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Kohlenstoffzyklus

Unter Kohlenstoffzyklus oder Kohlenstoffkreislauf versteht man das System der chemischen Umwandlungen kohlenstoffhaltiger Verbindungen in den globalen Systemen LithosphĂ€re, HydrosphĂ€re, ErdatmosphĂ€re und BiosphĂ€re sowie den Austausch dieser Verbindungen zwischen diesen GeosphĂ€ren. Die Kenntnis dieses Kreislaufs einschließlich seiner Teilprozesse ermöglicht es unter anderem, die Eingriffe des Menschen in das Klima und damit ihre Auswirkungen auf die globale ErwĂ€rmung abzuschĂ€tzen und angemessen zu reagieren.

Inhaltsverzeichnis

Systembetrachtung

Diagramm des Kohlenstoffkreislaufs: Die schwarzen Zahlen zeigen an, wie viele Milliarden Tonnen oder Giga-Tonnen Kohlenstoff (Gt C) in den verschiedenen Reservoiren vorhanden sind; die violetten Zahlen geben an, wie viel Kohlenstoff zwischen den einzelnen Speichern pro Jahr (Gt C/a) ausgetauscht wird.

Das System „Erde“ wird als geschlossenes System betrachtet. Zufuhr von Kohlenstoff beispielsweise durch Meteorite oder kernchemische VorgĂ€nge und Verlust von Kohlenstoff beispielsweise durch Raumfahrt werden dabei außer acht gelassen. Auf der Makroebene des Systems „Erde“ ist der Gesamtkohlenstoffgehalt konstant. Jedes der vier Teilsysteme ist durch Speicher-KapazitĂ€t, Verweildauer, Zufluss und Abfluss (Flussrate) und Speicherformen des Kohlenstoffs charakterisiert.

Kohlenstoffspeicher

Die globale Kohlenstoffmenge betrĂ€gt 75 Millionen Gt.

AtmosphÀre

In der AtmosphĂ€re befanden sich nach IPCC 2007 765 Gt C[1]. Der Kohlenstoffgehalt der AtmosphĂ€re wĂ€chst jĂ€hrlich um ca. 3 Gt. Wichtigste Kohlenstoffverbindung ist das Kohlenstoffdioxid (CO2). Seine Konzentration betrĂ€gt 385 ml/mÂł (entspricht ppmv), was einer Menge von etwa 800 Gt C entspricht. Das sind rund 0,001 % des globalen Gesamt-Kohlenstoffes. Die AtmosphĂ€re und die BiosphĂ€re sind die kleinsten Kohlenstoffspeicher. Der Kohlenstoffgehalt der AtmosphĂ€re reagiert also auf Änderung der Flussraten besonders empfindlich. Auf Grund biochemischer VorgĂ€nge weist die AtmosphĂ€re jedoch die höchsten Kohlenstoff-Flussraten auf und ist damit Bestandteil der kurzfristigen KreislĂ€ufe.

Neben Kohlenstoffdioxid kommen noch Spurengase und Verunreinigungen in der AtmosphÀre vor:

    Volumenkonzentration
in ppm
Verweilzeit Zunahme
in % pro Jahr
Kohlenstoffdioxid CO2 385 5–200 a 1) 0,4
Methan CH4 1,75 12 a 1,5
Kohlenstoffmonoxid CO 0,05–0,2 60–180 d  
Fluorchlorkohlenwasserstoffe FCKW 10−3 70–100 a  
Tetrachlorkohlenstoff CCl4 10−4  ?  
flĂŒchtige Kohlenwasserstoffe        
Rußpartikel        

a = Jahre, d = Tage

1) FĂŒr CO2 kann keine eindeutige Verweilzeit angegeben werden, da verschiedene, z. T. stark von den Randbedingungen abhĂ€ngige Senkenprozesse eine Rolle spielen IPCC, S.  38 bzw. S. 18 der PDF-Datei.

HydrosphÀre

Zur HydrosphĂ€re werden alle GewĂ€sser sowie die Polkappen, Eisschilde und Gletscher gezĂ€hlt (KryosphĂ€re). Die HydrosphĂ€re enthĂ€lt 38.000 Gt C in Form von gelöstem CO2, Hydrogencarbonat- und Carbonat</b>ionen. Dies entspricht 0,045 % des globalen Kohlenstoffgehaltes. Dazu kommen noch Spuren von gelöstem Methan und organischen Schwebstoffen.

Das im Eis eingeschlossene Kohlenstoffdioxid nimmt nicht an den schnellen Austauschprozessen mit der AtmosphÀre teil.

LithosphÀre

Mit 99,95 % Anteil am globalen Gesamtkohlenstoff stellt die LithosphĂ€re den grĂ¶ĂŸten Kohlenstoffspeicher dar. Allerdings sind die Flussraten gering. Sie ist damit Bestandteil der langfristigen KohlenstoffkreislĂ€ufe.

