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| Gemeinde Karpathos Δήμος Καρπάθου (Καρπάθος) | ||
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Griechenland | |
| Region: | Südliche Ägäis | |
| Regionalbezirk: | Karpathos | |
| Geographische Koordinaten: | 35° 35′ N, 27° 8′ O35.585277777827.1286111111Koordinaten: 35° 35′ N, 27° 8′ O | |
| Fläche: | 324,07 km² | |
| Einwohner: | 6.565 ([1]) | |
| Bevölkerungsdichte: | 20,3 Ew./km² | |
| Sitz: | Pigadia | |
| LAU-1-Code-Nr.: | ||
| Gemeindebezirke: | 2 Gemeindebezirke | |
| Ortschaften: | 10 Ortschaften | |
| Lage in der Region Südliche Ägäis | ||
Die griechische Insel Karpathos (griechisch Κάρπαθος (f. sg), türkisch Kerpe, italisch Scarpanto, lateinisch Carpathus) ist mit 300,15 km²[2] nach Rhodos die zweitgrößte Dodekanes-Insel. Seit 2011 bildet die Insel mit der unbewohnten Insel Saria und weiteren Felseninselchen eine Gemeinde in der Region Südliche Ägäis. Nach der Volkszählung von 2001 hatte Karpathos 6.511 Einwohner.[2], Hauptort ist Pigadia, auch Karpathos Stadt genannt.
Inhaltsverzeichnis |
Karpathos liegt auf dem östlichen Südägäischen Inselbogen, der die Gebirgszüge der Peloponnes mit dem Taurusgebirge in der südwestlichen Türkei verbindet und gleichzeitig die Grenze der Ägäis zum Mittelmeer darstellt. Nachbarinseln sind Rhodos 46 km nordöstlich und Kasos 6 km südwestlich sowie im Norden, getrennt durch eine knapp 100 m breite und ca. 1,5 m tiefe Meerenge, das unbewohnte Eiland Saria. Die größte Länge hat die Insel mit etwa 48 km in Nord-Süd Richtung, die maximale Breite erreicht fast 12 km, die schmalste Stelle weniger als 3,5 km. Ein kahler, teilweise mit Kiefern bewaldeter Bergzug durchzieht die Insel von Norden bis zur Mitte der Insel. Während im Norden Höhen über 600 m erreicht werden steigt die Kali Limni (Kαλή Λίμνη) im zentralen Inselbereich auf eine Höhe von 1.215 m an, zusammen mit dem Attavyros auf Rhodos die höchste Erhebung der Dodekanesinseln. Südlich davon wird es zunächst hügeliger im äußersten Süden flach. Ein großer Teil der einst üppigen Bewaldung fiel mehreren verheerenden Waldbränden zum Opfer.
Die erste Besiedelung Karpathos begann bereits in der Epoche der Jungsteinzeit.
Bedingt durch die geografische Lage zwischen Kreta und den Dodekanes-Insel entwickelte sich Karpathos in der mittel und spätminoischen Zeit (ca. 2000 bis 1400 v. Chr.) überdurchschnittlich. Die kretischen Minoer wurden etwa ab 1400 v. Chr. mit den mykenischen Griechen als Inselbewohner ergänzt.
Rund 200 Jahre später übernahmen die Dorer die Herrschaft über Karpathos. Die Insel erlebte folgend eine regelrechte Blütezeit. Es entstanden die vier Städte Poseidion (heute Pigadia), Arkesia (heute Arkassa), Vrykous (heute Wurgunda) und Nisyros (heute Ta Palatia, Saria), weshalb der Schriftsteller Strabon die Insel auch Tetrapolis (Vierstädteinsel) nannte.
Möglicherweise wurde die Insel im 6. Jahrhundert v. Chr. zeitweise von den Persern besetzt. Jedenfalls schloss sich Karpathos 477 v. Chr. dem 1. Attischer Seebund an, einem Verteidigungsbündnis gegen Persien unter der Führung Athens.
