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Katarina Witt

Katarina Witt Eiskunstlauf
Katarina Witt, 2009
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 3. Dezember 1965
Geburtsort Staaken, DDR
GrĂ¶ĂŸe 165 cm
Gewicht 55 kg
Karriere
Disziplin Einzellauf
Trainer Jutta MĂŒller
Status zurĂŒckgetreten
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 4 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
EM-Medaillen 6 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele

Gold Sarajevo 1984 Damen
Gold Calgary 1988 Damen
ISU Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften

Silber Kopenhagen 1982 Damen
Gold Ottawa 1984 Damen
Gold Tokio 1985 Damen
Silber Genf 1986 Damen
Gold Cincinnati 1987 Damen
Gold Budapest 1988 Damen
ISU Eiskunstlauf-Europameisterschaften

Silber Lyon 1982 Damen
Gold Dortmund 1983 Damen
Gold Budapest 1984 Damen
Gold Göteborg 1985 Damen
Gold Kopenhagen 1986 Damen
Gold Sarajevo 1987 Damen
Gold Prag 1988 Damen
 

Katarina Witt (* 3. Dezember 1965 in Staaken, Stadt Falkensee, heute Berlin) ist eine ehemalige EiskunstlĂ€uferin, die im Einzellauf fĂŒr die DDR startete. Sie ist die Olympiasiegerin von 1984 und 1988, die Weltmeisterin von 1984, 1985, 1987, 1988 und die Europameisterin von 1983 bis 1988.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Witt wurde in Staaken, Stadt Falkensee, Kreis Nauen, Bezirk Potsdam, heute Berlin-Staaken geboren. Ihre schulische und sportliche Ausbildung erhielt Witt unter anderem an der Karl-Marx-StĂ€dter Kinder- und Jugendsportschule, dem jetzigen Sportgymnasium Chemnitz. Ab 1977 trainierte sie beim SC Karl-Marx-Stadt unter Jutta MĂŒller.

Karriere

Katarina Witt bei der DDR-Meisterschaft 1982

1979 erreichte Witt erstmals das Podium bei den DDR-Meisterschaften. Sie wurde Dritte hinter Anett Pötzsch und Carola Weißenberg und nahm in Zagreb an der Eiskunstlauf-Europameisterschaft 1979 teil. Im Jahr darauf wurde sie Vizemeisterin der DDR hinter Pötzsch und wurde in Dortmund bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft 1980 Zehnte. Nachdem Pötzsch 1980 Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Europameisterin geworden war, beendete sie ihre Karriere, und Witt gewann 1981 ihren ersten DDR-Meistertitel, den sie bis 1988 behielt. Sowohl bei der Europameisterschaft in Innsbruck als auch bei der Weltmeisterschaft in Hartford erreichte sie jeweils den fĂŒnften Platz.

1982 wurde sie in Lyon Vize-Europameisterin hinter der Österreicherin Claudia Kristofics-Binder und dann in Kopenhagen Vize-Weltmeisterin hinter der US-Amerikanerin Elaine Zayak. 1983 wurde Witt in Dortmund Europameisterin. Bei der Weltmeisterschaft in Helsinki belegte sie nach der US-Amerikanerin Rosalynn Sumners, Claudia Leistner aus der BRD und Jelena Wodoresowa aus der Sowjetunion den vierten Platz, nachdem sie in Kurzprogramm und KĂŒr vorne gelegen hatte, aber in der Pflicht nur den achten Platz erreichte.

1984 errang Witt in Budapest ihren zweiten Europameisterschaftstitel und bei ihren ersten Olympischen Spiele in Sarajevo die Goldmedaille. Dort war die amtierende Weltmeisterin Rosalynn Sumners favorisiert, die auch die Pflicht gewann, Witt erreichte hier den dritten Platz. Sie gewann das Kurzprogramm, das Sumners als FĂŒnfte beendete. In der KĂŒr schaffte Witt drei DreifachsprĂŒnge, Sumners zeigte am Ende einen geplanten dreifachen Toeloop nur doppelt und einen geplanten Doppelaxel nur einfach. So entschied Witt die KĂŒr mit fĂŒnf zu vier Punktrichterstimmen und 0,2 Punkten Unterschied knapp fĂŒr sich und wurde Olympiasiegerin.

Bei der anschließenden Weltmeisterschaft in Ottawa gelang es Witt auch noch, ihren ersten Weltmeisterschaftstitel zu gewinnen. Sie gewann dort die Pflicht, das Kurzprogramm und die KĂŒr. Wie ihre Landsfrau Anett Pötzsch vier Jahre zuvor hatte Witt im olympischen Jahr alle Titel auf sich vereint.

