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Ein Kriegerdenkmal oder -ehrenmal ist ein Denkmal, das zur Erinnerung an die in einem Krieg gefallenen Soldaten errichtet wurde. Kriegerdenkmäler gehören in nahezu allen Teilnehmerstaaten des Ersten Weltkrieges zum Landschaftsbild, wurden aber auch in anderen Ländern anlässlich anderer Konflikte errichtet.
Während frühe Kriegerdenkmäler Stolz, Wehrwillen oder Revancheabsichten verkündeten, mahnen jüngere Kriegerdenkmäler zum Frieden. Manche Kriegerdenkmäler beziehen auch überlebende Teilnehmer oder zivile Opfer von Kriegen mit ein.
Inhaltsverzeichnis |
Kriegerdenkmale, die nicht nur an Feldherren oder Offiziere erinnern, sondern auch an einfache Soldaten, entstanden erst in der Neuzeit, genauer seit der französischen Revolution 1789 und den anschließenden Koalitionskriegen bis 1815. Damals wurde die Kriegführung durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht radikalisiert und gleichzeitig vergesellschaftet. Erstmals war die breite Masse der Völker vom Krieg betroffen; für die sich über mehr als 20 Jahre hinziehenden Koalitionskriege wurde eine bislang unvorstellbare Zahl von Soldaten mobilisiert. Das Wehrpflichtsystem begünstigte eine rücksichtslose Kriegführung mit riesigen Verlusten.
Die Ideale der französischen Revolution spiegelten sich also in der erstmaligen Erwähnung der Namen einfacher Soldaten auf Gedenktafeln und Denkmälern wider: Der „Bürger“ war „Soldat“ geworden.
Die Funktion eines Kriegerdenkmals ist vielfältig. Es soll die Angehörigen trösten, indem es dem Tod ihrer Verwandten einen Sinn verleiht, es soll die Überlebenden auf das Vorbild der Opfer verpflichten und den Staat und seine Ideale repräsentieren.
Deshalb gab es um die Aufstellung von Kriegerdenkmalen auch häufig Konflikte. Verschiedene gesellschaftliche Gruppen versuchten mit dem Denkmal, ihre Deutung des Krieges oder der Gesellschaft durchzusetzen. Etwa, ob nun die Trauer um die Toten oder eher Heldenverehrung (bisweilen mit Ausdruck des künftigen Willens zur Revanche) im Vordergrund stehen sollte.
In Deutschland sollen sich über 100.000 Kriegerdenkmäler befinden. Die ältesten Kriegerdenkmale im heutigen Sinne dürften einige Gedenktafeln für in den napoleonischen Kriegen gefallene Einwohner darstellen. Nachdem Friedrich Wilhelm III. am 10. März 1813 mit der Stiftung des Eisernen Kreuzes erstmals einen Orden schuf, dessen Verleihung unabhängig von Stand und Dienstgrad war, also erstmals auch dem einfachen Soldaten verliehen werden konnte, erließ er am 5. Mai 1813 die „Verordnung über die Stiftung eines bleibenden Denkmals für die, so im Kampfe für Unabhängigkeit und Vaterland blieben.“ In ihr heißt es u. a.: „§ 1: Jeder Krieger, der den Tod für das Vaterland in Ausübung einer Heldenthat findet, die ihm nach dem einstimmigen Zeugnis seiner Vorgesetzten und Kameraden den Orden des eisernen Kreuzes erworben haben würde, soll durch ein auf Kosten des Staats in der Regimentskirche zu errichtendes Denkmal auch nach seinem Tode geehrt werden. […] § 3: Außerdem soll für a l l e, die auf dem Bette der Ehre starben, in jeder Kirche eine Tafel auf Kosten der Gemeinden errichtet werden, mit der Aufschrift: Aus diesem Kirchspiele starben für König und Vaterland: Unter dieser Aufschrift werden die Namen aller zu dem Kirchspiel gehörig gewesenen Gefallenen eingeschrieben. Oben an die, welche das eiserne Kreuz erhalten, oder desselben würdig gewesen wären.“
Eine große und in ganz Deutschland vertretene Zahl von Kriegerdenkmälern wurde erstmals zur Erinnerung an Kriegsteilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 errichtet, wobei in den Regionen, die vom Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und vom Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 betroffen waren, auf den Denkmälern auch oft der Teilnehmer dieser Kriege gedacht wurde. Spätere Kriegerdenkmäler des Ersten Weltkriegs würdigen meist nur noch die gefallenen Soldaten des jeweiligen Ortes, und die des Zweiten Weltkriegs meist zivile und militärische Opfer.
