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Unter Kohlenstoffzyklus oder Kohlenstoffkreislauf versteht man das System der chemischen Umwandlungen kohlenstoffhaltiger Verbindungen in den globalen Systemen LithosphĂ€re, HydrosphĂ€re, ErdatmosphĂ€re und BiosphĂ€re sowie den Austausch dieser Verbindungen zwischen diesen GeosphĂ€ren. Die Kenntnis dieses Kreislaufs einschlieĂlich seiner Teilprozesse ermöglicht es unter anderem, die Eingriffe des Menschen in das Klima und damit ihre Auswirkungen auf die globale ErwĂ€rmung abzuschĂ€tzen und angemessen zu reagieren.
Das System âErdeâ wird als geschlossenes System betrachtet. Zufuhr von Kohlenstoff beispielsweise durch Meteorite oder kernchemische VorgĂ€nge und Verlust von Kohlenstoff beispielsweise durch Raumfahrt werden dabei auĂer acht gelassen. Auf der Makroebene des Systems âErdeâ ist der Gesamtkohlenstoffgehalt konstant. Jedes der vier Teilsysteme ist durch Speicher-KapazitĂ€t, Verweildauer, Zufluss und Abfluss (Flussrate) und Speicherformen des Kohlenstoffs charakterisiert.
Die globale Kohlenstoffmenge betrÀgt 75 Millionen Gt.
In der AtmosphĂ€re befanden sich nach IPCC 2007 765 Gt C[1]. Der Kohlenstoffgehalt der AtmosphĂ€re wĂ€chst jĂ€hrlich um ca. 3 Gt. Wichtigste Kohlenstoffverbindung ist das Kohlenstoffdioxid (CO2). Seine Konzentration betrĂ€gt 385 ml/mÂł (entspricht ppmv), was einer Menge von etwa 800 Gt C entspricht. Das sind rund 0,001 % des globalen Gesamt-Kohlenstoffes. Die AtmosphĂ€re und die BiosphĂ€re sind die kleinsten Kohlenstoffspeicher. Der Kohlenstoffgehalt der AtmosphĂ€re reagiert also auf Ănderung der Flussraten besonders empfindlich. Auf Grund biochemischer VorgĂ€nge weist die AtmosphĂ€re jedoch die höchsten Kohlenstoff-Flussraten auf und ist damit Bestandteil der kurzfristigen KreislĂ€ufe.
Neben Kohlenstoffdioxid kommen noch Spurengase und Verunreinigungen in der AtmosphÀre vor:
| Volumenkonzentration in ppm |
Verweilzeit | Zunahme in % pro Jahr | ||
|---|---|---|---|---|
| Kohlenstoffdioxid | CO2 | 385 | 5â200 a 1) | 0,4 |
| Methan | CH4 | 1,75 | 12 a | 1,5 |
| Kohlenstoffmonoxid | CO | 0,05â0,2 | 60â180 d | |
| Fluorchlorkohlenwasserstoffe | FCKW | 10â3 | 70â100 a | |
| Tetrachlorkohlenstoff | CCl4 | 10â4 | ? | |
| flĂŒchtige Kohlenwasserstoffe | ||||
| RuĂpartikel |
a = Jahre, d = Tage
1) FĂŒr CO2 kann keine eindeutige Verweilzeit angegeben werden, da verschiedene, z. T. stark von den Randbedingungen abhĂ€ngige Senkenprozesse eine Rolle spielen IPCC, S. 38 bzw. S. 18 der PDF-Datei.
Zur HydrosphÀre werden alle GewÀsser sowie die Polkappen, Eisschilde und Gletscher gezÀhlt (KryosphÀre). Die HydrosphÀre enthÀlt 38.000 Gt C in Form von gelöstem CO2, Hydrogencarbonat- und Carbonat</b>ionen. Dies entspricht 0,045 % des globalen Kohlenstoffgehaltes. Dazu kommen noch Spuren von gelöstem Methan und organischen Schwebstoffen.
Das im Eis eingeschlossene Kohlenstoffdioxid nimmt nicht an den schnellen Austauschprozessen mit der AtmosphÀre teil.
Mit 99,95 % Anteil am globalen Gesamtkohlenstoff stellt die LithosphĂ€re den gröĂten Kohlenstoffspeicher dar. Allerdings sind die Flussraten gering. Sie ist damit Bestandteil der langfristigen KohlenstoffkreislĂ€ufe.