Während des Peloponnesischen Kriegs (431 bis 404 v. Chr.), ausgetragen zwischen dem von Athen geführten 1. Attischen Seebund und dem Peloponnesischen Bund unter der Führung Sparta, stand Karpathos vorerst auf der Seite Athens, wechselte jedoch, als sich die Niederlage Athens abzeichnete, die Front. Nur wenige Jahre später geriet Karpathos unter die Abhängigkeit von Rhodos und folgend wieder unter die Herrschaft Athens, so dass Karpathos im Jahr 378 v. Chr. dem 2. Attischer Seebund beitreten musste.
Nach der Niederlage Athens bei der Schlacht von Chaironeia im Jahr 378 v. Chr. gegen den makedonischen König Philipp II. und seines Sohnes Alexander der Große endete vorerst die politische Bindung der Insel zu Athen und dem griechischen Festland. Karpathos geriet unter den Einfluss des Hellenismus und wurde 42 v. Chr. ins römische Reich eingegliedert.
Nach der römischen Reichsteilung von 395 fiel Karpathos unter die Herrschaft des Byzantinischen Reichs. Da Karpathos geografisch nur am Rande dieses Reichs und dessen Hauptstadt Konstantinopel lag, war dessen Einfluss auf die Insel eher gering, dafür litt die Inselbevölkerung in den nächsten Jahrhunderten unter den Piratenüberfällen, vor allem ausgehend von den Sarazenen. Diese Überfälle bewirkten, dass die Inselbewohner ihre Siedlungen an den Küsten verließen und im Inselinneren neue Dörfer gründeten (so wurden die Fluchtsiedlungen Olympos, Memetés, Apéri, Volada und Othos erbaut).
Mit der Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzritter im Jahr 1204 wurde auch das Byzantinische Reich zerschlagen und dessen Gebiet neu aufgeteilt. Karpathos ging in den Besitz reicher Venezianer über und erhielt den italienischen Namen Scarpanto, mit dem sie in dieser Sprache noch heute bezeichnet wird.
Im Jahr 1537 wurde Karpathos ins Osmanische Reich einverleibt und blieb folgend fast 400 Jahre in türkischem Besitz. Offiziell erhielt die Insel den Namen Kerpe. Der Einfluss der Osmanen auf die Insel blieb jedoch eher gering, die größte Bedrohung der Bewohner ging weiterhin von den Piratenangriffen aus.
Während des Griechischen Unabhängigkeitskrieges (1821–1829) wurde Karpathos bereits 1823 aus der türkisch-osmanischen Herrschaft befreit und Teil der sich neu formierenden unabhängigen griechischen Republik. Durch den Beschluss des Londoner Protokolls musste jedoch Griechenland 1930 die Dodekanes-Inseln im Tausch mit Euböa wieder dem Osmanischen Reich abtreten.
Die türkische Herrschaft dauerte bis zum Mai des Jahres 1912. Gegen Ende des Italienisch-Türkischer Kriegs eroberten die Italiener bei nur noch geringem türkischem Widerstand Karpathos und weitere Dodekanes-Inseln. Die Hoffnung der Inselbewohner auf Freiheit bzw. Vereinigung mit dem griechischen Festland erfüllte sich jedoch nicht, da Italien fortan die eroberten Inseln mit harter Hand als eigene Provinz verwalteten.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde ab 1943 die italienische Provinzverwaltung auf Karpathos mit Soldaten der deutschen Wehrmacht ergänzt. Durch die sich abzeichnende Niederlage Nazi-Deutschland erfolgte am 4. Oktober 1944 der Abzug der italienisch-deutschen Besatzung. Die Insel wurde vorübergehend unter britischer Verwaltung gestellt, ehe am 7. März 1948 Karpathos wie auch die weitere Dodekanes-Inseln mit Griechenland vereinigt wurden.
Am 23. Mai 2006 kollidierten in der Nähe der Insel ein griechisches und ein türkisches Kampfflugzeug vom Typ F-16 „Falcon” bei einem Abfangmanöver.[3] Griechenland beansprucht einen nationalen Luftraum mit einer Breite von 16 Kilometern jenseits der eigenen Küstenlinien. Die Türkei erkennt aber nur zehn Kilometer an, was der Breite der nationalen Seegebiete entspricht. Ein Jahr später wurde in Pigadia in der Nähe des Hafens ein Denkmal für den aus Karpathos stammenden getöteten griechischen Piloten errichtet. Wegen Konflikten in der Ägäis standen Griechenland und die Türkei seit 1974 bereits drei Mal am Rande eines Krieges.