Auf vielen Kriegerdenkmälern werden die Gefallenen und Vermissten eines Ortes oder der politischen Gemeinde einzeln namentlich genannt – das sind die Kriegerdenkmäler im Wortsinn. Wenn auf den Denkmälern lediglich ein Widmungstext ohne Namensnennung der Gefallenen zu finden ist, handelt es sich strenggenommen um kein Kriegerdenkmal, sondern um Mahnmale, Regiment-Ehrenmale u. Ä. In größeren Städten, wo die genaue Ermittlung der Namen aller Kriegsteilnehmer der Stadt sehr kompliziert oder unmöglich war, finden sich selten Denkmale mit Namenslisten.
Die vorwiegend verwendeten Baumaterialien wie Bronze, Granit, Marmor, Findlinge u. a. drücken bereits den Wunsch nach der Dauerhaftigkeit eines Denkmals aus. Die Denkmalsinschriften verweisen bei den bis 1945 entstandenen Denkmälern oft auf die Tugenden der gefallenen Soldaten: Tapferkeit, Mut, Vaterlandsliebe, Treue, Opferbereitschaft, Kameradschaft und Pflichterfüllung bis in den Tod. Dagegen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mehr die Rolle der Gefallenen als Kriegsopfer betont.
Viele Kriegerdenkmäler nach den Einigungskriegen 1864, 1866 und 1870/71 (Deutsch-Französischer Krieg) haben weniger die Ehrung der Gefallenen, als vielmehr aller (auch der überlebenden) Kriegsteilnehmer zum Inhalt. Nach der Reichsgründung und dem gewonnenen dt.-frz. Krieg werden die mit den Ehrenmalen bedachten Soldaten häufig in den Inschriften als „siegreiche Helden“ bezeichnet. Orte, die Kriegsteilnehmer entsandt hatten, gedachten ihrer Veteranen und Toten häufig mit Denkmälern an zentralen öffentlichen Orten, beispielsweise am Rathaus, am Schulhaus, auf dem Marktplatz, im Stadtgarten usw. Die Denkmale wurden von Kriegervereinen und den Gemeinden gestiftet.
Dem damaligen nationalen Selbstverständnis zufolge zieren solche Ehrenmale oft Viktoria, Germania, oder Adler mit ausgebreiteten Schwingen, auch der Obelisk als uraltes Siegeszeichen ist häufig anzutreffen. Reine Toten-Ehrenmale weisen oft übertrieben schmuckvolle Sarkophag-, Aufbahrungs- oder Urnen-Darstellungen auf, die einem Staatsbegräbnis gerecht würden, aber nichts mit der tatsächlichen Beisetzungssituation zu tun haben. Die Darstellung soldatischer Figuren geschah auf den Ehrenmalen 1870/71 nur sehr selten.
Der Aufstellung von Denkmälern kam ein Gesetz von 1890 entgegen, das die Befugnis zur Errichtung von Denkmälern auf die Gemeinden übertrug. Ab dann wurden zahlreiche neue Ehrenmale für 1870/71 errichtet, insbesondere zu Jahrestagen des Sieges über Frankreich, wie dem 25sten 1896 oder dem 40sten 1911. Die Industrialisierung hatte inzwischen viele Gemeinden zu Geld kommen lassen, die überlebenden Veteranen waren nun im gesetzten Alter und setzten sich hiermit oft auch selbst ein Denkmal. Gleichzeitig sind viele nach 1900 errichtete Denkmäler für 1870/71 auch Zeichen der Militarisierung, die die Gesellschaft unter Kaiser Wilhelm II. erfuhr.
