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Kenneth Geddes Wilson (* 8. Juni 1936 in Waltham, Massachusetts) ist ein US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger.
Wilson, der Sohn von Edgar Bright Wilson, studierte als Putnam-Fellow an der Universität Harvard und promovierte 1961 am Caltech bei Murray Gell-Mann. 1963 wurde er Assistenzprofessor an der Cornell University in New York und 1970 ordentlicher Professor. 1985 wurde er Leiter eines der nationalen Supercomputer-Zentren der USA in Cornell. Seit 1988 ist er an der Ohio State University.
Wilson erhielt 1982 den Physik-Nobelpreis „für seine Theorie über kritische Phänomene bei Phasenumwandlungen“ (in der offiziellen Laudatio werden auch die wichtigen Beiträge von u.a. Ben Widom, Waleri Pokrowski, Leo Kadanoff und Michael Fisher zu diesem Forschungsgebiet gewürdigt). Wilson leistete wesentliche Beiträge zur Entwicklung der Theorie der Renormierungsgruppe, die er sowohl in der statistischen Mechanik als auch in der Quantenfeldtheorie anwandte. Durch seine Gitter-Formulierung der Quantenchromodynamik[1] begründete er die Gittereichtheorie. Der Wilson-Loop (auch Wilson-Line genannt), die in Gitter-Eichtheorien als eine Art Test-Observable (Ordnungparameter) mit dem Wegintegral des Eichvektorfeldes über geschlossene Wege (Loops) als Phasenfaktor verwendet wird, ist nach ihm benannt. Innerhalb der Gittereichtheorie ist Wilson auch Namensgeber für die von ihm eingefuehrten Wilson-Fermionen und die Wilson-Wirkung. Auch die Methode der Operatorproduktentwicklung (operator product expansion) in der Quantenfeldtheorie ist von ihm entwickelt worden. Er hat aber nicht nur auf verschieden Gebieten gearbeitet, sondern auch scheinbar ganz abstrakte Methoden konstruktiv für konkrete Probleme angewendet, z. B. die Methode der Renormierung zur Lösung des Kondo-Problems.
1973 erhielt er den Dannie-Heineman-Preis für mathematische Physik, 1975 die Boltzmann-Medaille. 1980 erhielt er, zusammen mit Michael Fisher und Leo Kadanoff, den Wolf-Preis für Physik . 1982 schließlich folgte der Nobelpreis für Physik.
Zu seinen Doktoranden zählen Roman Jackiw und Michael Peskin.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wilson, Kenneth |
| ALTERNATIVNAMEN | Wilson, Kenneth Geddes |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Physiker |
| GEBURTSDATUM | 8. Juni 1936 |
| GEBURTSORT | Waltham (Massachusetts), USA |