Seit der griechischen Gemeindereform nach dem Kapodistrias-Programm von 1997 war die Insel Karpathos in zwei Gemeinden mit insgesamt zehn Gemeindebezirken untergliedert. Zum 1. Januar 2011 führt das Kallikratis-Programm die ehemaligen Gemeinden der Insel zur neu geschaffenen Gemeinde Karpathos (Dimos Karpathou Δήμος Καρπάθου) zusammen, Verwaltungssitz ist Pigadia. Die bisherigen Gemeinden bilden Gemeindebezirke, die ehemaligen Gemeindebezirke sind Ortschaften, die eigene lokale Vertretungen wählen.
| Gemeindebezirk | griechischer Name | LAU | Fläche km² | Einwohner 2001 | Einwohner 2010 | Ortschaften (Δημοτική Ενότητα) |
Postleit- zahl |
Telefon- vorwahl |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Karpathos (Gemeinde) | Δημοτική Ενότητα Καρπάθου | 811200 | 219,924 | 5.750 | 5.881 | Karpathos, Aperi, Arkasa, Volada, Menetes, Mesochori, Othos, Pyles, Spoa | 857 00 | 22450-2 |
| Olymbos | Δημοτική Ενότητα Ολύμπου | 816200 | 104,876 | 761 | 684 | Olymbos | 857 00 | 22450-5 |
Hauptort der Insel, auch Karpathos Stadt genannt. → Hauptartikel: Pigadia
Durch die grosse Anzahl flach abfallender Sand- und Kiesstränden gilt Amopí als beliebter Badeort. Dazu herrscht an der nordöstlichen Küste von Karpathos auch ein heisseres und trockneres Klima als an anderen Küstenregionen der Insel. Die touristische Infrastruktur entwickelte sich in Amopí deshalb in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich schnell und hat sich bereits auf die knapp zwei Kilometer entfernten kleine Siedlung Lakkí ausgeweitet.
Als Sehenswürdigkeit gilt die schneeweisse, auf der Anhöhe einer ins Meer hinausragenden Halbinsel erbaute Agii Apóstoli (Apostelkirche). In Lakkí thront auf einem Felsen die Agios Geórgios (Georgskirche).
Lange vor der eigentlichen touristischen Vermarktung galt Amopí als Kurort für Rheumakranke. Dabei wurden vormittags im Sand Gruben ausgegraben, welche sich bis zum Nachmittag aufheizten. Folgend legten sich die Patienten hinein und liessen sich bis zum Hals vom Sand zudecken. Der Name der nördlichsten Sandbucht Mikrí Amopí (dt. kleine Sandgrube) erinnert noch heute an diese Kur- und Heilmethoden.
Südlich der Mikrí Amopí folgt der mit besonders feinem Sand ausgestattete Pérana-Strand, weiter südlich hinter dem Felsen mit der Agii Apóstoli liegt der Votsalákia-Strand (dt. Kieselsteinchen), wobei der Name auch die Sandbeschaffenheit umschreibt. Weiter südlich folgt der Kiesstand der Lakkí Beach und hinter einer ins Meer ragenden Felsnase die Kastéllia-Bay.
Afiártis liegt im äussersten Süden der Insel. Die felsige Landschaft ist nur karg bewachsen und mit den wenigen vereinzelt erstellten Häusern nur dünn besiedelt. Diese freie Fläche ermöglichte jedoch 1970 den Bau des Flughafens, welcher 1986 ausgebaut und modernisiert wurde.
Durch die im Sommer ständig von den Bergen herabwehenden Winde wurde die östliche Meeresbucht um Afiártis, die Makrís Gialós, in den 90er-Jahren von den Surfern entdeckt. Karpathos bzw. eben Afiártis ist auch regelmässig Austragungsort internationaler Surfwettbewerbe.
Weiter nördlich liegt die windgeschützte Badebucht Diamatría mit seinem recht steinigen Strand. Der Bucht vorgelagert liegt das kleine Inselchen Míra (dt. Schicksal), welches jedoch für Schwimmer von einer nicht ungefährlichen Strömung umgeben ist.
