger Insel Verlag. 1908 schloss Vollmoeller einen Exklusivvertrag mit dem Insel Verlag, und ĂŒbersetzte, teilweise gemeinsam mit Rudolf G. Binding sechs weitere Titel von Gabriele D’Annunzio ins Deutsche, darunter den Roman „Vielleicht, vielleicht auch nicht“.

Der Lyriker (1894–1948)

Seit 1895 mit Stefan George bekannt, wurde Vollmoeller 1897 von diesem in dessen berĂŒhmten George-Kreis aufgenommen und wird zwischen 1897 und 1902 Mitarbeiter an den von George und dem Georg Bondi Verlag herausgegebenen „BlĂ€ttern fĂŒr die Kunst“. 1902 erschien sein Gedichtzyklus „Parcival – Die frĂŒhen GĂ€rten“ in Mailand bei Teves, 1903 bei S. Fischer in Berlin. Der geplante zweite Gedichtzyklus „Buch der Landschaften“ erschien nicht. Vollmoellers nĂ€chste Arbeiten, die Versdramen „Catherina – GrĂ€fin von Armagnac“ und Assues, Fitne und Sumurud waren ursprĂŒnglich als Gedichtzyklen geplant, wurden dann jedoch auf die BedĂŒrfnisse der BĂŒhne hin dramaturgisch bearbeitet. Nach 1904 verfasste Vollmoeller bis 1914 noch vereinzelte Gedichte, die er in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichte. Einige von ihnen werden erstmals 1960 in Buchform veröffentlicht.[1] Der Literaturkritiker K.G. Just schreibt 1973: „Vollmoellers Verse erinnern an einen Gobelin 
 Auf der anderen Seite wird bei Vollmoeller die technische Perfektion bis zu einem Punkte gebracht, ĂŒber den hinaus keine Steigerung mehr möglich ist 
 seine virtuose Begabung trug ihn mĂŒhelos ĂŒber jede Schwierigkeit hinweg. Er kannte keine Gestaltungsprobleme im eigentlichen Sinne des Wortes 
 Man könnte 
 sagen, Vollmoeller habe 
 mit sicherem Blick erkannt, wie die technische Welt zur Verwirklichung und AusschmĂŒckung ihrer Projekte auf die Ă€sthetische Kultur der Jahrhundertwende zurĂŒckgreife 
 Vollmoeller arbeitet in sehr subtiler Weise mit Bildern, die durch ihre Skizzenhaftigkeit 
 MonumentalitĂ€t gewinnen. Die NĂ€he etwa zu den Bildern von Gustav Klimt, ist bestechend und beklemmend zugleich.“(s.Literatur)

Der Dramatiker (1902–1939)