Carbonate: Calcit CaCO3 und Dolomit CaMg(CO3)2 60.000.000 Gt C
Kerogen (fossile organische Stoffe, beispielsweise in Ölschiefer) 15.000.000 Gt C
Gashydrate 10.000 Gt C

Gashydrate sind unter „normalen“ Bedingungen gasförmige Stoffe, an deren MolekĂŒlen mit schwachen BindungskrĂ€ften in regelmĂ€ĂŸiger Anordnung WassermolekĂŒle angelagert sind. Die Anlagerung der WassermolekĂŒle geschieht unter bestimmten Bedingungen: Lösung in Wasser, niedrige Temperatur, hoher Druck. Die so entstandenen Hydrate sind meistens Festkörper. FĂŒr den Kohlenstoffkreislauf sind besonders Methanhydrate wichtig. Die MethanmolekĂŒle sind bei ihnen in HohlrĂ€umen des Kristallgitters eingeschlossen (siehe Klathrat). Sie finden sich im Meeressediment und im Permafrost-Boden. Das Methan der Methanhydrate entsteht durch anaerobe mikrobielle Zersetzung organischer Stoffe. Bei ÜbersĂ€ttigung des Wassers mit Methan und bei Temperaturen knapp ĂŒber dem Gefrierpunkt sowie bei hohem Druck (im Meer ab 500 m Tiefe) bilden sich die Methanhydrate. Durch Änderung der Druck- und TemperaturverhĂ€ltnisse können grĂ¶ĂŸere Mengen an Methan kurzfristig frei werden und in die AtmosphĂ€re gelangen.

Das aus den LagerstÀtten ausgasende Methan kann unter anoxischen Bedingungen von chemoautotrophen Archaeen genutzt werden: Obligat anaerobe, methanoxidiernde Methanosarcinales bilden EssigsÀure (EthansÀure) aus Methan:

<math>\mathrm{2 \ CH_4 + 2 \ H_2O \longrightarrow CH_3COOH + 4 \ H_2}</math>

Diese EthansÀure wird von dem Bakterium Desulfosarcina (in einer Symbiose mit den genannten Methanosarcinales) zur Energiegewinnung in der so genannten Sulfatatmung genutzt:

<math>\mathrm{CH_3COOH + SO_4^{2-} \longrightarrow 2 \ HCO_3^- + H_2S}</math>

Man schĂ€tzt, dass durch diese Symbiose 300 Millionen Tonnen Methan jĂ€hrlich verbraucht werden, das sind mehr als 80 % des durch Archaeen im Sediment erzeugten Methans.
Unter oxischen Bedingungen kann Methan durch aerobe, methanoxidierende Bakterien vollstÀndig mit elementarem Sauerstoff (O2) zu Kohlenstoffdioxid und Wasser oxidiert werden:

<math>\mathrm{CH_4 + 2 \ O_2 \longrightarrow CO_2 + 2 \ H_2O}</math>

BiosphÀre

Kohlenstoff ist im Universum und auf der Erde ein relativ seltenes Element (Prozent-Angaben bedeuten AtomzahlenverhÀltnisse):

  • HĂ€ufigste Elemente im Universum: Wasserstoff (92,7 %) und Helium (7,2 %), (Kohlenstoff dagegen nur 0,008 %)
  • HĂ€ufigste Elemente der Erdkruste: Sauerstoff 49 %, Eisen 19 %, Silicium 14 %, Magnesium 12,5 % (Kohlenstoff dagegen nur 0,099 %)
  • HĂ€ufigste Elemente im menschlichen Körper: Wasserstoff (60,6 %), Sauerstoff (25,7 %) und Kohlenstoff (10,7 %)

Eine Entwicklung von Leben auf Kohlenstoffbasis ist deshalb nur möglich, wenn sich die Lebewesen die globalen KohlenstoffkreislÀufe zu Nutze machen und selbst wieder einen geschlossenen Kohlenstoffkreislauf erzeugen.

Speicherformen des Kohlenstoffs in der BiosphĂ€re sind zum einen organische Stoffe, zum anderen Carbonate (in der Regel Calciumcarbonat CaCO3). Besondere Bedeutung haben die Baustoffe fĂŒr Skelette, so Aussenskelette aus organischen Stoffen: Chitin bei Arthropoden (Krebse, Spinnentiere, Insekten), Aussenskelette aus Carbonaten bei Mollusken, Foraminiferen und Coccolithophoridae, Innenskelette aus Carbonaten bei Korallen.

Terrestrische Ökosysteme enthalten 800 Gt C, marine 3 Gt C in der BiosphĂ€re, was insgesamt einem Anteil von 0,001 % am globalen Gesamtkohlenstoff entspricht. Damit gehört die BiosphĂ€re wie die AtmosphĂ€re zu den kleinsten Kohlenstoffspeichern, ist aber Motor der kurzfristigen KreislĂ€ufe.

PedosphÀre

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnĂ€chst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfĂŒgst. NĂ€heres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Die 0,003 % kommen mir arg niedrig vor. --Blech 21:04, 11. Jan. 2012 (CET). Und der Ausdruck „Sedimente“ in dieser AufzĂ€hlung erscheint seltsam. -- Brudersohn 22:25, 11. Jan. 2012 (CET)

Der Anteil des Kohlenstoffes im Boden betrĂ€gt 0,003 % und liegt in Form von Humus, Torf, Sedimenten und Mineralien vor.

VorgÀnge innerhalb der Systeme

AtmosphÀre

Innerhalb der AtmosphĂ€re finden vorwiegend physikalische TransportvorgĂ€nge statt. Da durch Wind eine bestĂ€ndige Durchmischung stattfindet, ist die CO2-Konzentration in den unteren Schichten der AtmosphĂ€re ĂŒberall gleich.

Nur an Orten, die ĂŒber lĂ€ngere Zeit hinweg vor Wind geschĂŒtzt sind, kann sich CO2 am Boden ansammeln. Beispiel: Kohlendioxidseen in Bergwerken oder in Höhlen, die in vulkanisch aktiven Gebieten liegen.