1985 wurde sie in Göteborg zum dritten Mal in Folge Europameisterin und in Tokio zum zweiten Mal Weltmeisterin, beide Male vor Kira Iwanowa aus der Sowjetunion. 1986 errang Witt erneut die Goldmedaille bei der Europameisterschaft, musste sich bei der Weltmeisterschaft in Genf aber der US-Amerikanerin Debi Thomas geschlagen geben. 1987 konnte sie beide großen Turniere wieder fĂŒr sich entscheiden, in Sarajevo wurde sie Europameisterin und bei der Weltmeisterschaft in Cincinnati siegte sie vor Debi Thomas. Dabei lief sie die stĂ€rkste KĂŒr ihrer Karriere. Sie landete fĂŒnf DreifachsprĂŒnge, darunter einen dreifachen Rittberger.

Katarina Witt in der KĂŒr der Olympischen Spiele 1988 Ă­n Calgary als Carmen

1988 gewann Witt in Prag ihren sechsten Europameisterschaftstitel in Folge, zum vierten Mal hintereinander wurde Kira Iwanowa Vizeeuropameisterin. Bei den Olympischen Spielen in Calgary galten Witt und Thomas als Favoritinnen. Es kam zur „Battle of the Carmens“, wie die Presse das Duell nannte, da beide EiskunstlĂ€uferinnen ihre KĂŒr zu Musik aus Georges Bizets Oper Carmen liefen. Witt beendete die Pflicht auf dem dritten Platz, einen Platz hinter Thomas, gewann aber das Kurzprogramm vor Thomas, so waren beide etwa gleich auf und die KĂŒr brachte die Entscheidung: Witt zeigte vier DreifachsprĂŒnge, den Rittberger nur doppelt. Thomas verfehlte drei ihrer geplanten fĂŒnf DreifachsprĂŒnge. Die Kanadierin Elizabeth Manley war die Beste in der KĂŒr, am Ende reichte ihr der KĂŒrsieg allerdings nicht und Witt wurde knapp Olympiasiegerin. Sie war damit die erste EiskunstlĂ€uferin nach Sonja Henie, die in der Damenkonkurrenz ihren Olympiatitel verteidigen konnte und ist bis heute neben Henie die einzige, der dies gelang.

Zum Abschluss ihrer Karriere gewann sie bei der Weltmeisterschaft in Budapest ihren vierten Weltmeisterschaftstitel, genau wie bei den Olympischen Spielen, vor Manley und Thomas. Katarina Witt war somit die dominierende EiskunstlÀuferin der Achtziger Jahre. Sie ist mit zwei Olympiasiegen, vier Weltmeisterschaftstiteln und sechs Europameisterschaftstiteln eine der erfolgreichsten EiskunstlÀuferinnen der Geschichte.

In der DDR war Katarina Witt bis zum Mauerfall eine der Vorzeigesportlerinnen, sie trat stets charmant auf und sagte selbst: „Was ich bin, verdanke ich der DDR.“ So wurde ihre Karriere zur „Chefsache“ und Erich Honecker sowie Egon Krenz beschĂ€ftigten sich persönlich mit ihr, eine Flucht aus der DDR wĂ€re eine Katastrophe gewesen. So wurde ihr ein Leben in Luxus gewĂ€hrt (Millionengagen, große Autos, HĂ€user und eine Wohnung in Berlin). Witt wurde im Auftrag des DDR-Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit unter anderem vom IM Ingo Steuer ĂŒberwacht und bespitzelt. Erich Mielke ordnete eine komplette Überwachung an. Ihre Wohnung wurde verwanzt und das Telefon abgehört. Katarina Witt Ă€ußerte sich kritisch zum Vorgehen des Nationalen Olympischen Komitees gegen Steuer nach Bekanntwerden von dessen Stasi-TĂ€tigkeit.

