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Klassenkampf

Illustration einer bĂŒrgerlichen Klassengesellschaft

Der Begriff Klassenkampf bezeichnet ökonomische, politische und ideologische KĂ€mpfe zwischen gesellschaftlichen Klassen. Nach der marxistischen Theorie sind die TriebkrĂ€fte der bisherigen menschlichen Geschichte und speziell der Revolutionen KlassenkĂ€mpfe zwischen ausbeutenden und ausgebeuteten Klassen, deren Interessen als antagonistische interpretiert werden. Im Kampf der gesellschaftlichen Klassen manifestiert sich nach Karl Marx der Widerspruch zwischen den gesellschaftlichen ProduktivkrĂ€ften (dem Entwicklungsstand der Arbeitskraft, der Produktionsmittel und Produktionstechniken) und den ProduktionsverhĂ€ltnissen (bzw. den EigentumsverhĂ€ltnissen an den Produktionsmitteln) als Klassengegensatz. Er fĂŒhre schließlich durch den Umsturz der bestehenden Klassenherrschaft eine revolutionĂ€re UmwĂ€lzung der ProduktionsverhĂ€ltnisse herbei. Im Kapitalismus stehen sich die Arbeiterklasse und die Kapitalistenklasse als zentrale Klassen gegenĂŒber. Die Revolution der Arbeiterklasse, die Marx aufgrund der krisenhaften Entwicklungsgesetze der kapitalistischen Produktionsweise erwartete, wĂŒrde die Klassenherrschaft durch Aufhebung aller Klassenunterschiede beenden.

Inhaltsverzeichnis

Klassenkampf nach Marx und Engels

Mit dem Satz „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von KlassenkĂ€mpfen“ eröffnen Karl Marx und Friedrich Engels – nach der kurzen Einleitung – das erste Kapitel des Manifests der Kommunistischen Partei.[1] Ihnen zufolge ist die bisherige Geschichte der Menschheit eine Abfolge von KĂ€mpfen unterschiedlicher Klassen gegeneinander um die Herrschaft, genauer: um die VerfĂŒgung ĂŒber die Produktionsmittel, in der jeweiligen Gesellschaft.

Lediglich in den (mehr deduzierten als empirisch nachgewiesenen) ursprĂŒnglichen Gemeinwesen („Urkommunismus“) mit „Stammeigentum“, gemeinsamer Produktion und Aneignung hatte es noch eine klassenlose Gesellschaft gegeben. Diese beruhte darauf, dass kaum ein Mehrprodukt erzeugt wurde und sich daher alle Mitglieder der Gesellschaft an der Produktion fĂŒr das Lebensnotwendige beteiligen mussten, so dass sich keine Klasse bilden konnte, die sich die Mehrarbeit der anderen aneignen konnte. Alle waren in einen unmittelbaren Überlebenskampf mit der Natur verwickelt. Große Hierarchie-Unterschiede waren somit in der frĂŒhen Gesellschaft weitgehend unbekannt.

Das Aufkommen des Klassenkampfes wird als eine Folge der sich herausbildenden Klassengesellschaft gesehen. Indem es der Gesellschaft gelang, die ProduktivkrĂ€fte weiterzuentwickeln und ein den unmittelbaren Konsum (Subsistenz) ĂŒbersteigendes Mehrprodukt zu schaffen, konnte dieses von einer Minderheit angeeignet und fĂŒr andere Zwecke als die der unmittelbaren BedĂŒrfnisbefriedigung genutzt werden. Daraus entwickelte sich eine besondere Machtstellung, die sich mehr und mehr verselbstĂ€ndigte. So entstand die herrschende Klasse gegenĂŒber den unmittelbar Arbeitenden. Alle Produktionsweisen die der des „Urkommunismus“ folgten, waren Produktionsweisen von Klassengesellschaften. FĂŒr den okzidentalen Raum haben Marx und Engels in der Deutschen Ideologie[2] eine Periodisierung von antiker, feudaler und kapitalistischer Produktionsweise entwickelt. SpĂ€ter hat Marx (in den Grundrissen[3]) sie durch die asiatische Produktionsweise ergĂ€nzt.

Nach der Vorstellung von Marx und Engels nimmt die herrschende Klasse zunĂ€chst eine produktive Funktion in der Entwicklung der ProduktivkrĂ€fte ein, wird aber im weiteren Verlauf zu ihrer Fessel, so dass die historische Notwendigkeit der herrschenden Klasse in Frage gestellt wird. Die unteren Klassen empfinden die herrschende Klasse mehr und mehr als ĂŒberflĂŒssig, wĂ€hrend diese ihre Vorrechte zu verteidigen sucht. Laut historischem Materialismus wĂ€chst die Wahrscheinlichkeit von Revolution, wenn die Entfaltung der ProduktivkrĂ€fte durch die von der jeweils herrschenden Klasse bestimmten ProduktionsverhĂ€ltnisse behindert wird. Die Weiterentwicklung der ProduktivkrĂ€fte ist der Motor, der zur UmwĂ€lzung der ProduktionsverhĂ€ltnisse und damit zum Sturz der herrschenden Klasse fĂŒhrt. Eine neue Klasse ergreift die Macht und etabliert neue ProduktionsverhĂ€ltnisse. Nach diesem VerstĂ€ndnis ist die Geschichte der Menschheit eine Geschichte aufeinanderfolgender Klassengesellschaften, deren Abfolge von den Handelnden keineswegs voll bewußt herbeigefĂŒhrt wird. So schuf die Bourgeoisie die bĂŒrgerliche Gesellschaft, nachdem sie bereits im Schoße des Feudalismus und Absolutismus als selbstĂ€ndiger Handels-, Handwerker- und Advokatenstand sich herausgebildet hatte, indem sie die Privilegien von Adel und Klerus beseitigte. Als letzte Klassengesellschaft gilt ihnen der Kapitalismus, im Verlauf dessen die ProduktivkrĂ€fte soweit entwickelt werden, dass die materiellen Voraussetzungen einer klassenlosen Gesellschaft entstehen, die indessen bewusst auf revolutionĂ€rem Weg durchgesetzt werden muss.