Methan wird im Laufe der Zeit zu CO2 (und Wasser) oxidiert.

HydrosphÀre

TransportvorgÀnge

  • Physikalische Kohlenstoffpumpe: Im Meer findet durch absinkende Wassermassen ein kurzfristiger Transport von 33 Gt C pro Jahr in große Tiefen des Ozeans statt.
  • Biologische Kohlenstoffpumpe: Absinkende marine Organismen transportieren langfristig 11 Gt C pro Jahr auf den Grund des Ozeans.
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Könnte dem Earth Observatory widersprechen: http://earthobservatory.nasa.gov/Features/CarbonCycle/, vielleicht aber korrekt.

Chemische Reaktionen und Gleichgewichte

Zwischen den verschiedenen Formen des anorganischen Kohlenstoffs besteht ein chemisches Gleichgewicht (die Prozentangaben gelten fĂŒr die Bedingungen T = 10 Â°C, pH = 8, Salzgehalt 34,3 ‰ – so wie sie zum Beispiel in weiten Bereichen der Ozeane herrschen):

<math>\mathrm{CO_2 + 3 \ H_2O \atop 1\, \%} {\overrightarrow{\longleftarrow}H_2CO_3 + 2 \ H_2O \atop 0\, \%} {\overrightarrow{\longleftarrow}HCO_3^{-} + H_2O + H_3O^+ \atop 94\, \%} {\overrightarrow{\longleftarrow}CO_3^{2-} + 2 \ H_3O^+ \atop 5\, \%} </math>

Änderungen der Bedingungen und der Konzentrationen Ă€ndern auch die Gleichgewichtslage. So wĂŒrde eine Erhöhung der CO2-Konzentration der AtmosphĂ€re das Gleichgewicht nach rechts verschieben, die HydrosphĂ€re wĂŒrde also vermehrt Kohlenstoffdioxid aufnehmen. Andererseits wĂŒrde eine globale ErwĂ€rmung das Gleichgewicht nach links verschieben.

LithosphÀre

Sedimentation

Bei der Sedimentation sinken schwerlösliche anorganische und organische Stoffe langsam zu Boden. Die Sinkgeschwindigkeit hĂ€ngt von der TeilchengrĂ¶ĂŸe und der Dichte des Wassers ab und kann in ungestörtem Wasser sehr niedrig sein. Im Kohlenstoffkreislauf spielt die Sedimentation der Kalkskelette der Coccolithophoridae eine große Rolle.

Diagenese

Diagenese ist die langfristige Verfestigung loser Sedimente durch biologische, chemische und physikalische Umwandlungen. Dabei wird zum Beispiel aus den Kalk-Skeletten der Mikroorganismen Kalkgestein. Organische Ablagerungen werden unter bestimmten Bedingungen, wie sie in sauerstoffarmen, warmen Flachmeeren herrschen, stufenweise in anorganische oder andere organische Stoffe umgewandelt. Es entstehen Kerogene (zum Beispiel in Ölschiefer), Teerstoffe (Bitumen), Kohle, Graphit und Erdöl sowie Methan. Die Diageneserate betrĂ€gt 0,2 Gt C pro Jahr.

Metamorphose

Metamorphose ist die langfristige Umwandlung von festem Gestein auf Grund von erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur: Durch Subduktion von Sedimenten des Meeresbodens werden Druck und Temperatur erhöht. An der GrenzflÀche von Kalk- und Silicatsedimenten (Sand) finden folgende chemische Umwandlungen statt:

<math>\mathrm{CaCO_3 + SiO_2 \longrightarrow CaSiO_3 + CO_2 \uparrow}</math>
Calcit wird zu Calciumsilicat (Wollastonit)
<math>\mathrm{3 \ CaMg(CO_3)_2 + 4 \ SiO_2 + H_2O \longrightarrow Mg_3Si_4O_{10}(OH)_2 + 3 \ CaCO_3 + 3 \ CO_2 \uparrow}</math>
Dolomit wird zu Speckstein beziehungsweise Talk

Das hierbei freiwerdende CO2 löst sich im flĂŒssigen Magma und wird dann bei einem Vulkanausbruch frei oder entweicht gleich ĂŒber KlĂŒfte oder Vulkane.
Durch tektonische VerÀnderungen werden die entstandenen Silicate an die OberflÀche transportiert und der Verwitterung ausgesetzt.

BiosphÀre

Innerhalb der BiosphÀre findet ein Kohlenstoff-Fluss statt von den organische Stoffe erzeugenden autotrophen Organismen zu den organische Stoffe verbrauchenden heterotrophen Organismen. Durch Wind und Tiere wird organisches Material verfrachtet. Ein geschlossener Kreislauf ist erst durch die Vermittlung von AtmosphÀre und HydrosphÀre möglich.

Kohlenstoff-TeilkreislÀufe

Ein Speicher ist sowohl Quelle als auch Senke fĂŒr Kohlenstoff-FlĂŒsse.

Zwischen den Kohlenstoff-Speichern erfolgt ein stÀndiger Austausch durch chemische, physikalische, geologische und biologische Prozesse.

Langfristiger anorganischer Kreislauf

Hierbei handelt es sich um geochemische Prozesse, die in einem Zeitraum von mehreren tausend bis Milliarden Jahren ablaufen können.

