|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Kernkraftwerk Mezamor | ||
|---|---|---|
| Kernkraftwerk Mezamor | ||
| Lage | ||
|
| ||
| Koordinaten | 40° 10′ 56,9″ N, 44° 8′ 33″ O40.182472222244.1425Koordinaten: 40° 10′ 56,9″ N, 44° 8′ 33″ O | |
| Land: | ||
| Daten | ||
| Eigentümer: | Energieministerium der Republik Armenien | |
| Betreiber: | Aktiengesellschaft Armenisches Kernkraftwerk | |
| Kommerzieller Betrieb: | 6. Okt. 1979 | |
|
Aktive Reaktoren (Brutto): |
1 (408 MW) | |
|
Stillgelegte Reaktoren (Brutto): |
1 (408 MW) | |
| Eingespeiste Energie im Jahre 2010: | 2286,544 GWh | |
| Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme: | 78654,83 GWh | |
| Stand: | 16. Mai 2010 | |
| Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation. | ||
Das Kernkraftwerk Mezamor (armenisch Մեծամոր ատոմակայան, auch Medzamor, englische Transkription: Metsamor), zur Zeit des kalten Kriegs auch bekannt als Kernkraftwerk Oktemberyan, ist das einzige Kernkraftwerk in Armenien und dem Kaukasus überhaupt. Es ist nach der nahe liegenden Stadt Mezamor (Մեծամոր) benannt und liegt 30 Kilometer westlich der Hauptstadt Jerewan.
Das Kernkraftwerk besteht aus zwei Druckwasserreaktoren vom sowjetischen Typ WWER-440/270[1] (eine Version des WWER-440/230[2]). Die Version 270 hat noch zusätzlich seismische Verbesserungen.[2] Der Block 1 wurde am 15. Dezember 1976 zum ersten Mal kritisch, der Block 2 am 1. Januar 1980. Die erste Netzsynchronisation des ersten Blocks erfolgte 1976, von Block 2 1980.[3] Im Dezember 1976 fuhr der erste Block das erste Mal in voller Nennleistung, der zweite Block im November 1977.[4]
Der Grund für den Bau war die Armut an fossilen Energieträgern der Armenischen SSR. Eigner ist das armenische Energieministerium. Das Kernkraftwerk wird betrieben von der Aktiengesellschaft Armenisches Kernkraftwerk.
1989 mussten beide Reaktoren nach einem Erdbeben vorläufig abgeschaltet werden. Dies geschah auf politischen Druck der Vereinigten Staaten, denn die Reaktoren haben das Erdbeben relativ unbeschadet überstanden. Mezamor-2 wurde 1996 nach einigen Verbesserungsmaßnahmen, durchgeführt mit russischer Hilfe, wieder in Betrieb genommen, Mezamor-1 wurde dagegen endgültig stillgelegt.
Mezamor gilt als ein recht unsicheres Kernkraftwerk, da es nicht nur technisch veraltet ist, sondern auch in einer stark erdbebengefährdeten Region liegt. Einer der wenigen Vorteile gegenüber anderen Leichtwasserreaktor-Typen ist der absperrbare Reaktor-Kühlkreislauf: Sollte ein Leck auftreten, kann dieses mit Ventilen isoliert werden, was bei anderen Reaktortypen aufgrund der höheren hydrodynamischen Kräfte und des relativ zur Leistung kleineren Wasserinventars nicht möglich ist (sie sind ausschließlich auf die Notkühlung angewiesen)[5]. Die Anlage erzeugt rund 40 % des in Armenien erzeugten elektrischen Stromes und erlaubt dem Staat bis zu 150 Megawatt nach Georgien zu exportieren. Wegen der großen ökonomischen Bedeutung soll das KKW daher bis 2016 in Betrieb bleiben.[6] Voraussetzung für eine Abschaltung Mezamors ist nach Ansicht der armenischen Regierung der Bau eines neuen Reaktors mit einer Leistung von mindestens 1000 MW, für den Kosten in Höhe von vier Milliarden US-Dollar veranschlagt werden.[7]
Am 15. Oktober 1982 kam es zu einem Kurzschluss in einer Bor-Pumpe von Block 1. Der elektrische Schutz der Pumpe funktionierte nicht, weshalb das Kabel und der Motor überhitzten. Dadurch brach an mehreren Stellen am Kabel ein Feuer aus. Der Rauch gelangte bis in die Schaltwarte des Blocks. Das Feuer sprang auf vier parallel liegende Kabel über und breitete sich weiter aus. Durch die Zerstörung mehrerer Kabel der Steuerung kam es zu einer Reihe von Störungen. Der Feueralarm in den Kabelschächten schlug an, jedoch versagte die Löschfunktion. Das Feuer zerstörte die Stromleitungen der Dieselgeneratoren und auch die Stromkabel zum externen Stromnetz. Der Brand verursachte einen Totalausfall des Kraftwerks. Es wurden improvisiert Stromleitungen gelegt, um die Nachzerfallswärme aus dem Reaktor abführen zu können. Die rauchgefüllte Schaltwarte wurde "bedient", indem die Operateure (Gasmasken fehlten) einzeln hinein eilten, kurze Manipulationen vornahmen und wieder rauseilten. Das Maschinenhaus brannte vollständig ab. Nach dem Feuer wurde in die Bor-Pumpen ein manuelles Abschaltsystem eingebaut und die Kabel erhielten eine feuerfeste Hülle. Auch das Feuerschutzsystem wurde verbessert. Außerdem wurden häufiger Kontrollen der Kabel durchgeführt.[2][8]
Das Kernkraftwerk Mezamor hat insgesamt zwei Blöcke:
| Reaktorblock[3] | Reaktortyp[1] | Netto- leistung |
Brutto- leistung |
Baubeginn | Netzsyn- chronisation |
Kommer- zieller Betrieb |
Abschal- tung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mezamor 1 | WWER-440/270 | 376 MW | 408 MW | 01.07.1969 | 22.12.1976 | 06.10.1977 | 25.02.1989 |
| Mezamor 2 [9] | WWER-440/270 | 376 MW | 408 MW | 01.07.1975 | 05.01.1980 | 03.05.1980 | (2016 geplant) |