Kriegerdenkmal 1864–66 und 1870/71 auf dem Marktplatz in Putbus
Kriegerdenkmal 1864–1866 und 1870–1871 in Rheda-Wiedenbrück zeigt Wilhelm I
Kriegerdenkmal 1870/71 in Dieburg
Kriegerdenkmal 1870/71 in Bietigheim
Kriegerdenkmal 1870/71 am Köpfleinsberg in Nürnberg
Kriegerdenkmal 1870/71 in Eppenbrunn, Pfalz
Kriegerdenkmal für die „siegreichen Helden“ 1870/71 in Heinsheim
Kriegerdenkmal 1870/71 in Eisenberg
Kriegerdenkmal 1864–66 und 1870/71 in Münster
Ehrentafel für Kriegsteilnehmer 1870/71 in Zimmerhof von 1911
Kriegerdenkmal 1870/71 im Alten Friedhof Heilbronn mit Darstellung eines Sarkophags und Namenstafel
Kriegerdenkmal 1870/71 an der Stadtkirche Esslingen am Neckar
Kriegerdenkmal von 1871 vor der Bürgeramtsnebenstelle in Massen
Das 1877 eingeweihte Kriegerdenkmal des Infanterie-Regiments No. 76 in Hamburg-Rotherbaum
Kriegerdenkmal Walstedde, zu den Kriegen 1864–1866, 1871, errichtet 1889
Kriegerdenkmal in Reinholdshain, Granate und Kanonenkugeln
Denkmal für den ersten im 70/71er Krieg gefallenen preußischen Soldaten auf dem Geisberg über Wissembourg
Kriegerdenkmal 1870/71 in Marburg
Kriegerdenkmal II 1870/71 in Marburg
Kriegerdenkmal für französische Soldaten von 1809 in Poysdorf, Niederösterreich
Kriegerdenkmal in Funchal auf Madeira
Durch die ungleich höhere Zahl an Opfern, die der Erste Weltkrieg im Vergleich mit den vorangegangenen Kriegen gefordert hatte, stand in den Ehrenmälern für die Soldaten 1914–1918 zunächst das Totengedenken im Mittelpunkt. Stifter waren vielerorts die Gemeinden oder Kirchengemeinden und nur noch selten Kriegervereine. Die Denkmäler befinden sich darum auch zumeist an oder in Kirchen und beschränken sich auch oft auf die Auflistung der Namen der Gefallenen. Da nicht nur der Krieg verloren war, sondern auch das Kaiserreich untergegangen und die alte Armee aufgelöst worden war, weisen die Denkmäler üblicherweise keine nationalen Symbole auf, vielmehr zeigen sie Eisernes Kreuz, Eichenlaub, Schwert und Stahlhelm sowie christliche Symbolik. Der Obelisk oder die Säule als Siegesymbol sind nur noch sehr selten anzutreffen. Figürliche Darstellungen zeigen bei Denkmälern um 1920 häufig mittelalterliche Figuren, später sterbende und trauernde Krieger.
Hierbei ist zu beobachten, dass mit zunehmender Größe der Gemeinde (Stadt) die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass ein Namens-Denkmal vorhanden ist. Während fast in jedem Dorf in Deutschland heute noch an die Gefallenen der Weltkriege erinnert wird, findet man in praktisch keiner Großstadt ein derartiges Gesamt-Denkmal. Anstelle dessen wurden für einige Städte wie Nürnberg, Stuttgart oder Würzburg „Gedenkbücher“ herausgegeben. Das wohl umfangreichste deutsche Großstadt-Gesamtdenkmal war das im Zweiten Weltkrieg beschädigte und nicht mehr im Ursprungszustand hergestellte Münchener Kriegerdenkmal mit 13.000 Namen. Das Bremer Ehrenmal „Altmannshöhe“ dürfte das größte noch bestehende Namensdenkmal in Deutschland sein. Abgesehen von politischen Vorbehalten bereits in den 1920er Jahren stand in größeren Gemeinden der Errichtung von Denkmälern die Kostenfrage entgegen und/oder man scheute den Arbeitsaufwand für die Ermittlung der vielen Namen.