1903 erschien im S. Fischer Verlag die ĂŒberarbeitete Version des Versdramas „Catherina, GrĂ€fin von Armagnac“, dessen erster Teil 1901 in den BlĂ€ttern fĂŒr die Kunst veröffentlicht worden war. Zusammen mit dem 1904 erschienenen Trauerspiel „Assues, Fitne und Sumurud“ stellen beide Werke, als Teil Vollmoellers „Liebestrilogie“, die bis heute bedeutendsten Beispiele symbolistischer Dramen in deutscher Sprache dar. „Selbst Hofmannsthal mußte zugeben, daß Vollmoellers ‚Catherina‘ seine ‚Frau im Fenster‘ an dramatischer IntensitĂ€t ĂŒberbiete, und ein so entschiedener Gegner des Theaters wie Stefan George kapitulierte vor Vollmoellers Begabung und druckte Szenen aus dessen Drama in den BlĂ€ttern fĂŒr die Kunst ab.“ K. G. Just 1905 folgte der Einakter „Giulia – die Amerikanerin“. Die erfolgreichen Inszenierungen dieser Werke an deutschen und österreichischen BĂŒhnen machten Max Reinhardt auf Vollmoeller aufmerksam. Ab 1904/05 begann ihre Zusammenarbeit, die im ersten Schritt die enge und erfolgreiche Theaterarbeit in Europa bis 1919, im zweiten Schritt die weltweite zwischen 1923 und 1932 umfasste. 1906 vollendete Vollmoeller mit seiner Komödie „Der deutsche Graf“ seine „Liebestrilogie“.[2] Ebenfalls 1906 erschien seine „Antigone“ nach Sophokles, die von Max Reinhardt in Berlin inszeniert wurde. Obwohl zu diesem Zeitpunkt seine bedeutende „Orestie“-Übersetzung und -Bearbeitung lĂ€ngst fertiggestellt war, kam diese erst 1911 auf die BĂŒhne, da Vollmoeller vier Jahre benötigte, bevor er Max Reinhardt von seinen Vorstellungen einer Reform der deutschen und europĂ€ischen TheaterbĂŒhnen ĂŒberzeugen konnte. Erst als dieser dem von Vollmoeller in engem Kontakt zu Edward Gordon Craig entwickelten „Arenakonzept“, der RĂŒckbesinnung auf antike Großrauminszenierungen, folgte, erteilte Vollmoeller seine Genehmigung, seine „Orestie“ in MĂŒnchen erstmals aufzufĂŒhren. 1911 erschien „Wieland“, eine Parodie, sowohl als Buch im Insel Verlag, als auch in einer Fassung fĂŒr die BĂŒhne. Das StĂŒck gehört zu den verkanntesten StĂŒcken Vollmoellers; es produzierte einen heftigen BĂŒhnenskandal und musste nach drei AuffĂŒhrungen abgesetzt werden. Vollmoellers „Wieland“ ist sowohl eine Parodie auf das Werk Richard Wagners, als auch ein frĂŒhes Beispiel ironischer Gesellschaftskritik. In „Wieland“ prangerte Vollmoeller mit prophetischem Blick das aufkommende Zeitalter der Massenmedien an und nahm Abschied von seiner eigenen TechnikglĂ€ubigkeit. Fast zeitgleich stellte er sowohl seine Automobil- wie Flugzeugbauten ein. Am 23. Dezember 1911 hatte in London sein sprachloses TheaterstĂŒck, das fĂ€lschlicherweise Pantomime genannte „Das Mirakel/The Miracle“ Premiere. Der unverzĂŒglich einsetzende europaweite Erfolg dieses StĂŒcks mit religiösem Inhalt katapultierte das Duo Vollmoeller und Max Reinhardt an die Spitze der Theaterwelt. Vollmoeller hatte zwischen 1896 und 1911 an diesem StĂŒck gearbeitet. Es stellte die einzige konsequente Umsetzung der sowohl von Vollmoeller als auch von Craig vertretenen radikalen Reform des europĂ€ischen Theaters dar, wobei dem Schauspieler sein wichtiges Mittel, die Sprache, genommen und die Handlung ausschließlich durch Mimik und Gestik sowie durch musikalische Untermalung vermittelt wird. WĂ€hrend Craig spĂ€ter seinen noch radikaleren Ansatz der „Marionette“ propagierte, setzte Vollmoeller ausschließlich auf musikalische und pantomimische Differenzierung. Der mehr als zwei Jahrzehnte anhaltende Erfolg seines „Mirakels“, eines sprachlosen und damit in jeder Sprache ohne Probleme verstĂ€ndlichen TheaterstĂŒcks gab ihm recht. Zwischen 1911 und 1932 wurde das Mirakel weltweit vor einem Millionenpublikum aufgefĂŒhrt, 1924 allein ein ganzes Jahr lang, Tag fĂŒr Tag ununterbrochen am Broadway in New York. Die Musik zum „Mirakel“ komponierte Engelbert Humperdinck, nachdem Richard Strauss einen RĂŒckzieher gemacht hatte. Zwischen 1500 und 2500 Schauspieler und Statisten spielten vor bis zu 30.000 Zuschauern pro AuffĂŒhrung. Damit knĂŒpfte das „Mirakel“, wie von seinem Autor gewĂŒnscht, nahtlos an die Tradition der mittelalterlichen Mirakelspiele, der ‚MystĂšres mimes’ an, die vor bis zu zehntausend Zuschauern Inhalte der christlichen Glaubenslehre fĂŒr das damals des Lesens und Schreibens unkundige Publikum transportiert hatten und die Ă€hnlich bis heute in Oberammergau aufgefĂŒhrt werden. 1912 wurden Vollmoellers an Inhalten und StĂŒcken der Commedia dell’arte orientierte StĂŒcke „Venezianische Abenteuer/A Venetian Night“, die MoliĂšrebearbeitung „George Dandin“, sowie 1913 seine Übersetzung und Bearbeitung von Carlo Gozzis StĂŒck Turandot, an dem sich um 1800 bereits Friedrich Schiller versucht hatte, in London uraufgefĂŒhrt. Die Musik zu Vollmoellers „Turandot“ wurde von Ferruccio Busoni komponiert, der den Stoff spĂ€ter fĂŒr eine eigene Oper bearbeitete.