Einen besonderen Mythos umgibt die nordöstlich des Flughafens gelegene Höhle des Agios Minás. Hier sollte einst ein Eremit in seiner selbst in den Fels geschlagenen feuchten Höhle gehaust haben. Etwas neueren Datums ist das Wrack eines gestrandeten türkischen Frachters, welches vor der Bucht liegt (Cape Líki) und dessen zu aufwändige Bergung unterlassen wurde.
Arkássa liegt an der südlichen Wertküste, gegenüber der Insel Kássos.
Augenfällig ist die Halbinsel Paleókastro, welche mit ihren mächtigen Steinfelsen vor Arkássa ins Meer hinaus ragt. Während der mykenischen Zeit (1400 v. Chr.) befand sich hierauf eine mächtige Festung, zur Zeit der Herrschaft der Dorer entstand hier die Stadt Arkesía. Reste der ehemaligen mykenischen Kyklopenmauer sind heute noch vorhanden. Am Rande dieser Halbinsel steht die weisse Kapelle Agia Sphía und direkt vorgelagert die Überreste der frühchristlichen Basilika Agía Anastasía mit seinem Mosaikboden.
Das heutige Arkássa entstand um die Mitte des 19 Jahrhunderts. Der Sandstrand Agios-Nikolaos gilt als einer der schönsten Strände Karpathos, was auch der Bau einiger touristischen Einrichtungen in und um Arkássa bewirkte.
Die kleine Fischerdorf Finíki liegt rund 3 Kilometer nördlich von Arkássa. Zur Zeit der Dorer befand sich hier der Hafen der Stadt Arkesía.
Nach Abzug der italienisch-deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg fiel während der großen Hungersnot 1944 dem Dorf Finíki eine besondere Rolle zu. Sieben Fischer segelten von hier mit einem kleinen Boot ohne Funk und Kompass nach Ägypten, um Hilfe zu holen. Bereits eine Woche später kehrten sie an Bord britischer Kriegsschiffe heim und brachten Nahrungsmittel und Medikamente für die notleidende Bevölkerung mit. Ein Denkmal am Hafen von Finíki erinnert an ihre Heldentat.
Pilés ist ein kleines Bergdorf oberhalb der südlichen Westküste.
Im Innern der kleinen Heiligkreuzkirche stehen mehrere Ikonen, welche das Heilige Kreuz zum Thema haben. Im Jahr 2009 öffnete ein kleines Landwirtschaftsmuseum, welches die Vielfalt der Landwirtschat auf Karpathos aus vergangenen Zeiten dokumentiert.
Am Ende der steilen Flaskias-Schlucht liegt in einer steinigen Kiesbucht Adia, eine Aussensiedlung von Pilés. Die Flaskias-Schlucht führt von Adia aus 800 Höhenmeter hinauf zur Lastos-Ebene und gilt bei Wandertouristen als besondere Herausforderung.
Die im Mittelalter gegründete Stadt mit seinen engen und winkligen Gassen befindet sich im Landesinneren im Süden der Insel. Der auf 315 m.ü.M liegende Ort ist mit ca. 500 Einwohnern die einwohnermässig zweitgrösste Ortschaft auf Karpathos.
In Menetés befinden sich mehrere Kirchen und Kapellen:
Apéri liegt im Landesinneren rund sechs Kilometer nordwestlich der heutigen Inselhauptstadt Pigádia. Erbaut wurde die Stadt im Mittelalter, als die Inselbewohner als Schutz vor den ständigen Piratenangriffen sich von den Küstenregionen ins Landesinnere zurückzogen und dort neue Siedlungen gründeten. Apéri war bis ins Jahr 1894 Inselhauptort und ist heute noch der Sitz des Bischofs von Karpathos.
Das Ortsbild von Apéri ist geprägt von den weissen Häusern und stattlichen Villen mit den roten Ziegeldächern. Apéri gilt als das „reichste“ Dorf der Insel, wohnen hier doch sehr viele vermögende „Amerika-Heimkehrer“ oder dessen Familienangehörige.
Als Sehenswürdigkeit zählt die Bischofskirche, welche der Maria Entschlafung (Maria Himmelfahrt) geweiht ist, der 15. August wird dementsprechend in Apéri mit Musik und Tanz gefeiert. Erbaut wurde die Kirche ab 1856 während rund 30 Jahre, am Standort einer kleinen Kapelle.
