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| Kaschubisch | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Polen | |
| Sprecher | 50.000 | |
| Linguistische Klassifikation |
| |
| Offizieller Status | ||
| Amtssprache von | Polen als Regionalsprache | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
- | |
| ISO 639-2: |
csb | |
| ISO 639-3: |
csb | |
Das Kaschubische (kaschubisch: kaszĂ«bsczi jĂŁzĂ«k) ist eine westslawische Sprache, die in der Gegend westlich und sĂŒdlich von Danzig nach SchĂ€tzungen von etwa 150.000 Kaschuben verstanden, jedoch nur von etwa 50.000 aktiv als Alltagssprache verwendet wird. Das Kaschubische gilt als âernsthaft gefĂ€hrdetâ.
Inhaltsverzeichnis |
Am nÀchsten verwandt ist das Kaschubische mit dem ausgestorbenen Slowinzischen; Kaschubisch und Slowinzisch bilden mit den ebenfalls ausgestorbenen Sprachen Pomoranisch (Ostseeslawisch) und Polabisch (Elbslawisch, Drewanisch) die Gruppe der elb-ostsee-slawischen Sprachen, die zusammen mit dem Polnischen die lechische Untergruppe des Westslawischen bilden:
Slawisch
Mit dem Polnischen hat Kaschubisch einen GroĂteil des Erbwortschatzes gemeinsam, spĂ€ter ist es in Grammatik, Wortbildung und Wortschatz stark vom Polnischen beeinflusst worden. Die wichtigsten Unterschiede zum Polnischen sind Substratelemente aus dem AltpreuĂischen (einer ausgestorbenen baltischen Sprache), ein gröĂerer Anteil an niederdeutschen und hochdeutschen Lehnwörtern (ca. 5 %), VokalausfĂ€lle in unbetonten Silben sowie andere Betonungsregeln: Im SĂŒden betont das Kaschubische auf der ersten Silbe, im Norden ist die Betonung beweglich. Ebenso kennzeichnend fĂŒr das Kaschubische ist, dass es keine LautverĂ€nderungen nach der Liquidametathese durchgemacht hat. So steht dem russischen gorod, dem polnischen grĂłd und dem serbischen grad die daraus rekonstruierte urslawische Variante gard, gegenĂŒber, die auch dem kaschubischen Wort fĂŒr befestigte Siedlung bzw. Stadt entspricht.
Seit dem 15. Jahrhundert wird Kaschubisch geschrieben â in Lateinschrift und nach dem Vorbild der polnischen Orthographie. Allerdings konnte sich nie eine einheitliche Schriftsprache herausbilden, die Schriftsteller schreiben bis heute in ihren jeweiligen Dialekten. Der wichtigste kaschubische Schriftsteller war im 19. Jahrhundert Florian Ceynowa, der die bis dahin fĂŒr die geschriebene Sprache typische polnische Ăberformung stark reduziert hat.
Aus polnischer Sicht wurde Kaschubisch lange Zeit als ein Dialekt des Polnischen angesehen. Als Argumente dafĂŒr wurden einerseits die sprachliche NĂ€he angefĂŒhrt, vor allem aber die Tatsache, dass sich die Kaschuben historisch immer zu den Polen gezĂ€hlt haben, vor allem in den nationalen Auseinandersetzungen des spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts. SchlieĂlich spielt auch eine Rolle, dass Kaschubisch bis heute mehr oder weniger wie ein Dialekt funktioniert, d. h. es ist auf die mĂŒndliche Kommunikation und einige wenige Textsorten beschrĂ€nkt; die Sprache des öffentlichen Lebens ist auch in den kaschubischen Gebieten nahezu ausschlieĂlich das Polnische.
Heute werden die Bestrebungen einer Gruppe von kaschubischen Intellektuellen, das Kaschubische zu einer eigenen Standardsprache auszubauen, nicht mehr behindert, sondern vom polnischen Staat geduldet und bis zu einem gewissen Grade auch gefördert. Kaschubisch wird an einigen wenigen Schulen unterrichtet, es gibt Radio- und Fernsehsendungen auf Kaschubisch. Seit dem Jahr 2005 kann an einigen polnischen Schulen das Abitur in kaschubischer Sprache abgelegt werden. FĂŒr die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob sich die gemeinsame Orthografie, auf die man sich Anfang der neunziger Jahre geeinigt hat, wirklich durchsetzt.
Kaschubisch wurde in zwei Gemeinden als Amtssprache eingefĂŒhrt. Dazu gehören die Gemeinden:
GĂŒnter Grass beschreibt im Roman Die Blechtrommel, wie die Mutter und der Onkel des Protagonisten Oskar Kaschubisch quasi als Geheimsprache verwenden.
Seit FrĂŒhjahr 2004 gibt es auch eine kaschubische Wikipedia (s. u.).
A, Ä, Ă, B, C, D, E, Ă, Ă, F, G, H, I, J, K, L, Ć, M, N, Ć, O, Ă, Ă, Ă, P, R, S, T, U, Ă, W, Y, Z, Ć»
Ostslawisch: Altnowgoroder Dialekt â | Altostslawisch â | Karpato-Russinisch | Russisch | Ruthenisch â | Ukrainisch | WeiĂrussisch | Westpolessisch
Westslawisch: Kaschubisch | Knaanisch â | Niedersorbisch | Obersorbisch | Polabisch â | Pomoranisch â | Polnisch | Slowakisch | Slowinzisch â | Tschechisch
SĂŒdslawisch: ĂgĂ€is-Mazedonisch | Altkirchenslawisch â | Banater Bulgarisch | Bosnisch | Bulgarisch | Burgenlandkroatisch | Kroatisch | Mazedonisch | Moliseslawisch | Montenegrinisch | Serbisch | Serbokroatisch | Slowenisch
Andere: Goworka â | Jugoslawo-Russinisch | Kirchenslawisch | Russenorsk â | Slawenoserbisch â | Slovianski | Slovio | Urslawisch â
â ausgestorben