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Knabenschiessen

Das Knabenschiessen ist ein Volksfest, das Mitte September, am Wochenende vor dem Bettag, in Zürich auf dem Schiessplatz Albisgüetli vom Samstag bis Montag stattfindet.

Ehrenmeldung Knabenschiessen 1925

Inhaltsverzeichnis

Anlass

Um 1889 fand das erste moderne Knabenschiessen statt, bei dem etwa 5000 Knaben im Alter von 13 bis 17 Jahren um den Titel als Schützenkönig konkurrierten. Seit 1991 sind auch Mädchen zugelassen. Teilnahmeberechtigt sind alle Jugendlichen, die im Kanton Zürich wohnen und/oder zur Schule gehen. Das Startgeld beträgt zwölf Schweizer Franken und beinhaltet Munition und eine Bratwurst.

Der Schiesswettkampf findet vom Samstag bis Montag statt. Geschossen wird mit dem Sturmgewehr 90 der Schweizer Armee auf eine A-Scheibe mit 6er-Einteilung (5 Schuss). Dabei gibt es für jeden Treffer einen Punkt zusätzlich. Ab 28 Punkten gibt es einen Preis. Erreichen mehrere Schützen 34 oder 35 Punkte, wird der Schützenkönig im Ausstich am Montag ermittelt. Der Schützenkönig oder die Schützenkönigin erhält ein Preisgeld; weitere Schützen in den vorderen Rängen erhalten oft Waren vom Gabentisch.

In der Stadt Zürich ist der Knabenschiessen-Montag ein (nicht gesetzlich anerkannter, aber dennoch gemeinhin begangener) halber Feiertag, denn am Montagnachmittag wird in der Regel nicht gearbeitet. Viele Geschäfte sind daher ab 13 Uhr geschlossen, Lehrer und Schüler haben den ganzen Tag schulfrei.

Das Schiessen ist seit einigen Jahren gegenüber dem Chilbi-Betrieb in den Hintergrund geraten. Seit den letzten Jahren gibt es am Montag jeweils eine Happy Hour, in der Besucher auf allen Chilbibahnen eine halbe Stunde gratis fahren dürfen.

Geschichte

17. Jahrhundert

Das Knabenschiessen, früher dialektal Chnaabeschüüsset und nicht wie heute -schüüsse genannt, geht auf die vormilitärische Waffenübung der Bürgersknaben zurück. Um bei diesen die Freude daran zu wecken, winkten den Schützen schon im 17. Jahrhundert Preise, dem Besten ein Taler mit drei silbernen Kettchen. Anschliessend zog die Jugend in zwei Kompanien abgeteilt mit Fahnen, Trommeln und Pfeifen durch die Stadt, wo ihnen Ehrentrünke dargeboten wurden. Das Fest fand bis ins 19. Jahrhundert im Sihlhölzli statt und wurde erst in jüngerer Zeit ins Albisgüetli verlegt.[1][2]

Ein mit Preisschiessen verbundenes Chnaabeschiesset gab es früher auch in Glarus und Nidwalden.[1]

Bekannte Schützen

1832 verzeichnete das Zürcherische Wochen-Blatt beim Knabenschiessen den „WaisenknabAlexander Rordorf als Gewinner.[3]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Schweizerisches Idiotikon Bd. VIII Sp. 1440 f. Artikel Chnaben-Schiesset
  2. static.nzz.ch: Knabenschiessen_1.12402255.pdf (application/pdf-Objekt), Zugriff am 12. September 2011
  3. Zürcherisches Wochen-Blatt, Bd. 31
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