Kirá Panagiá, eine einstige Aussensiedlung von Apéri, liegt an der Ostküste Karpathos. Zwischen zwei ins Meer ragenden Felsen liegt eine Kies-/Sand-Bucht mit einem besonders steil abfallenden Meeresboden. Dieser Badestrand bewirkte in den vergangenen Jahren den Bau einiger modernerer Gebäude zur Erweiterung der touristischen Infrastruktur.
Auf der südlichen Felswand steht, ganz in weiss mit roter Kuppel, die berühmte Marienkapelle. Der Legende nach geriet das Boot des Schiffkapitän Joánnis Romnákis bei kräftigem Wind in Seenot. In seiner Verzweiflung flehte der Kapitän die Gottesmutter (Kirá Panagiá) um Rettung an. Das Wunder geschah und eine riesige Welle spülte das Schiff zurück an Land. Als Dank erbaute der Kapitän im Jahr 1883 am Ort seiner Rettung eine Kapelle und weihte sie auf den Namen Panagiá.
Voláda liegt im gebirgigen südlichen Inselinnern, umgeben vom Kastro-Berg im Norden und dem Lástos-Gebirge südlich des Dorfes. Von Voláda aus führt eine asphaltierte Strasse hinauf zur Lástos-Hochebene, den Ausgangspunkt von Wanderungen auf den Kalí Límni, den mit 1215 m höchsten Berg der Insel.
Das Gebiet um das heutige Voláda war vor allem in der Antike wie auch im Mittelalter sehr bedeutend. Gemäß Archäologen befand sich im Ortsteil Píni einst ein Apollontempel, und am Platz der später errichteten Cornaroburg könnte ursprünglich sogar eine Akropolis erbaut worden sein. Während der venezianischen Herrschaft erbaute die Handelsfamilie Cornaro eine grosse Festung, die Cornaroburg. Davon sind heute nur noch einzelne Mauerreste vorhanden. Heute befindet sich an diesem Platz die 1972 gebaute Stavrós-Kapelle (Heiligkreuzkapelle), auffallend durch das weisse Mauerwerk und den roten Kuppen. In und um Voláda und dem nordwestlich liegenden Ortsteil Píni befinden sich mehrere weitere kleinere Kapellen.
Othos liegt im gebirgigen südlichen Inselinnern und ist mit 510 m ü.M. das höchstgelegen Dorf der Insel. Gegründet wurde die Siedlung im Mittelalter von Einwohnern aus Afiártis, welche auf der Flucht vor den ständigen Piratenangriffen ins Landesinnere zogen.
In Othos befindet sich ein im Jahr 1989 eröffnetes Heimatmuseum sowie eine kleine Galerie des einheimischen Malers Ioánnis Chapsís († Februar 2010).
Der Innenraum der Kirche Metamorphosis tou Sotira (dt. Verwandlung des Erlösers) fasziniert durch die mit leuchtenden und kräftigen Farben bemalten Wände.
Der Boden der "Kimissis-Kapelle" in der Mitte des Dorfes besteht aus kunstvoll verlegten Meereskieselsteinen. Neben der Kapelle sprudelt über einen kleinen Wasserfall frisches Quellwasser, welchem heilende Wirkung nachgesagt wird, in ein grosses Brunnenbecken. Die neben der Brunnenanlage stehende Büste zeigt den 1877 in Othos geborenen Volkskundler Michaelides Nouaros.
Westlich von Othos befindet sich die Aussensiedlung "Stes". Dessen Zentrum bildet die kleine Agios-Panteleímonas-Kirche, auffallend durch seine rot-blau-gelbliche Aussenbemalung. Das Patronat des Kirchenheiligen wird jeweils vom 27. bis 29. Juli mit einem grossen Volksfest gefeiert.
Der Name des Dorfes, zu deutsch Mittleres Dorf, bezieht sich auf dessen geografische Lage in der Mitte der Insel, gelegen auf einem Felsplateau oberhalb der Westküste. Bis zum Bau einer Strasse im Jahr 1960 war das Dorf nur zu Fuss oder auf dem Seeweg über den unterhalb des Dorfes gelegenen kleinen Hafen Káfkalo erreichbar. Noch heute ist das Dorf mit seinen verwinkelten und schmalen Gassen autofrei, da die Autos nur bis zu einem Parkplatz oberhalb des Dorfes Zufahrt haben.
