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Kehrwert

Wenn man eine von <math>0</math> verschiedene Zahl <math>x</math> mit ihrem Kehrwert (reziprokem Wert, <math>\tfrac{1}{x}</math> oder <math>x^{-1}</math>) multipliziert, so ist das Produkt die Zahl <math>1</math>.

Der Graph der Kehrwertfunktion ist eine Hyperbel.

Je dichter eine Zahl an null liegt, desto weiter ist ihr Kehrwert von null entfernt. Die Null selbst hat keinen Kehrwert. Die Kehrwertfunktion <math>y=f(x)=\tfrac1x</math> (siehe Abbildung) hat dort eine Polstelle. Der Kehrwert einer negativen Zahl ist negativ; das ist der zweite Hyperbelast im dritten Quadranten des Graphen. Die Kehrwertfunktion ist eine Involution, d. h. der Kehrwert des Kehrwerts von <math>x</math> ist wieder <math>x</math>. Ist eine Größe <math>y</math> umgekehrt proportional zu einer Größe <math>x</math>, so ist sie proportional zum Kehrwert von <math>x</math>.

Den Kehrbruch eines Bruches, also den Kehrwert einer rationalen Zahl <math>\tfrac ab</math> mit <math>a, b\neq 0</math>, erhält man, indem man Nenner und Zähler miteinander vertauscht: <math>\tfrac ba.</math>

Eine wichtige Anwendung der Kehrwertbildung ist die Regel zum Dividieren durch einen Bruch: Durch einen Bruch wird geteilt, indem man mit dem Kehrwert malnimmt. Siehe auch Bruchrechnung.

Den Kehrwert einer natürlichen Zahl <math>n</math>, <math>\tfrac 1n</math>, nennt man einen Stammbruch.

Beispiele

  • Der Kehrwert von 0,001 ist 1000.
  • Der Kehrwert von <math>2</math> ist <math>\tfrac{1}{2}=0{,}5</math>.
  • Der Kehrwert des Bruches <math>\tfrac{2}{5}</math> ist <math>\tfrac{5}{2}=2\tfrac{1}{2}=2{,}5</math>.

Verallgemeinerung

Eine Verallgemeinerung des Kehrwerts ist das multiplikativ Inverse <math>x^{-1}</math> bezüglich einer Einheit <math>x</math> eines unitären Ringes. Es ist ebenfalls durch die Eigenschaft <math>x^{-1}\cdot\ x=x\cdot\ x^{-1}=1</math> definiert, wobei <math>1</math> das Einselement des Ringes bezeichnet.

Wenn es sich z. B. um einen Ring von Matrizen handelt, so ist das Einselement nicht die Zahl <math>1</math>, sondern die Einheitsmatrix. Matrizen, zu denen keine inverse Matrix existiert, heißen singulär.

Literatur

Hintergrundwissen für Lehramtsstudenten zur Arithmetik:

  •  Friedhelm Padberg: Didaktik der Arithmetik. Für Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung. 3. erweiterte völlig überarbeitete Auflage, Nachdruck. Spektrum Akademischer Verlag, München 2009, ISBN 978-3-8274-0993-5.</span>
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