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Eine Kugel ist in der Geometrie die Kurzbezeichnung für Kugelfläche und Kugelkörper.
Inhaltsverzeichnis |
Die Kugelfläche ist die bei der Drehung einer Kreislinie um einen Kreisdurchmesser entstehende Fläche. Sie ist eine Rotationsfläche sowie eine spezielle Fläche zweiter Ordnung und wird beschrieben als die Menge (der geometrische Ort) aller Punkte im dreidimensionalen euklidischen Raum, deren Abstand von einem festen Punkt des Raumes gleich einer gegebenen positiven reellen Zahl <math>\!\ r</math> ist. Der feste Punkt wird als Mittelpunkt oder Zentrum der Kugel bezeichnet, die Zahl <math>\!\ r</math> als Radius der Kugel.
Die Kugelfläche teilt den Raum in zwei getrennte offene Untermengen, von denen genau eine konvex ist. Diese Menge heißt das Innere der Kugel. Die Vereinigungsmenge einer Kugelfläche und ihres Inneren heißt Kugelkörper oder Vollkugel. Die Kugelfläche wird auch Kugeloberfläche oder Sphäre genannt.
Sowohl Kugelfläche als auch Kugelkörper werden oft kurz als Kugel bezeichnet, wobei aus dem Zusammenhang klar sein muss, welche der beiden Bedeutungen gemeint ist.
Eine Kugelfläche mit Mittelpunkt (<math>\!\ x_0</math>, <math>\!\ y_0</math>, <math>\!\ z_0</math>) und Radius <math>\!\ r</math> ist die Menge aller Punkte (<math>\!\ x</math>, <math>\!\ y</math>, <math>\!\ z</math>), für die
erfüllt ist.
In Vektorschreibweise mit <math>\vec{x} = \begin{pmatrix}x \\ y \\ z\end{pmatrix}</math>, <math>\vec{m} = \begin{pmatrix}x_0 \\ y_0 \\ z_0\end{pmatrix}</math>
oder
Die Punkte auf der Kugelfläche mit dem Radius <math>\!\ r</math> und dem Zentrum im Ursprung können wie folgt parametrisiert werden:
| Geometrische Größe | Formel |
|---|---|
| Kugelradius | <math>\!\ r</math> |
| Kugeldurchmesser | <math>\!\ d =2 r</math> |
| Umfang (Großkreis) | <math>U =2 \pi r = \pi d\ {\color{OliveGreen} = \frac{\mathrm dA_\mathrm{PF}}{\mathrm dr}}</math> |
| Volumen | <math>V = \frac{4}{3} \pi r^3 = \frac{1}{6} \pi d^3 = \int_{-r}^r \left(r^2-x^2\right)\pi \mathrm dx</math> |
| Oberfläche | <math>A_O = 4 \pi r^2 = \pi d^2\ {\color{OliveGreen} = \frac{\mathrm dV}{\mathrm dr}}</math> |
| Projektionsfläche/Kugelquerschnitt | <math>A_\mathrm{PF} = \pi r^2 = \int_0^r U \mathrm dr</math> |
| Höhe (Kugelsegment/-kalotte) | <math>\!\ h</math> |
| Volumen einer Kugelkalotte | <math>V_\mathrm{KK} = \frac{\pi h^2}{3} (3r - h)</math> |
| Flächeninhalt einer Kugelkalotte | <math>A_\mathrm{KK} = 2 \pi r h = 2 \pi r^2 \left(1-\cos\frac{\alpha}{2}\right)</math> |
| Mantelfläche einer Kugelschicht | <math>A_\mathrm{KS} = 2 \pi r h = 2 \pi r^2 \int_\alpha^\beta \sin x\,\mathrm dx</math> |
| Trägheitsmoment einer Hohlkugel (Drehachse durch Mittelpunkt) | <math>J = \frac{2}{3} mr^2</math> |
| Trägheitsmoment einer Vollkugel (Drehachse durch Mittelpunkt) | <math>J = \frac{2}{5} mr^2</math> |
| Öffnungswinkel | <math>\!\ \alpha</math> |
Das Kugelvolumen ist der Rauminhalt einer Kugel, der durch die Kugeloberfläche begrenzt wird.