Messochóri ist bekannt für seine zahlreichen Kirchen und Kapellen, welche neben den vielen Obst- und Gemüsegärten das Ortsbild prägen:
Der Kiefernwald zwischen Messochóri und dessen Aussensiedlung Lefkós wurde im Frühling 2004 von einem mehrere Tage wütenden Waldbrand vollständig niedergebrannt. Gemäss Erzählungen verbrannte ein Schreiner in seiner Werkstatt Holzabfälle. Obwohl der Mann schon mehrmals zu mehr Vorsicht ermahnt wurde, begab sich ins Dorf zurück, in der Annahme, das Feuer sei gelöscht. Ein tragischer Irrtum, da sich die Glut wieder entfachte.
Lefkós liegt an der Westküste in der Inselmitte. Ursprünglich war der Ort eine Aussensiedlung von Messochóri. Frei übersetzt bedeutet lefko zu dt. weiss, was auf die Qualität der weissen und feinkörnigen Strände bezogen werden kann.
In und um Lefkós sind mehrere Siedlungsreste aus früheren Zeitepochen erhalten geblieben:
Der neben der Hauptstadt Pigádia bekannteste Ort der Insel ist Olymbos (griechisch Όλυμπος) im Norden der Insel. Erbaut ab dem 7. Jahrhundert als Fluchtort von den Einwohnern der einstigen Siedlungen Wurgunda und Tristomo und der Insel Saria und des antiken Vrykous gegründet, die vor den häufigen Überfällen von Piraten und Sarazenen in die Berge flohen. Dort, von der Außenwelt weitgehend isoliert, hat sich bis heute nicht nur der altertümliche dorisch beeinflusste Dialekt in der Sprache der Olymbites (den Einwohnern des Dorfes) gehalten, sondern auch Kunst, Kultur und Bräuche, die überall im Ort anzutreffen sind. Heute zählt das Dorf noch etwas mehr als 300 Einwohner, in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg umfasste Olympos und dessen Aussensiedlungen um die 3000 Einwohner.
Der relativ große Ort liegt an einem von der Küste aus uneinsehbaren Berghang, umgeben von den beiden Bergkegeln Profitis Ilias und Korofí. Die vielen kleineren Gebäude, meist in weisser oder gelblicher Farbe gehalten, sind richtiggehend verschachtelt in die Hanglage hineingebaut, nur durch schmale verwinkelte Gässchen verbunden. Das markanteste Gebäude im Ort ist die im 15. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche Kimissi Tis Panagías. Das Relief am Glockenturm, mit der Gottesmutter Maria in heimischer Tracht, umgeben von den Erzengel Michael und Gabriel, wurde jedoch erst im Jahr 2002 angebracht. Im Kircheninnere befindet sich eine wertvolle Ikonostase aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Neben der Hauptkirche stehen in und um Olympos mehrere kleinere Kapellen.
Zugang zum elektrischen Stromnetz gibt es erst seit 1980. Bis heute ist Olympos mit dem Auto vom südlichen Teil der Insel her nur über eine holprige Schotterpiste zu erreichen. Seit Anfang der 1990er-Jahre fahren Ausflugsboote regelmäßig ab Pigadia (Karpathos Stadt) bis zum nordwestlichen Hafenort Diafani. Von dort führt eine neugebaute Asphaltstraße in das Bergdorf. Der “Tagestourrismus” während der Sommersaison ist heute deshalb ein wichtiger Erwerbszweig der Bewohner: In einem wie ein Freilichtmuseum anmutenden Dorf präsentieren sie altes Handwerk und Trachten und bieten den Besuchern traditionelle Speisen zum Verzehr. Unter anderem ist eine der letzten betriebenen typischen festausgerichteten Windmühlen zu besichtigen. Mit dem Mehl wird in holzbefeuerten Backöfen das traditionelle dunkle Brot gebacken.