Bereits im Verlauf der 1920er Jahre setzte bei nachträglich errichteten Kriegerdenkmalen ein Trend zur vermehrten Darstellung figürlicher Szenen ein. Die Darstellungen wurden nun jedoch häufig antikisiert, d. h., sie zeigten idealtypische, oft auch nackte Kämpfer, die stellenweise die heroisierende Darstellung von Kriegern während der wenig später anbrechenden NS-Zeit vorwegnahmen. Dennoch gibt es auch hier bemerkenswerte Ausnahmen, etwa das 1929 in Golzheim errichtete Ehrenmal, in dessen Zentrum sich die Plastik einer Friedenstaube mit Ölzweig befindet.
Ehrenmal Friedhof Finkenbach-Gersweiler (Nordpfalz), Bj. 1921, für die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen beider Weltkriege
Ehrentafel 1914–18, kath. Pfarrkirche Clausen, Südwestpfalz
Ehrenmal für die Kriegstoten 1914–18, Kirche Frankenbach
Gedenkstätte für Gefallene 1914–18, Neckargartach
Gedenktafeln von 1914–1918 an der Stadtkirche Lengerich (Westfalen)
Regiments-Ehrenmal des Füsilier-Regiments Kaiser Franz Joseph, 4. Württ. Nr. 122 in Heilbronn mit württemberger Hirsch.
Regiments-Ehrenmal des Landwehr Inf-Rgt. 121 im Friedenspark in Heilbronn
Kriegerdenkmal im Hafenmarktturm Heilbronn, Reliefplastik von 1925
Kriegerdenkmal 1914/18 in Schmalenberg Südwestpfalz
Kriegerdenkmal 1914/18 in Waldfischbach-Burgalben, Südwestpfalz
Kriegerdenkmal 1914/18 in Zweibrücken
Kriegerdenkmal 1914/18 in Herschberg
Kriegerdenkmal 1914–18 in Niedaltdorf im Saarland von 1925
Kriegerdenkmal 1914–18 in Drensteinfurt
Kriegerdenkmal 1914–18 in Köln-Urbach
Kriegerdenkmal Tunxdorf
Kriegerdenkmal für einen Kaiserjäger
Kriegerdenkmal 1914–18 in Neustadt/Harz
Ehrenmal für die Kriegstoten 1914–18 in Strümpfelbach (Weinstadt)
Hauptfriedhof Karlsruhe, 1930 von Hermann Billing
Kriegerdenkmal in Berlin-Kreuzberg, geschaffen von Eberhard Encke 1924; Denkmal nach Farbattacke
Kriegerdenkmal auf dem Tönsberg in Oerlinghausen
Ehrenmal (errichtet 1923) auf dem Denkmalplatz in Verl
Kriegerdenkmal in Muchenitz (Mechnice), Oberschlesien (heute in Polen)
Kriegerdenkmal (1914-1918) in Calvörde
Ehrenmal Helm ab zum Gebet des Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 von Richard Kuöhl auf deren Ehrenfriedhof (1924)
Ehrenmal der 318 Gefallenen der Sankt Mariengemeinde zu Lübeck von Hermann Joachim Pagels (1929)
Nach 1933 errichtete Kriegsdenkmäler für 1914–18 rückten die Forderung nach Opferbereitschaft in den Mittelpunkt. Die verwendete Symbolik stellt Kampfbereitschaft, Mut und Siegesgewissheit dar; so sind nach 1933 auch wieder verstärkt Siegessymbole wie Säulen, Adler, Schwerter (Lindhoopdenkmal in Kirchlinteln) und Flammen zu finden, mitunter auch heroische Kampfdarstellungen. Viele der Denkmale zeigen (Soldaten-)Figuren im Stil der Zeit, die eine steingewordene Ehrenwache darzustellen scheinen. Die Denkmale wurden verstärkt wieder im öffentlichen Raum bzw. abseits von Kirchen errichtet, um das „Heldengedenken“ von christlichen Traueraspekten zu lösen und wieder in die Alltagskultur zu integrieren.