Mechanische Verwitterung

Durch thermische Spannungen (Beispiel Frostsprengung), Druck (Beispiel Gletscher) sowie durch Wind- und Wassererosion können große Gesteinsblöcke in immer kleinere Portionen zerteilt werden. Durch FließgewĂ€sser wird dieses zerkleinerte Material verfrachtet und in den MĂŒndungsgebieten wieder abgelagert. Diese Sedimente können wieder durch Subduktion der Metamorphose unterworfen werden.

Chemische Verwitterung

Verwitterung von Kalk- und Silikatgestein entzieht durch Vermittlung von Wasser der AtmosphÀre CO2. Das dabei entstehende Hydrogencarbonat ist löslich und verbleibt in der HydrosphÀre.

<math>\mathrm{CaCO_3 + H_2O + CO_2 \longrightarrow Ca(HCO_3)_2}</math>
  • Dolomitverwitterung:
<math>\mathrm{CaMg(CO_3)_2 + 2 \ H_2O + 2 \ CO_2 \longrightarrow Ca(HCO_3)_2 + Mg(HCO_3)_2}</math>
  • Silikatverwitterung:
<math>\mathrm{CaSiO_3 + H_2O + 2 \ CO_2 \longrightarrow Ca(HCO_3)_2 + SiO_2}</math>

Durch Subduktion gelangt SiO2 (Quarzsand) und CaCO3 (Kalk) unter die Erdkruste. Dort werden sie durch die Hitze verschmolzen und reagieren zu Silikat und CO2 welche dann wiederum durch Vulkane an die ErdoberflĂ€che gelangen. Es wird mehr CO2 gebunden, als ausgestoßen wird, so dass der CO2-Gehalt der AtmosphĂ€re vermindert wird.

Erfolgt die Verwitterung von Kalkgestein durch andere SÀuren, zum Beispiel SchwefelsÀure, die aus von Vulkanen abgegebenem Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid durch Oxidation und Reaktion mit Wasser entstehen kann, wird CO2 an die AtmosphÀre abgegeben:

<math>\mathrm{CaCO_3 + H_2SO_4 \longrightarrow CaSO_4 + H_2O + CO_2 \uparrow}</math>

AusfÀllung

Aus einer gesÀttigten Calciumhydrogencarbonat-Lösung wird durch Erhöhung des pH-Werts Calcit ausgefÀllt, wobei CO2 frei wird:

<math>\mathrm{Ca(HCO_3)_2 \longrightarrow CaCO_3 \downarrow + H_2O + CO_2 \uparrow}</math>.

Diese Reaktion wird insbesondere durch eine Erhöhung des pH-Werts (basisch) infolge CO2-Verbrauchs (autotrophe Organismen!) und durch hohe Wasserverdunstung verstÀrkt. (Siehe auch: Stalaktit, Stalagmit, Sinterterrasse)

Organismen wie Muscheln, Schnecken und Einzeller fĂŒhren ebenfalls eine CalcitausfĂ€llung durch, um damit Skelette, GehĂ€use und Schalen aufzubauen. Besondere Bedeutung haben dabei marine Kleinorganismen (Foraminiferen und Coccolithophoriden), deren Außenskelette nach Absterben der Organismen sedimentieren und so Kalksedimente bilden, und Korallen, die Korallenstöcke aus Calciumcarbonat aufbauen. Über Korallenriffen ist die CO2-Konzentration deutlich erhöht. Alle Riffe der Erde (285.000 kmÂČ) fĂ€llen SchĂ€tzungen zufolge 0,64 Gt Calciumcarbonat pro Jahr aus. Dabei werden ĂŒber 0,28 Gt CO2 freigesetzt. Davon wird allerdings nur ein Teil an die AtmosphĂ€re abgegeben (siehe dazu auch: Klimageschichte!).

Der Kreislauf wird auf zwei Wegen wieder geschlossen:

  1. Durch Metamorphose (siehe oben) wird wieder CO2 an die AtmosphÀre abgegeben und
  2. durch tektonische VerÀnderungen werden Korallenstöcke, Sedimentgesteine und Silicatgesteine an die OberflÀche verfrachtet und damit der Verwitterung ausgesetzt.
Langfristiger geochemischer Kohlenstoffkreislauf
  Vorgang Flussraten in GtC pro Jahr
1 Diffusion von CO2 91,7
2 Diffusion von CO2 90
3 AusfĂ€llung von Calcit  
4 Verwitterung von Calcit 0,2
5, 9 Verwitterung von Calcit und Silicat, dafĂŒr benötigtes CO2 0,2
6 Metamorphose 0,2
7 Vulkanismus 0,1
8 Verwitterung von Silicat  

Langfristiger organischer Kreislauf

langfristiger biogeochemischer Kohlenstoffkreislauf

Hierbei handelt es sich um biochemische Prozesse, die zwar zunĂ€chst rasch ablaufen, aber mit langfristigen geologischen Prozessen gekoppelt sind. Dabei wird sedimentiertes, organisches Material unter anoxischen Bedingungen nicht mehr vollstĂ€ndig abgebaut. Nur ein geringer Teil wird durch anaerobe Bakterien in CO2 verwandelt. Durch Überschichtung mit weiteren Sedimentdecken und Absinken in grĂ¶ĂŸere Tiefen erhöhen sich Druck und Temperatur. Dadurch werden die organischen BiomolekĂŒle unter Luftabschluss in Kerogen (u. a.: Kohlenwasserstoffe) oder Kohlenstoff (Kohle) umgewandelt.