Nach einer Überlegung des griechischen Mathematikers Archimedes gibt es zu einer Halbkugel mit Radius <math>\!\ r</math> einen Vergleichskörper, dessen Volumen mit dem der Halbkugel übereinstimmt, aber einfach zu berechnen ist. Dieser Vergleichskörper entsteht dadurch, dass man aus einem Zylinder (genauer: einem geraden Kreiszylinder) mit Grundflächenradius <math>\!\ r</math> und Höhe <math>\!\ r</math> einen Kegel (genauer: einen geraden Kreiskegel) mit Grundflächenradius <math>\!\ r</math> und Höhe <math>\!\ r</math> entfernt. Zu beachten ist: Das <math>\!\ h</math> in der Zeichnung ist nicht identisch mit dem in der Formel zur Volumenberechnung des Kugelsegments.
Zum Nachweis, dass die Halbkugel und der Vergleichskörper gleiches Volumen haben, kann man das Prinzip von Cavalieri heranziehen. Dieses Prinzip beruht auf der Idee, die betrachteten Körper in unendlich viele Scheiben infinitesimaler (unendlich kleiner) Dicke zu zerlegen. (Eine Alternative zu diesem Verfahren wäre die Anwendung der Integralrechnung.) Nach dem erwähnten Prinzip untersucht man für beide Körper die Schnittflächen mit den Ebenen, die zur jeweiligen Grundfläche parallel sind und von dieser einen vorgegebenen Abstand <math>\!\ h</math> haben.
Im Falle der Halbkugel ist die Schnittfläche eine Kreisfläche. Der Radius <math>\!\ s</math> dieser Kreisfläche ergibt sich aus dem Satz des Pythagoras:
Damit erhält man für den Inhalt der Schnittfläche
Im Falle des Vergleichskörpers ist die Schnittfläche dagegen ein Kreisring mit Außenradius <math>\!\ r</math> und Innenradius <math>\!\ h</math>. Der Flächeninhalt dieser Schnittfläche ist demzufolge
Für einen beliebigen Abstand <math>\!\ h</math> zur Grundfläche stimmen die beiden Schnittflächen also im Flächeninhalt überein. Damit ist gezeigt, dass die Halbkugel und der Vergleichskörper das gleiche Volumen haben.
Das Volumen des Vergleichskörpers und damit auch der Halbkugel lässt sich nun leicht berechnen:
Man subtrahiert vom Zylindervolumen das Kegelvolumen.
Daher gilt für das Volumen der (Voll-)Kugel:
Die Kugel kann in unendlich viele Pyramiden mit der Höhe <math>\!\ r</math> zerteilt werden (Spitzen im Mittelpunkt der Kugel), deren gesamte Grundfläche der Oberfläche der Kugel (siehe weiter unten) entspricht. Damit beträgt das gesamte Volumen aller Pyramiden: <math>V=\frac{O\,r}{3} = \frac{(4 \pi r^2)r}{3} = \frac{4}{3} \pi r^3</math>.
Radius im Abstand <math>\!\ x</math>:
Kreisfläche im Abstand <math>\!\ x</math>:
Volumen der Kugel <math>\!\ V</math>:
Auf die gleiche Art kann man das Volumen eines Kugelsegments <math>\!\ V_\mathrm{KS}</math> der Höhe <math>\!\ h</math> berechnen:
Die Kugel lässt sich durch die Gleichung
beschreiben, wobei <math>\!\ x</math>, <math>\!\ y</math>, <math>\!\ z</math> die Raumkoordinaten sind und <math>\!\ r</math> den Radius darstellt.