Siehe auch:

Begriffsgeschichte

Bereits NicolĂČ Machiavelli vertrat in seinen Discorsi die Auffassung, dass ein zwischen Adel und BĂŒrgertum bestehendes Konfliktpotenzial die politische AktivitĂ€t wachhalte. Dass Henri de Saint-Simon in Briefe eines Einwohners von Genf (1802, Lettres d'un habitant de GenĂšve) die Französischen Revolution als einen Klassenkampf zwischen Adel, BĂŒrgertum und Besitzlosen auffasste, nennt Engels „eine höchst geniale Entdeckung“.[4]. Den französischen Historiker Augustin Thierry[5] hatte Karl Marx als den Vater des Klassenkampfes in der französischen Geschichtsschreibung bezeichnet.[6]Auch die bĂŒrgerlichen französischen Historiker François Guizot, François-Auguste Mignet und Adolphe Thiers sahen den Klassenkampf schon als Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung an.[7]

Marx nimmt fĂŒr sich selbst lediglich in Anspruch, die Verwurzelung der sozialen Klassen in den ProduktionsverhĂ€ltnissen einer bestimmten Gesellschaftsformation nachgewiesen zu haben: „Was mich nun betrifft, so gebĂŒhrt mir nicht das Verdienst, weder die Existenz der Klassen in der modernen Gesellschaft noch ihren Kampf unter sich entdeckt zu haben. BĂŒrgerliche Geschichtsschreiber hatten lĂ€ngst vor mir die historische Entwicklung dieses Kampfes der Klassen, und bĂŒrgerliche Ökonomen die ökonomische Anatomie derselben dargestellt. Was ich neu tat, war 1. nachzuweisen, daß die Existenz der Klassen bloß an bestimmte historische Entwicklungsphasen der Produktion gebunden ist; 2. daß der Klassenkampf notwendig zur Diktatur des Proletariats fĂŒhrt; 3. daß diese Diktatur selbst nur den Übergang zur Aufhebung aller Klassen und zu einer klassenlosen Gesellschaft bildet.“[8]

Noch nach Marx haben auch Nicht-Marxisten durchaus den Klassenkampf gesehen. So Max Weber, der diesen Begriff gelegentlich, aber nicht immer in GĂ€nsefĂŒĂŸchen setzt[9][10] und daneben auch von „StĂ€ndekĂ€mpfen“[11] sowie „Klassenrevolutionen" [12] und „Klassenhandeln [
] gegen den unmittelbaren Interessengegner (Arbeiter gegen Unternehmer)“[13] spricht. Ferdinand Tönnies schrieb 1935 in Geist der Neuzeit sogar: „Darum der große und entscheidende, immer erneute Kampf in der Gesellschaft um 1. die ökonomische 2. die politische 3. die geistig moralische Macht - der immer ein „Klassenkampf“, der heute am unmittelbarsten und am auffallendsten sich kundgibt als Streit zwischen Kapital und Arbeit, woran aber viele Elemente auf der einen oder anderen Seite teilhaben, die weder als MitkĂ€mpfer des Kapitals, noch als solche der Arbeit sich wissen und kennen, und bald in das eine Lager – das des Kapitals – hineingezogen werden oder in der Meinung, dass dessen Herrschaft sich von selbst verstehe, also gerecht und billig sei, sich hineinstellen, zuweilen auch durch ihr Denken, ihre Ideen in es hineinfallen.“ (Ferdinand Tönnies[14]) Auch Wilhelm Heitmeyer sieht einen "Klassenkampf von oben" durch "eine BĂŒrgerlichkeit, die sich bei der Beurteilung sozialer Gruppen an den MaßstĂ€ben der kapitalistischen NĂŒtzlichkeit, der Verwertbarkeit und Effizienz orientiert." Dadurch werden "drei Kernnormen, die eine Gesellschaft auch zusammenhalten: SolidaritĂ€t, Gerechtigkeit, Fairness im Umgang miteinander" verdrĂ€ngt. Und das habe "damit zu tun, wie sich Eliten Ă€ußern, also Leute, die den Zugang haben zu den Medien, die VervielfĂ€ltiger sind von bestimmten Dingen." Heitmeyer konstatiert "eine Art semantischen Klassenkampf von oben gegen ,die da unten'"[15].

Klassenkampf im Kapitalismus

Verteilung des Nettovermögens der privaten Haushalte im Jahre 2003 in Deutschland. Sie lĂ€sst nur mittelbare SchlĂŒsse auf Klassenbildung und Klassenkampf zu.

Karl Marx hat die KlassenkĂ€mpfe in der Gesellschaft seiner Zeit wie folgt beschrieben: Im Kapitalismus stehen sich die Klassen der Proletarier als Besitzer von Arbeitskraft und die Kapitalisten als Besitzer der Produktionsmittel in einem antagonistischen Interessengegensatz gegenĂŒber, der zum Klassenkampf fĂŒhrt.

Ausgangspunkt fĂŒr den Klassenkampf im Kapitalismus ist nach Marx die Ausbeutung der Lohnarbeit durch das Kapital. Der monopolisierte Besitz an Produktionsmitteln durch die kapitalistische Klasse zwingt die eigentumslosen Proletarier unter dem "stummen Zwang der ökonomischen VerhĂ€ltnisse", sich als Lohnarbeiter zu verdingen. Sie erhalten nur einen zu ihrer Reproduktion benötigten Existenzlohn. Den von ihnen in der Produktion erzeugten und darĂŒber hinausgehenden Wertzuwachs eignen sich die Kapitalisten als arbeitsloses Einkommen, als so genannten Mehrwert an. Das ökonomische Interesse des Kapitals besteht nun darin, den Mehrwert, das heisst die Differenz zwischen der geleisteten Arbeitszeit der BeschĂ€ftigten und der bezahlten Arbeitszeit, stĂ€ndig zu erhöhen. Daraus entspringt der stetige „Heißhunger des Kapitals nach Mehrarbeit“: Zur Steigerung der Mehrwertrate wird der Arbeitslohn im VerhĂ€ltnis zum Ertrag der Arbeitsleistung gesenkt.

