|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Kristallstruktur | ||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | ||||||||||||||||||||||||
| __ Cu2+ __ S __ O | ||||||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||||
| Name | Kupfer(II)-sulfat | |||||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
| |||||||||||||||||||||||
| VerhÀltnisformel | CuSO4 | |||||||||||||||||||||||
| CAS-Nummer |
| |||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weiĂes bis graues, geruchloses Pulver [1] | |||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 159,61 g·molâ1 249,69 g·molâ1 (Pentahydrat) | |||||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||||||||||
| Dichte |
3,60 g·cmâ3 | |||||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
leicht löslich in Wasser: 203 g·lâ1 (20 °C) [1] | |||||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||
| MAK |
0,1 mg·mâ3 (gemessen als einatembarer Aerosolteil) [1] | |||||||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||||||||||||||||||||||||
Kupfersulfat, frĂŒher auch Kupfervitriol (siehe Vitriole), ist das Kupfersalz der SchwefelsĂ€ure und besteht aus Cu2+-Kationen und SO42â-Anionen. Es ist ein farbloser, unbrennbarer Feststoff, der sehr gut wasserlöslich ist. Wasserhaltige Kupfersulfate (Hydrate), zum Beispiel das Kupfer(II)-sulfat-Pentahydrat, haben eine blaue Farbe.
Inhaltsverzeichnis |
In der Natur kommt Kupfersulfat als Verwitterungsprodukt sulfidischer Kupfererze als krustenförmige, körnige oder faserige Aggregate vor. Die wasserfreie Form (CuSO4) tritt in der Natur nicht auf, sondern ausschlieĂlich das Kupfersulfat-Pentahydrat (CuSO4 · 5 H2O) als seltenes Mineral Chalkanthit. Aufgrund der sehr guten Wasserlöslichkeit von Kupfersulfat bleibt es jedoch nur in sehr trockenen Klimagebieten erhalten und wird daher nur in WĂŒsten wie beispielsweise der Atacama (Chile) gefunden.
Im Labor lÀsst sich Kupfersulfat beispielsweise aus Kupferhydroxid und SchwefelsÀure herstellen:
Technisch wird Kupfersulfat durch Einwirkung von SchwefelsÀure auf Kupferoxide oder Kupfersulfide gewonnen.
Kupfersulfat ist das mit Abstand wichtigste Kupfersalz.
Kupfersulfat ist in Wasser gut, in den meisten organischen Lösungsmitteln nicht löslich. In Glycerin löst es sich mit smaragdgrĂŒner Farbe. Bei starkem Erhitzen (ab 340 °C) zerfĂ€llt das wasserfreie Kupfersulfat in Kupfer(II)-oxid und Schwefeltrioxid.
Neben der wasserfreien Verbindung treten noch kristallwasserhaltige Kupfer(II)-sulfat-Hydrate auf. Am gelĂ€ufigsten ist das Pentahydrat (CuSO4 · 5 H2O). Weiterhin existieren auch ein Trihydrat (CuSO4 · 3 H2O) und Kupfer(II)-sulfat-Monohydrat (CuSO4 · H2O). Nachfolgend sind die Eigenschaften der Hydrate aufgefĂŒhrt, die von denen der wasserfreien Verbindung abweichen, sofern diese zur VerfĂŒgung standen.
Kupfersulfat-Pentahydrat CuSO4 · 5 H2O (Kupfer(II)-tetraoxosulfat(VI)-Pentahydrat, Mineralname: Chalkanthit) bildet trikline Kristalle mit blauer Farbe, die beim Erhitzen nach und nach ihr Kristallwasser abgeben und schlieĂlich zu farblosem Kupfersulfat-Anhydrat werden. Bei 95 °C spalten sich zwei WassermolekĂŒle ab, es entsteht das Trihydrat. Weitere zwei WassermolekĂŒle werden bei 116 °C abgespalten, das letzte bei 200 °C, dabei verlieren die Kristalle ihre blaue Farbe und werden zu farblosem Kupfersulfat CuSO4. Dieser Vorgang ist umkehrbar, beim Auflösen des wasserfreien Anhydrats in Wasser fĂ€rbt sich die Lösung durch Hydratation der Cu2+-Ionen blau und erwĂ€rmt sich dabei (Hydrationsenergie). Aus der Lösung kann durch Verdunstung des Wassers wieder das blaue Kupfersulfat-Pentahydrat kristallisieren. Die chemische Formel des Pentahydrats sollte besser gemÀà [Cu(H2O)4]SO4 · H2O geschrieben werden, da in der Kristallstruktur vier WassermolekĂŒle direkt an die Kupfer(II)-Ionen koordiniert sind und diese quadratisch-planar umgeben.