Kriegerdenkmal 1914/18 in der Ortsmitte von Dahn/Südwestpfalz
Kriegerdenkmal 1914–18, errichtet 1934 in Bad Rappenau
Kriegerdenkmal für 1914–18 von 1938 in Frankenbach
Gedenkstätte in Chemnitz-Grüna
Kriegerdenkmal für 1914–18 errichtet 1938 in Wilgartswiesen/ Südwestpfalz
Lindhoopdenkmal errichtet 1932 in Kirchlinteln/Niedersachsen
Im Zweiten Weltkrieg nahm der Anteil ziviler Opfer an den Gesamtverlusten enorme Ausmaße an (siehe Kriegstote des Zweiten Weltkrieges). Auch aufgrund der politischen Diskussion und des Pazifismus der Nachkriegszeit wurden Denkmäler daher zumeist nicht allein den Soldaten, sondern allen Opfern des Krieges gewidmet, wobei man überwiegend auf die Nennung der einzelnen Namen verzichtete. Die chaotische Situation in Deutschland nach 1945 mit der großen Zahl von Vertriebenen und Verschollenen hätte eine genaue Erfassung aller Namen in größeren Städten ohnehin unmöglich gemacht.
Reine Kriegerdenkmäler wurden nur vereinzelt neu errichtet. Häufiger wurden Kriegerdenkmäler für 1914–18 um die Namen der Toten 1939–45 ergänzt. In der DDR war an deutsche Kriegerdenkmäler für 1939–45 nicht zu denken. Vielerorts wurden hingegen Ehrenmale für sowjetische Soldaten errichtet. In den ehemaligen deutschen Ostgebieten wurden nach der Flucht und Vertreibung der Deutschen nach 1945 unzählige ältere Denkmäler geschleift oder umgewidmet.
Die größten Ehrenmale in Deutschland für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges sind das Marine-Ehrenmal in Laboe bei Kiel (allerdings bereits für den Ersten Weltkrieg errichtet und dann in seinem Bedeutungsgehalt erweitert) und das Sowjetische Ehrenmal in Berlin-Treptower Park. Das vergleichsweise schlichte Ehrenmal des Deutschen Heeres befindet sich auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz am Rhein. Koblenz war viele Jahre die größte Bundeswehr-Garnisonsstadt. Das zentrale Ehrenmal der Luftwaffe befindet sich am Standort der Offizierschule der Luftwaffe in der Nähe des Fliegerhorsts der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck. Es handelt sich hier jedoch nicht um ein reines Kriegerdenkmal im engeren Sinn, sondern erinnert sowohl an zivile als auch an militärische Opfer der Luftfahrt in Krieg und Frieden.
Bei nach 1945 neu errichteten Kriegerdenkmälern sind häufig christliche Symbole wie das Kreuz und die Pietà oder Palmzweige vorzufinden, die Anlagen wirken durch ihre Architektur häufig auch tempelartig.