Die einfachste Form ist dabei die VerlĂ€ngerung des Arbeitstages bei gleich bleibendem Lohn (absoluter Mehrwert). Da diese an – physische und rechtliche – Schranken stĂ¶ĂŸt, wird der technische Fortschritt zum Hebel des Klassenkampfes: Die Arbeit produktiver zu machen – und intensiver verausgaben zu lassen – dient der Verbilligung der Arbeitskraft (relativer Mehrwert). Der technische Fortschritt beeinflusst die Arbeit und die ProduktionsverhĂ€ltnisse.

Der Klassenkampf gilt den Marxisten als ökonomische und politische Widerstandsform des Proletariats. Die andere antagonistische Hauptklasse (die der Kapitalisten) befindet sich ebenfalls im Klassenkampf[16]. Sie versucht, die Kampfbedingungen des Proletariats einzuschrĂ€nken (z.B. durch Streikverbot). WĂ€hrend die „Klassenpolitik von unten“ von links offen propagiert und von rechts angegriffen wird, ist Klassenpolitik von oben seit jeher stillschweigend und selbstverstĂ€ndlich akzeptiert. Das wusste nicht nur Karl Marx,[17] sondern sogar schon Adam Smith: „Leute von demselben Gewerbe kommen selten auch nur zu Lustbarkeiten oder Zerstreuungen zusammen, ohne dass ihre Unterhaltung mit einer Verschwörung gegen das Publikum oder einem Plane zur Erhöhung der Preise endigt.“[18] und daran hat sich bis heute nichts geĂ€ndert:

„Da das KrĂ€fteverhĂ€ltnis der Klassen grundsĂ€tzlich asymmetrisch zugunsten des Kapitals strukturiert ist, erscheint die Macht des Kapitals als â€șnormalâ€č, und ihr Einsatz als Klassenkampf (â€șvon obenâ€č) wird regelmĂ€ĂŸig nicht oder kaum wahrgenommen, wĂ€hrend die Aktualisierung der â€șMacht der Arbeitâ€č ebenso regelmĂ€ĂŸig offen als Klassenkampf (â€șvon untenâ€č) erscheint.[19]

Daneben gibt es noch weitere Klassen, Nebenklassen, BerufsstĂ€nde oder Schichten (z.B. KleinbĂŒrgertum, Bauern, Beamtenschaft, Akademiker), die BĂŒndnispartner einer der beiden antagonistischen Hauptklassen werden können.[14] Eine besonders wichtige Rolle bei der Bildung des gesellschaftlichen Bewusstseins unter den Bedingungen einer Demokratie kann der ideologische und politische Einfluss auf nicht unbedingt den Hauptklassen angehörende Multiplikatoren (Intellektuelle, Lehrer, Journalisten, Politiker usw.) und auf Institutionen (Medien, Schulen, Hochschulen usw.) sowie Organisationen (z.B. Parteien) durch eine der Hauptklassen oder ihre Interessenvertretungen (Gewerkschaften bzw. UnternehmerverbĂ€nde)[20] spielen. Damit droht die Entwicklung zur Postdemokratie auch in Deutschland[21], die mancherorts, z.B. in Griechenland,[22] bereits eingetreten ist[23].

  1. ↑ Marx-Engels-Werke, Band 4. Dietz Verlag, Berlin 191959, S. 462.
  2. ↑ Marx-Engels-Werke, Band 3. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 22 ff.
  3. ↑ Vgl. den Abschnitt "Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehn", in: Karl Marx: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. EVA, Frankfurt am Main o.J., S. 375 ff.
  4. ↑ Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. in Marx/Engels: AusgewĂ€hlte Werke, S. 8258(vgl. MEW Bd. 19, S. 195)
  5. ↑ Augustin Thierry, Recueil des monuments inĂ©dits de l'histoire du Tiers Ă©tat
  6. ↑ Karl Marx, Brief an Friedrich Engels, 27. Juli 1854. In: Karl Marx, Friedrich Engels, Werke (MEW), Berlin 1953ff., Band 28, S. 380–385. Zitat S. 381.
  7. ↑ Meyers kleines Lexikon, Leipzig 1968
  8. ↑ Brief an Joseph Weidemeyer, 5. MĂ€rz 1852 in: Karl Marx, Friedrich Engels, Werke (MEW), Berlin 1953ff., Band 28, S. 503–509, Zitat S. 507–508.
  9. ↑ Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Neu Isenburg 2005, S. 680 ff.
  10. ↑ Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Neu Isenburg 2005, S. 1012
  11. ↑ Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Neu Isenburg 2005, S. 682 bezĂŒglich der Antike
  12. ↑ Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Neu Isenburg 2005, S. 224
  13. ↑ Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Neu Isenburg 2005, S. 226
  14. ↑ a b Tönnies, Ferdinand: Gesamtausgabe. Band 22. 1932 – 1936. Berlin 1998, S. 175
  15. ↑ http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2012%2F02%2F27%2Fa0113&cHash=516791c499
  16. ↑ „Die primĂ€re Bedeutung einer positiv privilegierten Besitzklasse liegt in der Monopolisierung: ... beim Einkauf, ... beim Verkauf, ... der Chance der Vermögensbildung durch unverbrauchte ÜberschĂŒsse, ... der Kapitalbildungschancen durch Sparen (und) stĂ€ndischen (Erziehungs-)Privilegien.“ Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Neu Isenburg 2005, S. 223 f.
  17. ↑ „Verbindung unter den Kapitalisten habituell und von Effekt, die der Arbeiter verboten und von schlechten Folgen fĂŒr sie.“ Karl Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844, [1. Manuskript] Arbeitslohn, [471]
  18. ↑ Adam Smith, Wealth of Nations, Chicago 1976, Buch I, S. 144; zit. n. John K. Galbraith: „Anatomie der Macht“ MĂŒnchen 1989, Fußnote 6 zu S. 127 auf S. 213.
  19. ↑ Berliner Institut fĂŒr kritische Theorie (InkriT) Klassenkampf A: áčŁirā‛ áč­abaqÄ«. – E: class struggle. – F: lutte des classes. – R: ĐšĐ»Đ°ŃŃĐŸĐČая Đ±ĐŸŃ€ŃŒĐ±Đ° (klassovaja bor’ba). – S: lucha de clases. – C: jieji douzheng 阶çș§æ–—爭 Colin Barker (I.), Werner Goldschmidt (II.), Wolfram Adolphi (III.) HKWM 7/I, 2008, Spalten 836-873
  20. ↑ Weber, Max: "Die primĂ€re Bedeutung einer positiv privilegierten Erwerbsklasse liegt in ... der Sicherung ihrer Erwerbschancen durch Beeinflussung der Wirtschaftspolitik der politischen und anderen VerbĂ€nde." Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Neu Isenburg 2005, S. 225.
  21. ↑ aus dem Mund der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 2. September 2011 im Deutschlandfunk: “Wir leben ja in einer Demokratie und das ist eine parlamentarische Demokratie und deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments und insofern werden wir Wege finden, wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist.”
  22. ↑ http://www.freitag.de/politik/1206-alle-staatsgewalt-geht-vom-volke-aus
  23. ↑ Kant, Immanuel: "Sapere aude!"

