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Kindelbrück

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kindelbrück
Kindelbrück
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kindelbrück hervorgehoben
51.266666666711.0830555556140Koordinaten: 51° 16′ N, 11° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Kindelbrück
Höhe: 140 m ü. NN
Fläche: 13,29 km²
Einwohner:

1.734 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99638
Vorwahl: 036375
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 029
Adresse der
Stadtverwaltung:
Puschkinplatz 1
99638 Kindelbrück
Webpräsenz: www.vg-kindelbrueck.de
Bürgermeister: Roman Zachar (CDU)
Lage der Stadt Kindelbrück im Landkreis Sömmerda
AlperstedtAndislebenBeichlingenBilzingslebenBüchelButtstädtButtstädtEckstedtEllerslebenElxlebenEßleben-TeutlebenFrömmstedtGangloffsömmernGebeseeGriefstedtGroßbrembachGroßmölsenGroßmonraGroßneuhausenGroßrudestedtGünstedtGuthmannshausenHardislebenHaßlebenHenschlebenHerrnschwendeKannawurfKindelbrückKleinbrembachKleinmölsenKleinneuhausenKölledaMannstedtMarkvippachNödaOlberslebenOllendorfOstramondraRastenbergRiethgenRiethnordhausen (bei Erfurt)Ringleben (bei Gebesee)RudersdorfSchillingstedtSchloßvippachSchwerstedtSömmerdaSprötauStraußfurtUdestedtVogelsbergWalschlebenWeißenseeWerningshausenWitterdaWunderslebenThüringenKarte
Über dieses Bild
Rathaus
Stadtkirche

Kindelbrück ist eine Stadt im Landkreis Sömmerda in Thüringen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück, der weitere acht Gemeinden angehören.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Kindelbrück liegt am Unterlauf der Wipper im Thüringer Becken und damit im Norden des Landkreis Sömmerda.

Geschichte

Zu Beginn des 9. Jahrhundert wird Kindelbrück in einem Verzeichnis der Güter des vom Erzbischof Lullus († 786) von Mainz erbauten Klosters Hersfeld als Kindelbruccun erstmals urkundlich erwähnt.

Der Name Kindelbrück hat sich im Laufe der Geschichte über die Bezeichnungen Kindelbruccum, Kindelbrucken und Kindelbruck zum heutigen Kindelbrück entwickelt. Die Bezeichnung -brück steht für einen Übergang oder eine Furt an dem durch die Wipper durchflossenen Tal. Der erste Ansiedler an diesem Übergang soll eine Person namens Chintila gewesen sein. Die erste Ansiedlung, die in der Nähe der heutigen Oberstadt gelegen haben soll, wurde größer und im Laufe der Jahre änderte sich der Name von Chintila Brück in Kindelbrück. Andere Quellen besagen, dass der Name Kindel für die Bezeichnung König steht und der Name Kindelbrück aus der Bezeichnung Königsbrücke entstanden ist.

Dem Dorf Kindelbrück wurden am 12. März 1291 durch Albrecht II. das Stadtrecht verliehen. Die urkundliche Verleihung des Stadtrechts erfolgte auf der Wartburg bei Eisenach. Unter den landgräflichen Städten Thüringens erhielt zuerst Eisenach dieses Privileg. Mit dem Recht, welches in Eisenach galt, wurde später Gotha beliehen. Im Jahr 1265 verlieh Landgraf Albrecht Weißensee das gleiche Recht wie Gotha. Kindelbrück erhielt 1291 wiederum das Recht von Weißensee.

