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| Kraslice | ||||
|---|---|---|---|---|
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Tschechien | |||
| Region: | KarlovarskĂ˝ kraj | |||
| Bezirk: | Sokolov | |||
| Fläche: | 8135 ha | |||
| Geographische Lage: | 50° 20′ N, 12° 31′ O50.329166666712.5086111111514Koordinaten: 50° 19′ 45″ N, 12° 30′ 31″ O | |||
| Höhe: | 514 m n.m. | |||
| Einwohner: | 7.053 (1. Jan. 2011) [1] | |||
| Postleitzahl: | 358 01 - 358 03 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | K | |||
| Verkehr | ||||
| StraĂźe: | Sokolov - Klingenthal | |||
| Bahnanschluss: | Sokolov–Klingenthal | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Stadt | |||
| Ortsteile: | 15 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Zdeněk Brantl (Stand: 2007) | |||
| Adresse: | námÄ›stĂ 28. Ĺ™Ăjna 1348 358 01 Kraslice | |||
| Gemeindenummer: | 560472 | |||
| Website: | mesto.kraslice.cz | |||
| Lageplan | ||||
| Lage von Kraslice im Bezirk Sokolov | ||||
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Kraslice (deutsch Graslitz) ist eine zum Okres Sokolov, Karlovarský kraj gehörende Stadt im Westen der Tschechischen Republik.
Inhaltsverzeichnis |
Das Stadtgebiet von Kraslice liegt in 514 Metern über Meereshöhe im Tal der Svatava (deutsch: Zwodau) zwischen dem Erzgebirge im Nordosten und dem Elstergebirge im Südwesten. Die Stadt selbst liegt am Fuße des 715 m hohen Hradiště (deutsch: Hausberg), auf dem früher eine Burg stand. In den eingemeindeten Ortsteilen finden sich mit dem Počátecký vrch (deutsch: Ursprungberg, 818 m) und dem Tisovec (deutsch: Eibenberg, 807 m) auch noch höhere Berge.
Nordwestlich von Kraslice verläuft die Grenze zu Sachsen. Dort liegt, etwa fünf Kilometer flussaufwärts, im Tal der in Deutschland Zwota genannten Svatava die deutsche Nachbarstadt Klingenthal im Vogtlandkreis. Der Hauptort der Region Karlovarský kraj, Karlovy Vary (deutsch: Karlsbad), befindet sich in etwa 30 km Entfernung im Südosten.
In der Geschichte der Stadt finden sich verschiedene Bezeichnungen für den Ort. So sind zum Beispiel Schloss Greselin, Zum Greselin, Gresslens, Gresslas, Gresslitz oder Graeslitz gebräuchlich. „Greselin“ bzw. Graslitz bedeutet „kleiner Nadelwald“ und war wohl die ältere Bezeichnung des Hausberges, der seinen Namen von dem auf ihm erbauten „Haus“, dem Schloss erhielt.[2]
Anfang des 12. Jahrhunderts war die Region noch ein unbesiedeltes Waldgebiet. Erstmals wird in einer Schutzurkunde des Papstes Lucius III. für den Besitz des Klosters Waldsassen aus dem Jahre 1185 eine Ansiedlung im oberen Zwodautal mit Namen Bernhausen (Bernhusin) erwähnt.[3] Nach und nach kamen unter der Aufsicht der Mönche aus dem Kloster Waldsassen deutsche Bauern in das Gebiet.
Ein wichtiges Datum war der 15. August 1370, als Kaiser Karl IV. dem in der Urkunde Gresslein genannten Ort die „gleichen Rechte und Gewohnheiten“ wie der Stadt Elbogen verlieh und ihn damit zur Stadt ernannte. Trotz des verliehenen Stadtrechtes entwickelte sich Graslitz aber zunächst nur langsam.