Gashydrate sind unter ânormalenâ Bedingungen gasförmige Stoffe, an deren MolekĂŒlen mit schwachen BindungskrĂ€ften in regelmĂ€Ăiger Anordnung WassermolekĂŒle angelagert sind. Die Anlagerung der WassermolekĂŒle geschieht unter bestimmten Bedingungen: Lösung in Wasser, niedrige Temperatur, hoher Druck. Die so entstandenen Hydrate sind meistens Festkörper. FĂŒr den Kohlenstoffkreislauf sind besonders Methanhydrate wichtig. Die MethanmolekĂŒle sind bei ihnen in HohlrĂ€umen des Kristallgitters eingeschlossen (siehe Klathrat). Sie finden sich im Meeressediment und im Permafrost-Boden. Das Methan der Methanhydrate entsteht durch anaerobe mikrobielle Zersetzung organischer Stoffe. Bei ĂbersĂ€ttigung des Wassers mit Methan und bei Temperaturen knapp ĂŒber dem Gefrierpunkt sowie bei hohem Druck (im Meer ab 500 m Tiefe) bilden sich die Methanhydrate. Durch Ănderung der Druck- und TemperaturverhĂ€ltnisse können gröĂere Mengen an Methan kurzfristig frei werden und in die AtmosphĂ€re gelangen.
Das aus den LagerstÀtten ausgasende Methan kann unter anoxischen Bedingungen von chemoautotrophen Archaeen genutzt werden: Obligat anaerobe, methanoxidiernde Methanosarcinales bilden EssigsÀure (EthansÀure) aus Methan:
Diese EthansÀure wird von dem Bakterium Desulfosarcina (in einer Symbiose mit den genannten Methanosarcinales) zur Energiegewinnung in der so genannten Sulfatatmung genutzt:
Man schÀtzt, dass durch diese Symbiose 300 Millionen Tonnen Methan jÀhrlich verbraucht werden, das sind mehr als 80 % des durch Archaeen im Sediment erzeugten Methans.
Unter oxischen Bedingungen kann Methan durch aerobe, methanoxidierende Bakterien vollstÀndig mit elementarem Sauerstoff (O2) zu Kohlenstoffdioxid und Wasser oxidiert werden:
Kohlenstoff ist im Universum und auf der Erde ein relativ seltenes Element (Prozent-Angaben bedeuten AtomzahlenverhÀltnisse):
Eine Entwicklung von Leben auf Kohlenstoffbasis ist deshalb nur möglich, wenn sich die Lebewesen die globalen KohlenstoffkreislÀufe zu Nutze machen und selbst wieder einen geschlossenen Kohlenstoffkreislauf erzeugen.
Speicherformen des Kohlenstoffs in der BiosphĂ€re sind zum einen organische Stoffe, zum anderen Carbonate (in der Regel Calciumcarbonat CaCO3). Besondere Bedeutung haben die Baustoffe fĂŒr Skelette, so Aussenskelette aus organischen Stoffen: Chitin bei Arthropoden (Krebse, Spinnentiere, Insekten), Aussenskelette aus Carbonaten bei Mollusken, Foraminiferen und Coccolithophoridae, Innenskelette aus Carbonaten bei Korallen.
Terrestrische Ăkosysteme enthalten 800 Gt C, marine 3 Gt C in der BiosphĂ€re, was insgesamt einem Anteil von 0,001 % am globalen Gesamtkohlenstoff entspricht. Damit gehört die BiosphĂ€re wie die AtmosphĂ€re zu den kleinsten Kohlenstoffspeichern, ist aber Motor der kurzfristigen KreislĂ€ufe.
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Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnĂ€chst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfĂŒgst. NĂ€heres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. Die 0,003 % kommen mir arg niedrig vor. --Blech 21:04, 11. Jan. 2012 (CET). Und der Ausdruck âSedimenteâ in dieser AufzĂ€hlung erscheint seltsam. -- Brudersohn 22:25, 11. Jan. 2012 (CET) |
Der Anteil des Kohlenstoffes im Boden betrÀgt 0,003 % und liegt in Form von Humus, Torf, Sedimenten und Mineralien vor.
