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Ein Kaufmann (lat. mercator) ist eine Person, die erwerbsmäßig ein Geschäft tätigt (Geschäftsmann), eine Ware einkauft und weiter zum Kauf anbietet – um beim Verkauf einen finanziellen Gewinn (Profit) zu erzielen. Diese allgemeinen Funktionsweisen (kaufen und verkaufen) oder im erweiterten Sinne daran mitzuwirken, liegen den kaufmännischen Berufen zugrunde.
Die historische Berufsbezeichnung lautet auch für Frauen Kaufmann oder Kaufmänner, allgemeiner bezeichnet als Kaufleute eines Ortes bzw. einer Stadt. Die noch recht junge Berufsbezeichnung in weiblicher Form lautet Kauffrau.
Kaufmännische Berufe besitzen spezielle Bezeichnungen, die sich von den handelsrechtlichen Bezeichnungen unterscheiden. Heute unterscheidet man in Kaufmann im eigentlichen Sinne, als einem beruflichen Abschluss (mit vielerlei Spezialisierung nach Branche), und Kaufmännischer Angestellter für alle kaufmännischen Berufe, weil es bei Handelsberufen, die traditionell schon zu den White Collar-Berufen zählen, die Unterscheidung in Arbeiter und Angestellter nie gegeben hat.
Inhaltsverzeichnis |
Der Kaufmann wurde auch Handeltreibender oder Handelsmann genannt. Kaufleute handeln kaufmännisch, nach kaufmännischen Prinzipien und mit kaufmännischen Methoden, also vor allem wirtschaftlich – daher werden diese Berufe auch kaufmännische Berufe genannt. Sie denken und wirtschaften im Rahmen des Unternehmens betriebswirtschaftlich oder übergreifend volkswirtschaftlich.
Während der Begriff Händler den Ein- und Verkauf von Waren in den Vordergrund stellt - auch als Arbeitnehmer, kennzeichnet der Begriff Kaufmann das berufsmäßige – und auch wirtschaftlich eigenständige – Wirtschaften und Handeln, das auch Herstellung und Verarbeitung einbeziehen kann. Kaufmann und Händler sind auch mit Kalkulation, Rechnungswesen, Logistik, Gütertransport, Lagerhaltung und Marketing befasst, oft nur mit einigen dieser Bereiche. Das klassische Bild des Kaufmanns, der auch Händler im eigenen Laden oder Geschäft ist, ist nur im Bereich des Einzelhandels gegeben.
Viele Kaufleute sind Händler im rechtlichen und allgemeinen Sinn. Ein Händler ist (fast) immer auch ein Kaufmann. In Österreich gibt es den Beruf Kaufmann aber nicht mehr – er ist Unternehmer.
Nach der Mehrzahl Kaufleute wird besonders im Mittelalter auch ihr Stand (Gesellschaft) benannt. Oft wird der Kaufmann als gesellschaftlich höherstehend angesehen, als der Händler. Die Geschichte der Händler und Kaufleute ist die Geschichte des Handels. Im Mittelalter waren Kaufleute oft in einer Gilde oder Hanse organisiert und gehörten zur städtischen Oberschicht, zum Patriziat. Bis ins 19. Jahrhundert trugen meist nur selbstständige Unternehmer die Berufsbezeichnung Kaufmann, später wurden zunehmend auch Angestellte als Kaufmann geführt.