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Krönung

Dieser Artikel behandelt die Zeremonie der Krönung. Für andere Bedeutungen siehe Krönung (Begriffsklärung).
Die Krönung Josephs II. zum römisch-deutschen Kaiser im Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt 1764
Die Krönung von König Ferdinand V. von Böhmen im Veitsdom 1836

Die Krönung ist eine Zeremonie, durch die eine Person, der Gekrönte, eine besondere Macht erhält. Zeichen dieser Macht ist üblicherweise die Krone.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Durch eine Krönung werden oder wurden in der Regel Könige und Kaiser bzw. Königinnen und Kaiserinnen in ihr Amt eingeführt. Mit der Krönung war auch der Vasalleneid der Untertanen verbunden. Im Gegenzug bestätigte der neugekrönte Herrscher alle Rechte und Privilegien, die in seinem Reich galten. Bei Herrschern, die keine Könige sind, also Großherzöge, Herzöge und Fürsten, spricht man von der Erbhuldigung.

Lange war es in der europäischen Geschichte ein Streitfall, ob weltliche Machthaber sich selbst krönen oder ob eine Krönung nur von einem kirchlichen Würdenträger durchgeführt werden darf.

Gegenwart (Europa)

Nicht in allen Ländern ist oder war eine Amtseinsetzung durch Krönung üblich. Belgien, die Niederlande oder Spanien etwa haben keine solche Tradition. Auch in solchen europäischen Ländern, die einst diese Tradition hatten, wurde sie zumeist im 19. oder frühen 20. Jahrhundert aufgegeben und durch eine Vereidigungsfeier (so in Schweden) oder durch eine Segnungsfeier (wie in Norwegen) abgelöst; in Dänemark findet sogar lediglich eine Proklamation durch den amtierenden Ministerpräsidenten statt, da die Vereidigung auf die Verfassung schon beim Erreichen der Volljährigkeit durchgeführt wird. Krönungen im eigentlichen Sinne, wo also der König gesalbt und ihm die Krone aufgesetzt wird sowie weitere Reichsinsignien in die Hand gegeben werden, gibt es in Europa heute allein noch in Großbritannien. Letzte europäische Krönungen außerhalb des Vereinigten Königreichs waren diejenigen von Håkon VII. 1905 im norwegischen Trondheim, von Ferdinand I. 1922 im rumänischen Alba Iulia sowie von Papst Paul VI. 1963. Bei Vereidigungs- und Segnungsfeiern hingegen bleiben die Reichsinsignien auf ein Kissen gebettet neben dem neu eingeführten Monarchen liegen und werden diesem nicht persönlich überreicht; in diesen Fällen ist es denn auch inkorrekt, von "Krönung" zu sprechen.

Königskrönung im Mittelalter (Europa)

Richard Löwenherz, Salbung zum König, 1189

In der europäischen Geschichte tritt die Krönung als die wesentlichste Zeremonie im Zuge der Königserhebung an die Stelle der Salbung, die in der Tradition der Salbung der Könige Israels steht. Doch diese wird während des Mittelalters weiterhin beibehalten.

Während der fränkische König Pippin III. sein Königtum durch Salbung (751) und drei Jahre darauf durch päpstliche Salbung bestätigen ließ, verbindet sein Sohn Karl der Große den Erwerb des Kaisertitels mit einer Krönung durch den Papst (800).

Heinrich I. verzichtete als erster römisch-deutscher König auf eine Salbung. Die Gründe hierfür sind aber nicht ganz klar. Sein Sohn Otto I. entschied sich dann aber für eine feierliche Königserhebung in Aachen im Jahre 936, die Salbung und Krönung einschloss. Dabei war wie bei seiner Kaiserkrönung im Jahre 962 die Krönung die hervorgehobene Zeremonie. Die kirchliche Feier im Zuge der Königserhebung wird daher auch durch einen Krönungsordo, nicht eine Salbungszeremonie, geregelt.

Artikel zu verschiedenen Krönungszeremonien

Siehe auch

Literatur

Links

  • "Der Weg zur Krone - Herrschererhebungen im Mittelalter" - Videoepisode über Krönungsrituale im Mittelalter bei DFG Science TV (Internetfernsehen der Deutschen Forschungsgemeinschaft)[1]
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