Stark an Bedeutung verloren hat über die Jahrzehnte die Landwirtschaft. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts, als die Bewohner sich weitgehendest selber mit Lebensmittel versorgen mussten, wurden die Gebiete und dessen Felder weit um Olympos intensiv bewirtschaftet. So entstanden auch mehrere Aussensiedlungen wie Trístomo, Forókli, Péi, Argóni, Asia oder Ahamándia. Mit über 300 Gebäuden, so genannten Stawliá, ist Awlóna die grösste Aussensiedlung auf Karpathos. Im Gegensatz zu den kaum mehr bewirtschafteten Feldern der anderen Aussensiedlungen wird auf der Hochebene um Awlóna weiterhin Weizen und Gersten geerntet.
Gegründet wurde Diafáni etwa gegen Ende des 18. Jahrhunderts von den Bewohnern Olympos als deren Hafensiedlung. Noch heute übernimmt das an der Ostküste im Inselsüden gelegene Dorf die Hafenfunktion von Olympos wahr, dies vor allem für die Boote mit den Tagestouristen nach Olympos. Gleichzeitig entstanden aber auch in Diafáni einige kleinere touristische Einrichtungen, dies obwohl Diafáni keinen Sandstrand bieten kann und die Besucher zum Baden die Buchten nördlich (Vananda) oder südlich (Papas Minas) von Diafáni aufsuchen müssen.
Die Dorfkirche Zoodóchou Pigí (dt. Quelle des Lebens) wurde anfangs der 70er-Jahre auf den Fundamenten einer durch ein Erdbeben zerstörten byzantinischen Kapelle erbaut. Das Kircheninnere wurde nachträglich mit Fresken vollständig ausgemalt.
Der Neptunbrunnen wurde vom einheimischen Künstler Vassílis Chatzivassílis entworfen. In dessen Mitte befindet sich ein aus vielen kleinen Steinen gestalteter Delphin, im unteren Teil werden auf zwölf Kacheln Szenen aus dem Alltagsleben der Einheimischen abgebildet. Direkt neben dem Brunnen steht eine als Kunstwerk gestaltete Hausmauer, mit der steinernen Figur einer aufs Meer schauenden Frau in Tracht.
Auf einer Anhöhe in nördlicher Richtung befinden sich drei alte Windmühlen, der malerische Friedhof sowie mit der Agio Nikolas eine kleine Kapelle.
In der Bucht von Wurgúnda befand sich einst in der Epoche der Dorer die blühende Stadt Brykoúntos. Noch heute sind oberhalb der Bucht auf der Hochebene einige wenige antike Säuen und Reste der einstigen Stadtmauer erkennbar. Die Bucht ist nur zu Fuss auf dem Landweg von Awlóna her oder mit dem Boot über den Meeresweg erreichbar.
An der Spitze der westlichen Landzunge, auch vom Meer aus gut sichtbar, steht ein Kreuz mit einer Glocke, welches den Weg hinab zum engen Eingang der Johanneskirche weist, eine Höhlenkirche mit einem frühchristlichen Taufbecken aus Marmor. Zu Ehren des Heiligen Johannes der Täufer steigt jeweils am 28. auf 29. August ein grosses Volksfest.
Die Flora von Karpathos besteht aus 923 Arten von Farn- und Samenpflanzen. Davon sind 6 Arten hier endemisch, unter anderem der Strandflieder Limonium carpathum, die Färberdistel Carthamus rechingeri, der Klee Trifolium barbeyi und die Dost-Art Origanum vetteri. 23 Arten gelten als eingebürgert, 3 als sich einbürgernd, 5 als unbeständig und bei 7 ist unklar, ob sie einheimisch sind.[4] Auf Karpathos wurden bisher 44 Orchideen-Arten nachgewiesen.[5]
Auf Karpathos, Saria und der nahegelegen Insel Kasos lebt mit Lyciasalamandra helverseni eine Art der Lykischen Salamander.[6][7] Es handelt sich um den einzigen Schwanzlurch in der südöstlichen Ägäis. Unter den Wirbeltieren Griechenlands wird die Art als bedroht angesehen, in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion in der Kategorie gefährdet (VU – Vulnerable) eingestuft.
Vom Aussterben (CR – Critically Endangered) bedroht ist die Mittelmeer-Mönchsrobbe.[8]
Auf Karpathos wurden zwei Gebiete mit dem angrenzenden Meeresgebiet in das Natura 2000 Netz der Europäischen Union aufgenommen. In beiden Gebieten leben Lykische Salamander und Mittelmeer-Mönchsrobben.