  • Erdöl: Aus dem Kerogen der Gesteine (Erdölmuttergesteine) kann durch weitere Umwandlung Erdöl entstehen. Durch Wanderung („Migration“) entstehen daraus ErdöllagerstĂ€tten. Die Ă€ltesten ErdöllagerstĂ€tten sind vermutlich 3 Milliarden Jahre alt. Hauptentstehungszeit des Erdöls war vor 500 bis 1000 Millionen Jahren. Es entstand in lagunenartigen, warmen Flachmeeren aus herabsinkenden toten Pflanzen und Tieren. Durch Risse und Spalten im Gestein können die gasförmigen Kohlenwasserstoffe, vor allem Methan (CH4), an die ErdoberflĂ€che treten. Im Meer können Bakterien dieses Gas als Energiequelle nutzen, indem sie es zu CO2 oxidieren:
<math>\mathrm{CH_4 + 2 \ O_2 \longrightarrow CO_2 + 2 \ H_2O}</math>

An die OberflĂ€che tretendes Erdöl verliert die leicht flĂŒchtigen Verbindungen und verfestigt zu zĂ€hflĂŒssigem Asphalt, Erdpech oder Erdwachs (siehe: Asphaltsee!).

  • Kohle: KohlelagerstĂ€tten entstanden aus den Waldmooren der Karbonzeit vor etwa 350 bis 290 Millionen Jahren. Wird durch tektonische VorgĂ€nge Kohle an die ErdoberflĂ€che verfrachtet, kann sie durch Bakterien zu CO2 oxidiert werden.
  Vorgang Flussrate in Gt C pro Jahr
1 Diffusion und Photosynthese  
2 Sedimentation  
3 Diagenese  
4 Ausgasung  
5 bakterieller Abbau  
6 bakterielle Methanoxidation  

Kurzfristiger organischer Kreislauf

kurzfristiger biochemischer Kohlenstoffkreislauf

Hierbei handelt es sich um biochemische Prozesse der Assimilation und Dissimilation, die rasch ablaufen und jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen können.

  • Durch die Photosynthese von Pflanzen, Algen und Bakterien werden aus CO2 mithilfe der Lichtenergie organische Stoffe hergestellt.
  • Durch die Zellatmung wird aus diesen Stoffen Kohlenstoff mithilfe von Sauerstoff wieder zu CO2 oxidiert. Viele Organismen betreiben unter Sauerstoffmangel GĂ€rung, wobei die organischen Stoffe zu CO2 mineralisiert werden oder unvollstĂ€ndig zu anderen organischen Stoffen wie Methan abgebaut werden.
Kohlenstoffkreislauf im Wald (Olympic-Nationalpark, USA)
  Vorgang Flussrate in Gt C pro Jahr
1 Photosynthese der Landpflanzen 120
2 Atmung der Landpflanzen 60
2 Atmung der Tiere und Destruenten 55
3 NettoprimÀrproduktion der Landpflanzen 60
4 Detritus 1
1 Photosynthese der marinen PrimÀrproduzenten 103
2 Atmung der marinen PrimÀrproduzenten 92
3 Atmung der marinen Konsumenten und Destruenten  
5 Detritus  
6 Diffusion  
  • Im Nordatlantik treten SchwĂ€rme von Salpen (Salpa asperia) auf, die sich auf eine FlĂ€che von bis zu 100.000 Quadratkilometer verteilen können. Sie ernĂ€hren sich von Phytoplankton, das seinen Kohlenstoffbedarf aus der AtmosphĂ€re deckt. Die Salpen scheiden die Abfallstoffe als KĂŒgelchen aus, die mit einer Geschwindigkeit von 1000 Metern pro Tag auf den Grund des Meeres absinken und damit den fixierten atmosphĂ€rischen Kohlenstoff sedimentieren. Es wird geschĂ€tzt, dass pro Schwarm auf diese Weise mehrere tausend Tonnen Kohlenstoff pro Tag der AtmosphĂ€re entzogen werden.[2]

Eingriffe des Menschen in den Kohlenstoffkreislauf

Ursachen der Erhöhung der Kohlenstoffdioxid-Konzentration der AtmosphÀre

Aus der Analyse von Bohrungen im antarktischen Eis (blaue Kurve) ergibt sich, dass die globale Kohlenstoffdioxid-Volumenkonzentration der AtmosphĂ€re mindestens in den letzten 650.000 Jahren nie 300 ppm ĂŒberschritten hat.[3] WĂ€hrend der Eiszeiten war sie mit 180 ppm niedriger als wĂ€hrend der Warmzeiten. Mit Beginn der Industrialisierung stieg die Konzentration exponentiell an. (Die rote Kurve ergibt sich aus kontinuierlichen Messungen der GAW-Station Mauna Loa auf Hawaii seit 1958.)

Anstieg der CO2-Volumenkonzentration [ppm] in der AtmosphÀre

Aus diesen Messungen ergibt sich zurzeit ein Anstieg des CO2-Gehalts der AtmosphĂ€re entsprechend 3,2 Gt C pro Jahr, der zur globalen ErwĂ€rmung beitrĂ€gt.