Das änderte sich, als mit dem beginnenden Bergbau neue Siedler in die Stadt und die Umgebung kamen. 1541 wurde der Stadt Graslitz der Titel einer „Freien Bergstadt“ verliehen. In der Folge wuchs der Ort schnell. Wurden 1548 noch 29 Häuser gezählt, waren es 1575 bereits 50 und 1654 sogar 345 Anwesen. Damit wurde Graslitz zur zweitgrößten Bergstadt im böhmischen Erzgebirge.[2] Es wurden vor allem Kupfer, Blei, Zinn und Silber abgebaut.
Im Jahre 1666 ging der Besitz von Stadt und Herrschaft Graslitz an den streng katholischen Grafen Hans Hartwig von Nostitz über. Dieser versuchte im Jahre 1671 die Gegenreformation durchzuführen, indem er die fast durchweg evangelische Bevölkerung vor die Wahl stellte, sich entweder zum katholischen Glauben zu bekennen oder auszuwandern. Zwischen 1671 und 1676 verließen daraufhin zwei Drittel der Bewohner, etwa 2000 Menschen, die Herrschaft Graslitz, um weiterhin beim protestantischen Bekenntnis bleiben zu können. Beispielsweise ließen sich zwölf Graslitzer Geigenmacher im sächsischen Markneukirchen nieder und gründeten dort 1677 die erste Geigenmacherinnung Deutschlands.[4] Auch das benachbarte Klingenthal profitierte vom Bevölkerungszuwachs durch die böhmischen Exulanten.
Als in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Bergbau immer weiter zurückging, setzte ein Strukturwandel in der Wirtschaft ein. Zwischen 1770 und 1800 wurde die Baumwollweberei in Graslitz eingeführt. 1808 wurde im heutigen Ortsteil Grünberg (tschech.: Zelená Hora) die erste mechanische Baumwollspinnerei errichtet. Sie diente der Versorgung der zahlreichen Hausweber von Graslitz und Umgebung mit Baumwollgarn. Im Laufe des 19. Jahrhunderts folgten weitere mechanische Textilbetriebe, Leinen- und Baumwollwebereien sowie im Jahre 1881 auch ein Unternehmen der Stickerei- und Spitzenindustrie. Gleichzeitig entwickelte sich die Herstellung von Musikinstrumenten. Vor allem die Blechblas- und Holzblasinstrumentenindustrie bestimmte ab 1850 das wirtschaftliche Gesicht der Stadt. Aber auch Mundharmonikas (Firma Koestler) und andere Musikinstrumente aller Art wurden hergestellt.
In Verbindung mit dem 1876 erfolgten Anschluss an das Eisenbahnnetz brachten die beiden wirtschaftlichen Standbeine Musikinstrumenten- und Textilindustrie dem Ort bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Graslitz 86 mittlere und kleinere Textilbetriebe sowie 11 Musikinstrumentenfabriken. Außerdem existierten 40 selbstständige Betriebe, die entweder Musikinstrumente oder deren Bestandteile herstellten.[5]
In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte der wirtschaftliche Aufschwung. Im Jahre 1918 zerfiel Österreich-Ungarn, zu dem Graslitz bis dahin gehört hatte, und es wurde die Tschechoslowakische Republik gegründet. In den ersten Nachkriegsjahren verbesserte sich zunächst die Konjunktur. Eine Wirtschaftskrise 1922 und die Weltwirtschaftskrise am Anfang der dreißiger Jahre führten zu hohen Arbeitslosenzahlen und erheblichen Schwierigkeiten vor allem für die in Graslitz ansässigen exportabhängigen Industriezweige.
Im Ergebnis des Münchner Abkommens wurde Graslitz 1938 in das Deutsche Reich eingegliedert. Der bis dahin zur Tschechoslowakei gehörige politische Bezirk Kraslice war von da an bis 1945 der Landkreis Graslitz im Regierungsbezirk Eger des Reichsgaus Sudetenland.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Deutschen enteignet und vertrieben, wodurch die Bevölkerungszahl drastisch zurückging.
Im Jahre 1960 verlor Kraslice den Status als Bezirksstadt (okresnà město), als der bis dahin existierende Okres Kraslice in den Nachbarbezirken Okres Cheb und Okres Sokolov aufging.