Über die Integralrechnung lässt sich dieses Problem auf zwei Arten lösen:
Wir parametrisieren die Kugel durch
Mit der Funktionaldeterminante
ergibt sich das benötigte Volumenelement <math>\!\ \mathrm{d}V</math> als
Das Volumen der Kugel ergibt sich daher als
\int_K\mathrm dV &= \int_0^\pi \int_0^{2\pi} \int_0^R r^2 \sin \vartheta\; \mathrm dr\,\mathrm d\varphi\,\mathrm d\vartheta\\ &= \int_0^R r^2 \mathrm dr \int_0^{2\pi} \mathrm d\varphi \int_0^\pi \sin \vartheta\;\mathrm d\vartheta\\ &= {R^3\over 3}\cdot 2\pi \cdot 2\\ &= \frac{4}{3}\pi R^3.\\ \end{align}</math>
Eine weitere Möglichkeit besteht über die Polarkoordinaten:
\int_K \!\mathrm dV &= \iint\limits_{x^2 + y^2 \leq R^2}\left(\int\limits_{-\sqrt{R^2 - x^2 - y^2}}^{\sqrt{R^2 - x^2 - y^2}}\mathrm dz\right)\mathrm dy\,\mathrm dx\\ &= \iint\limits_{x^2 + y^2 \leq R^2}2\sqrt{R^2 - x^2 - y^2}\,\mathrm dy\,\mathrm dx. \end{align}</math>
Nun wird das kartesische Koordinatensystem in das Polarkoordinatensystem transformiert, was bedeutet, dass die Integration nach dem „Wechsel“ des Koordinatensystems mittels der Variablen <math>\!\varphi</math> und <math>\! r</math> fortgeführt wird, anstatt wie zuvor durch <math>\! x</math> und <math>\! y</math>. Motivation dieser Transformation ist die erhebliche Vereinfachung der Rechnung im weiteren Verlauf. Für das Differential bedeutet das: <math>\mathrm dy \,\mathrm dx\;\xrightarrow{\text{wird zu}}\;r\,\mathrm dr\,\mathrm d\varphi</math> (Stichwort: Flächenelement)
\int_K \!\mathrm dV &= \int\limits_0^{2\pi}\int\limits_0^R 2\sqrt{R^2 - r^2} \;r\,\mathrm dr\,\mathrm d\varphi\\ &= 2\pi\int\limits_0^R 2\sqrt{R^2 - r^2}\;r\,\mathrm dr\\ &= 2\pi (-1) \frac{2}{3} \left[\sqrt{(R^2 - r^2)^3}\right]_{r = 0}^R\\ &= \frac{4}{3}\pi R^3. \end{align}</math>
Weiterer Weg mit Hilfe der Formel für Rotationskörper
Lässt man ein Flächenstück um eine feste Raumachse rotieren, erhält man einen Körper mit einem bestimmten Volumen. Bei einer Kreisfläche entsteht so eine Kugel. Anschaulich kann man sich das als eine rotierende Münze vorstellen.
Die allgemeine Formel für Rotationskörper, die um die x-Achse rotieren, ergibt
Die Gleichung für den Kreis ist
mit Mittelpunkt
Eingesetzt in die Gleichung für den Kreis erhalten wir
Durch Einsetzen in die Formel für Drehkörper um die x-Achse erhält man
V_\mathrm{Kugel} &= \pi \int_{-r}^r \! r^2 - x^2\mathrm{d}x\\ &= \pi \left[r^2x - {1\over3}x^3\right]_{-r}^r\\ &= \pi \left(r^3 - {1\over3}r^3\right) - \pi \left(r^2\cdot(-r) - {1\over3}(-r)^3\right)\\ &= \pi \left[\left({2\over3}r^3\right)-\left(-{2\over3}r^3\right)\right]\\ &= {4\over3}\pi r^3.\\ \end{align}</math>
Die Kugeloberfläche ist die zweidimensionale Fläche, die den Rand der Kugel bildet. Sie ist also die Menge aller Punkte, deren Abstand zum Kugelmittelpunkt einen festen Wert <math>\!\ r</math> hat. Sie ist eine geschlossene, zweidimensionale Mannigfaltigkeit.
Ihr Flächeninhalt ist gleich groß wie der der Mantelfläche des Kreiszylinders, der die Kugel umhüllt. Die Kugel besitzt bei gegebenem Volumen die kleinste Oberfläche aller möglichen Körper.
Teilt man eine Kugel auf in:
und lässt man <math>\!\ d</math> nach <math>\!\ 0</math> streben, so ist
Aus der oberen Zeichnung rechts wird deutlich, dass <math>\!\ c</math> umgekehrt proportional zu <math>\!\ x</math> ist (<math>\!\ x</math> ist der Abstand des Tangentialpunktes zur Mittelachse). Die Tangente liegt senkrecht zur „Speiche“ <math>\!\ r</math> und die beiden (rechtwinkligen) Dreiecke sind einander ähnlich. Demnach gilt:
Die Länge multipliziert mit der Breite ist demzufolge stets gleich groß.
Da alle viereckigen Felder denselben Flächeninhalt haben und dieser am Äquator <math>\!\ {d}^{2}</math> beträgt und es insgesamt (Anzahl der Felder in horizontaler Richtung multipliziert mit der Anzahl der Felder in vertikaler Richtung, also) <math>\frac{\mathrm{Umfang}}Vorlage:D \cdot \frac{\mathrm{Durchmesser}}Vorlage:D = \frac{2 \pi r \cdot 2 r}{d^2}</math> Felder gibt, beträgt der Gesamtflächeninhalt aller Felder: <math>{A} \, = {4} \pi {r^2}</math>.