Innerhalb der AtmosphĂ€re finden vorwiegend physikalische TransportvorgĂ€nge statt. Da durch Wind eine bestĂ€ndige Durchmischung stattfindet, ist die CO2-Konzentration in den unteren Schichten der AtmosphĂ€re ĂŒberall gleich.
Nur an Orten, die ĂŒber lĂ€ngere Zeit hinweg vor Wind geschĂŒtzt sind, kann sich CO2 am Boden ansammeln. Beispiel: Kohlendioxidseen in Bergwerken oder in Höhlen, die in vulkanisch aktiven Gebieten liegen.
Methan wird im Laufe der Zeit zu CO2 (und Wasser) oxidiert.
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Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnĂ€chst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfĂŒgst. NĂ€heres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. Könnte dem Earth Observatory widersprechen: http://earthobservatory.nasa.gov/Features/CarbonCycle/, vielleicht aber korrekt. |
Zwischen den verschiedenen Formen des anorganischen Kohlenstoffs besteht ein chemisches Gleichgewicht (die Prozentangaben gelten fĂŒr die Bedingungen T = 10 °C, pH = 8, Salzgehalt 34,3 â° â so wie sie zum Beispiel in weiten Bereichen der Ozeane herrschen):
<math>\mathrm{CO_2 + 3 \ H_2O \atop 1\, \%} {\overrightarrow{\longleftarrow}H_2CO_3 + 2 \ H_2O \atop 0\, \%} {\overrightarrow{\longleftarrow}HCO_3^{-} + H_2O + H_3O^+ \atop 94\, \%} {\overrightarrow{\longleftarrow}CO_3^{2-} + 2 \ H_3O^+ \atop 5\, \%} </math>
Ănderungen der Bedingungen und der Konzentrationen Ă€ndern auch die Gleichgewichtslage. So wĂŒrde eine Erhöhung der CO2-Konzentration der AtmosphĂ€re das Gleichgewicht nach rechts verschieben, die HydrosphĂ€re wĂŒrde also vermehrt Kohlenstoffdioxid aufnehmen. Andererseits wĂŒrde eine globale ErwĂ€rmung das Gleichgewicht nach links verschieben.
Bei der Sedimentation sinken schwerlösliche anorganische und organische Stoffe langsam zu Boden. Die Sinkgeschwindigkeit hĂ€ngt von der TeilchengröĂe und der Dichte des Wassers ab und kann in ungestörtem Wasser sehr niedrig sein. Im Kohlenstoffkreislauf spielt die Sedimentation der Kalkskelette der Coccolithophoridae eine groĂe Rolle.
Diagenese ist die langfristige Verfestigung loser Sedimente durch biologische, chemische und physikalische Umwandlungen. Dabei wird zum Beispiel aus den Kalk-Skeletten der Mikroorganismen Kalkgestein. Organische Ablagerungen werden unter bestimmten Bedingungen, wie sie in sauerstoffarmen, warmen Flachmeeren herrschen, stufenweise in anorganische oder andere organische Stoffe umgewandelt. Es entstehen Kerogene (zum Beispiel in Ălschiefer), Teerstoffe (Bitumen), Kohle, Graphit und Erdöl sowie Methan. Die Diageneserate betrĂ€gt 0,2 Gt C pro Jahr.
Metamorphose ist die langfristige Umwandlung von festem Gestein auf Grund von erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur: Durch Subduktion von Sedimenten des Meeresbodens werden Druck und Temperatur erhöht. An der GrenzflÀche von Kalk- und Silicatsedimenten (Sand) finden folgende chemische Umwandlungen statt:
Das hierbei freiwerdende CO2 löst sich im flĂŒssigen Magma und wird dann bei einem Vulkanausbruch frei oder entweicht gleich ĂŒber KlĂŒfte oder Vulkane.
Durch tektonische VerÀnderungen werden die entstandenen Silicate an die OberflÀche transportiert und der Verwitterung ausgesetzt.
Innerhalb der BiosphÀre findet ein Kohlenstoff-Fluss statt von den organische Stoffe erzeugenden autotrophen Organismen zu den organische Stoffe verbrauchenden heterotrophen Organismen. Durch Wind und Tiere wird organisches Material verfrachtet. Ein geschlossener Kreislauf ist erst durch die Vermittlung von AtmosphÀre und HydrosphÀre möglich.