Entwicklung der Einwohnerzahl (zum jeweiligen Gebietsstand):
| 1821 | 1847 | 1870 | 1877 | 1900 | 1910 | 1921 | 1930 | 1939 | 1947 | 2001 | 2007 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 4090 | 5590 | 6335 | 7850 | 11464 | 13857 | 12526 | 13936 | 11597 | 6294 | 7273 | 7299 |
Kraslice gliedert sich in 15 Ortsteile (části obce):
| Name tschechisch |
Name deutsch |
Fläche ha[6] |
Bevölkerung 1930[7] |
Bevölkerung 2001[8] |
Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Černá u Kraslic | Schwarzenbach b. Frankenhammer | 654,26 | 234 | 0 | |
| Čirá | Lauterbach b. Graslitz | 405,99 | 130 | 27 | früher Litrbachy |
| Hraničná | Markhausen | 386,84 | 1253 | - | |
| Kámen | Stein am Hohen Stein | 248,73 | 251 | 11 | |
| KostelnĂ | Kirchberg am Hohen Stein | 503,29 | 371 | 12 | |
| Kraslice | Graslitz | 1301,43 | 13524 | 6797 | |
| Krásná u Kraslic | Schönwerth | 729,46 | 1100 | 104 | |
| Liboc u Kraslic | Frankenhammer | 656,87 | 471 | 2 | früher Čtyřdomà |
| Mlynská | Konstadt | 716,92 | 326 | 18 | |
| Počátky | Ursprung | 745,75 | 364 | 17 | |
| Sklená | Glasberg | 1) | 412 | 36 | |
| Sněžná | Schönau b. Graslitz | 821,96 | 575 | 14 | |
| Tisová u Kraslic | Eibenberg | 203,20 | 1794 | 88 | |
| Valtéřov u Kraslic | Waltersgrün | 574,65 | 143 | 8 | erstmalig 1184 erwähnt als Ullersgrün, ab 1348 Valtéřov[9] |
| Zelená Hora u Kraslic | Grünberg | 186,07 | 1362 | 103 | |
| Stadt Kraslice | Stadt Graslitz | 8135,42 | 22310 | 7237 |
1) In Kraslice enthalten
Mit Ausnahme von Sklená (Glasberg) waren alle bis 1945 selbständige Gemeinden des frĂĽheren Landkreises Graslitz. Sie entsprechen den heutigen 14 Katastralgemeinden (katastrálnĂ ĂşzemĂ). Glasberg war bereits damals ein Stadtteil von Graslitz, noch frĂĽher jedoch eine separate Gemeinde.
Größter Arbeitgeber in Kraslice ist der Musikinstrumentenhersteller Amati-Denak. Die Firma wurde 1945 als Genossenschaft gegründet und 1948 verstaatlicht. Bei der Privatisierung im Jahr 1993 gab man dem Firmennamen den Zusatz Denak (Dechové nástroje Kraslice = Blasinstrumente Kraslice). Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Kraslice und stellt vor allem Holz- und Blechblasinstrumente her (Saxofone, Klarinetten, Flöten und Fagotte, Trompeten, Hörner, Posaunen und Tuben). Ein Zweigbetrieb befindet sich in Hradec Kralové. Insgesamt sind rund 500 Personen bei AMATI-Denak beschäftigt, das sich zu den drei größten Musikinstrumentenherstellern in Europa zählt.
Kraslice besitzt einen Bahnhof an der grenzüberschreitenden Bahnstrecke Sokolov–Klingenthal. Direkte Zugverbindungen bestehen mit den Zügen der VIAMONT nach Sokolov bzw. Karlovy Vary (Karlsbad) und mit der Vogtlandbahn nach Zwickau.
Im Tal der Svatava verläuft die II/210 (BezirksstraĂźe 2. Klasse) aus Richtung Sokolov kommend durch Kraslice bis zu dem fĂĽr KFZ bis 3,5 t und Busse freigegebenen GrenzĂĽbergang nach Klingenthal. Im Stadtgebiet wird sie von der II/218 gekreuzt, die von Luby kommt und ĂĽber StĹ™Ăbrná nach Nejdek fĂĽhrt.
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