Die Kriegsjahre 1914–1918

Der Beginn des Ersten Weltkriegs verhinderte die Premiere des „Mirakels“ in den Vereinigten Staaten. Da Vollmoeller in den Kriegsjahren anderweitig beschĂ€ftigt war, ging seine ProduktivitĂ€t als Theaterautor in dieser Zeit zurĂŒck. „FĂŒr Vollmoeller (fĂ€llt) der Zusammenbruch des Ästhetizismus und der technischen Welt chronologisch zusammen 
 Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bildet den entscheidenden Einschnitt. Das hat Vollmoeller in einem breitangelegten Gedicht, «Die Reise (Juli 1914) Â», eindrucksvoll gestaltet 
 Vollmoeller, der kein gesellschaftlicher Außenseiter war wie viele Lyriker jener Jahre, kannte diese Welt; das Bild, das er von ihr entwirft, darf als authentisch gelten 
 Die tatsĂ€chliche Krise wird durch den Zusammenbruch der Epoche im Jahre 1914 markiert. Es macht Vollmoellers Bedeutung aus, daß er dies rĂŒcksichtslos formulierte. An Vollmoeller fasziniert, daß er den Weg seiner Epoche bis an den Rand des Abgrunds mitgeht 
 ReprĂ€sentativer Virtuose des Ästhetizismus der Jahrhundertwende, einer der wenigen Lyriker von Rang, die sich der technischen Welt gestalterisch bemĂ€chtigten, wird Vollmoeller darĂŒber hinaus zum Chronisten des gleichzeitigen Zusammenbruchs beider Bereiche. Als KĂŒnstler hat Vollmoeller den Zusammenbruch dieser seiner Welt nicht ĂŒberdauert. Das macht seine menschliche Tragik aus. Zugleich aber hebt es die 
 QualitĂ€ten (seiner) Verse ĂŒber jeden Zweifel hinaus.“ (K.G.Just) 1915 kam das TheaterstĂŒck „Die BrĂŒder“ auf die deutschen BĂŒhnen, 1916 „Drei Frauen in Einer“, eine Übersetzung und Bearbeitung nach Lope de Vega aus dem Spanischen. 1917 folgte „Madame d’ Ora“, ein TheaterstĂŒck nach einem Roman des DĂ€nen Johannes Vilhelm Jensen, das 1921 in einer Übersetzung in Kopenhagen aufgefĂŒhrt wurde. 1917 schrieb Vollmoeller das Ballett „Christinas Hochzeitsreise“, das erst in Berlin und daraufhin in Stockholm Premiere hatte. 1918 folgte seine Bearbeitung von Dostojewskis „Onkelchen hat getrĂ€umt“, eine deftige Komödie.

Unmittelbar nach Kriegsausbruch wurde Vollmoeller fĂŒr seine Heimat, das Königreich WĂŒrttemberg, als Kriegsberichterstatter verpflichtet. Daneben wirkte er als Berater und Begleiter des damaligen Königs Wilhelm II. Auch das AuswĂ€rtige Amt in Berlin sicherte sich Vollmoellers Dienste, indem es ihn fĂŒr diverse Aufgaben in der Kulturabteilung einsetzte. So absolvierte Vollmoeller zwischen 1914 und 1917 mehrere Reisen in offiziellem Auftrag nach Holland, Italien, Österreich-Ungarn, Schweden, in die Schweiz, in die TĂŒrkei und in die Vereinigten Staaten. DarĂŒber hinaus war er zwischen Mitte 1916 und Ende 1918 ĂŒberwiegend fĂŒr das AuswĂ€rtige Amt in der Schweiz tĂ€tig, von wo aus er u. a. Gastspielreisen des Deutschen Theaters Berlin nach Österreich-Ungarn, Schweden und in die Schweiz organisierte.

Daneben betĂ€tigte sich Vollmoeller als GrĂŒnder des seinerzeit wichtigsten Vereins im Deutschen Reich. Gemeinsam mit Richard Dehmel, Walther Rathenau und mit aktiver UnterstĂŒtzung durch Robert Bosch, sowie Teilen des AuswĂ€rtigen Amtes und der Reichsregierung, grĂŒndete er die „Deutsche Gesellschaft 1914“, die bis 1934 bestand. Ihr gehörten neben einem Großteil der oberen FĂŒhrungsebene des AuswĂ€rtigen Amtes ein breites Spektrum von Parlamentariern aller Fraktionen einschließlich der Sozialdemokraten an. Um Robert Bosch scharte sich die Spitze der deutschen Wirtschaft. Alle namhaften Bankiers, Unternehmer und Industriellen der Zeit gehörten der Gesellschaft an. Daneben die Inhaber und Chefredakteure aller ĂŒberregionalen Zeitungen, sowie die erste Reihe der Schriftsteller, Maler, Schauspieler und sonstigen KĂŒnstler. Das Mitgliederverzeichnis war gleichsam ein Who’s Who des Deutschen Reichs. Zeitweilig, besonders gegen Ende des Krieges, sowie zu Zeiten der Weimarer Republik, gehörte auch ein Teil der Minister und StaatssekretĂ€re zu den Mitgliedern.

Vollmoellers Bedeutung wĂ€hrend dieser Zeit lĂ€sst sich daran ablesen, dass er zeitweise in die inoffiziellen FriedensgesprĂ€che mit Frankreich und England ĂŒber die deutsche Botschaft in Bern eingebunden war, sowie an der Tatsache, dass er im Auftrag der Reichsregierung gegen Kriegsende eine Art inoffizielle Propagandabehörde, das sogenannte Korrespondenznetz aufbaute und ĂŒber dieses Einfluss auf die Presse der neutralen LĂ€nder zu nehmen versuchte.[3]

Zwischenzeit (1919–1939)

WeltbĂŒrger und Talentförderer

Einschneidendstes persönliches Ereignis war fĂŒr Karl Vollmoeller die 1920 vollzogene Scheidung von seiner Ehefrau Maria Carmi. Zeitgleich war er mit der TĂ€nzerin Lena Amsel liiert, die er fĂŒr die BĂŒhne entdeckt hatte und die durch seine Protektion zu Engagements an deutschen BĂŒhnen und zu Filmrollen kam.