Ein Speicher ist sowohl Quelle als auch Senke fĂŒr Kohlenstoff-FlĂŒsse.
Zwischen den Kohlenstoff-Speichern erfolgt ein stÀndiger Austausch durch chemische, physikalische, geologische und biologische Prozesse.
Hierbei handelt es sich um geochemische Prozesse, die in einem Zeitraum von mehreren tausend bis Milliarden Jahren ablaufen können.
Durch thermische Spannungen (Beispiel Frostsprengung), Druck (Beispiel Gletscher) sowie durch Wind- und Wassererosion können groĂe Gesteinsblöcke in immer kleinere Portionen zerteilt werden. Durch FlieĂgewĂ€sser wird dieses zerkleinerte Material verfrachtet und in den MĂŒndungsgebieten wieder abgelagert. Diese Sedimente können wieder durch Subduktion der Metamorphose unterworfen werden.
Verwitterung von Kalk- und Silikatgestein entzieht durch Vermittlung von Wasser der AtmosphÀre CO2. Das dabei entstehende Hydrogencarbonat ist löslich und verbleibt in der HydrosphÀre.
Durch Subduktion gelangt SiO2 (Quarzsand) und CaCO3 (Kalk) unter die Erdkruste. Dort werden sie durch die Hitze verschmolzen und reagieren zu Silikat und CO2 welche dann wiederum durch Vulkane an die ErdoberflĂ€che gelangen. Es wird mehr CO2 gebunden, als ausgestoĂen wird, so dass der CO2-Gehalt der AtmosphĂ€re vermindert wird.
Erfolgt die Verwitterung von Kalkgestein durch andere SÀuren, zum Beispiel SchwefelsÀure, die aus von Vulkanen abgegebenem Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid durch Oxidation und Reaktion mit Wasser entstehen kann, wird CO2 an die AtmosphÀre abgegeben:
Aus einer gesÀttigten Calciumhydrogencarbonat-Lösung wird durch Erhöhung des pH-Werts Calcit ausgefÀllt, wobei CO2 frei wird:
Diese Reaktion wird insbesondere durch eine Erhöhung des pH-Werts (basisch) infolge CO2-Verbrauchs (autotrophe Organismen!) und durch hohe Wasserverdunstung verstÀrkt. (Siehe auch: Stalaktit, Stalagmit, Sinterterrasse)
Organismen wie Muscheln, Schnecken und Einzeller fĂŒhren ebenfalls eine CalcitausfĂ€llung durch, um damit Skelette, GehĂ€use und Schalen aufzubauen. Besondere Bedeutung haben dabei marine Kleinorganismen (Foraminiferen und Coccolithophoriden), deren AuĂenskelette nach Absterben der Organismen sedimentieren und so Kalksedimente bilden, und Korallen, die Korallenstöcke aus Calciumcarbonat aufbauen. Ăber Korallenriffen ist die CO2-Konzentration deutlich erhöht. Alle Riffe der Erde (285.000 kmÂČ) fĂ€llen SchĂ€tzungen zufolge 0,64 Gt Calciumcarbonat pro Jahr aus. Dabei werden ĂŒber 0,28 Gt CO2 freigesetzt. Davon wird allerdings nur ein Teil an die AtmosphĂ€re abgegeben (siehe dazu auch: Klimageschichte!).
Der Kreislauf wird auf zwei Wegen wieder geschlossen:
| Vorgang | Flussraten in GtC pro Jahr | |
| 1 | Diffusion von CO2 | 91,7 |
| 2 | Diffusion von CO2 | 90 |
| 3 | AusfÀllung von Calcit | |
| 4 | Verwitterung von Calcit | 0,2 |
| 5, 9 | Verwitterung von Calcit und Silicat, dafĂŒr benötigtes CO2 | 0,2 |
| 6 | Metamorphose | 0,2 |
| 7 | Vulkanismus | 0,1 |
| 8 | Verwitterung von Silicat |
Hierbei handelt es sich um biochemische Prozesse, die zwar zunĂ€chst rasch ablaufen, aber mit langfristigen geologischen Prozessen gekoppelt sind. Dabei wird sedimentiertes, organisches Material unter anoxischen Bedingungen nicht mehr vollstĂ€ndig abgebaut. Nur ein geringer Teil wird durch anaerobe Bakterien in CO2 verwandelt. Durch Ăberschichtung mit weiteren Sedimentdecken und Absinken in gröĂere Tiefen erhöhen sich Druck und Temperatur. Dadurch werden die organischen BiomolekĂŒle unter Luftabschluss in Kerogen (u. a.: Kohlenwasserstoffe) oder Kohlenstoff (Kohle) umgewandelt.
