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Mit Kulturhaus werden in vielen Orten und Städten Deutschlands und Österreichs kulturelle Zentren bezeichnet, die sich einer Vielzahl kultureller Aktivitäten (Ausstellungen, Theater-, Kabarett- und Musikabende, Vortragsreihen) widmen. Sie stehen meist unter kommunaler Trägerschaft und werden öffentlich gefördert.
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Mit Kulturhaus kann auch eine in sozialistischen Staaten vorhanden gewesene Einrichtung für kulturelle Zwecke gemeint sein, in der Ausstellungen, Treffen, Vorträge, Konzerte, Diskos, Musikunterricht, Empfänge stattfinden und in der sich kulturelle oder sportliche „Zirkel“ und Gruppen (Zeichenzirkel, Schreibzirkel usw.) treffen können.
In fast jeder Stadt und in vielen Dörfern errichteten und finanzierten der Staat oder örtliche Großbetriebe ein Kulturhaus oder stellten die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung. Sie waren neben den Theatern, Kinos, Kirchen, Pionierhäusern und Sportanlagen ein wichtiger Teil der Alltagskultur in allen sozialistischen Staaten und vor allem in kleineren Städten und Dörfern zumeist das Zentrum des Stadt- und Dorflebens. In der DDR trugen die etwa 2.000 Kulturhäuser oftmals einen Beinamen zu Ehren eines sozialistischen Vorbilds (z. B. „Kulturhaus Clara Zetkin“, „Ernst Thälmann“, „Maxim Gorki“). Größe und Architektur der Kulturhäuser variieren von eher unscheinbaren Mehrzweckhallen bis hin zu repräsentativen Großbauten mit Säulenportikus, aufwändigen Foyers und großen Theatersälen. Das Kulturhaus der Maxhütte in der kleinen thüringischen Gemeinde Unterwellenborn etwa umfasst einen Theatersaal mit 800 Plätzen (ebenso viele wie im 2003 errichteten Theater der Landeshauptstadt Erfurt), einen „Musiksalon“ mit 200 Plätzen, einen Tanz-Probensaal, Vortragsräume, eine Bücherei, mehrere Sitzungssäle und zwei Restaurants.
In der DDR wurden Kulturhäuser in allen jeweils propagierten Architekturstilen geschaffen, vom Sozialistischen Klassizismus der 1950er Jahre bis hin zur internationalen Moderne der späten DDR-Bauten. Ländliche Kulturhäuser waren in den Anfangsjahren der DDR oft noch vom Heimatstil der 1930er Jahre beeinflusst. Nur vereinzelt finden sich in den 1950er Jahren Beispiele der klassischen Moderne, so etwa das im Bauhausstil errichtete Kulturhaus in Trebus von 1951 (heute „Gaststätte Seeblick“).
Auch in den heutigen sozialistischen Staaten wie der Volksrepublik China, Kuba, Nordkorea und einigen postsowjetischen Ländern wie Weißrussland heißen Häuser mit dieser Zielrichtung Kulturhaus. In den ehemals sozialistischen Staaten wurde die Bezeichnung Kulturhaus für vorhandene Gebäude weitgehend beibehalten, wie auch in vielen Orten der ehemaligen DDR. Aufgrund der nach 1990 von der Bundesregierung gekappten Finanzierung wurden in den neuen Bundesländern viele Kulturhäuser geschlossen. Sie wurden verkauft, als Restaurant, Diskothek oder Möbelhaus umgenutzt oder verfielen. Als Beispiel ist das 1956 errichtete Kulturhaus „Karl Marx“ in Johanngeorgenstadt zu nennen, dessen Dach nach 1990 aufwendig erneuert wurde, das dann jedoch geschlossen und 2010 abgerissen wurde.[1]
Kulturhäuser, die den Sprung zu akzeptierten Kunststätten oder Freizeitzentren geschafft haben oder anderer Nutzung zugeführt wurden, sind das Kulturhaus Ludwigsfelde, das Haus der Kultur und Bildung in Neubrandenburg oder das Haus Schwärzetal in Eberswalde.