Neben dem Natura 2000 Gebiet Kimolos-Polyegos ist das Natura 2000 Gebiet GR 4210003 Nord Karpathos und Saria (Βόρεια Κάρπαθος και Σαρία) von nationaler und internationaler Bedeutung als Wurf- und Aufzuchtgebiet für Mittelmeer-Mönchsrobben. Über 10% der Mittelmeer-Mönchsrobben-Population weltweit leben in diesen Gebieten.[11][12] Gleichzeitig wurde es von der Vogelschutzorganisation BirdLife International als IBA GR 172 Saria Island and Northern Karpathos (Νήσος Σαρία και Βόρειος Κάρπαθος)[13] eingestuft, weil Habichtsadler (Hieraaetus fasciatus) und Blaumerle (Monticola solitarius) , beide auf der Roten Liste der IUCN geführt, hier ihre Lebensräume haben.
Durch den Fremdenverkehr gewinnen die Ortschaften Lefkos, Amopi und Kira Panagia zunehmend an Bedeutung.
Der südliche Teil der Insel ist bei Windsurfern wegen ihrer guten Windstatistik und hohen Windstärke beliebt. Der Meltemi wird durch die lokale Topographie noch verstärkt und bläst im Sommer wochenlang ohne Pause Tag wie Nacht mit durchschnittlich 5 - 7 Bft und erreicht an manchen Tagen sogar 9 Bft. In der sogenannten Devil's Bay findet jeweils im August eine Speed-Windsurf-Konkurrenz statt.
Sehr umstritten ist momentan die in Planung befindliche Errichtung eines großen Golfplatzes zwischen Amopi und der Inselhauptstadt Pigadia. Befürworter sehen hier eine Möglichkeit für eine ganzjährige touristische Nutzung der Insel, Gegner fürchten um den Verlust der auch heute im Zeitalter des Massentourismus noch relativen Ursprünglichkeit der Insel.
Das Flughafengebäude am Südende der Insel wurde vergrößert und ist seit Ende Juli 2009 in Betrieb. Die täglichen Verbindungen mit Athen, Rhodos und Kassos werden durch Olympic Air bedient, während des Sommers ergänzen Charterflüge das Angebot.
Zum Haupthafen Pigadia und nach Diafani bestehen Verbindungen von Piräus über die Kykladen, teilweise über Kreta nach Rhodos. Aufgrund der schlechten Erreichbarkeit des Inselnordens wurde 1922 der Hafen von Diafani ausgebaut. Zusätzlich existieren Verbindungen für den Verkehr innerhalb der Insel und zur nördlich gelegenen, heute unbewohnten Insel Saria.[14]
Während der Süden der Insel, wo auch der Flughafen gelegen ist, mit dem Hauptort Pigadia und im zentralen Inselbereich die Straßen relativ gut ausgebaut sind, existiert in den Nordteil der Insel keine durchgehend asphaltierte Straßenverbindung. Die Schotterpiste nach Olymbos wurde erst in den 1980er Jahren angelegt und wird derzeit ausgebaut. Aufgrund der enormen Felsarbeiten ist mit einer Fertigstellung nicht vor 2011 zu rechnen. Deshalb ist der Inselnorden am besten über den Hafenort Diafani zu erreichen.
Karpathos ist sowohl in Einstellung als auch kulturell konservativ. Viele Traditionen, die im Rest Griechenlands verschwunden sind, oder nur noch als Teil der Folkloredarbietungen existieren, haben auf Karpathos überlebt.
Die Hauptkunstformen sind Musik und Poesie, oder eine Kombination der beiden, die Mandinades genannt wird. Eine Mandinada besteht aus Versen mit 15 Silben, die als Couplet zusammengefügt wird. Das Traditionsbewusstsein der Insel zeigt sich nicht zuletzt auch darin, dass selbst junge Leute bis heute das Musizieren auf der Lyra pflegen.
Ethnologen behaupten auch, dass der Pano Choro, ein einfacher Tanz, eine eigenständige Variante des Syrtos ist, die nur auf Karpathos vorkommt.
http://www.karpathos-inblue.at/
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