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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Rheingau-Taunus-Kreis | |
| Höhe: | 165 m ü. NN | |
| Fläche: | 12,35 km² | |
| Einwohner: |
3.927 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 318 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 65399 | |
| Vorwahl: | 06123 | |
| Kfz-Kennzeichen: | RÜD | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 39 009 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Marktstraße 27 65399 Kiedrich | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Winfried Steinmacher (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Kiedrich im Rheingau-Taunus-Kreis | ||
Kiedrich ist eine Gemeinde im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Kiedrich liegt im Rheingau am Südhang des Taunus, etwa zwei Kilometer nördlich der Stadt Eltville am Rhein und drei Kilometer vom Rheinufer entfernt. Die Gemarkung beginnt im Süden gleich hinter dem Kinderdorf Marienhöhe, das oberhalb von Erbach in den Weinbergen liegt und schließt die Klostermühle am Stadtrand von Eltville mit ein. Von hier aus erstreckt sich das Gemeindegebiet als Streifen von eineinhalb und zwei Kilometer Breite etwa 7 Kilometer weit nach Norden über den Taunushauptkamm bis zum Ortsrand von Hausen vor der Höhe. Hier oben liegen als höchste Erhebung Kiedrichs mit 548 Meter die Dreibornsköpfe. Der niedrigste Punkt an der Klostermühle hat etwa 105 Meter. Fast die ganze Gemarkung wird vom Kiedricher Bach und seinen Zuflüssen, dem Grünbach, dem Pfaffenborn und dem Sillgraben entwässert, die ein ausgeprägtes Talsystem in die Südabdachung des Taunus eingegraben haben.
Im Gemeindegebiet wurden sehr ergiebige Trinkwasserbrunnen erschlossen, sodass Kiedrich die einzige Rheingaukommune ist, die sich selbst mit Trinkwasser in jederzeit ausreichender Menge versorgen kann und sogar noch die Nachbarstadt Eltville beliefert.
Der Ortskern von Kiedrich liegt auf 165 Meter Höhe und die Ortslage hat sich westlich des Kiedricher Bachs auf dem nach Nordosten exponierten sonnenarmen Hang 1.500 Meter weit ausgebreitet. Die sonnenverwöhnten Süd- und Südwesthänge der Gemarkung sind bis in etwa 250 Meter Höhe überwiegend Weinbergsland. Nördlich davon schließt sich in den höheren Lagen der Kiedricher Gemeindewald an.
Außerhalb der Ortslage finden sich an Bauwerken eine Reihe von Mühlen am Kiedricher Bach, angefangen von der Waldmühle bis zur Klostermühle. Und weithin sichtbar erhebt sich nördlich von Kiedrich auf einem Bergsporn über dem Tal an der Grenze zwischen Wald und Reben der Bergfried der Ruine Scharfenstein. Kaum wahrnehmbar hingegen sind im Wald die Überreste vom Ringwall Dreibornskopf in der Nähe des Taunusübergangs nach Hausen vor der Höhe. Umso augenfälliger wiederum sind die 300 Meter hoch gelegenen nach dem Krieg entstandenen modernen Gebäude am Hahnwald nordwestlich von Kiedrich.
Kiedrich ist fast vollständig vom Stadtgebiet von Eltville umschlossen. Nur im Norden gibt es eine kurze gemeinsame Grenze mit der Gemeinde Schlangenbad, und zwar mit dem Ortsteil Hausen vor der Höhe. Die Grenze mit Eltville wird im Westen vom Stadtteil Erbach eingenommen, während Kiedrich im Süden und Osten an die Gemarkung der Kernstadt grenzt.
Von der frühen Besiedlung der Gegend um Kiedrich zeugt unter anderem der Ringwall Dreibornskopf.
Kiedrich wurde in einer Urkunde des Erzbistums Mainz erstmals erwähnt. Die Urkunde ist nicht datiert, sie stammt aber aus der Zeit des Erzbischofs Friedrich (937 bis 954). Um 1160 wurde mit dem Bau der Burg Scharfenstein begonnen. Bereits 1131 wurde der Weinbau in Kiedrich erstmals erwähnt. Die Burg Neuhaus wird unter den Besitzungen des Mainzer Domkapitels in einer Urkunde vom 25. Dezember 1274 als eine neu erbaute Burg in der Nähe der Burg Scharfenstein genannt.