Eine Kugel kann man sich aus unendlich vielen, infinitesimalen (unendlich kleinen) Pyramiden zusammengesetzt vorstellen. Die Grundflächen dieser Pyramiden ergeben zusammen die Kugeloberfläche; die Höhen der Pyramiden sind jeweils gleich dem Kugelradius <math>\!\ r</math>. Da das Pyramiden-Volumen durch die Formel <math>V_P = \tfrac{1}{3}G h</math> gegeben ist, gilt eine entsprechende Beziehung für das Gesamtvolumen aller Pyramiden, also das Kugelvolumen:
Wegen <math>V = \tfrac{4}{3} \pi r^3</math> ergibt sich:
Da das Kugelvolumen mit
definiert ist und andererseits die Oberfläche eine Veränderung des Volumens laut
ist, ergibt sich die Oberflächenformel sofort aus der Ableitung der Volumenformel.
Aus der ersten Guldin'schen Regel
für die Mantelfläche eines Rotationskörpers ergibt sich:
O &= 2 \pi \int\limits_{-r}^r \sqrt{r^2 - x^2} \sqrt{\left[ 1 + \left(\frac{-x}{\sqrt{r^2 - x^2}} \right)^2 \right] } \, \mathrm{d}x\\ &= 2 \pi \int\limits_{-r}^r \sqrt{r^2 - x^2} \sqrt{\frac{r^2}{r^2-x^2}} \, \mathrm{d}x \\ &= 2 \pi \int\limits_{-r}^r r \, \mathrm{d}x \\ &= 2 \pi r \int\limits_{-r}^r \, 1 \mathrm{d}x \\ &= 4 \pi r^2 \end{align}</math>
Für das Flächenelement auf Flächen <math>r</math> = konstant gilt in Kugelkoordinaten:
Damit lässt sich die Oberfläche einfach berechnen:
O &= \int\limits_{0}^{2\pi} \int\limits_{0}^{\pi} 1 \, \mathrm{d}A\\ &= \int\limits_{0}^{2\pi} \int\limits_{0}^{\pi} r^2 \sin \theta \, \mathrm{d}\theta\, \mathrm{d}\varphi \\ &= 2 \pi r^2 \int\limits_{0}^{\pi} \sin \theta \, \mathrm{d}\theta \\ &= 4 \pi r^2 \end{align}</math>
Die Kugel besitzt unendlich viele Symmetrieebenen, nämlich die Ebenen durch den Kugelmittelpunkt. Ferner ist die Kugel drehsymmetrisch bezüglich jeder Achse durch den Mittelpunkt und jedes Drehwinkels und punktsymmetrisch bezüglich ihres Mittelpunktes.
Die Kugel besitzt weder Kanten noch Ecken. Ihre Oberfläche lässt sich nicht verzerrungsfrei in der Ebene ausbreiten, siehe dazu auch den Artikel Kartennetzentwurf.
Die Kugel hat die kleinste Oberfläche von allen Körpern mit einem vorgegebenen Volumen. Von allen Körpern mit vorgegebener Oberfläche umschließt sie das größte Volumen. Aus diesem Grund tritt die Kugel auch in der Natur auf: Blasen (siehe Seifenblase) und Wassertropfen sind Kugeln (ohne Berücksichtigung der Gravitation), weil die Oberflächenspannung versucht, die Oberfläche zu minimieren. Planeten sind näherungsweise Kugeln, weil sie bei ihrer Entstehung flüssig waren und die Kugel die Form mit der größten Gravitationsbindungsenergie ist. Die mathematische Kugel ist eine Idealform. In der Natur auftretende Kugeln haben stets nur näherungsweise Kugelform.
Der einer Kugel umschriebene Zylinder hat das <math>\tfrac{3}{2}</math>-fache Volumen der Kugel. Das, sowie die Oberflächen- und Volumenformeln waren bereits dem Griechen Archimedes in der Antike bekannt.
Eine Kugel kann auch als Rotationskörper aufgefasst werden: Lässt man eine Halbkreisfläche um ihren Durchmesser rotieren, so entsteht dadurch eine Kugel. Wird der Kreis durch eine Ellipse ersetzt, die um eine ihrer Achsen rotiert, ergibt sich ein Rotationsellipsoid (auch Sphäroid genannt).
