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Der Kreis Monschau (bis 1918 Kreis Montjoie, 1939 bis 1969 Landkreis Monschau) war ein Kreis in Nordrhein-Westfalen, der bis 1972 im durch das Aachen-Gesetz aufgelösten Regierungsbezirk Aachen bestand. Kreisstadt war Monschau, Autokennzeichen MON.
Am 31. Dezember 1971 hatte der Kreis 32.615 Einwohner auf einer Fläche von 290,32 Quadratkilometern.
Inhaltsverzeichnis |
Der ehemalige Kreis Monschau bildete von 1972 bis 2009 den Südteil des Kreises Aachen (jetzt Städteregion Aachen) sowie den Südwestzipfel des Kreises Düren. Die drei südlichen Kommunen der Städteregion Aachen, nämlich
werden häufig als Altkreis Monschau oder Südkreis Aachen bezeichnet. Im Norden schließt sich der ebenfalls zur Städteregion Aachen gehörige Wirtschaftsraum Eschweiler-Stolberg an. Ähnlich wie der Nordkreis Aachen betreiben die drei südlichen Kommunen eine gemeinsame Volkshochschule Südkreis Aachen.[1]
Auf dem Wiener Kongress wurde 1815 die Neuordnung der staatlichen Verhältnisse nach der Niederlage Napoleons beschlossen. Dank seiner Beteiligung an den Freiheitskriegen erhielt Preußen durch das Wiener Traktat neben anderen Bereichen auch das Aachener Gebiet zugesprochen. Im November 1815 erfolgte die Einteilung des Rheinlandes in zwei Provinzen (Provinz Jülich-Kleve-Berg und Provinz Großherzogtum Niederrhein) mit jeweils drei Regierungsbezirken. Einer davon war der Regierungsbezirk Aachen in der Provinz Großherzogtum Niederrhein. Entsprechend der preußischen Verwaltungsgliederung wurden darüber hinaus Kreise gebildet, deren Grenzen durch die französischen Kantone weitgehend vorbestimmt waren. Die Größe dieser neuen staatlichen Verwaltungsbezirke wurde so festgelegt, dass ein Bürger seine Geschäfte bei der Landratsverwaltung ohne Übernachtung erledigen konnte. Bei einer Wegezeit von ungefähr einer Stunde ergaben die Verhältnisse Anfang des 19. Jahrhunderts eine Geschwindigkeit – zu Fuß oder mit dem Pferdewagen – von 5 Kilometern pro Stunde.
An der Spitze der neuen Verwaltungseinrichtung stand nach den Bestimmungen des § 34 der Allerhöchsten Kabinettsorder Friedrich Wilhelm III. ein „Landrath“. Die Geburtsurkunde des Landkreises Montjoie war die Anordnung der königlich preußischen Regierung zu Aachen, die im Amtsblatt Nr. 1 vom 27. April 1816 veröffentlicht wurde. Mit dem 1. Mai 1816 trat der Landrat Bernhard Böcking für den Landkreis Montjoie sein Amt an. Dem Landkreis Montjoie wurden 6,60 geografische Quadratmeilen Fläche für 16.983 Bürger zugeteilt. Weder geografisch, wirtschaftlich noch verwaltungsmäßig blieb der Landkreis so bestehen, wie es im April 1816 verfügt wurde. 1822 wurde per Kabinettsorder die Provinz Großherzogtum Niederrhein mit der Provinz Jülich-Kleve-Berg zur preußischen Rheinprovinz vereinigt.
Der Landkreis Monschau gehörte bis 1945 zum preußischen Regierungsbezirk Aachen in der Rheinprovinz und nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1946 zum weiterbestehenden Regierungsbezirk Aachen in dem, aus dem nördlichen Teil der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen durch Verordnung Nr. 46 vom 23. August 1946 Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder[2] der britischen Militärregierung, neu gebildeten Land Nordrhein-Westfalen.
Die Grenzen des Landkreises Monschau und seine innere Einteilung haben immer ein wenig geschwankt. So hatte er die erste größere Einbuße gleich nach dem Ersten Weltkrieg zu verzeichnen. Die gesamte Bahnlinie im Monschauer Land bekam der belgische Staat, ebenso wie bedeutende Flächen der Vennwälder. Ein einschneidendes Ereignis in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bildete der Bau des Westwalles im Kreisgebiet, das im besonderen Maße von den Auswirkungen der Bautätigkeiten betroffen war. Auch der Zweite Weltkrieg brachte erneut Grenzkorrekturen. An Belgien mussten 850 Hektar Land abgetreten werden, später fielen Gebiete von 487 Hektar, insbesondere bei Fringshaus-Roetgen-Lammersdorf, aufgrund des Brüsseler Vertrages von 1956 wieder an den Kreis zurück.
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Stadt Ämter und Gemeinden |
In der Liste werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:
Anmerkung: Der Kreis wies bei der Wahl 1946 einen recht hohen Stimmenanteil (9,7 %) für unabhängige Kandidaten auf.
| Jahr | CDU | DZP1 | SPD | FDP | FUWV |
|---|---|---|---|---|---|
| 1946 | 69,7 | 13,6 | 7,0 | ||
| 1948 | |||||
| 19522 | 63,4 | 17,3 | 8,2 | 9,0 | |
| 1956 | 61,6 | 14,9 | 10,9 | 11,3 | |
| 1961 | 64,7 | 8,7 | 11,5 | 6,1 | 9,0 |
| 1964 | 60,7 | 3,5 | 19,5 | 8,1 | 8,2 |
| 1969 | 62,3 | 22,5 | 11,2 | 4,0 |
1 DZP: Deutsche Zentrumspartei
2 1952: zusätzlich: BHE: 2,3 %
Quelle: Jeweiliges Heft des Statistischen Landesamtes (LDS NRW), Mauerstr. 51, Düsseldorf, mit den Wahlergebnissen auf der Kreisebene. Die Zahlen von 1948 liegen nicht vor.
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