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Kontradiktorisch (widersprüchlich) wird eine Beziehung zweier Aussagen genannt, bei der von der Wahrheit der einen Aussage auf die Falschheit der anderen geschlossen werden kann und – das ist wichtig – von der Falschheit der einen Aussage auf die Wahrheit der anderen.
Beispielsweise kann man
Während diese beiden Aussagen auf Grund ihrer Form kontradiktorisch sind (die eine ist die Verneinung der anderen), sind viele Paare von Aussagen aus inhaltlichen Gründen kontradiktorisch. Inhaltlich widersprüchlich sind zum Beispiel die Aussagen „Das Kind ist gesund“ und „Das Kind ist krank“, weil, wer nicht gesund, krank, und wer nicht krank, gesund ist. Ob zwei Aussagen zueinander kontradiktorisch sind, hängt hauptsächlich von der inhaltlichen Bedeutung (Intension) der beteiligten Prädikatoren ab, hier von den Prädikatoren „gesund“ und „krank“.
Eine Kontradiktion, auch Widerspruch oder Falsum (lateinisch falsum – das Falsche) genannt, ist eine Aussage, die behauptet, dass zwei kontradiktorische Aussagen zugleich zutreffen, ist also mit anderen Worten die Konjunktion zweier widersprüchlicher Aussagen, zum Beispiel die Aussage „Die Erde ist rund, und die Erde ist nicht rund“ oder der Ausdruck <math>P \and \neg P</math>. In der klassischen Logik ist ein Widerspruch immer falsch.
Im weiteren Sinn werden daher oft alle Aussagen, die aus rein formallogischen Gründen immer falsch sind, Kontradiktion genannt, auch wenn sie nicht die Gestalt einer Konjunktion haben. Das gängige Symbol für eine Kontradiktion ist <math>\bot</math>.
Von der kontradiktorischen Beziehung zu unterscheiden ist die konträre Beziehung, die genau dann zwischen zwei Aussagen besteht, wenn beide zwar nicht zugleich wahr, aber zugleich falsch sein können.
Konträr sind beispielsweise die Aussagen „Hugo ist übergewichtig“ und „Hugo ist untergewichtig“: Es ist nicht möglich, dass beides zugleich zutrifft, sehr wohl aber können beide Aussagen falsch sein – im Beispiel etwa dann, wenn Hugo normalgewichtig ist. Die kontradiktorische Beziehung ist in dem Sinn stärker als die konträre Beziehung, als man bei letzterer zwar von der Wahrheit einer der beiden Aussagen auf die Falschheit der anderen Aussage schließen kann, der Schluss von der Falschheit einer der beiden Aussagen auf die Wahrheit der anderen aber nicht möglich ist: So darf man zwar von der Wahrheit der Aussage „Hugo ist übergewichtig“ auf die Falschheit der konträren Aussage „Hugo ist untergewichtig“ schließen, aber daraus, dass die Aussage „Hugo ist übergewichtig“ falsch ist, folgt nicht zwingend, dass die Aussage „Hugo ist untergewichtig“ wahr ist.
Thematisch verwandt mit der Kontradiktion ist die Redefigur des Oxymoron.
Einen konträren Gegensatz zur Kontradiktion bildet die Tautologie,
einen zum Oxymoron konträren Gegensatz bildet die Redefigur des Pleonasmus.
Inhaltsverzeichnis |
Laurence R. Horn: Contradiction. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy. (englisch, inklusive Literaturangaben)