Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Karl Ludwig Hampe

Karl Ludwig Hampe (* 3. Februar 1869 in Bremen; † 14. Februar 1936 in Heidelberg) war ein deutscher Historiker und Mediävist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Sohn des Buch- und Musikalienhändlers Eduard Hampe studierte ab 1888 Germanistik und Geschichte in Bonn sowie Nationalökonomie in Berlin. 1893 wurde er in Berlin promoviert, um danach als Mitarbeiter bei den Monumenta Germaniae Historica tätig zu sein. Im Jahr 1898 erfolgte die Habilitation in Bonn, wo er auch zunächst eine Stelle als außerordentlicher Professor bekam.

1903 folgte Hampe einem Ruf nach Heidelberg, wo er eine Professur für mittelalterliche Geschichte und historische Hilfswissenschaften annahm. Heidelberg wurde die nächsten Jahrzehnte Zentrum seines Schaffens. In den Jahren 1907 und 1921/22 war er Dekan der philosophischen Fakultät, außerdem 1924/25 Rektor. Am 19. Februar 1925 wurde er korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Den Ersten Weltkrieg erlebte der wehrunfähige Hampe zu Hause inmitten seiner Familie. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit half er bei Krankentransporten des Roten Kreuzes und übernahm den Unterricht an einem Heidelberger Gymnasium an Stelle kriegsbedingt fehlender Lehrer. Bis zuletzt hoffte er auf einen deutschen Sieg und war, wie viele andere, emotional zunächst tief betrübt, als Kaiser Wilhelm II. auf den Thron verzichtete und die Republik ausgerufen wurde. Bei Hampe dauerte es jedoch nicht lange und er begann sich mit der neuen politischen Situation zu arrangieren.

1933 stellte er einen Antrag auf vorzeitigen Ruhestand als Reaktion auf die neuen Methoden der Nationalsozialisten, gegen Andersdenkende vorzugehen. 1934 wurde Hampe emeritiert.

Sein Sohn Roland Hampe wurde Professor für Klassische Archäologie, sein Enkel Michael Hampe ein bekannter Regisseur.

Schriften (Auswahl)

  • 1909: Deutsche Kaisergeschichte in der Zeit der Salier und Staufer (Internet Archive)
  • 1921: Der Zug nach dem Osten. Die kolonisatorische Großtat des deutschen Volkes im Mittelalter (Internet Archive) 2. Auflage 1934
  • 1927: Herrschergestalten des deutschen Mittelalters
  • 1932: Das Hochmittelalter. Geschichte des Abendlandes von 900 bis 1250
  • Kaiser Friedrich II., der Hohenstaufe. Coleman, Lübeck 1935, in der Reihe Colemans kleine Biographien
  • Karl der Große oder Charlemagne? : 8 Antworten dt. Geschichtsforscher. Mit Hans Naumann, Mittler, Berlin 1935
  • Wilhelm I., Kaiserfrage und Kölner Dom : Ein biographischer Beitrag zur Geschichte der deutschen Reichsgründung. Kohlhammer Stuttgart 1936
  • Deutsche Kaisergeschichte in der Zeit der Salier und Staufer . 7., neubearb. Aufl. / hrsg. v. Friedrich Baethgen, Quelle & Meyer, Leipzig 1937

Quellen

  • Karl Hampe: Karl Hampe 1869–1936. Selbstdarstellung. Mit einem Nachwort hrsg. von Hermann Diener. Vorgelegt am 10. Mai 1969 von Roland Hampe. Heidelberg (Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften).
  • Karl Hampe: Kriegstagebuch 1914-1919. Hrsg. von Folker Reichert und Eike Wolgast, 2004 (Rezensionen bei der ZEIT und sehepunkte)

Literatur

Weblinks

Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.