Kupfersulfat wird fĂŒr eine Vielzahl von Prozessen und Reaktionen verwendet, so zum Verkupfern, zur Herstellung von kupferhaltigen Farben, zur KupferstichĂ€tzung, in der Medizin als zusammenziehendes (adstringierendes) Mittel, frĂŒher auch als Brechmittel (es schmeckt unangenehm bitter, ist aber nicht ganz ungiftig), in Silvester-Raketen (erzeugt einen blĂ€ulich-grĂŒnen Farbton) und weiteren Anwendungen.
Kupfersulfat wird zur galvanischen Verkupferung in der Galvanotechnik und in Form der Oettelsche Lösung in der Coulometrie zur Bestimmung von exakten Ladungsmengen verwendet.
Kupfersulfat findet man auch als Zusatz in AnreiĂfarben, welche vor dem AnreiĂen einer metallischen OberflĂ€che auf dieselbe gestrichen wird, um den eigentlichen Riss nach dem AnreiĂen besser sichtbar zu machen.
Kupfersulfatlösung gemischt mit Calciumhydroxid-Suspension wurde frĂŒher als BordeauxbrĂŒhe im Weinbau zur BekĂ€mpfung von Pilzerkrankungen eingesetzt. Heute setzt man Pflanzenschutzmittel ein, die Kupfersulfat oder andere Kupferverbindungen enthalten. Moderne, kupferhaltige Pflanzenschutzmittel sind besser formuliert und haben geringere Konzentration an Kupfersulfat, Kupferoxychlorid, Kupferhydroxid oder Kupferoktanoat. Wegen möglicher Bodenbelastung mit Kupfersalzen wird nach Alternativen gesucht (z. B. PhosphonsĂ€ure-Verbindungen).
Der Integrierte Weinbau und der Biologische Weinbau haben die Anzahl der Ausbringungen von kupferhaltigen Mitteln beschrÀnkt. Jedoch haben kupferhaltige Mittel im Bioweinbau eine zentrale Bedeutung bei der PeronosporabekÀmpfung.
Das wasserfreie, weiĂe Kupfersulfat dient als Trocknungsmittel (beispielsweise zur Herstellung von wasserfreiem Ethanol) und zum Nachweis von Wasser, wobei es sich, durch Einlagerung von Kristallwasser, blau fĂ€rbt.
Kupfersulfat wird, besonders in der Schule, sehr gerne zum KristallzĂŒchten verwendet.
In Kombination mit Ammoniumsulfat wird Kupfersulfat gegen Algen in SchwimmbÀdern eingesetzt. Das Kupfersulfat verfÀrbt keineswegs das Wasser.
Die paramagnetische Eigenschaft von Kupfersulfat macht die Nutzung als Kontrastmittel in der Magnetresonanzspektroskopie (NMR) möglich. Im Deutschen Arzneibuch ist wasserfreies Kupfer(II)-sulfat monographiert, im EuropĂ€ischen Arzneibuch Kupfer(II)-sulfat-Pentahydrat. Kupfersulfat wurde frĂŒher Ă€uĂerlich als Ătzmittel, als Adstringenz und in der Wundbehandlung, innerlich als Brechmittel, zur Stillung von Blutungen und als Gegenmittel gegen Phosphorvergiftung verwendet. In der SchĂ€ferei bzw. VeterinĂ€rmedizin wird Kupfersulfat zur Behandlung der Moderhinke, einer bakteriellen Erkrankung der Klauen bei Schafen, eingesetzt.
Kupfersulfat ist fĂŒr lebende Organismen sehr giftig und hat in GewĂ€ssern schĂ€dliche Wirkungen. Das wassergefĂ€hrdende Salz ist in der WassergefĂ€hrdungsklasse 2 eingestuft.
Bei Kontakt mit starken Reduktionsmitteln (z. B. feingepulvertem Magnesium) oder Hydroxylamin kann es zu gefÀhrlichen Reaktionen mit starker Hitzeentwicklung kommen.