Von 1924 bis 1930 war Vollmoeller mit Ruth Landshoff liiert, die zunÀchst als Schauspielerin arbeitete, sich dann aber als Journalistin und Schriftstellerin einen Namen machte. Nach dem Ende ihrer Beziehung zu Vollmoeller heiratete Ruth Landshoff David Graf Yorck. Von 1930 an lebte Vollmoeller bis zu seinem Lebensende ohne feste Partnerin.

Nachdem er kriegsbedingt seine italienischen Wohnsitze in Sorrent und Florenz aufgeben musste, siedelte er sich ab 1919 mit seinem Hauptwohnsitz in Venedig an. Er pachtete den Palazzo Vendramin am Canale Grande und lebte dort, wenn er sich nicht gerade in Hollywood aufhielt. Deutschland suchte er in diesen Jahren nur noch sporadisch auf, obwohl er seine Wohnung in Berlin am Pariser Platz immer beibehielt. Ebenfalls 1919 erwarb Vollmoeller ein Haus in Basel, das unmittelbar am Rhein gelegen war.

Talentsucher

Vollmoeller zog sich zunehmend aus seinen Verbindungen zur Politik zurĂŒck und wirkte wĂ€hrend dieser Jahre ĂŒberwiegend als Entdecker und Förderer junger KĂŒnstler, in erster Linie KĂŒnstlerinnen. Daneben lebte er seit 1919 regelmĂ€ĂŸig fĂŒr 3-6 Monate in den Vereinigten Staaten, ĂŒberwiegend in Hollywood. Er betĂ€tigte sich als Förderer des Austauschs zwischen Babelsberg und Hollywood und sorgte fĂŒr das Engagement deutscher Schauspieler, wie Emil Jannings', oder Arbeitsmöglichkeiten fĂŒr Filmschaffende wie Karl Freund, Ernst Lubitsch, William Dieterle in Hollywood. Gleichzeitig setzte sich Vollmoeller fĂŒr damals in den Vereinigten Staaten stark diskriminierte KĂŒnstler ein. So unterstĂŒtzte er die Afro-Amerikaner Josephine Baker oder Katherine Dunham und die Asiatin Anna May Wong, indem er ihnen in Europa Arbeitsmöglichkeiten verschaffte.

In Europa wurde Vollmoeller 1923 auf die damals noch unbekannte Marlene Dietrich aufmerksam, der er 1929 die Hauptrolle in dem Film Der blaue Engel verschaffte. [4]

Filmschaffender

1922 und 1923 schrieb Vollmoeller die DrehbĂŒcher fĂŒr die deutschen Filme „Inge Larson“ und „Catherina – GrĂ€fin von Armagnac“. 1928 entstand nach seiner Vorlage der Film „Schmutziges Geld“ mit Heinrich George und Anna May Wong, eine deutsch-englische Koproduktion. 1928 und 1929 wirkte Vollmoeller als Berater fĂŒr den Josef von Sternberg Film „Thunderbolt“ und im Fall von David W. Griffith „Lady of the Pavements“ als Ideengeber und Drehbuchautor mit. Es war die Zeit des Übergangs vom Stumm- zum Tonfilm. Bei diesen beiden frĂŒhen Tonfilmproduktionen Hollywoods brachte Vollmoeller sein umfangreiches Wissen ein und sammelte zusĂ€tzliche Erfahrungen, die ihm als Berater fĂŒr „Der blaue Engel“ (1930) in Berlin zugute kamen.

Autor

WĂ€hrend der Zwischenkriegsjahre bestand Vollmoellers literarische Produktion ĂŒberwiegend aus DrehbĂŒchern und Werken fĂŒr die BĂŒhne. So schrieb er 1924 und 1926 die Ballette „Die Schießbude“ und „Ulala“, sowie 1930 gemeinsam mit Ralph Benatzky das Musical „Cocktail“. Zudem bearbeitete Vollmoeller sowohl sein „Mirakel“, 1923 und 1932, sowie „Turandot“ 1926 fĂŒr die Salzburger Festspiele neu.

Ferner schrieb er die beiden NovellenbĂ€nde „Sieben Mirakel der Jungfrau Maria“ und den als Privatdruck erschienenen Band „Acht Mirakel der Jungfrau Maria“. Hierin griff Vollmoeller die religiöse Thematik seines TheaterstĂŒcks „Das Wunder / The Miracle“ wieder auf, allerdings in der Form von sehr schönen, formvollendeten ErzĂ€hlungen in der Art mittelalterlicher Legenden. Zugleich formulierte Vollmoeller in beiden BĂŒchern seinen religiösen Ansatz, der der offiziellen katholischen Lehrmeinung nicht entsprach.[5]

Von Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi ließ Vollmoeller sich als GrĂŒndungsmitglied fĂŒr dessen 1922 ins Leben gerufene Paneuropa-Union gewinnen, ohne sich jedoch wie zwischen 1915 und 1918 vor einen politischen Karren spannen zu lassen.