Klassenkampf als Triebfeder der gesellschaftlichen Entwicklung

Siehe ausfĂŒhrlich in Historischer Materialismus.

Der französische Soziologe Raymond Boudon wirft den marxistischen Soziologen einen ĂŒberzogenen Anspruch vor: Sie besĂ€ĂŸen zwar die beste bzw. glaubwĂŒrdigste Theorie, um soziale Prozesse der Transformation zu erklĂ€ren. Er hĂ€lt ihnen aber elementare Beispiele fĂŒr alternative ErklĂ€rungen entgegen.[1]

Ganz einfach, ohne marxistische Terminologie, doch eindeutig und umfassend Georg BĂŒchner 1935 in einem Brief an Karl Gutzkow: "Das VerhĂ€ltnis zwischen Armen und Reichen ist das einzige revolutionĂ€re Element in der Welt[2]."

Streikbewegungen, AufstÀnde und Revolutionen (Chronologie)

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Die nachfolgende AufzÀhlung enthÀlt eine Auswahl von manifesten gesellschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen Gruppierungen mit gegensÀtzlichen Interessen, die zum Teil schon in klassischen marxistischen Texten als exemplarische KlassenkÀmpfe interpretiert wurden, ohne dass diese Interpretation vom Mainstream der historischen Forschung geteilt wird. Sie erhebt daher weder Anspruch auf VollstÀndigkeit, noch darauf, nur allgemein anerkannte FÀlle zu prÀsentieren.

Antike

  • 2650 v. Chr. bis 2190 v. Chr. AufstĂ€nde in Ägypten wegen Pyramidenbau.[3]
  • Im Römischen Reich lebten mehrere Millionen von Sklaven; seit etwa 200 v. Chr. wurden mehrere SklavenaufstĂ€nde niedergeschlagen.[6] So wurden von
    • 136 v. Chr. bis 132 v. Chr. im Ersten Sklavenkrieg 20.000 Sklaven von den Römern hingerichtet.[7]
    • 104 v. Chr. bis 102 v. Chr. Zweiter Sklavenkrieg.
    • Dritter Sklavenkrieg (Aufstand des Spartacus 73-71 v.Chr.) mit 60.000 gefallenen und 6.000 hingerichteten Sklaven.

Mittelalter

FrĂŒhe Neuzeit

  • 1744 Weberaufstand (rĂ©volte des Canuts) in Lyon.[10]
  • 1775 Mehlkrieg (guerre des farines).[11]
  • 1785/6, 1793 und 1798 WeberaufstĂ€nde in Schlesien.[12]

Moderne

Klassenkampf als Kategorie der Gegenwartsanalyse

Die Theorie der ideologischen Dominanz der Kapitalisten und folglich des falschen Bewusstseins des Proletariats geht davon aus, dass die meisten Menschen ihre fundamentalsten Ziele nicht ausschließlich aufgrund logischer Überlegungen erwerben und nur selten Ă€ndern, weil sie sich unhinterfragt den Regeln unterwerfen, denen diese Werte zugrunde liegen.[21]Andererseits sind doch auch viele unzufrieden mit ihrer Situation und wĂŒnschen deren Verbesserung[22].

In den Jahrzehnten des fordistischen Wohlfahrtsstaates entstand der Eindruck, in einer Nivellierten Mittelstandgesellschaft zu leben, und Klassenunterschiede wurden kaum noch wahrgenommen. Ab Mitte der 1970er Jahre verĂ€nderte sich die gesellschaftliche RealitĂ€t; doch auch im Postfordismus entstand kein breites Klassenbewusstsein. Ursache dafĂŒr sind die Fragmentierung der Arbeitnehmerschaft sowie eine Begriffs- und Klassenpolitik, die fĂŒr Unklarheit sorgt: Die Soziologie ging von Klassen ĂŒber Schichten zu „Lebensstil-Milieus“ ĂŒber, weil sich so angeblich ParteiprĂ€ferenzen und Kaufabsichten leichter voraussagen ließen.[23] So „wurde öffentlichkeitswirksam vom Modell der Schichten auf das der Milieus und damit von dem traditionellen vertikal-hierarchischen Bild von Sozialstruktur auf eine horizontale Metapher von „drinnen-draußen“ umgestellt“.[24] FĂŒr die EU-Diplomatie wurde der Begriff „soziale Ausschließung“ erfunden, um nicht mehr ĂŒber Armut sprechen zu mĂŒssen.[25] Die „Armen“ waren selbstverstĂ€ndlich Teil der Gesellschafts-Pyramide, im Bild sogar ihre Basis. Die „Ausgeschlossenen“ stehen außerhalb.[26] In Deutschland wurde im Herbst 2006 „Unterschicht“ durch „Prekariat“ ersetzt.[27] Bei Prekarisierung geht es nicht nur um billige, sondern vor allem um flexible, also leicht kĂŒndbare ArbeitskrĂ€fte. Insgesamt sehr wohl aufgegangen ist die Strategie der Unternehmen, gesicherte ArbeitsverhĂ€ltnisse zu reduzieren und viele ArbeitsverhĂ€ltnisse „flexibel“ zu halten – was von der anderen Seite gesehen „prekĂ€r“ heißt.[28] So schillernd der Begriff „PrekaritĂ€t“ auch sein mag, es bleibt, „dass das alles, Prekariat, Armut und Ausschließung, nicht einfach â€žĂŒber uns kommt“, sondern in Klassenpolitik – und damit auch in KĂ€mpfen, in denen die Arbeiterschaft besiegt wurde – hergestellt wurde und wird“.[29]