An die OberflĂ€che tretendes Erdöl verliert die leicht flĂŒchtigen Verbindungen und verfestigt zu zĂ€hflĂŒssigem Asphalt, Erdpech oder Erdwachs (siehe: Asphaltsee!).
| Vorgang | Flussrate in Gt C pro Jahr | |
| 1 | Diffusion und Photosynthese | |
| 2 | Sedimentation | |
| 3 | Diagenese | |
| 4 | Ausgasung | |
| 5 | bakterieller Abbau | |
| 6 | bakterielle Methanoxidation |
Hierbei handelt es sich um biochemische Prozesse der Assimilation und Dissimilation, die rasch ablaufen und jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen können.
| Vorgang | Flussrate in Gt C pro Jahr | |
| 1 | Photosynthese der Landpflanzen | 120 |
| 2 | Atmung der Landpflanzen | 60 |
| 2 | Atmung der Tiere und Destruenten | 55 |
| 3 | NettoprimÀrproduktion der Landpflanzen | 60 |
| 4 | Detritus | 1 |
| 1 | Photosynthese der marinen PrimÀrproduzenten | 103 |
| 2 | Atmung der marinen PrimÀrproduzenten | 92 |
| 3 | Atmung der marinen Konsumenten und Destruenten | |
| 5 | Detritus | |
| 6 | Diffusion |
Aus der Analyse von Bohrungen im antarktischen Eis (blaue Kurve) ergibt sich, dass die globale Kohlenstoffdioxid-Volumenkonzentration der AtmosphĂ€re mindestens in den letzten 650.000 Jahren nie 300 ppm ĂŒberschritten hat.[3] WĂ€hrend der Eiszeiten war sie mit 180 ppm niedriger als wĂ€hrend der Warmzeiten. Mit Beginn der Industrialisierung stieg die Konzentration exponentiell an. (Die rote Kurve ergibt sich aus kontinuierlichen Messungen der GAW-Station Mauna Loa auf Hawaii seit 1958.)
Aus diesen Messungen ergibt sich zurzeit ein Anstieg des CO2-Gehalts der AtmosphÀre entsprechend 3,2 Gt C pro Jahr, der zur globalen ErwÀrmung beitrÀgt.
Durch die Verbrennung fossiler kohlenstoffhaltiger Brennstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle) und durch die Zementherstellung entsteht Kohlenstoffdioxid entsprechend 7,1 Gt C pro Jahr (Werte fĂŒr 1980er Jahre).[4] Mittlerweile sind die jĂ€hrlichen CO2-Emissionen auf etwa 8,7 Gt gestiegen.[5] Von den 7,1 Gt C nehmen die Meere 2 ± 1 Gt C pro Jahr auf, da die erhöhte CO2-Konzentration der AtmosphĂ€re das Diffusionsgleichgewicht auf die Seite des gelösten Kohlenstoffs verschiebt. Die durch dieselben Effekte verstĂ€rkte Photosynthese der Landpflanzen entzieht der AtmosphĂ€re 1,5 ± 0.7 Gt C pro Jahr, so dass 3,2 Gt C in der AtmosphĂ€re verbleiben und zu einem Anstieg der CO2-Konzentration fĂŒhren (3,2 Gt C entsprechen etwa einem Anstieg der CO2-Konzentration um 1,5 ppm, der Wert liegt derzeit bei 3 bis 4 ppm).
Die Verbrennung rezenter kohlenstoffhaltiger Brennstoffe (Rapsöl, Holz, Brandrodung) sollte als Eingriff in den kurzfristigen biochemischen Kreislauf nicht zur Erhöhung beitragen.
Bei der Zementherstellung reagiert Calciumcarbonat mit Ton (Aluminiumsilicat) zu einem Calciumsilicat. Dabei wird Kohlenstoffdioxid frei. Davon wird nur ein Teil beim Abbinden durch Bildung von Calciumcarbonat wieder der Luft entzogen.
