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Karlheinz Töchterle (* 13. Mai 1949 in Brixlegg, Tirol) ist österreichischer Altphilologe und Politiker. Er ist seit 21. April 2011 österreichischer Bundesminister für Wissenschaft und Forschung.
Inhaltsverzeichnis |
Karlheinz Töchterle studierte ab dem Wintersemester 1969/70 an der Universität Innsbruck die Fächer Klassische Philologie und Germanistik. Studienaufenthalte führten ihn auch an die Universität Konstanz und die Universität Padua. 1976 wurde er mit der Arbeit „Ciceros Staatsschrift im Unterricht“ in Klassischer Philologie zum Dr. phil. promoviert. Zwei Jahre später schloss er die Lehramtsprüfung in Deutsch und Latein ab und wurde zum Mag. phil. sponsioniert. Mit der Schrift „Seneca - Ödipus“ habilitierte sich Töchterle 1986 in Klassischer Philologie. Von 1976 bis 1997 wirkte er als Universitätsassistent am Institut für Klassische Philologie der Universität Innsbruck. Vertretungsprofessuren führten ihn an die Universität Graz und die Universität München.
Im Jahr 1997 erhielt Karlheinz Töchterle einen Ruf an den Lehrstuhl für Klassische Philologie der Universität Innsbruck. Er war von 1987 bis 1989 Vorsitzender der Gesamtösterreichischen Studienkommission Klassische Philologie. Töchterle war von 2000 bis 2007 zudem Vorstand des Instituts für Sprachen und Literaturen und Studienleiter der philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Innsbruck. Er war Vorsitzender des Kollegiums der Geisteswissenschaftlichen Fakultät von 1998 bis 2004. Von 2005 bis 2007 war er Studienleiter der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät.
Vom 1. Oktober 2007 bis zum 21. April 2011 war er Rektor der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.[1] Am 14. Dezember 2010 wurde er von Universitätsrat und Senat für die Zeit von 2011 bis 2015 einstimmig wiedergewählt.[2] Am 19. April 2011 wurde bekannt, dass Töchterle Beatrix Karl als Bundesminister für Wissenschaft und Forschung nachfolgen wird.[3] Tilmann Märk wurde am 21. April zunächst interimistisch und am 13. Dezember 2011 schließlich offiziell zum Rektor der Universität Innsbruck gewählt.
Die Forschungsschwerpunkte von Töchterle sind das antike Drama, Literatur der Kaiserzeit, neulateinische Literatur, Rezeptionsgeschichte und Fachdidaktik. Er gilt als Verfechter von Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen an den Universitäten[4]. 2011 gelang es Töchterle das „Ludwig-Boltzmann-Institut für Neulateinische Studien“ an die Universität Innsbruck zu holen, die weltweit erst zweite Forschungseinrichtung dieser Art.[5]
Neben seinem Beruf machte Töchterle durch sein ökologisches Engagement in der Landespolitik auf sich aufmerksam. Bis zum Amtsantritt als Rektor der Innsbrucker Universität war er von 1992 bis zu seiner Wahl als Rektor 2007 Gemeinderat in Telfes im Stubai und leitete den Umweltausschuss und war auch als Kulturreferent engagiert. 1994 wurde er für die Grünen in den Tiroler Landtag gewählt, verzichtete aber aus beruflichen Gründen auf das Mandat zugunsten der Bürgerinitiative. Zwei Jahre später kandidierte er gegen Johannes Voggenhuber bei der Wahl um den Grünen Spitzenkandidaten für die Europawahl 1996.[5]
Karlheinz Töchterle wurde am 19. April 2011 als Bundesminister für Wissenschaft und Forschung nominiert.[3] Seine Angelobung als Bundesminister im Kabinett Faymann erfolgte am 21. April 2011.
Töchterle ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Er verfasste mehrere Bild- und Textbände über das Stubaital und über Tirol und war langjähriger Mitarbeiter in der Kulturinitiative Stubai. In der Blasmusikkapelle spielt er Trompete und Flügelhorn.
Er ist seit Schülerzeiten Mitglied der römisch-katholischen Pennälerverbindung K.Ö.St.V. Sternkorona Hall im MKV.
Unterrichtsminister – Erste Republik:
Pacher | Renner | Eldersch | Breisky | Glanz | Breisky | Waber | Breisky | Schneider | Resch | Rintelen | Schmitz | Czermak | Schober | Srbik | Czermak | Rintelen | Schuschnigg | Pernter | Menghin
Unterrichtsminister – Zweite Republik:
Fischer | Hurdes | Kolb | Drimmel | Piffl-Perčević | Mock | Gratz | Sinowatz | Zilk | Moritz | Hawlicek | Scholten | Busek | Gehrer | Schmied
Wissenschaftsminister (1970–2000):
Firnberg | Fischer | Tuppy | Busek | Scholten | Einem
Bildungsminister (2000–2007):
Wissenschaftsminister (seit 2007):
Werner Faymann | Josef Pröll | Michael Spindelegger | Gabriele Heinisch-Hosek | Alois Stöger | Maria Fekter | Johanna Mikl-Leitner | Claudia Bandion-Ortner | Norbert Darabos | Nikolaus Berlakovich | Rudolf Hundstorfer | Claudia Schmied | Doris Bures | Reinhold Mitterlehner | Johannes Hahn | Beatrix Karl | Karlheinz Töchterle
Erster Lehrstuhl: Anton Müller (1819–1825) | Johann Niederstetter (1825–1834) | Alois Flir (1835–1855) | Antoni Małecki (1853–1856) | Karl Schenkl (1858–1863) | Bernhard Jülg (1863–1886) | Friedrich Stolz (1887–1912) | Julius Jüthner (1912–1936) | Karl Jax (1936–1957) | Wolf Steidle (1958–1963) | Paul Händel (1964–1993) | Otta Wenskus (seit 1994)
Zweiter Lehrstuhl: Karl Kopetzky (1851–1870) | August Wilmanns (1871–1873) | Anton Zingerle (1874–1910) | Ernst Diehl (1911–1925) | Erich Thummer (1973–1996) | Karlheinz Töchterle (1997–2007) | Martin Korenjak (seit 2009)
Dritter Lehrstuhl: Johannes Müller (1865–1902) | Ernst Kalinka (1903–1935) | Albin Lesky (1936–1949) | Robert Muth (1950–1986) | Glenn W. Most (1987–1991)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Töchterle, Karlheinz |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Altphilologe und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 13. Mai 1949 |
| GEBURTSORT | Brixlegg, Tirol, Österreich |