Klaus Dörre verwendet zur Kennzeichnung der neoliberalistischen, der wirtschaftlichen Expansion dienenden Kommodifizierungs- und Privatisierungspolitik, den Begriff Landnahme.[30] Er geht davon aus, dass Landnahme „Expansion der kapitalistischen Produktionsweise nach innen und außen“ bedeutet,[31] und beruft sich dabei auf Rosa Luxemburgs These, dass im „inneren Verkehr“ nur begrenzte Wertteile des gesellschaftlichen Gesamtprodukts realisiert werden können. Dies zwinge expandierende Unternehmen dazu, Teile des Mehrwerts „auswĂ€rts“ zu realisieren.[32] Dörre betont, Landnahmen „sind immer auch politische, auf Staatsintervention beruhende Prozesse“. Transformationskrisen eigneten „sich hervorragend, um die Marktvergesellschaftung einzuhegen, indem politische Anlagefelder der Verwertung entzogen und qua Staatsintervention in öffentliche GĂŒter verwandelt werden. Auf diese Weise entsteht fĂŒr die molekularen einzelkapitalistischen Operationen ein ‚Außen‘“[33]. Finanzkrisen gehören "zum Modus operandi der neuen Landnahme"[34] und „sekundĂ€re Ausbeutung“ bedeute einen „Reservearmee-Mechanismus“. Von sekundĂ€rer Ausbeutung könne „immer dann gesprochen werden, wenn symbolische Formen und staatlich-politischer Zwang eingesetzt werden, um eine Innen-Außen-Differenz mit dem Ziel zu konservieren, die Arbeitskraft bestimmter sozialer Gruppen unter ihren Wert zu drĂŒcken oder diese Gruppen aus dem eigentlichen kapitalistischen AusbeutungsverhĂ€ltnis auszuschließen.“[35] FĂŒr diese Form von Überausbeutung eignen sich besonders Frauen, Migranten und vor allem Migrantinnen. Dies sieht auch Ceren TĂŒrkmen so.[36] Dörre konstatiert ferner, dass Rendite und Gewinn nicht mehr als Resultat wirtschaftlicher Leistungen, sondern als deren Voraussetzung erscheinen und das Marktrisiko vor allem die BeschĂ€ftigten zu tragen haben.[37]. Das Ziel der Projekte besteht in der Umverteilung von unten nach oben, [
] Ihre Hebel, Rendite- und Gewinnziele in GrĂ¶ĂŸenordnungen, die realwirtschaftlich gar nicht realisierbar sind, lösen dann einen strukturellen Zwang zur Umverteilung von Einkommen und Vermögen[38] in diesem „Kasino-Kapitalismus“[39] aus. Staatliche Politik flankiert diese Kapitalakkumulation mit Maßnahmen, die „auf eine Beschneidung, mitunter gar auf eine ‚Enteignung‘ des Sozialeigentums großer Gruppen abhĂ€ngig BeschĂ€ftigter hinauslaufen“.[40] Das fĂŒhrt zur „Durchsetzung einer flexibel-marktzentrischen Produktionsweise, deren FunktionsfĂ€higkeit wesentlich auf einer Wiederbelebung des Reservearmeemechanismus beruht,[41]“ der, „verbunden mit staatlichem Druck und sozialer Disziplinierung, [
] in flexible Produktionsformen zwingt.“[42]

Typisch fĂŒr kapitalistische Unternehmen ist ihre rechtliche VerselbstĂ€ndigung als „juristische Person“ ohne moralische Verantwortlichkeit.[43] Ideologen und Praktiker des Neoliberalismus erheben Forderung nach bedingungsloser Umsetzung des „EigentĂŒmerwillens“ in der Maximierung des shareholder value. „In diesen Prozessen erhalten das blinde Kapital und sein zielloser Vermehrungstrieb die notwendige Konkretisierung.“[44] „Als Unternehmer ist der Bourgeois Individualist, als Agent oder Personifikation des Kapitals wird er zum Klassenmenschen.“[45] Und die Bourgeoisie bildet sich so als Klasse im „Kampf um das Surplusprodukt“.[46] Mit dem Handel mit Aktien, Staatsanleihen und den neuen „Derivativen“ entstand eine eigene AnlagesphĂ€re des Kapitals, ein expandierender Finanzmarkt-Kapitalismus Die Aktie scheint nun Kapital in den HĂ€nden des Aktienbesitzers zu sein. Dieses „fiktive Kapital“ wird zu einer durch und durch spekulativen GrĂ¶ĂŸe.[47] Auch die Bourgeoisie ist in Fraktionen gegliedert: fungierende EigentĂŒmer („Mittelstand“), Manager und Rentiers; außerdem hat sich eine Elite der Bourgeoisie herausgebildet.[48] Leslie Sklair sieht mit der Zunahme der Schicht von Managern der Transnationalen Konzerne eine Transnationale Bourgeoisie unmittelbar gegeben und als einigende Bande: Lebensstil und Verherrlichung des Konsums (consumerism), best practices und benchmarking sowie die Auseinandersetzung mit moralisch-ökologischen Prinzipien und Forderungen.[49][50]