Sowjetisches Ehrenmal Berlin-Schönholz
Kriegsopfermahnmal 1870/71 * 1914/18 * 1939/45 in Pirmasens Südwestpfalz
Kriegerdenkmal 1939–45 in Gräfenberg
Ehrenmal 1939–45 in Sundern
Kriegerdenkmal 1914–18 und 1939–45 in Mitterteich, Bayern
Kriegerdenkmal 1914–18 und 1939–45 in Lampertheim
Kriegerdenkmal 1914–18 und 1939–45 in Winterbach, Südwestpfalz
Kriegerdenkmal 1914–18 und 1939–45 in Rütschenhausen
Ehrenmal 1914–18 und 1939–45 in Schlichting
Kriegerdenkmal 1914–18 und 1939–45 in Tannheim (Württemberg)
Gefallenendenkmal in Ruppertsweiler, Südwestpfalz; am 19. November 2006 der Öffentlichkeit übergeben
Kriegerdenkmal 1914–18 und 1939–1945 in Dorsten
In der Rotunde im Greizer Park
Gefallenenehrenmal 1939-1945 in Erfweiler-Ehlingen, Saarland, Saarpfalz-Kreis
Am Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung auf dem Gelände des Bendlerblocks wurde ein Ehrenmal für die im Dienst getöteten Angehörigen der Bundeswehr errichtet. Der Grundstein für die Gedenkstätte wurde am 27. November 2008 am östlichen Rand der Hildebrandstraße gelegt, das fertige Ehrenmal am 8. September 2009 durch Bundespräsident Horst Köhler eingeweiht. Es ist ein Stahlbetonquader von 32 Metern Länge, acht Metern Breite und zehn Metern Höhe. Er ist mit einer durchbrochenen Bronzehülle verhängt, deren Struktur an die im Todesfall halbierten Erkennungsmarken der Soldaten erinnert. In dem Raum der Stille (Cella) werden für jeweils etwa fünf Sekunden Namen von über 3100 im Dienst ums Leben gekommener Soldaten an die Wand projiziert. Damit ähnelt es einer Videoinstallation und unterscheidet sich von traditionellen Kriegerdenkmälern, bei denen die Namen in Stein gemeißelt werden. Dadurch soll Heldenverehrung vermieden und stattdessen die Vergänglichkeit des Lebens und Individualität des Todes betont werden. Das Denkmal ist direkt an den öffentlichen Raum angebunden und öffentlich zugänglich.
Öffnungszeiten: Werktags von 9 bis 18 Uhr, Donnerstags bis 20 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr.
Die drei Teilstreitkräfte besitzen eigene Ehrenmale:
In Österreich stehen in vielen Ortschaften auf dem Hauptplatz, bei der Kirche oder auf dem Friedhof Kriegerdenkmäler, die an die Gefallenen beider Weltkriege erinnern sollen. Hier sind meist die aus der jeweiligen Ortschaft stammenden Gefallenen mit Namen und Todesdatum eingetragen. In seltenen Fällen gehören zu diesen Denkmälern Fotogalerien.
Die ersten Kriegerdenkmäler im großen Stil entstanden im Laufe des Ersten Weltkrieges. Auf Grund der schon hohen Opferzahl wurden 1915 Leitlinien zur Errichtung von Gefallenendenkmälern erstellt. So wurden von den Lehrern am Österreichischen Museum für Kunst und Industrie und dem k.k. Gewerbeförderungsverein, beispielsweise von Josef Hoffmann, Franz Barwig und Oskar Strnad, Kriegerdenkmäler entworfen.[1]
Aber auch schon früher gab es einzelne Denkmäler. So wurde für die Gefallenen der Schlacht von Aspern von Joseph Kornhäusl als „Tempel des Kriegsruhms“ im Jahr 1813 der Husarentempel bei Mödling errichtet.
In der Schweiz gibt es nur eine zurückhaltende Tradition von Kriegerdenkmälern. Beispiele sind das Löwendenkmal Luzern, das Suworow-Denkmal auf dem Gotthardpass oder das Winkelrieddenkmal in Stans.
In Frankreich wurden praktisch flächendeckend Denkmäler errichtet, vor allem in den 1920er Jahren für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Anders als in Deutschland wurden auch in vielen größeren Gemeinden (Städten) teilweise sehr umfangreiche Gedenkorte geschaffen, sehr oft in der Form eines steinernen Denkmals (Mauer, Obelisk) an zentralem Ort.
Ein beachtlicher Anteil der Denkmäler der 20er Jahre hat eine ausdrücklich pazifistische bzw. antimilitaristische Tendenz.