Zur Zeit des Herzogtums Nassau gehörte Kiedrich zum Amt Eltville. Nach der Annexion des Herzogtums durch Preußen wurde der Ort 1867 dem Rheingaukreis im Regierungsbezirk Wiesbaden zugeordnet. Kiedrich konnte seine Selbständigkeit über die Hessische Gebietsreform bewahren.
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[2]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
</div> | |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 67,9 | 16 | 60,5 | 14 | |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 26,5 | 6 | 28,4 | 6 | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 5,6 | 1 | 11,1 | 3 | |
| Gesamt | 100,0 | 23 | 100,0 | 23 | ||
| Wahlbeteiligung in % | 53,7 | 49,5 | ||||
Über die politische Arbeit in den drei in Kiedrich aktiven Parteien (SPD, CDU, FDP) hinaus, engagieren sich Kiedricher Bürger seit 2001 auch im Rahmen der lokalen Agenda 21.
Die SPD ist in Kiedrich nachweislich seit 1918 aktiv. Während der Nazi-Diktatur war sie wie überall in Deutschland verboten. Im Herbst 1945 wurde der SPD-Ortsverein wieder gegründet und trat im Kiedricher Winzerhaus erstmals wieder an die Öffentlichkeit. Damals war auch der spätere Wiesbadener Oberbürgermeister Georg Buch anwesend. Seit den 1970er Jahren ist die politische Landschaft Kiedrichs durch absolute SPD-Mehrheiten in der Gemeindevertretung (Kommunalparlament) geprägt. Die SPD gibt regelmäßig das Infoblatt „Kiedricher Blättche“ heraus.
Der amtierende Kiedricher Bürgermeister Winfried Steinmacher (SPD) wurde am 20. November 2005 mit 77,7 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen im ersten Wahlgang erstmals direkt gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 62,6 Prozent. Er wurde am 1. Januar 2006 offiziell in sein Amt eingeführt[3] und ist Nachfolger des ersten direkt gewählten Bürgermeisters Hans Tide (SPD, seit 1989 amtierend, erste Direktwahl am 7. Mai 1995).[4] Am 18. August 2011 erhielt Steinmacher bei der Bürgermeister-Direktwahl 95,6% der abgegebenen gültigen Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 44,6%. [5] Kiedrich wird seit 1972 von sozialdemokratischen Bürgermeistern regiert (1972 bis 1989: Siegfried Siems).
Kiedrich unterhält seit 1981 partnerschaftliche Beziehungen zu Hautvillers in der Champagne in Frankreich.
Aufgrund seiner gotischen Kirchen wird Kiedrich auch „Schatzkästlein der Gotik“ genannt. Es sind dies die katholische Pfarrkirche St. Valentinus – vollendet 1493 – und die von Nikolaus Eseler dem Älteren erbaute benachbarte als Doppelkapelle ausgeführte gotische Michaelskapelle von 1444 mit Karner und großer doppelseitiger Leuchtermadonna von Peter Schro, einem Künstler der Backoffen-Schule (um 1520).
Sehenswert sind:
Kiedrich bietet die Voraussetzungen zum Ausbau hochwertiger Weine. Die Weinlagen Gräfenberg, Wasseros, Klosterberg, Sandgrub und Turmberg sowie die Großlage Heiligenstock gelten als Spitzenlagen des Rheingaus. Die Weinbautradition der Kiedricher Winzer geht bis auf das Jahr 1480 zurück, wo schon damals, im heutigen Winzerhaus, unter dem Namen „Adelsgut Langenhof“ Weinbau betrieben wurde.
Die örtliche Winzergenossenschaft besteht seit 1893 und ist somit die älteste Genossenschaft im Rheingau.
St. Valentinushaus, 1884 gegründetes psychiatrisches Krankenhaus, heute auch für hinfällige ältere kranke Menschen.
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