KlassenverhĂ€ltnisse sind vor allem auch macht- und herrschaftstheoretisch von Bedeutung. Aber Ă€hnlich wie in der Soziologie wurde es auch in den Politikwissenschaften in den 1990er Jahren ruhig um den Begriff.[51] FĂŒr Nicos Poulantzas gibt es eine Unzahl versteckter Formen von Auseinandersetzungen, bei denen es letztlich immer um den im Produktionsprozess erzielten Mehrwert geht. Klasseninteressen sind nicht a priori bestimmbar, vielmehr ist diese Bestimmung schon Teil und Ergebnis von KĂ€mpfen. Wie KlassenkĂ€mpfe gefĂŒhrt werden und in welche Richtung sie drĂ€ngen, lĂ€sst sich nicht vorhersagen.[52] „Der ökonomische Prozess ist Klassenkampf und schließt damit Machtbeziehungen ein [
]. Diese Machtbeziehungen sind insofern spezifischer Natur, als sie mit der Ausbeutung verknĂŒpft sind [
].“[53] Die transnationale kapitalistische Klasse arbeitet „in [
] internationalen Organisationen der UN sowie transnationalen Organisationen wie etwa Bilderberg Group, Trilaterale Kommission und International Industrial Conference“.[54] Von Interesse mĂŒssen hier auch die Versuche von Schaffung transnationaler „privater AutoritĂ€ten“ sein, wie sie im Bereich von Rating-Agenturen zu beobachten sind.[55]. William I. Robinson spricht in diesem Zusammenhang von entstehenden transnationalen Staatsapparaten und einem transnationalen Staat. Zu diesem netzwerkartigen Staat gehören alle wichtigen inter- und transnationalen Organisationen (UNO, WTO, IWF, G 7/8, EU, OECD usw.).[56] Auch „die imperialistischen Staaten nehmen nicht nur die Interessen ihrer inneren Bourgeoisie wahr, sondern gleichfalls die Interessen des herrschenden imperialistischen Kapitals und die anderer imperialistischer Kapitale, wie sie innerhalb des Internationalisierungsprozesses verbunden sind.“[57] „Entwicklungen haben die Voraussetzungen der KlassenkĂ€mpfe verĂ€ndert. Gleichzeitig ist mit der aktuellen Krise eine VerschĂ€rfung der sozialen Auseinandersetzungen zu erwarten. Insbesondere kann davon ausgegangen werden, dass der in den letzten Jahren vehement gefĂŒhrte ‚Klassenkampf von Oben‘ weiter verstĂ€rkt wird, darauf deuten zumindest die Verlautbarungen ĂŒber zukĂŒnftige Sparpolitik und Steuererleichterungen hin.“[58]

Literatur

von Karl Marx:

weiterfĂŒhrende Literatur
  • Louis Adamic, Dynamit: Geschichte des Klassenkampfs in den USA (1880–1930). [Übers. aus dem Amerikan.: Thomas Schmid und Joschka Fischer]. Trikont, MĂŒnchen 1974 (Klassische Darstellung der militanten KlassenkĂ€mpfe in den USA).
  • Jeremy Brecher: Streiks und Arbeiterrevolten. Amerikanische Arbeiterbewegung 1877-1970. Fischer, Frankfurt am Main 1975.
  • Colin Crouch, Alessandro Pizzorno, (Hrsg.): The Resurgence of Class Conflict in Western Europe Since 1968. Band 1: National Studies. Band 2: Comparative Analyses. Macmillan, London 1978.
  • Benno Sarel: Arbeiter gegen den „Kommunismus“. Zur Geschichte des proletarischen Widerstandes in der DDR (1945-1958). Schriften zum Klassenkampf 43. Trikont-Verlag, MĂŒnchen 1975.
  • Klaus Tenfelde/Heinrich Volkmann (Hrsg.): Streik. Zur Geschichte des Arbeitskampfes in Deutschland wĂ€hrend der Industrialisierung. Beck, MĂŒnchen 1981.
Nachschlagewerk
  • The International Encyclopedia of Revolution and Protest: 1500 to the Present, ed. by Immanuel Ness, Malden, MA [etc.]: Wiley & Sons, 2009, ISBN 1405184647.
  • Colin Barker, Werner Goldschmidt, Wolfram Adolphi: Klassenkampf; InkriTpedia. Vorschau zu HKWM 7/I 2008, Spalten 836-873.