Der frĂŒher verwendete Kalkmörtel stellte einen geschlossenen CO2-Kreislauf dar: Das beim Brennen entstandene CO2 wurde beim AushĂ€rten wieder gebunden.
Auch bei der Glasherstellung wird Kohlenstoffdioxid frei (vergleiche Metamorphose):
Aufforstung und besseres Management (Erosionskontrolle, Auswahl der Arten, NutzungsĂ€nderungen bei Plantagen, Umwandlung von Feldern in Weideland und andere MaĂnahmen) erhöhen die EffektivitĂ€t des CO2-Verbrauchs durch die Photosynthese der Kulturpflanzen. Hierdurch ergibt sich ein Verbrauch von 1,202 bis 1,589 Gt C pro Jahr. (Die Spannweite der SchĂ€tzung ergibt sich aus der Unsicherheit in der SchĂ€tzung des Effektes neu aufgeforsteter WĂ€lder, der mit 0,197 bis 0,584 Gt C pro Jahr zu Buche schlĂ€gt.) Dem steht allerdings eine Freisetzung von 1,788 Gt C pro Jahr durch Brandrodung gegenĂŒber.[6] Die Rolle der Ozeane im globalen Kohlenstoffkreislauf, insbesondere in ihrer Funktion als Kohlenstoffsenke, wurde u. a. 1990â2002 im internationalen Forschungsprojekt JGOFS untersucht.
Durch eine nachhaltige Holznutzung kann der Anstieg der Kohlenstoffdioxid-Konzentration in der AtmosphĂ€re und damit der Treibhauseffekt abgemildert werden. Durch die Holznutzung in einem nachhaltig bewirtschafteten Wald wird der im Holz gespeicherte Kohlenstoff ĂŒber einen langen Zeitraum der AtmosphĂ€re entzogen. Ohne Holznutzung, zum Beispiel in einem Natur- oder Urwald, wird der gespeicherte Kohlenstoff durch Zersetzung der BĂ€ume wieder als Kohlenstoffdioxid an die AtmosphĂ€re abgegeben. Der Wald in Deutschland speichert Kohlenstoff entsprechend rund 8 % der jĂ€hrlichen Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Somit kann durch vermehrten Holzeinsatz, zum Beispiel im Bauwesen oder im Möbelbau, langfristig Kohlenstoff aus der AtmosphĂ€re gespeichert werden. Ein Schreibtisch aus Holz speichert etwa 23 kg Kohlenstoff entsprechend etwa 83 kg Kohlenstoffdioxid. Eine Gartenbank aus einheimischem Holz etwa die HĂ€lfte.[7] Zum Vergleich: 83 kg Kohlenstoffdioxid entsprechen der Menge, die im Mittel ein deutscher Personenkraftwagen ausstöĂt, um eine Strecke von rund 520 km zurĂŒckzulegen. Nach der Nutzungsdauer kann das Holz durch Recycling weiterhin als Kohlenstoffspeicher gehalten werden, oder die gespeicherte Energie kann durch Verbrennung genutzt werden, wobei genauso viel Kohlenstoffdioxid entsteht, wie zuvor durch dessen Bildung der AtmosphĂ€re entzogen wurde.