Durch die Verbrennung fossiler kohlenstoffhaltiger Brennstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle) und durch die Zementherstellung entsteht Kohlenstoffdioxid entsprechend 7,1 Gt C pro Jahr (Werte fĂŒr 1980er Jahre).[4] Mittlerweile sind die jĂ€hrlichen CO2-Emissionen auf etwa 8,7 Gt gestiegen.[5] Von den 7,1 Gt C nehmen die Meere 2 Â± 1 Gt C pro Jahr auf, da die erhöhte CO2-Konzentration der AtmosphĂ€re das Diffusionsgleichgewicht auf die Seite des gelösten Kohlenstoffs verschiebt. Die durch dieselben Effekte verstĂ€rkte Photosynthese der Landpflanzen entzieht der AtmosphĂ€re 1,5 Â± 0.7 Gt C pro Jahr, so dass 3,2 Gt C in der AtmosphĂ€re verbleiben und zu einem Anstieg der CO2-Konzentration fĂŒhren (3,2 Gt C entsprechen etwa einem Anstieg der CO2-Konzentration um 1,5 ppm, der Wert liegt derzeit bei 3 bis 4 ppm).

Die Verbrennung rezenter kohlenstoffhaltiger Brennstoffe (Rapsöl, Holz, Brandrodung) sollte als Eingriff in den kurzfristigen biochemischen Kreislauf nicht zur Erhöhung beitragen.

Bei der Zementherstellung reagiert Calciumcarbonat mit Ton (Aluminiumsilicat) zu einem Calciumsilicat. Dabei wird Kohlenstoffdioxid frei. Davon wird nur ein Teil beim Abbinden durch Bildung von Calciumcarbonat wieder der Luft entzogen.

Der frĂŒher verwendete Kalkmörtel stellte einen geschlossenen CO2-Kreislauf dar: Das beim Brennen entstandene CO2 wurde beim AushĂ€rten wieder gebunden.

Auch bei der Glasherstellung wird Kohlenstoffdioxid frei (vergleiche Metamorphose):

<math>\mathrm{Na_2CO_3 + SiO_2 \longrightarrow Na_2SiO_3 + CO_2 \uparrow}</math>
Natriumcarbonat reagiert mit Siliciumdioxid (Sand) zu Natriumsilicat.

SchÀtzungen zu neuen möglichen Kohlenstoff-Senken

Aufforstung

Aufforstung und besseres Management (Erosionskontrolle, Auswahl der Arten, NutzungsĂ€nderungen bei Plantagen, Umwandlung von Feldern in Weideland und andere Maßnahmen) erhöhen die EffektivitĂ€t des CO2-Verbrauchs durch die Photosynthese der Kulturpflanzen. Hierdurch ergibt sich ein Verbrauch von 1,202 bis 1,589 Gt C pro Jahr. (Die Spannweite der SchĂ€tzung ergibt sich aus der Unsicherheit in der SchĂ€tzung des Effektes neu aufgeforsteter WĂ€lder, der mit 0,197 bis 0,584 Gt C pro Jahr zu Buche schlĂ€gt.) Dem steht allerdings eine Freisetzung von 1,788 Gt C pro Jahr durch Brandrodung gegenĂŒber.[6] Die Rolle der Ozeane im globalen Kohlenstoffkreislauf, insbesondere in ihrer Funktion als Kohlenstoffsenke, wurde u. a. 1990–2002 im internationalen Forschungsprojekt JGOFS untersucht.

Nachhaltige Holznutzung

Durch eine nachhaltige Holznutzung kann der Anstieg der Kohlenstoffdioxid-Konzentration in der AtmosphĂ€re und damit der Treibhauseffekt abgemildert werden. Durch die Holznutzung in einem nachhaltig bewirtschafteten Wald wird der im Holz gespeicherte Kohlenstoff ĂŒber einen langen Zeitraum der AtmosphĂ€re entzogen. Ohne Holznutzung, zum Beispiel in einem Natur- oder Urwald, wird der gespeicherte Kohlenstoff durch Zersetzung der BĂ€ume wieder als Kohlenstoffdioxid an die AtmosphĂ€re abgegeben. Der Wald in Deutschland speichert Kohlenstoff entsprechend rund 8 % der jĂ€hrlichen Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Somit kann durch vermehrten Holzeinsatz, zum Beispiel im Bauwesen oder im Möbelbau, langfristig Kohlenstoff aus der AtmosphĂ€re gespeichert werden. Ein Schreibtisch aus Holz speichert etwa 23 kg Kohlenstoff entsprechend etwa 83 kg Kohlenstoffdioxid. Eine Gartenbank aus einheimischem Holz etwa die HĂ€lfte.[7] Zum Vergleich: 83 kg Kohlenstoffdioxid entsprechen der Menge, die im Mittel ein deutscher Personenkraftwagen ausstĂ¶ĂŸt, um eine Strecke von rund 520 km zurĂŒckzulegen. Nach der Nutzungsdauer kann das Holz durch Recycling weiterhin als Kohlenstoffspeicher gehalten werden, oder die gespeicherte Energie kann durch Verbrennung genutzt werden, wobei genauso viel Kohlenstoffdioxid entsteht, wie zuvor durch dessen Bildung der AtmosphĂ€re entzogen wurde.