Einzelnachweise

  1. ↑ Raymond Boudon: La logique du social. Introduction Ă  l'analyse sociologique. Hachette LittĂ©rature 1979. S. 196
  2. ↑ BĂŒchner, Georg: Werke und Briefe, Neu Isenburg 2008, S. 590
  3. ↑ Hans Dollinger, Schwarzbuch der Weltgeschichte, Frechen 1999, S. 11
  4. ↑ Hans Dollinger, Schwarzbuch der Weltgeschichte, Frechen 1999, S. 41
  5. ↑ Ploetz, Freiburg i. Br. 2003
  6. ↑ Dollinger, Hans: Schwarzbuch der Weltgeschichte Frechen 1999, S. 43 ff.
  7. ↑ Hans Dollinger, Schwarzbuch der Weltgeschichte, Frechen 1999, S. 41
  8. ↑ In Wilhelm Zimmermann, Der große deutsche Bauernkrieg, Berlin 1974, ist auf S. 5 ein Zitat aus Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg vorangestellt, worin es heißt: „Wenn dagegen der Zimmermannschen Darstellung ... nicht gelingt, die religiös-politischen Streitfragen jener Epoche als das Spiegelbild der gleichzeitigen KlassenkĂ€mpfe nachzuweisen; wenn sie in diesen KlassenkĂ€mpfen, nur UnterdrĂŒcker und UnterdrĂŒckte, Böse und Gute und den schließlichen Sieg des Bösen sieht; [
]“.
  9. ↑ "Auch in den sogenannten Religionskriegen des sechzehnten Jahrhunderts handelte es sich vor allem um sehr positive materielle Klasseninteressen, und diese Kriege waren KlassenkĂ€mpfe, ebensogut wie die spĂ€teren inneren Kollisionen in England und Frankreich. Wenn diese KlassenkĂ€mpfe damals religiöse Schibboleths trugen, wenn die Interessen, BedĂŒrfnisse und Forderungen der einzelnen Klassen sich unter einer religiösen Decke verbargen, so Ă€ndert dies nichts an der Sache [
]“ Engels, Der deutsche Bauernkrieg. Marx/Engels: AusgewĂ€hlte Werke, S. 9021(vgl. MEW Bd. 7, S. 343)
  10. ↑ Walter Markov, Albert Soboul: 1789 Die Große Revolution der Franzosen Berlin 1972, S. 27
  11. ↑ Walter Markov, Albert Soboul: 1789 Die Große Revolution der Franzosen Berlin 1972, S. 72
  12. ↑ Robert Kurz, Schwarzbuch Kapitalismus Frankfurt/Main 1999, S. 26
  13. ↑ Engels lobt die Analyse Saint-Simons: „Die französische Revolution aber als einen Klassenkampf, und zwar nicht bloß zwischen Adel und BĂŒrgertum, sondern zwischen Adel, BĂŒrgertum und Besitzlosen aufzufassen, war im Jahr 1802 eine höchst geniale Entdeckung.“ Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. Marx/Engels: AusgewĂ€hlte Werke, S. 8258(vgl. MEW Bd. 19, S. 195)
  14. ↑ "1831 hatte in Lyon der erste Arbeiteraufstand stattgefunden; 1838 bis 1842 erreichte die erste nationale Arbeiterbewegung, die der englischen Chartisten, ihren Höhepunkt. Der Klassenkampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie trat in den Vordergrund der Geschichte der fortgeschrittensten LĂ€nder Europas, in demselben Maß, wie sich dort einerseits die große Industrie, andrerseits die neueroberte politische Herrschaft der Bourgeoisie entwickelte. "[Engels: Herrn Eugen DĂŒhrings UmwĂ€lzung der Wissenschaft. Marx/Engels: AusgewĂ€hlte Werke, S. 7674)(vgl. MEW Bd. 20, S. 24-25)]
  15. ↑ Robert Kurz, Schwarzbuch Kapitalismus Frankfurt/Main 1999, S. 27 f. - Literar. Verarb. bei Heine, Hauptmann u. a.
  16. ↑ Karl Marx: KlassenkĂ€mpfe in Frankreich 1848 bis 1850 MEW Bd. 7(dazu Einleitung von Friedrich Engels)
  17. ↑ ders.: Revolution und Konterrevolution, Der Wiener Oktoberaufstand MEW Bd. 8, S. 63
  18. ↑ „Es bedarf aber bloß der Verbindung, um die vielen LokalkĂ€mpfe von ĂŒberall gleichem Charakter zu einem nationalen, zu einem Klassenkampf zu zentralisieren.“ Marx/Engels: Manifest der kommunistischen Partei. Marx/Engels: AusgewĂ€hlte Werke, S. 2633 (vgl. MEW Bd. 4, S. 471)
  19. ↑ „Der Junikampf zu Paris, der Fall Wiens, die Tragikomödie des Berliner Novembers, die verzweifelten Anstrengungen Polens, Italiens und Ungarns, Irlands Aushungerung – das waren die Hauptmomente, in denen sich der europĂ€ische Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Arbeiterklasse zusammenfaßte, an denen wir nachwiesen, daß jede revolutionĂ€re Erhebung, mag ihr Ziel noch so fernliegend dem Klassenkampf scheinen, scheitern muß, bis die revolutionĂ€re Arbeiterklasse siegt, daß jede soziale Reform eine Utopie bleibt, bis die proletarische Revolution und die feudalistische Kontrerevolution (sic!) sich in einem Weltkrieg mit den Waffen messen. [
] Jetzt, nachdem unsere Leser den Klassenkampf im Jahre 1848 in kolossalen politischen Formen sich entwickeln sahen, ist es an der Zeit, nĂ€her einzugehen auf die ökonomischen VerhĂ€ltnisse selbst, worauf die Existenz der Bourgeoisie und ihre Klassenherrschaft sich grĂŒndet wie die Sklaverei der Arbeiter“. Marx: Lohnarbeit und Kapital. Marx/Engels: AusgewĂ€hlte Werke, S. 2690(vgl. MEW Bd. 6, S. 397 f.)]
  20. ↑ „Der höchste heroische Aufschwung, dessen die alte Gesellschaft noch fĂ€hig war, ist der Nationalkrieg, und dieser erweist sich jetzt als reiner Regierungsschwindel, der keinen andern Zweck mehr hat, als den Klassenkampf hinauszuschieben, und der beiseite fliegt, sobald der Klassenkampf im BĂŒrgerkrieg auflodert.“ Marx: Der BĂŒrgerkrieg in Frankreich. Marx/Engels: AusgewĂ€hlte Werke, S. 12460(vgl. MEW Bd. 17, S. 361)]
  21. ↑ David Lockwood,Das schwĂ€chste Glied in der Kette? Einige Anmerkungen zur marxistischen Handlungstheorie., in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.), Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 51; zuerst erschienen in PROKLA, 15. Jg. (1985) Heft 58, S. 5-33
  22. ↑ "Der Großteil der abendlĂ€ndischen Menschen verfĂŒgt ĂŒber sehr viel theoretische Freiheit, ist aber aus wirtschaftlichen GrĂŒnden nicht in der Lage, diese tatsĂ€chlich auszuĂŒben. Der gewaltige Promotor der sozialen Revolution ist demnach das individuelle GefĂŒhl der Ungerechtigleit der eigenen sozialen Lage."so Ziegler, Hans: Das Versicherungs- und SolidaritĂ€tsprinzip im Leistungssystem der französischen und der schweizerischen Alters- und Hinterlassenenversicherung.(Diss.)Bern 1958; zit n. Wegelin, JĂŒrg: Jean Ziegler. Das Leben eines Rebellen. MĂŒnchen 2011, S. 44
  23. ↑ Heinz Steinert, Das Prekariat: Begriffspolitik und Klassenpolitik,in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 178.
  24. ↑ Heinz Steinert, Das Prekariat: Begriffspolitik und Klassenpolitik,in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 177.