FĂŒr die Photosynthese der Landpflanzen wĂ€re eine Kohlenstoffdioxid-Volumenkonzentration von 1 â° optimal. Die Steigerung der Photosyntheserate fĂ€llt allerdings geringer aus als erwartet, da das fĂŒr die Carboxylierung verantwortliche Enzym (Rubisco) temperaturabhĂ€ngig reagiert. In Folge ansteigender Temperaturen verringert sich die Carboxylierungsrate der Rubisco. Dies gilt fĂŒr die C3-Photosynthese. Vorausgesetzt, die Oxidationsrate der organischen Substanz erhöht sich gemÀà dem thermochemischen Grundsatz bei einem Temperaturanstieg, kommt es zu einer dynamischen positiven RĂŒckkopplung beider Prozesse mit dem Ergebnis schneller steigender atmosphĂ€rischer CO2-Gehalte: steigende CO2-Gehalte der AtmosphĂ€re â Temperaturanstieg â Erhöhung der Oxydationsrate bei geringerer bzw. nicht adĂ€quat ansteigender Carboxylierungsrate â steigende CO2-Gehalte der AtmosphĂ€re. Diese Dynamik verlangsamt sich, wenn sich Carboxylierungsrate und Oxydationsrate mehr und mehr annĂ€hern. FĂ€llt die Oxydationsrate unter die Carboxylierungsrate, sinken atmosphĂ€rischer CO2-Gehalt und Temperatur. Die Rubisco reagiert auf fallende Temperaturen mit höheren Carboxylierungsraten. Auch hier ergibt sich wieder eine positive RĂŒckkopplung mit dann schneller sinkenden Temperaturen und CO2-Gehalten. Die Ursache der Dynamiken ist in der temperaturabhĂ€ngigen BifunktionalitĂ€t der Rubisco zu finden. FĂŒr die gegenwĂ€rtige Situation des Klimawandels ist daraus folgender Schluss zu ziehen: Hat die anthropogen bedingte Dynamik steigender Temperatur- und CO2-Gehalte der AtmosphĂ€re erst einmal âFahrtâ aufgenommen, wird sich eine Eigendynamik entwickeln, die von Menschenhand nicht mehr zu stoppen sein wird.
Die Erhöhung der Kohlenstoffdioxidkonzentration in der AtmosphĂ€re fĂŒhrt zu einer vermehrten Lösung von CO2 im Meerwasser. Durch die Bildung von KohlensĂ€ure wird der pH-Wert des Wassers erniedrigt (saurer). Dadurch wird die biogene und abiogene AusfĂ€llung von Kalk behindert. Als Folge mĂŒsste die Menge des Phytoplanktons abnehmen und die Photosyntheserate sinken.
Durch die Erniedrigung des pH-Wertes von Regen und Wasser mĂŒsste die Verwitterung von Kalkgestein und damit der Verbrauch von CO2 ansteigen. Da geochemische Flussraten sehr gering sind, spielt dieser Effekt kurzfristig keine Rolle.
Ohne Eingriffe des Menschen hat sich im Laufe der Erdentwicklung ein relativ stabiles FlieĂgleichgewicht eingestellt. Jeder Teilnehmer des Kreislaufs gibt Kohlenstoff ab und nimmt welchen auf, ohne dass es dabei zu wesentlichen Ănderungen der Verteilung des Kohlenstoffes kommt.
Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe gelangt Kohlenstoff, der ĂŒber Jahrtausende hinweg eingelagert worden ist, in Form von CO2 in die ErdatmosphĂ€re. Insgesamt âproduzierteâ die Menschheit an der Schwelle zum 21. Jahrhundert etwa 8,7 Gt C pro Jahr. Das labile Gleichgewicht wird gestört. Die Folge ist die globale ErwĂ€rmung, wozu maĂgeblich der wachsende Anteil des Treibhausgases CO2 in der ErdatmosphĂ€re beitrĂ€gt.
Um dem entgegenzuwirken, wird versucht, Verfahren zu entwickeln, den ĂŒberschĂŒssigen Kohlenstoff aus der AtmosphĂ€re zu entziehen und in das Reservoir der Sedimente einzulagern (CO2-Sequestrierung).
Zurzeit werden Lösungen des CO2-Problems diskutiert, die zwar technisch bereits realisierbar, aber nicht beherrschbar und in den ökologischen FolgeschÀden nicht abschÀtzbar sind:
Die Zahlenangaben sind SchĂ€tzungen und können je nach verwendeter Literatur stark schwanken. Nicht immer ist klar, was unter den jeweiligen Kohlenstoff-FlĂŒssen zusammengefasst wird. Nicht immer sind die Angaben vollstĂ€ndig. Dadurch entstehen Probleme wie zum Beispiel in der Kohlenstoffbilanz der terrestrischen BiosphĂ€re: Dem Zufluss von 120 Gt C pro Jahr durch die Assimilation steht ein Abfluss von nur insgesamt 116 Gt C pro Jahr durch Dissimilation und Detritus-Bildung gegenĂŒber. Damit fehlen in der Bilanz 4 Gt C pro Jahr.
Die Quellenangaben schwanken zwischen 700 und 755 Gt C:
| Quelle | [8][9][10] | [11][12] | [13] | [14] | [15] |
| GröĂenangabe | 700 Gt C | 720 Gt C | 735 Gt C | 750 Gt C | 755 Gt C |