Welterfolg Mirakel

Die Jahre von Ende 1923 bis 1932 waren der weltweite Siegeszug von Vollmoellers „Das Mirakel / The Miracle“. Die Musik komponierte Engelbert Humperdinck. Das StĂŒck wurde am 15. Januar 1924 am Century Theatre in New York zum ersten Mal aufgefĂŒhrt. Wieder wird es von Max Reinhardt inszeniert, und trat einen Siegeszug durch die Vereinigten Staaten an. Bis Ende 1924 lief das StĂŒck jeden Tag, knapp 300 Mal vor ausverkauftem Haus am Broadway in New York. Ab 1925 ging es auf eine landesweite Tournee durch die Vereinigten Staaten, die Anfang 1930 endete.

Dazwischen feierte Das Mirakel auch ab und an in Europa Triumphe, so 1925 bei den Salzburger Festspielen. AnlĂ€sslich des 20. JubilĂ€ums seiner Weltpremiere 1911/12 bringen Reinhardt und Vollmoeller das StĂŒck in einer eigens an den Zeitgeist angepassten Neubearbeitung 1932 in London heraus. Danach tourte das StĂŒck bis 1934 durch England und Schottland. In den Jahren zwischen 1924 und 1934 war Vollmoeller ein gefeierter Medienstar.

1919 wird das Großes Schauspielhaus in Berlin mit Vollmoellers „Orestie“ eröffnet. Es war Vollmoellers Beharrlichkeit und seiner Argumentation zu danken, dass sich Max Reinhardt ab 1910/11 ĂŒberhaupt den Großrauminszenierungen zugewandt hatte. Dies war fĂŒr Vollmoeller die Voraussetzung, um ein antikes StĂŒck wie die „Orestie“ ĂŒberhaupt auf einer neuzeitlichen BĂŒhne prĂ€sentieren zu können. Vollmoellers „Orestie“ wurde in Europa letztmals 1942 in der Schweiz inszeniert.

Die Zeit des Nationalsozialismus

Nach der sogenannten Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 hielt sich Vollmoeller bis zum FrĂŒhjahr 1939 nur noch wenige Tage in Deutschland auf. Er lebte in diesen Jahren in Venedig, Hollywood und zunehmend auch in Paris, wo sich mehr und mehr Exildeutsche versammelten.

Die Nationalsozialisten boten Vollmoeller mehrfach hohe, reprĂ€sentative Ämter im kulturellen Bereich an, zuletzt das eines preußischen Kulturministers, doch Vollmoeller lehnte dies stets angewidert ab.

Ende 1938 konfiszierten die italienischen Faschisten den Palazzo Vendramin mitsamt Vollmoellers wertvoller Möbel-, Teppich- und GemĂ€ldesammlung. Daraufhin ging er im FrĂŒhjahr 1939 in die Vereinigten Staaten ins Exil. Mit RĂŒcksicht auf seine in Deutschland und Italien lebenden Verwandten vermied Vollmoeller jedoch jegliche politische Stellungnahme gegen die Nationalsozialisten und ihr Regime. Dies wurde ihm zwei Jahre spĂ€ter zum VerhĂ€ngnis, obwohl er sich zwischen 1933 und 1939, wann immer er sich in Europa aufhielt, fĂŒr geflohene Juden einsetzte und in Not geratene Menschen unterstĂŒtzte.

WĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus arbeitet Vollmoeller ĂŒberwiegend mit italienischen Kollegen zusammen, so 1934/35 mit Giovacchino Forzano, fĂŒr den er dessen TheaterstĂŒck „Graf von Brechard“ ins Deutsche ĂŒbersetzte und mit dem er das Drehbuch zum Film „Hundert Tage“, nach einer Vorlage von Benito Mussolini verfasste. Die Hauptrollen des Film spielten Gustaf GrĂŒndgens und Werner Krauß.

1936 kam Vollmoellers StĂŒck „Das Geheimnis“ in Berlin auf die BĂŒhne, mit einer Handlung, die sich als verkappte Kritik an Hitler und den Nationalsozialisten verstehen lĂ€sst.

Exilzeit (1939–1948)

Seine letzten neun Lebensjahre verbrachte Vollmoeller im amerikanischen Exil. Trotz finanzieller Notlage und seiner Internierung (1942) vervollstÀndigte er wÀhrend dieser Jahre sein literarisches Werk.

Auf Grund des Kriegsausbruchs in Europa gelang es Vollmoeller weder 1939 noch 1940, an AuftrĂ€ge der großen Filmstudios in Hollywood zu gelangen. Erst 1941 arbeitete er ein letztes Mal mit seinem Freund, dem Regisseur Josef von Sternberg, an dem Filmprojekt „Shanghai Gesture“. Sein alter Freund, Arnold Pressburger, ein jĂŒdischer Produzent, der vor den Nationalsozialisten fliehen musste, bedankte sich mit diesem Auftrag fĂŒr Vollmoellers UnterstĂŒtzung seit 1915. Nach Abschluss der Dreharbeiten erfolgte im Dezember 1941 nach dem vorangegangenen japanischen Angriff auf Pearl Harbor die KriegserklĂ€rung Deutschlands und Italiens an die Vereinigten Staaten. Zusammen mit mehreren Zehntausend anderen deutscher Exilanten wurde Vollmoeller Silvester 1941 verhaftet. Erst 13 Monate spĂ€ter erreichten seine AnwĂ€lte die Freilassung.