  25. ↑ Heinz Steinert, Das Prekariat: Begriffspolitik und Klassenpolitik,in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 183.
  26. ↑ Heinz Steinert, Das Prekariat: Begriffspolitik und Klassenpolitik,in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 184.
  27. ↑ Heinz Steinert, Das Prekariat: Begriffspolitik und Klassenpolitik,in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 178.
  28. ↑ Heinz Steinert, Das Prekariat: Begriffspolitik und Klassenpolitik,in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 186 ff.
  29. ↑ Heinz Steinert, Das Prekariat: Begriffspolitik und Klassenpolitik,in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 199 f.
  30. ↑ Dörre, Klaus: Landnahme und soziale Klassen. Zur Relevanz sekundĂ€rer Ausbeutung in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 113-151
  31. ↑ Klaus Dörre, Landnahme und soziale Klassen. Zur Relevanz sekundĂ€rer Ausbeutung in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 120
  32. ↑ Luxemburg, Rosa: Die Akkumulation des Kapitals – Eine Antikritik in: Gesammelte Werke, Bd. 5. Berlin 1975, S. 413-523.
  33. ↑ Klaus Dörre, Landnahme und soziale Klassen. Zur Relevanz sekundĂ€rer Ausbeutung in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 124
  34. ↑ Klaus Dörre, Landnahme und soziale Klassen. Zur Relevanz sekundĂ€rer Ausbeutung in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 142
  35. ↑ Klaus Dörre,Landnahme und soziale Klassen. Zur Relevanz sekundĂ€rer Ausbeutung in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 126
  36. ↑ Ceren TĂŒrkmen, Rethinking Class-Making. Zur historischen Dynamik von Klassenzusammensetzung, Gastarbeitsmigration und Politik. in: Hans-GĂŒnter Thien: Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 202-234.
  37. ↑ Klaus Dörre, Landnahme und soziale Klassen. Zur Relevanz sekundĂ€rer Ausbeutung in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 130 f.
  38. ↑ Klaus Dörre, Landnahme und soziale Klassen. Zur Relevanz sekundĂ€rer Ausbeutung in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.), Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 134
  39. ↑ Strange: Casino Capitalism. Oxford 1986
  40. ↑ Klaus Dörre, Landnahme und soziale Klassen. Zur Relevanz sekundĂ€rer Ausbeutung in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.), Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 134
  41. ↑ Klaus Dörre, Landnahme und soziale Klassen. Zur Relevanz sekundĂ€rer Ausbeutung in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.), Klassen im PostfordismusMĂŒnster 2010, S. 134
  42. ↑ Klaus Dörre, Landnahme und soziale Klassen. Zur Relevanz sekundĂ€rer Ausbeutung in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 135
  43. ↑ Hanns Wienold: Die Gegenwart der Bourgeoisie. Umrisse einer Klasse in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.), Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 239.
  44. ↑ Hanns Wienold: Die Gegenwart der Bourgeoisie. Umrisse einer Klasse in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 240.
  45. ↑ Hanns Wienold: Die Gegenwart der Bourgeoisie. Umrisse einer Klasse in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 241.
  46. ↑ Hanns Wienold: Die Gegenwart der Bourgeoisie. Umrisse einer Klasse in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 243.
  47. ↑ Hanns Wienold: Die Gegenwart der Bourgeoisie. Umrisse einer Klasse in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 243.
  48. ↑ Hanns Wienold: Die Gegenwart der Bourgeoisie. Umrisse einer Klasse in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 248 ff.
  49. ↑ Leslie Sklair, The Transnational Capitalist Class. Oxford 2001
  50. ↑ Hanns Wienold: Die Gegenwart der Bourgeoisie. Umrisse einer Klasse in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.), Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 276.
  51. ↑ Joachim Hirsch, Jens Wissel, Transnationalisierung der KlassenverhĂ€ltnisse. in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.), Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 287.
  52. ↑ Nicos Poulantzas, Die Internationalisierung der kapitalistischen VerhĂ€ltnisse und der Nationalstaat in: Hirsch/Jessop/Poulantzas: Die Zukunft des Staates. Hamburg 2001, S. 19 - 70.
  53. ↑ Nicos Poulantzas, Staatstheorie. Hamburg 2002, S. 65. zit. n. TĂŒrkmen, Ceren, Rethinking Class-Making. Zur historischen Dynamik von Klassenzusammensetzung, Gastarbeitsmigration und Politik. in: Hans-GĂŒnter Thien: Klassen im Postfordismus. MĂŒnster 2010, S. 211.
  54. ↑ Leslie Sklair, Social movements for global capitalism: the transnational capitalist class in action, in: Review of International Political Economy, 4:3 Autumn.1997, S. 527
  55. ↑ J. Timothy Sinclair,Bond-Rating Agencies and Coordination of Global Political Economy; in: Cutler, A. Clair: Privat Authority and International Affairs. New York 1999, S. 153-167; zit.nach: Hanns Wienold: Die Gegenwart der Bourgeoisie. Umrisse einer Klasse in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.), Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 277.
  56. ↑ Wiiliam I. Robinson, A Theory of Global Capitalism. Production, Class and State in a Transnational World. Baltimore/London 2004, S. 36; 85 ff. zit. n.: Joachim Hirsch, Jens Wissel, Transnationalisierung der KlassenverhĂ€ltnisse. in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.),Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 291.
  57. ↑ Nicos Poulantzas,Die Internationalisierung der kapitalistischen VerhĂ€ltnisse und der Nationalstaat. in: Hirsch/Jessop/Poulantzas: Die Zukunft des Staates. Hamburg 2001, S. 56. zit. n. Joachim Hirsch, Jens Wissel, Transnationalisierung der KlassenverhĂ€ltnisse.“ in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.), Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 302.
  58. ↑ Joachim Hirsch, Jens Wissel,: Transnationalisierung der KlassenverhĂ€ltnisse.“ in: Hans-GĂŒnter Thien (Hrsg.), Klassen im Postfordismus MĂŒnster 2010, S. 306.

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