Obernai/Bas-Rhin; zum Gedenken der im Zweiten Weltkrieg zwangsweise in die dt. Wehrmacht integrierten Soldaten „Malgré-nous“
Eine besondere Problematik des Gedenkens ergab sich in den Gebieten von Elsass und Lothringen, die 1871–1919 und 1940–1945 unter deutscher Herrschaft gestanden hatten: Die Geschichte brachte es mit sich, dass die in den Kriegen (1870/71, 1914/18 und 1939/45) Gefallenen aus der Sicht der Nachkriegszeit meist für die „falsche Sache“ ihr Leben gelassen hatten. Andererseits zeigt sich dann aber auch, dass mit fortschreitender Zeit der Satz einer unbekannten Elsässerin zur Richtschnur wurde: „Dann waren sie alle bloß noch Tote und keine Soldaten mehr.“
Das Kriegsgräbergesetz vom 4. April 1873 führte bereits in den 1870er Jahren zu der Errichtung von zahlreichen Denkmalen auf den Gräbern der Opfer des Deutsch-Französischen Krieges. Initiativen größeren Rahmens ergriff jedoch erst etwa zwanzig bis dreißig Jahre nach den Kriegsereignissen die private Organisation „Souvenir Français“.[2]
In Frankreich finden sich ebenfalls Denkmäler zum Andenken an die Opfer des Indochinakrieges (1945–1954) und des Algerienkrieges (1954–1962): z. B. in Saverne und Obernai.
Neben Frankreich und Deutschland sind Länder wie Großbritannien, Italien und Staaten auf dem Gebiet der früheren Donaumonarchie (Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn) sowie den Nachfolgestaaten von Jugoslawien zu nennen. Auch dort findet man heute noch weithin Kriegerdenkmäler für den Ersten Weltkrieg – vor allem im ländlichen Bereich. Im Königreich Jugoslawien werden die Monumente des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrović programmatisch, die einen klassischen Bezug zeigen.
Im ehemaligen Jugoslawien sind insbesondere noch die Denkmäler des sogenannten antifaschistischen Befreiungskrieges der kommunistisch geführten Partisanenverbände von Josip Broz Tito zu nennen. Hauptvertreter der oft als Skulpturenpark angelegten weitläufigen Anlagen, die international große Beachtung fanden, ist der Bildhauer und Architekt Bogdan Bogdanović.
Weitere
Das Soldatenmotiv des United States Marine Corps War Memorial von 1954 auf dem National-Friedhof in Arlington beruht auf der von dem Kriegsberichterstatter Joe Rosenthal 1945 während der Kampfhandlungen auf der Pazifikinsel Iwo Jima gemachten Aufnahme Raising the Flag on Iwo Jima. Es zeigt die Hissung der amerikanischen Flagge auf dem Suribachi, der höchsten Erhebung der Insel. Die Szene war nicht, wie oft behauptet wird, nachgestellt, was die gleichzeitig gemachten Filmaufnahmen eines anderen Kriegsberichterstatters belegen. Jedoch handelte es sich um die zweite Flaggenhissung auf Suribachi, in der die zuerst gehisste Flagge durch eine größere (und daher besser sichtbare) ersetzt wurde. Das dem Foto nachempfundene überlebensgroße Denkmal verdichtet die Komposition der Figurengruppe nochmals und steht deutlich in der Tradition der Heldenverehrung.
Dagegen hat das Vietnam Veterans Memorial in Washington, D.C. einen deutlichen Mahnmalcharakter. Das von der Architekturstudentin Maya Ying Lin entworfene Denkmal geht auf die Initiative des Vietnamveteranen Jan Scruggs zurück und wurde 1982 eingeweiht. Eine Wand aus schwarzem polierten Marmor listet in der Reihenfolge des Todes oder der Vermisstenmeldung kommentarlos über 58.000 Namen auf. Der anklagende Charakter rief Kontroversen hervor, die zu weiteren gestalterischen Ergänzungen führten.
Saverne, Bas Rhin, Frankreich
Der Shrine of Remembrance in Melbourne, Australien