WĂ€hrend der Internierung erkrankte er drei Mal lebensgefĂ€hrlich und ĂŒberlebte, obwohl ihn die Ärzte bereits aufgegeben hatten. WĂ€hrend dieser Zeit entstanden seine Altersgedichte, die jedoch erst 1960, zudem in einer kleinen Auswahl, in Deutschland erschienen. Im Internierungslager lernte Vollmoeller Arnold Bergstraesser kennen, der als vermeintlicher NazianhĂ€nger insgesamt drei Mal interniert wurde. (s. Einzelnachweis)

Von 1943 bis 1948 lebte und arbeitete Vollmoeller in New York. Er griff das Thema seines Lebens, das Mirakel, ein drittes Mal auf, um so seine zweite Trilogie, die „Mirakeltrilogie“ zu vollenden. Es entstand ein in der gekĂŒrzten englischen Fassung mehr als 700 Seiten umfassender Altersroman, „Das Wunder von Heiligenbluth“. Die englische Übersetzung, die kurz nach seinem Tod in New York 1949 erschien, heißt The last Miracle.

In diesem Roman siedelt Vollmoeller die Handlung seines Grundthemas, das der Nonne und der Jungfrau Maria, zur Zeit der französischen Revolution an. Neben den bereits aus den Novellen bekannten theologischen Theorien setzt sich Vollmoeller in seinem Roman kritisch mit Gewalt und Krieg auseinander und macht aus seiner Abscheu vor den Greueln einer durch blutrĂŒnstige Diktatoren aufgeputschten Menschenmasse keinen Hehl. Sein Buch ist zweifellos als Abrechnung mit den Nationalsozialisten und ihren Verbrechen zu verstehen. Auf Grund seiner persönlich negativen Erfahrungen mit der amerikanischen Demokratie setzt er sich im Roman auch kritisch und ausfĂŒhrlich mit der US-amerikanischen Demokratie auseinander.

Parallel zu seiner Arbeit an seinem Roman betÀtigte sich Vollmoeller teilweise als Herausgeber anderer Exilautoren wie Hans Wolff und unterrichtete zwei Jahre als Dozent an der Tanz- und Schauspielschule von Katherine Dunham in New York.

1948 reiste er ein letztes Mal nach Europa, wo er sich ausschließlich in der Schweiz aufhielt. Im Kreis seiner Verwandten und Freunde beging er seinen 70. Geburtstag in Basel, bereiste ein letztes Mal GraubĂŒnden und das Tessin, und flog im September zurĂŒck in die Vereinigten Staaten. AnlĂ€sslich der Verhandlungen ĂŒber die Verfilmung seines Romans hielt er sich ab Anfang Oktober 1948 letztmals in Hollywood auf. Hier verstarb er in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 1948 in seiner Hotelsuite.

Zehn Tage spĂ€ter fand im Waldorf-Astoria in New York eine Gedenkveranstaltung fĂŒr ihn statt, zu der sich ein Teil der ExilkĂŒnstler versammelte, die sich damals noch in New York aufhielten. Seine sterblichen Überreste werden erst 1951 von Ruth Landshoff-Yorck in die Heimat gebracht. Karl Vollmoeller findet im Familiengrab auf dem Pragfriedhof in Stuttgart, an der Seite seiner beiden jĂŒngeren BrĂŒder Hans und Kurt, sowie seiner Eltern, dem Stuttgarter EhrenbĂŒrger Kommerzienrat Robert Vollmöller, seine letzte RuhestĂ€tte.