Der Begriff der Kugel lässt sich auf andere Dimensionen übertragen. Analog zur dreidimensionalen Vollkugel ist für eine natürliche Zahl <math>\!\ n</math> eine <math>\!\ n</math>‑dimensionale Kugel definiert als Menge aller Punkte des <math>\!\ n</math>‑dimensionalen euklidischen Raumes, deren Abstand zu einem gegebenen Punkt (dem Mittelpunkt) kleiner gleich einer positiven reellen Zahl <math>\!\ r</math> (dem Radius) ist. Den Rand der <math>\!\ n</math>‑dimensionalen Kugel, also die Menge aller Punkte, deren Abstand vom Mittelpunkt gleich <math>\!\ r</math> ist, bezeichnet man als (<math>\!\ n</math>−1)‑Sphäre. Wenn man ohne weitere Angaben von der <math>\!\ n</math>‑dimensionalen Kugel spricht, meint man meist die <math>\!\ n</math>‑dimensionale Einheitskugel; in diesem Fall liegt der Mittelpunkt im Ursprung des Koordinatensystems und der Radius ist gleich 1.
Nach dieser Definition ist eine dreidimensionale Kugel also eine gewöhnliche Kugel; ihre Oberfläche entspricht einer 2‑Sphäre. Eine zweidimensionale Kugel ist eine Kreisfläche, der zugehörige Kreisrand eine 1‑Sphäre. Eine 1‑dimensionale Kugel schließlich ist eine Strecke, wobei die beiden Streckenendpunkte als 0‑Sphäre aufgefasst werden können.
Hinweis: Diese Begriffe werden nicht einheitlich verwendet. Sphären im Sinne der hier gegebenen Definition werden zuweilen Kugeln genannt. Außerdem sprechen manche Autoren von <math>\!\ n</math>‑Sphären, wenn sie (<math>\!\ n</math>−1)‑dimensionale Sphären im <math>\!\ n</math>‑dimensionalen Raum meinen.
Das <math>\!\ n</math>-dimensionale Volumen einer <math>\!\ n</math>-dimensionalen Kugel mit dem Radius <math>\!\ r</math> ist
Hier ist <math>\!\ \Gamma</math> die Gammafunktion, eine kontinuierliche Erweiterung der Fakultät. Den (<math>\!\ n</math>−1)‑dimensionalen Inhalt der (<math>\!\ n</math>−1)‑dimensionalen Oberfläche, also der (<math>\!\ n</math>−1)‑Sphäre erhält man durch Ableitung des Volumens nach dem Radius:
Für eine Einheitskugel in n-Dimensionen findet man also folgende Volumen und Oberflächen:
| Dimensionen | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Volumen | 2 | <math>\pi</math> | <math>\frac{(4 \pi)}3</math> | <math>\frac{\pi^2}2</math> | <math>\frac{(8 \pi^2)}{15}</math> | <math>\frac{\pi^3}6</math> | <math>\frac{(16 \pi^3)}{105}</math> | <math>\frac{\pi^4}{24}</math> | <math>\frac{(32 \pi^4)}{945}</math> | <math>\frac{\pi^5}{120}</math> |
| Oberfläche | 2 | <math>2 \pi</math> | <math>4 \pi</math> | <math>2 \pi^2</math> | <math>\frac{(8 \pi^2)}{3}</math> | <math>\pi^3</math> | <math>\frac{(16 \pi^3)}{15}</math> | <math>\frac{\pi^4}3</math> | <math>\frac{(32 \pi^4)}{105}</math> | <math>\frac{\pi^5}{12}</math> |
Das Volumen steigt also bis zur 5-ten Dimension an, und fällt dann wieder gegen null. Für die Oberflächen ergibt sich ein lokales Maximum bei einer Dimensionalität von 7. Das Verhältnis von Volumen zu Oberfläche beträgt 1/n. Kugeln in unendlich vielen Dimensionen haben also ein infinitesimal kleines Volumen und eine infinitesimale Oberfläche, während Kugeln in 5 beziehungsweise 7 Dimensionen ein maximales Volumen bzw. Oberfläche haben.
Eine <math>\!\ n</math>-Sphäre ist ein Beispiel einer kompakten <math>\!\ n</math>-Mannigfaltigkeit.