Chronik

  • um 550 n. Chr. vermutliche Entstehung Kindelbrück als Brückensiedlung
  • 1372 ist Sonntags Wochenmarkt in Kindelbrück
  • 1409 wurde der Wochenmarkt auf Mittwoch verlegt
  • 1426 erste Erwähnung eines regierenden Bürgermeisters und des Rathauses
  • 1440-1486 Bau der Kirche "St.Ulrich"
  • 1445 hat Kindelbrück das Stadtgericht
  • 1485 ist Waidmarkt in Kindelbrück
  • 1501-1521 Neubau des Rathauses
  • 1508 Gründung der Kindelbrücker Schützenbruderschaft
  • 1508-1538 Bau der Kindelbrücker Stadtmauer
  • 1508-1515 Bau der inneren Stadtmauer um St. Ilgen und Friedhof
  • 1525 Erstürmung der Kommende Griefstedt durch Kindelbrücker Bauern
  • 1528 Großfeuer in der Oberstadt, 60 Häuser und Gelasse brennen ab
  • 1539 Errichtung der Knabenschule in Kindelbrück
  • 1558 Gründung der ersten Innungen in Kindelbrück
  • 1561 Errichtung der Mädchenschule in Kindelbrück
  • 1562 Bau der Ölmühle
  • 1575 starben 340 Einwohner an der Pest
  • 1577 starben 129 Einwohner an der Pest
  • 1579 starben 211 Einwohner an der Pest
  • 1582 brannten 117 Häuser restlos ab (drei Viertel der Stadt)
  • 1583 Wiederaufbau des abgebrannten Rathauses
  • 1584 Guß der großen und mittleren Glocke für St. Ulrich
  • 1592 Guß der kleinen Glocke
  • 1596 Einbau der Orgel in St. Ulrich
  • 1597 starben 124 Einwohner an der Pest
  • 1609 wurde die Seigerglocke auf den Rathausturm verbracht
  • 1610 starben 502 Einwohner an der Pest
  • 1638 über die Hälfte der Einwohner sterben an der Pest
  • 1648 Großfeuer, 106 Gebäude brennen ab
  • 1708 Bau der ersten Papiermühle
  • 1730 wurde der Bornsgraben durch die Stadt geleitet
  • 1761 Gefecht um Kindelbrück im Siebenjährigen Krieg
  • am 5.6.1761 brannte Kindelbrück ab
  • 1781-1784 Wiederaufbau von St. Ulrich
  • 1788 Wiederaufbau Rathaus
  • 1815 Kindelbrück wurde preußisch
  • 1820 erfolgt der Anbau des Ratskellers an das Rathaus
  • 1829 wurde das Gräfenholz für 8190 Reichstaler gekauft
  • 1886 gründete Karl Naumburg die Kindelbrücker Zeitung
  • 1888 Errichtung der Schuhfabrik in Kindelbrück
  • 1903 Stilllegung der Schuhfabrik
  • 1907 Einrichtung des E-Werkes in der Schuhfabrik
  • 28.6.1908 werden zum ersten Mal die elektrischen Lampen eingeschaltet
  • 1911/12 Errichtung des Kindelbrücker Stadtbades
  • 1913 beginnt Wiedemann mit der Kofferfertigung
  • 1914 gründet Robert Haesler die Kofferfabrik
  • im Ersten Weltkrieg hat Kindelbrück 54 Gefallene und 7 Vermisste zu beklagen
  • 23.11.1920 gibt Kindelbrück das erste Notgeld heraus
  • 1928 der Bau der Kalkplatzsiedlung beginnt
  • 1933 Bau der Turnhalle auf dem Ried
  • im Zweiten Weltkrieg hat Kindelbrück 138 Gefallene und 2 Vermisste zu beklagen
  • 1942 mussten die große und mittlere Glocke abgeliefert werden
  • 1942 stellte die Kindelbrücker Zeitung den Druck ein
  • 11.4.1945 Übergabe der Stadt an die Amerikaner, ab 2.7. übernahm die Sowjetunion die Stadt
  • 28.10.1949 erhält Kindelbrück die große Glocke zurück
  • 1953/55 Neubau der Schule
  • 1954/55 der 1 Bauabschnitt der Kanalisation wird realisiert
  • 18.5.1955 gründen 4 Einzelbauern die LPG
  • 1956/57 Bohrung von 3 Tiefbrunnen zur Wasserversorgung
  • 1976 Gründung des Gemeindeverbandes Kindelbrück
  • 1989 Montagsdemonstrationen in Kindelbrück
  • 6.5.1990 CDU gewinnt die Kommunalwahl und stellt den Bürgermeister

Einwohnerentwicklung

  • 1994 - 2.207
  • 1995 - 2.173
  • 1996 - 2.161
  • 1997 - 2.146
  • 1998 - 2.081
  • 1999 - 2.062
  • 2000 - 2.024
  • 2001 - 2.063
  • 2002 - 2.069
  • 2003 - 2.027
  • 2004 - 1.959
  • 2005 - 1.918
  • 2006 - 1.877
  • 2007 - 1.799
  • 2008 - 1.769
  • 2009 - 1.750
  • 2010 - 1.734

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat aus Kindelbrück setzt sich aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

Bürgermeister

Roman Zachar (CDU) wurde 2010 zum Bürgermeister gewählt

Wappen

Blasonierung: „In Blau ein siebenmal von Silber und Rot geteilter, nach rechts schreitender Löwe.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Heimatlied

Es wurde von Paul Rödiger geschrieben und komponiert.

Bands

  • Happy Idiots (Dominique Faust, Pauline Spengler, André Haufe, Tobial Pielsticker, Jens Rudel, Uli Fischer)

Radwege

  • nach Riethgen am Wildgehege entlang
  • nach Frömmstedt und Bilzingsleben entlang der Steinrinne
  • nach Kannawurf an der Hauptstraße entlang der Kiesgrube

Sehenswürdigkeiten

  • Gründelsloch
  • alte Stadtmauer
  • Kriegerdenkmal
  • alte Kirche
  • Schwimmbad
  • Rathaus
  • Museum (zwischen elektro Schneegaß und Bäcker-/Fleischerei)

Sport

In Kindelbrück gibt es zwei Sportvereine, den Kindelbrücker SV 91 sowie die Sport- und Spielgemeinschaft Kindelbrück. Der KSV ist der Fußballverein der Stadt und die SSG betreibt hauptsächlich Volleyball.

Vereine

  • Feuerwehrverein
  • Männergesangsverein Eintracht
  • Kindelbrücker SV
  • SSG (Sport- und Spielgemeinschaft)

Persönlichkeiten

Sonstiges

Während des Zweiten Weltkrieges mussten mindestens 100 Kriegsgefangene aus Frankreich sowie Frauen und Männer aus Polen, der Ukraine, aus Weißrussland, Russland, Frankreich, Tschechien und Kroatien Zwangsarbeit leisten: in einer Kofferfabrik und in der Landwirtschaft. Fünf Todesfälle von Zwangsarbeiter-Kindern sind belegt.[2]

Quellen

  1. ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. ↑ Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 271.

Weblinks

 Commons: Kindelbrück â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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