1984 erhielt sie den VaterlĂ€ndischen Verdienstorden in Gold und 1988 die dazugehörige Ehrenspange fĂŒr ihre hervorragenden Leistungen bei den Olympischen Winterspielen. Außerdem wurde sie 1988 mit dem Olympischen Orden ausgezeichnet. Witt wurde 1984 von den Lesern der Tageszeitung Junge Welt zur DDR-Sportlerin des Jahres gewĂ€hlt. Sie begann im Juli 1988 ihre damals fĂŒr DDR-Sportler sehr ungewöhnliche Profikarriere mit einem kurzen Gastspiel bei Holiday on Ice gegen Devisen und tourte dann mehr als zehn Jahre lang in den großen Eisshows in Nordamerika. Sie wirkte außerdem in verschiedenen Filmen mit, so etwa spielte sie 1989 mit Brian Boitano und Brian Orser in Carmen on Ice, fĂŒr den sie einen Emmy erhielt, Die Eisprinzessin (1995), den sie co-produzierte, oder Ronin (1998).

1994 erreichte sie nach einer bis dahin beispiellosen Re-Amateurisierung ein Comeback als Olympiateilnehmerin. Sie trainierte wieder bei Jutta MĂŒller und nahm an den Olympischen Winterspielen in Lillehammer teil, wo sie den siebten Platz erreichte. Zuvor war sie bei der Europameisterschaft Achte geworden. Im selben Jahr erschien ihre Autobiographie Meine Jahre zwischen Pflicht und KĂŒr. Als Witt 1998 fĂŒr das Magazin Playboy Nacktfotos machen ließ, war dies das zweite Mal nach Marilyn Monroe, dass die Zeitschrift weltweit ausverkauft war. Seit 1991 produziert sie gemeinsam mit ihrer langjĂ€hrigen Managerin Elisabeth Gottmann Eiskunstlauf-und Fernsehshows in den USA und Europa. Außerdem war Witt Jurorin bei Let’s Dance auf RTL und produzierte fĂŒr ProSieben die Eislauf-Showserie Stars auf Eis. Im Februar und MĂ€rz 2008 gab sie ihre Abschiedstournee. Januar bis Februar 2009 war sie Moderatorin fĂŒr die Abspeck-Spielshow The Biggest Loser auf ProSieben. 2010 wurde sie PrĂ€sentations-Chefin der Bewerbung MĂŒnchens fĂŒr die Olympischen Winterspiele 2018.[1]

Katarina Witt, 2006

Katarina Witt ist nicht verheiratet; liiert war sie unter anderem mit Ingo Politz, Richard Dean Anderson, Rolf Brendel und Danny Huston.[2][3]

Ergebnisse

Wettbewerb / Jahr 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1994
Olympische Winterspiele 1. 1. 7.
Weltmeisterschaften 10. 5. 2. 4. 1. 1. 2. 1. 1.
Europameisterschaften 14. 13. 5. 2. 1. 1. 1. 1. 1. 1. 8.
DDR-Meisterschaften 3. 2. 1. 1. 1. 1. 1. 1. 1. 1.
Deutsche Meisterschaften 2.

Katarina Witt-Stiftung

2005 initiierte Witt die Katarina Witt Stiftung gGmbH, die als gemeinnĂŒtzig anerkannt ist und ihren Sitz in Brandenburg hat. Die Gesellschaft hilft unter dem Motto "gemeinsam mehr bewegen" vorwiegend Kindern auf den Gebieten der Katastrophenhilfe, Medizinische Versorgung und Sportförderung. Zum einen hilft sie insbesondere behinderten Kindern, ihre MobilitĂ€t zurĂŒckzuerlangen oder zu steigern, indem Sportprojekte gefördert werden. Zum andern betreut die Gesellschaft Projekte, durch die Kinder medizinisch versorgt werden - z. B. nach Verletzung durch Landminen, bei Kindern mit Geburtsfehlern (z. B. Cleft- oder Klumpfuß-Kinder). Mit Spendenaufrufen, einer Website und persönliche Auftritte bei Benefiz- Veranstaltungen wie Ein Herz fĂŒr Kinder wirbt Katarina Witt persönlich um UnterstĂŒtzung.[4]

Ehrungen und Auszeichnungen

Film und Musik

  • Die Eisprinzessin (The Ice Princess)
  • Nebenrolle im Spielfilm Ronin als russische EiskunstlĂ€uferin Natacha Kirilova.
  • Gastauftritt in der Fernsehserie Alle lieben Raymond - Staffel 1, Folge 18.
  • Cameo in Jerry Maguire als sie selbst

Literatur

Weblinks

 Commons: Katarina Witt â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ http://www.welt.de/sport/article9449867/Jetzt-soll-Witt-Olympia-2018-nach-Muenchen-holen.html
  2. ↑ BZ-Online
  3. ↑ Welt Online
  4. ↑ http://www.katarina-witt-stiftung.de/
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