Werke

Gedichte

  • 1894 – Die frĂŒhen GĂ€rten – Gedichte (Garten der Kindheit – Hortus pueri, GlĂŒck der ersten Liebe – Hortus rosarum)
  • 1896 – Simplicissimus – „Sonett“ und „Nocturno“ Gedichte, August
  • 1897–1913: mehrere Gedichte und BeitrĂ€ge in „BlĂ€tter fĂŒr die Kunst“, Insel Almanach, Rundschau, Hyperion, Pan, SĂŒddeutsche Rundschau u. a. „Wenn der Tag stirbt“, „Als ein Prolog“, „Odysseus“, „Parcival“, „Aus den geistlichen Liedern“, „Lied des Fischers“, „Catharina von Armagnac“, „Landschaften“, „Der Landschaften letztes StĂŒck“, „Landschaften“, „Der alte FĂŒrst“, „Der Amboss“, „Nordischer Held“, „Die Riesin“
  • 1903 – Parcival – Die frĂŒhen GĂ€rten, Gedichte, S. Fischer Verlag
  • 1903 – Catharina – GrĂ€fin von Armagnac und ihre beiden Liebhaber, Versdrama, S. Fischer
  • 1903 – Francesca da Rimini – Versdrama, ĂŒbersetzt aus dem Italienischen nach G. d’Annunzio
  • 1904 – AssĂŒs, Fitne und Sumurud, Trauerspiel orientalisch (Versdrama), S. Fischer Verlag
  • 1905 – Giulia, Einakter, Versdrama
  • 1906 – Der deutsche Graf, Versdrama, S. Fischer Verlag
  • 1906 – Antigone von Sophokles, Versdrama aus dem Griechischen ĂŒbersetzt, bearbeitet
  • 1908 – Die Orestie des Aischylos, Versdrama, S. Fischer Verlag
  • 1911 – Wieland – Ein MĂ€rchen, Versdrama, Insel Verlag
  • 1960 – Gedichte – Eine Auswahl – Schiller Nationalmuseum, Deutsches Literatur Archiv

TheaterstĂŒcke

UrauffĂŒhrung in Klammern.

  • 1903 – Catherina – GrĂ€fin von Armagnac (6. MĂ€rz 1905 Wien, Carl-Theater)
  • 1903 – Catherina – GrĂ€fin von Armagnac (9. Dezember 1907 Berlin, Kammerspiele)
  • 1904 – AssĂŒs, Fitne und Sumurud, Trauerspiel
  • 1905 – Die Orestie (30. November 1911 MĂŒnchen, Festhalle)
  • 1905 – Giulia – Die Amerikanerin – Einakter (4. Dezember 1904 Elberfeld, Stadttheater)
  • 1906 – Der deutsche Graf – Komödie
  • 1906 – Die Antiogone des Sophokles (10. MĂ€rz 1906 Berlin, Kleines Theater)
  • 1911 – Die Orestie (13. Oktober 1911 Berlin, Zirkus Schumann)
  • 1911 – Wieland Parodie (7. Februar 1911 Berlin, Deutsches Theater)
  • 1911 – Das Mirakel – Mysterienspiel (23. Dezember 1911 London, Olympia Hall)
  • 1912 – Venezianische Abenteuer eines jungen Mannes (11. November 1912 London, Palace Theatre)
  • 1912 – George Dandin – Komödie nach Moliere (13. April 1912 Berlin, Deutsches Theater)
  • 1912 – Venezianische Abenteuer eines jungen Mannes (29. August 1913 Berlin, Deutsches Theater)
  • 1913 – Turandot – Bearbeitung Vollmoeller (18. Januar; 1913 London, St. James’s Theatre)
  • 1914 – Die FĂŒrstin
  • 1915 – Die BrĂŒder
  • 1916 – Drei Frauen in Einer – nach Lope de Vega
  • 1917 – Madame de Ora – ein TheaterstĂŒck nach Jensen (13. September; 1917 Berlin, Kammerspiele)
  • 1917 – Christinas Hochzeitsreise Ballett (1917 Berlin, Deutsches Theater)
  • 1918 – Onkelchen hat getrĂ€umt, Komödie (1. August 1918 Berlin, Kammerspiele)
  • 1919 – Orestie nach Aischylos – Drama (29. Juli 1920 Berlin, VolksbĂŒhne)
  • 1924 – Die Schießbude – Ballett
  • 1924 – The Miracle – englische Version (15. Januar 1924 New York, Century Theater)
  • 1925 – Das Mirakel – Festspielversion (16. August 1925 Salzburg, Festspielplatz)
  • 1926 – Turandot – Bearbeitung Vollmoeller (14.  1926 Salzburg, Festspielplatz)
  • 1926 – Ulala – Ballett
  • 1930 – Cocktail – Lustspiel mit Ralph Benatzky (17. MĂ€rz 1931 Stuttgart, Schauspielhaus)
  • 1936 – Das Geheimnis – TheaterstĂŒck

Prosa, Novellen und Romane

  • 1897 – Die Sturm- und Drangperiode und der deutsche Realismus, Walther Vlg, Berlin
  • 1912 – E.F.G.H. Nachgelassene prosaische Schriften, MĂ€rz
  • 1919 – Die Geliebte, Novelle, Musarion Verlag
  • 1921 – Die Paiva, Novelle
  • 1925 – Schmutziges Geld, Novelle
  • 1928 – Acht Mirakel der Heiligen Jungfrau Maria
  • 1945 – The Younger Brother of Christ
  • 1949 – The last Miracle, Roman – Duell, Sloan and Pearce – New York
  • 1950 – The Last Miracle, Roman – Cassels – London