Folgen

Auswirkungen auf die Photosynthese

FĂŒr die Photosynthese der Landpflanzen wĂ€re eine Kohlenstoffdioxid-Volumenkonzentration von 1 â€° optimal. Die Steigerung der Photosyntheserate fĂ€llt allerdings geringer aus als erwartet, da das fĂŒr die Carboxylierung verantwortliche Enzym (Rubisco) temperaturabhĂ€ngig reagiert. In Folge ansteigender Temperaturen verringert sich die Carboxylierungsrate der Rubisco. Dies gilt fĂŒr die C3-Photosynthese. Vorausgesetzt, die Oxidationsrate der organischen Substanz erhöht sich gemĂ€ĂŸ dem thermochemischen Grundsatz bei einem Temperaturanstieg, kommt es zu einer dynamischen positiven RĂŒckkopplung beider Prozesse mit dem Ergebnis schneller steigender atmosphĂ€rischer CO2-Gehalte: steigende CO2-Gehalte der AtmosphĂ€re – Temperaturanstieg – Erhöhung der Oxydationsrate bei geringerer bzw. nicht adĂ€quat ansteigender Carboxylierungsrate – steigende CO2-Gehalte der AtmosphĂ€re. Diese Dynamik verlangsamt sich, wenn sich Carboxylierungsrate und Oxydationsrate mehr und mehr annĂ€hern. FĂ€llt die Oxydationsrate unter die Carboxylierungsrate, sinken atmosphĂ€rischer CO2-Gehalt und Temperatur. Die Rubisco reagiert auf fallende Temperaturen mit höheren Carboxylierungsraten. Auch hier ergibt sich wieder eine positive RĂŒckkopplung mit dann schneller sinkenden Temperaturen und CO2-Gehalten. Die Ursache der Dynamiken ist in der temperaturabhĂ€ngigen BifunktionalitĂ€t der Rubisco zu finden. FĂŒr die gegenwĂ€rtige Situation des Klimawandels ist daraus folgender Schluss zu ziehen: Hat die anthropogen bedingte Dynamik steigender Temperatur- und CO2-Gehalte der AtmosphĂ€re erst einmal „Fahrt“ aufgenommen, wird sich eine Eigendynamik entwickeln, die von Menschenhand nicht mehr zu stoppen sein wird.

Störung der KreislÀufe

Die Erhöhung der Kohlenstoffdioxidkonzentration in der AtmosphĂ€re fĂŒhrt zu einer vermehrten Lösung von CO2 im Meerwasser. Durch die Bildung von KohlensĂ€ure wird der pH-Wert des Wassers erniedrigt (saurer). Dadurch wird die biogene und abiogene AusfĂ€llung von Kalk behindert. Als Folge mĂŒsste die Menge des Phytoplanktons abnehmen und die Photosyntheserate sinken.

Durch die Erniedrigung des pH-Wertes von Regen und Wasser mĂŒsste die Verwitterung von Kalkgestein und damit der Verbrauch von CO2 ansteigen. Da geochemische Flussraten sehr gering sind, spielt dieser Effekt kurzfristig keine Rolle.

Bedeutung fĂŒr den Klimawandel

Ohne Eingriffe des Menschen hat sich im Laufe der Erdentwicklung ein relativ stabiles Fließgleichgewicht eingestellt. Jeder Teilnehmer des Kreislaufs gibt Kohlenstoff ab und nimmt welchen auf, ohne dass es dabei zu wesentlichen Änderungen der Verteilung des Kohlenstoffes kommt.

Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe gelangt Kohlenstoff, der ĂŒber Jahrtausende hinweg eingelagert worden ist, in Form von CO2 in die ErdatmosphĂ€re. Insgesamt „produzierte“ die Menschheit an der Schwelle zum 21. Jahrhundert etwa 8,7 Gt C pro Jahr. Das labile Gleichgewicht wird gestört. Die Folge ist die globale ErwĂ€rmung, wozu maßgeblich der wachsende Anteil des Treibhausgases CO2 in der ErdatmosphĂ€re beitrĂ€gt.

Um dem entgegenzuwirken, wird versucht, Verfahren zu entwickeln, den ĂŒberschĂŒssigen Kohlenstoff aus der AtmosphĂ€re zu entziehen und in das Reservoir der Sedimente einzulagern (CO2-Sequestrierung).

Siehe auch: Folgen der globalen ErwÀrmung

Probleme technischer Lösungen

Zurzeit werden Lösungen des CO2-Problems diskutiert, die zwar technisch bereits realisierbar, aber nicht beherrschbar und in den ökologischen FolgeschÀden nicht abschÀtzbar sind:

