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Kemenate Orlamünde

Kemenate Orlamünde

Die Kemenate Orlamünde ist ein Überbleibsel einer Burganlage aus dem 11. und 12. Jahrhundert in Orlamünde oberhalb des Saaletals zwischen Jena und Rudolstadt. Orlamünde ist die einzige thüringische Burg, die auf der um 1300 entstandenen Ebstorfer Weltkarte verzeichnet ist.[1]

Geschichte

Die erstmalige Erwähnung fand man in einer Pfarrurkunde aus dem Jahr 1194, welche sich auf ältere Quellen vor 1067 bezieht. Die Burg war demnach in Besitz des Grafen Otto von Weimar.

Die Kemenate war der Kernbau der Burganlage Orlamünde und ist das letzte erhaltene Gebäude vom Verteidigungskomplex. Teile der Ringmauer und Toranlage sind noch erhalten. Sie gehörte zu den mächtigsten Breitwohntürmen Thüringens und versperrte den ganzen Bergrücken und somit die Hauptangriffsseite. Der riesige Turmklotz hat kleine und schmale Lichtquellen und einen Einstieg in 9,5 m Höhe. Diese strenge Bauform als Kastell stammt wohl aus Süditalien und wurde hier übernommen. Später entstanden in Thüringen weitere Kemenaten.[2]

Den langwierigen Erbstreit um die Grafschaft Weimar-Orlamünde gewann der Urenkel Hermann von der Tochter des Grafen Otto von Weimar, welcher sich nunmehr Graf von Orlamünde nannte. Nach der Zerstörung der Burg Weimar wurde die Burg Orlamünde zum Hauptsitz. Nachfolgend stiegen die Grafen zu Orlamünde-Weimar zum zeitweise stärksten Herrschergeschlecht in Thüringen auf, welches später jedoch in mehreren Linien zerfiel. Nach einem Überschuldungsverkauf 1344 gab es unzählige Besitzerwechsel. Die Burg verfiel und wurde zum Steinbruch für die Bevölkerung, so dass nur noch die Kemenate als einziges Nutzgebäude erhalten blieb.

Mit Ende des Mittelalters und Erstarken des Bürgertums wurde die verbliebene Kemenate von der Stadt Orlamünde saniert. Es folgte die Nutzung als Getreidespeicher und Lager. Im letzten Jahrhundert begann die Nutzung als Werbeträger und zur Freizeitgestaltung. Als Veranstaltungsort und Vereinsgebäude des ansässigen Burgvereins wird die Kemenate wieder umfassend genutzt, ein kleines Heimatmuseum wurde eingerichtet. Der Zugang ist zeitweise möglich.

Einzelnachweise

  1. ↑ Burg Orlamünde auf burgeninventar.de (Archivversion vom 25. Oktober 2007)
  2. ↑ Werner Mägdefrau, Rainer Lämmerhirt, Dana Lämmerhirt: Thüringer Burgen und Wehranlagen im Mittelalter. Eine Reise ins Mittelalter. Rockstuhl, Bad Langensalza 2001, ISBN 3-934748-43-0, S. 33, 95–97.

Weblinks und Quellen

50.776944444411.5280555556Koordinaten: 50° 46′ 37″ N, 11° 31′ 41″ O

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