Filmprojekte

  • 1912 – Das Mirakel – Drehbuch und dramaturgische Beratung, Stummfilm
  • 1913 – Eine venezianische Nacht – Drehbuch, Stummfilm
  • 1915 – Der Hermelinmantel – Drehbuch, Stummfilm
  • 1922 – Inge Larson – Drehbuch, Stummfilm
  • 1923 – Catharina – GrĂ€fin von Armagnac – Drehbuch, Stummfilm
  • 1928 – Song – Liebe eines armen Menschenkindes / Schmutziges Geld, Stummfilm
  • 1928 – Thunderbolt – dramaturgische Beratung, Tonfilm
  • 1929 – Lady of the Pavements – Drehbuch, Tonfilm
  • 1929 – Der Blaue Engel – Drehbuch + dramaturgische Beratung, Tonfilm
  • 1935 – Hundert Tage – Drehbuch, Tonfilm
  • 1941 – Abrechnung in Shanghai (The Shanghai Gesture) – Drehbuch + Beratung, Tonfilm

Posthume Verfilmungen

  • 1959 – The Miracle Film nach The Last Miracle mit Roger Moore, Tonfilm
  • 1959 – The Blue Angel, Mit Curt JĂŒrgens, Tonfilm

Übersetzungen

  • 1904 – Orestie, Übersetzung und Bearbeitung nach Aischylos
  • 1904 – Liebesbriefe eines englischen MĂ€dchens(mit Mathilde Vollmoeller)
  • 1905 – Antigone, Übersetzung nach Sophokles
  • 1900–1910 – Übersetzungen mehrerer Werke D’Annunzios
  • 1903 – Francesca da Rimini, Tragödie
  • 1909 – Mehr als die Liebe
  • 1909 – La Nave
  • 1909 – PhĂ€dra
  • 1910 – Vielleicht, vielleicht auch nicht, Roman
  • 1911 – Turandot von Carlo Gozzi, S. Fischer Verlag
  • 1912 – Gedichte von Verlaine gemeinsam mit Rilke, Zweig u. a.
  • 1928 – Acht Wunder der heiligen Jungfrau Maria
  • 1939 – Der Graf von Brechard, Schauspiel von Giovacchino Forzano

BeitrÀge

  • 1895–1948 – diverse BeitrĂ€ge in in- und auslĂ€ndischen Zeitungen und Zeitschriften, vornehmlich in englischen, amerikanischen, italienischen, Schweizer und deutschen Publikationen
  • 1909 – „Aviatica“, ĂŒber die Luftfahrtschau in Brescia in „SĂŒddeutsche Monatshefte“
  • 1910 – E.F.G.H. Die nachgelassenen prosaischen Schriften, in „MĂ€rz“, Zeitschrift
  • 1912 - „Shƍtai“ in „Mita-Bungaku“ („Die Geliebte“ in japanischer Übersetzung von Mori Ìgai)
  • 1914 – „Die Geliebte“ in „Der Herr der Luft“, Antologie, Hrsg. Leonhardt Adelt
  • 1915–1916 Kriegsberichterstatter der WĂŒrttembergischen Zeitung

Literatur

  • Frederik D. Tunnat: Karl Vollmoeller: Dichter und Kulturmanager; eine Biographie. tredition, [Hamburg] 2008, ISBN 978-3-86850-000-4
  • Frederik D. Tunnat: Karl Vollmoeller: Ein kosmopolitisches Leben im Zeichen des Mirakels. tredition, [Hamburg], ISBN 978-3-86850-235-0
  • Ines R. Braver – Karl Gustav Vollmoeller – Diss. New York University 1961
  • John M. Spalek, Konrad Feilchenfeld, Sandra H. Hawrylchak (Hrsg.): Deutschsprachige Exilliteratur seit 1933. Band 4: Bibliographien. Schriftsteller, Publizisten und Literaturwissenschaftler in den USA. Teil 3: N–Z. Saur, Bern / MĂŒnchen 1994.
  • Klaus GĂŒnther Just: Geschichte der deutschen Literatur seit 1871 – Von der GrĂŒnderzeit bis zur Gegenwart. Francke, 1973
  • Klaus GĂŒnther Just: Der Lyriker Karl Vollmoeller – ÜbergĂ€nge, Probleme und Gestalten der Literatur. Francke, 1966
  • Leonhard Adelt: Vollmoeller oder der Flieger und die Dichtung – Studie zu sechs Dichtern. Reuss & Itta, 1917

Weblinks

Einzelnachweise

  • EXILFORSCHUNG EIN INTERNATIONALES JAHRBUCH Band 4, 1986 - Das jĂŒdische Exil und andere Themen, edition text + kritik - Claus-Dieter Krohn: Der Fall Bergstraesser in Amerika
  • Alexander Stephan - Im Visier des FBI, Metzler 1995
  • Robert Boehringer: Stefan George 1956, Arnold Bergstraesser ĂŒber Karl Vollmoeller
  1. ↑ Beispiele aus den Altersgedichten Vollmoellers
  2. ↑ Informationen zu Vollmoeller’s "Der Deutsche Graf"
  3. ↑ Vollmoeller und seine Missionen im Auftrag des Ausw. Amtes
  4. ↑ VerhĂ€ltnis Marlene Dietrich und Karl Vollmoeller
  5. ↑ Zu den Novellen Karl Vollmoellers
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