  • VerflĂŒssigen von CO2 und Einbringen in unterirdische, gasdichte Speicher wie nicht abbauwĂŒrdige Kohleflöze, abgebaute SalzlagerstĂ€tten, tiefe wasserfĂŒhrende Gesteinsschichten und erschöpfte Öl- und Gasfelder. Letzteres wird bereits bei „Sleipner“, einer Gas- und Ölbohrinsel des norwegischen Unternehmens Statoil angewandt, wo wöchentlich anfallende 20.000 t CO2 in die ausgebeuteten LagerstĂ€tten zurĂŒckgepumpt werden. Diese Methode gilt als relativ sicher, weil die Sandschichten der LagerstĂ€tte Erdöl und Erdgas ĂŒber Jahrmillionen hinweg gehalten haben.
  • Verklappen von gefrorenem CO2 (so genanntes Trockeneis) im Meer. WĂ€hrend des Absinkens löst sich das Trockeneis auf, wodurch die CO2-Konzentration erhöht und der pH-Wert des Wassers erniedrigt wird, was zu lokalen Vergiftungen der Organismen fĂŒhrt.
  • VerflĂŒssigen und Injizieren in das Meer in 600 m Tiefe. Dort sollten sich Gashydrate bilden, die auf Grund ihrer höheren Dichte zu Boden sinken mĂŒssten. Tests ergaben, dass sich zwar die Gashydrate bilden, diese aber wieder an die OberflĂ€che stiegen.
  • VerflĂŒssigen und Injizieren in die Tiefsee unterhalb 3.000 m. Hier mĂŒsste das CO2 flĂŒssig bleiben und in Senken große Kohlendioxidseen bilden. Tests ergaben, dass das CO2 nicht flĂŒssig blieb, sondern großvolumige Gashydrate bildete, die wieder aufsteigen konnten. Da die Bildung der Gashydrate die Konzentration des Salzgehaltes des umgebenden Wassers durch das Ausfrieren von SĂŒĂŸwassereis erhöht, wĂŒrden hier alle Organismen geschĂ€digt werden. Außerdem war das CO2 in dieser Tiefe nicht beherrschbar: Es nahm unerwartet ein großes Volumen ein und konnte nicht in Senken gesammelt werden, da kleinste Strömungen die CO2-Tropfen verteilten. Diese Version wird von der Regierung der USA favorisiert. Ein Großversuch im Sommer 2002 vor den KĂŒsten Hawaiis und Norwegens wurde durch den massiven Widerstand der Einwohner und verschiedener Umweltgruppen vorerst gestoppt.

Anmerkungen

Die Zahlenangaben sind SchĂ€tzungen und können je nach verwendeter Literatur stark schwanken. Nicht immer ist klar, was unter den jeweiligen Kohlenstoff-FlĂŒssen zusammengefasst wird. Nicht immer sind die Angaben vollstĂ€ndig. Dadurch entstehen Probleme wie zum Beispiel in der Kohlenstoffbilanz der terrestrischen BiosphĂ€re: Dem Zufluss von 120 Gt C pro Jahr durch die Assimilation steht ein Abfluss von nur insgesamt 116 Gt C pro Jahr durch Dissimilation und Detritus-Bildung gegenĂŒber. Damit fehlen in der Bilanz 4 Gt C pro Jahr.

AbkĂŒrzungen

Siehe auch

Literatur

  • Praxis der Naturwissenschaften. In: Biologie in der Schule. Heft 3/53, 15. April 2004. Aulis Verlag Deubner, Köln Leipzig.

Quellenangaben im Vergleich

Kohlenstoff-Reservoir der AtmosphÀre (CO2)

Die Quellenangaben schwanken zwischen 700 und 755 Gt C:

Quelle [8][9][10] [11][12] [13] [14] [15]
GrĂ¶ĂŸenangabe 700 Gt C 720 Gt C 735 Gt C 750 Gt C 755 Gt C

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Intergovernmental Panel on Climate Change: Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change, 2007 – [1].
  2. ↑ (Autor: o. A.:) Bestattungshelfer fĂŒr Kohlenstoff. In: Spektrum der Wissenschaft. September 2006, Heft 9, S. 12 f. Nach einem Artikel in: Deep Sea Research. Bd. 53, S. 804 (Abstrakt).
  3. ↑ Gavin Schmidt: 650,000 years of greenhouse gas concentrations. RealClimate.org, 2005.
  4. ↑ F. Joos, J. L. Sarmiento: Der Anstieg des atmosphĂ€rischen Kohlendioxids. In: Phys. Bl. Bd. 51, 1995, S. 407, Abb. 2.
  5. ↑ World Resources Institute (WRI), Carbon Dioxide Information Analysis Center (CDIAC), Daniel Prager (Ed.): Carbon Dioxide Emissions by Source 2005. 2005 (PDF-Datei; 86 kB)
  6. ↑ Science. Vol. 288, Mai 2000.
  7. ↑ Wichtige Schritte zum Klimaschutz: Wald – Holz – Klima. Holzabsatzfonds, Bonn 2009.
  8. ↑ George M. Woodwell: Das Kohlendioxidproblem. In: Spektrum der Wissenschaft. Erst-Edition, 1978. S. 17.
  9. ↑ Roger Revelle: Weltklima: WĂ€rmer und feuchter durch Kohlendioxid. In: Spektrum der Wissenschaft. Oktober 1982, Heft 10, S. 19.
  10. ↑ Dieter Heinrich et al.: dtv-Atlas zur Ökologie. 1990, ISBN 3-423-03228-6. S. 62.
  11. ↑ Robert A. Berner et al.: Simulation des geochemischen Kohlenstoffkreislaufes. In: Spektrum der Wissenschaft. Mai 1985, Heft 5, S. 56.
  12. ↑ E. R. Lucius et al.: Der globale Kohlenstoffkreislauf als System. In: Praxis der Naturwissenschaften – Biologie in der Schule. 53. Jahrgang, April 2004, Heft 3. S. 7.
  13. ↑ Richard A. Houghton und George M. Woodwell: Globale VerĂ€nderung des Klimas. In: Spektrum der Wissenschaft. Juni 1985, Heft 6, S. 109.
  14. ↑ Helmut Grimm: GefĂ€hrdung der BiosphĂ€re. In: Unterricht Biologie. 15. Jahrgang 1991, Heft 162, S. 5.
  15. ↑ Malte Faber et al.: Wirtschaftliche Aspekte des Kohlendioxid-Problems. In: Spektrum der Wissenschaft. Juli 1993, Heft 7, S. 31.
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